Seiden-Grenadines, schwarz und farbig (auch al Llchtfarben) Mk. i.55 p. Met. bis Mk. 14.80 (in 12 verfch. OuaL) — versendet robenweise porto- und zollfrei das Fabrik- D6pSt G. Henneberg (K. u K. Hoflief.) Zurich. Muster umgehend- Briefe kosten 20 Pf- Porto. 246
empfiehlt sich durch Keinneit, Aroma und Ergiebigkeit als die beste und preiM^rk?este A- Zuntz sei. Ww. Kal« “• KSiiüon' Marke. - Bonn, Berlin.
Zu haben bei J. 81. Schulhof. 852
verschiedene aus der Hand vergebene städtische Arbeiten erhalten i die vorgeschriebene Deeretur. — Das zur Remune- r i r u n g des Octroipersonals der Stadt überwiesene Strafdrittheil von 78 Mk. aus im Jahre 1889/90 erkannten Strasen wegen Octroihinterziehung fotl, einem seitherigen Brauche entsprechend, zur einen Hälfte dem Octroiinspector, zur andern Hälfte proportionell zur Zahl der erhobenen Anzeigen dem Aufsichtspersonal überwiesen werden. —2 Da mit dem Verkaufe der städtischen Turnhalle an der Südanlage die Nothwendigkeit der Erbauung einer Turnhalle für die Realschule sich ergeben hat, hat Großh. Direction der Realschule die Gesichtspunkte dargelegt, nach welchen der Bau dieser Halle am empfehlenswerthesten erscheint- in gleicher Weise hat sich der Großh. Turninspector geäußert. Nach diesen Darlegungen ist die Verkleinerung des Realschulhofes, wenn derselbe den Anforderungen als Spielplatz noch weiter genügen soll, nicht angängig, es muß deshalb die Turnhalle aus einem Nachbargrundstück, welches aber schon Eigenthum der Stadt ist, errichtet werden- es wird für das Zweckmäßigste gehalten, wenn die Turnhalle, für welche ein lichter Raum von 24 : 12 Meter vorgesehen ist, mit der Längsseite nach dem Schulhofe hin, mit der Schmalseite nach der verlängerten Bismarckstraße hin aus einem gegenwärtig als Zimmerplatz dienenden Platze errichtet wird. Dadurch würde auch einem später vielleicht in Frage kommenden Bau einer Directorwohnung Rechnung getragen, sofern nicht vorgezogen werde, diese Wohnung als erstes Stockwerk über der Halle zu erbauen. Die Baudeputation hat sich im großen Ganzen mit den Vorschlägen in Bezug aus Dimension und Lage der Halle, aber gegen die Verbindung derselben mit einer Directorwohnung ausgesprochen. Bei den inneren Raumverhältnissen der Turnhalle sei, wolle man über derselben eine Wohnung anlegen, eine ganz besondere Bauconstruction nöthig, man sei auch in der Neuzeit zu der Ansicht gelangt, daß Dienst- | Wohnungen den Wünschen der ersten Inhaber entsprächen, ! selten aber den Ansprüchen späterer. In Gießen sei an passenden Wohnungen kein Mangel, es sei damit dem betr. Director die Möglichkeit gegeben, sich eine seinen Ansprüchen anpassende Wohnung zu suchen, oft halte es ein Director für zweckmäßig, in der Schule zu wohnen, während der andere lieber außerhalb wohne. Es sei auch finanziell für die Stadt empfehlenswerther, von dem Bau einer Directorwohnung abzusehen, denn während mit dem von ihr gewährten Wohnungsgeldzuschuß von 600 Mk. es jedem Director ermöglicht werde, sich eine seinen Ansprüchen genügende Wohnung zu verschaffen, müsse sie unter Zugrundelegung eines Bau- capitals von mindestens 25 000 Mk. mehr wie das Doppelte aufwenden. Die Baudeputation empfiehlt daher Trennung der Frage betr. Baues einer Directorwohnung von derjenigen der Turnhalle und schlägt behufs Feststellung des Platzes für letztere eine Localbesichtigung vor. Es wird, nachdem noch die Herren Beigeordneter Langsdorfs, Stadtverordnete Homberger, Georgi, Scheel und SchoPbach ihre Ansichten über die Lage der projectirten Turnhalle dargelegt, dem Anträge gemäß beschlossen- die Besichtigung soll nach Schluß der Sitzung stattfinden, von deren Tagesordnung der 7. Punkt, die Armenpflege in der Stadt Gießen betreffend, deshalb abgesetzt und für deren^Berathung eine besondere Sitzung auf Dienstag den 13. d. Mts. anberaumt wird. — Die hiesigen Metzger haben, nachdem infolge der Einführung einer freiwilligen Trichinenschau die Frage zur Erörterung gekommen, ob das Fleisch auswärts geschlachteten Viehes ebenfalls auf Trichinen zu untersuchen sei, nach vorhergehender Verneinung derselben beschlossen, das von ihnen von auswärts eingeführte Fleisch, sowie dasjenige, welches sie von hiesigen der freiwilligen Trichinenschau nicht beigetretenen Metzgern beziehen, im hiesigen Schlachthause nochmals untersuchen zu lassen. Es wird auf Veranlassung des Herrn Bürgermeisters das Verzeichniß der diesem Beschlüsse beigetretenen Metzger veröffentlicht werden. Herr Metzgermeister Klein ist dem Beschluß nicht beigetreten, da er weder von hiesigen noch von auswärtigen Metzgern ununtersuchtes Fleisch beziehe - er empfehle aber, daß das von auswärts eingesührte Fleisch nicht nur auf Trichinen, sondern auch aus seine sonstige Beschaffenheit untersucht werde. Herr Löb er spricht sich ebenfalls für Ausdehnung der Untersuchung aus alles von auswärts eingebrachte Fleisch (also nicht nur des Schweinefleisches) aus. Herr Beigeordneter Langsdorfs bemerkt hierzu, daß eine diesbezügliche Genehmigung wohl nicht ertheilt werde, es könne Niemand gehindert werden, Fleisch einzuführen, welches bereits untersucht sei, desgl. sei Niemand verpflichtet, bereits auswärts nachweislich untersuchtes Fleisch hier nochmals untersuchen zu lassen - die aus dem Lande geübte Fleischbeschau müsse genügen. Die Versammlung erklärt sich mit dem Beschlüsse der Metzger einverstanden- die Untersuchungsgebühren werden auf 15 Psg. pro halbes Schwein oder Stücke davon festgesetzt.
— Ein Dienstmädchen aus Elpershausen, welches Mitte April d. I. bei einer neuen Dienstherrschaft dahier in Dienst eintrat, entwendete dieser schon in den ersten drei Tagen 30 Mk. und vorgestern abermals 20 Mk. aus einem verschlossenen Behälter. Sie legte gestern der Polizei gegenüber ein offenes Geständniß ab und wurde, nachdem sie ihres Dienstes entlassen, verhaftet.
— Ferner wurde gestern ein Maurergeselle aus Reiskirchen dahier zur Anzeige gebracht, weil er, die Abwesenheit eines Ladenbesitzers in der Schloßgasse benützend, demselben aus der Kasse 7 Mk. entwendete.
— Wegen Thierquälerei zur Anzeige gebracht wurde ein hiesiger Metzger. Derselbe hatte einem vor der Thüre seiner Wurstküche liegenden, ihm nicht gehörigen Hunde ohne jede Veranlassung einen Schöpfer voll heißer Wurstbrühe über den Körper gegossen. Das Schmerzgeheul des durch diese herzlose That arg verbrühten Thieres erregte den gerechten Unwillen der Anwohner.
-e- Lich, 8. Mai. Der Geselle einer hiesigen Schuhmacher-Firma — H. aus Grüningen, — welcher gestern zur Ablieferung von Schuhwaaren in seinen Heimathsort geschickt worden war, kam heute Morgen zurück und erklärte, er sei auf dem Rückweg im Arnsburger Walde von zwei ihm unbekannten Männern überfallen, geknebelt und seiner Baarschaft mit 15 Mark, die er für seinen Meister eingenommen, beraubt und dann hilflos liegen gelassen mordender später des Wegs daher gekommene Forstassessor B. habe ihn aus seiner Lage befreit. Die hiesige Gendarmerie, welche hiervon Kenntniß erhallen, begab sich heute Mittag unter Zuziehung des Beraubten an Ort und Stelle. — Dort war jedoch gar nichts Verdächtiges zu bemerken- H. verwickelte sich auch bei seinen Angaben über die näheren Umstände des Vorfalls in Widersprüche und als man ihm energisch zu Leibe rückte, gestand er zu, daß er sich selbst geknebelt und hingelegt, bis ihn Forftasseffor B. von seinen Fesseln befreit habe. — Auf Vorhalt erklärte er, daß er das für seinen Meister empfangene Geld für sich verwendet und daß er den erzählten Vorfall erdichtet habe, um den Verdacht der Unredlichkeit von sich abzuwenden. — H. wird sich nunmehr vor dem Stras- richter zu verantworten haben.
Langgöns, 8. Mai. Herr Konrad Frei IV. dahier beabsichtigt, auf dem Grundstück Flur XXI Nr. 2221/10 in hiesiger Gemarkung eine Molkerei zu erbauen und hierzu einen Dampfkessel aufzustellen.
Bad-Nauheim, 8. Mai. Am 2. Mai wurde die erste Cur liste ausgegeben. Zehn Aerzte, darunter die Herren Dr. Bauer, Dr. Bruck und Dr. Stoll, stellen ihre Dienste den Curfremden zur Verfügung. Die Capelle spielt Morgens von 7—8 Uhr an dem Brunnen, Nachmittags von 4—6 und Abends von 6^—7^2 Uhr auf der Terrasse des Cur- hauses. Die Zahl der Fremden beträgt 202.
x Friedberg, 8. Mai. Die Arbeiten am Schlosse zum Empfang Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herzogs sind als beendet zu betrachten. Die hohen Herrschaften werden Samstag hier eintreffen. Großer Empfang findet nicht statt, statt dessen wird Sonntag oder Montag großer Fackelzug und Serenade von den hiesigen Vereinen ausgeführt. Als Wache sind 36 Mann vom Regiment Nr. 116 aus Gießen abcommandirt. (Die Mannschaft ist heute Mittag bereits nach Friedberg abgegangen. Red.)
Q Grünberg, 8. Mai. Der heute dahier abgehaltene sogenannte „Warenmarkt" war, begünstigt vom prächtigsten Maiwerter- sehr gut besucht und mit Rindvieh und Schweinen stark befahren. Ein sehr lebhafter Handel fand statt bei den seither üblichen hohen Preisen. Trotz der Menge der aufgefahrenen Schweine übertraf doch die Nachfrage bedeutend das Angebot - die Schweinehändler machten gute Geschäfte. Von einem Rückgang der Preise hierbei, wie man seit einiger Zeit hörte, war hier ebensowenig zu spüren, wie aus den vor acht Tagen zu Homberg a. d. O. und Ruppertenrod abgehaltenen Märkten. Bezahlt wurde per Paar Ferkel 50—70, 70—100 Mk., Läufer 100—120 Mk., 120 bis 140 Mk. Auch die Krämer konnten mit dem Verkauf ihrer Artikel zufrieden sein, da die Nachfrage hiernach vor dem Pfingstfeste mit der damit verbundenen Confirmation stets eine starke ist, jetzt aber um so stärker war, weil das Bedürfniß der Käufer aus den in voriger Woche verregneten Märkten der Umgegend nicht befriedigt werden konnte.
Hungen, 7. Mai. Am 29. Mai findet dahier die General-Versammlung des Vogelsberger Höhenclubs statt. Die Berathungen und das Frühstück werden im Gasthaus „zur Traube", das Festessen im „Solmser Hof" abgehalten. Ein Ausflug nach der Grube „Friedrich" (Brikett- fabrik) ist für die sich hierfür interessirenden Theilnehmer projectirt. Ferner wird eine gute Musikcapelle zur Unterhaltung bei der Festlichkeit beitragen. Wegen der günstigen Lage von Hungen wird die Versammlung voraussichtlich sehr zahlreich besucht werden.
-s- Schotten, 7. Mai. Am gestrigen, vom schönsten Wetter begünstigten, svgenannten Walpurgismarkt waren 34 Stück Rindvieh und 350 Stück Schweine angetrieben. Der Handel war flott und wurden für einige Thiere sehr hohe Preise erzielt. Der heutige Krämer markt war sehr gut besucht und machten die Verkäufer dementsprechende Geschäfte. — Unser neues Kreisamtsgebäude und das neue Oberförstergebäude (beide einem Gießener Baumeister zur Ausführung übertragen) gehen ihrer Vollendung entgegen - diese Bauten werden eine Zierde für Schotten. — Die Vorbereitungen für das Turnfest des Gaues Hessen, welches bekanntlich am 20. und 21. Juli hier abgehalten wird, werden mit aller Energie betrieben.
vermischter.
* lieber das Baden. Beim Baden in gewöhnlichem Wasser geschieht es, daß durch die Haut Wasser ins Blut übergeht. Durch ein Bad in reinem Wasser kann man den Durst löschen, und durch ein Bad, welchem Fleischbrühe oder abgekochtes Malz rc. zugesetzt ist, kann man dem Körper nährende Bestandtheile zuführen. Verweilt man beim Bade längere Zeit im Wasser, so mehrt sich die Ausnahme des Wassers im Körper derart, daß man den Drang nach Wasser- entleerung empfindet. Ganz anders aber ist es, wenn man in Flüssigkeiten badet, welche dichter sind, als die Blutflüssigkeit- es tritt dann Wasser aus dem Innern des Körpers in das Bad über. Dies geschieht z. B. in starkem Salzwasser. Deßhalb ist unter dem Volke mit Recht die Meinung verbreitet, daß Seebäder, die, wie bekannt, salzhaltig sind, zehren. Die dichtere Flüssigkeit zieht die leichteren Bestandtheile an sich. Dies zu wissen, ist von Wichtigkeit. Schwächlichen und sehr blutarmen Leuten würde deßhalb der häufige Gebrauch von Seebädern zu widerrathen sein, dagegen würde ihnen das Einathmen der Seeluft mehr dienen. Auch beim gewöhnlichen Bade ist es wichtig, wie aus dem obgen Gesagten hervorgeht daß man auf die Reinheit des Wassers achtet, in welchem man badet. Wie leicht können durch ein Bad schädliche Bestandtheile ins Blut übergehen und dasselbe vergiften.
* Gemitthliches aus der Zweiten Ständekammer. Abgeordneter A.: „Ich bin eines der längsten Mitglieder in diesem Hause!"
Abgeordneter B.: „Ich ergreife nur das Wort, um meinen Standpunkt zu präcisiren, aber dieser ist schon so oft zum Ausdruck gebracht worden, daß ich nicht nöthig habe, ihn in weiterer Rede klar zu legen."
Abgeordneter C.: „Wir sind steinreich, aber blutarm - unsere Steine u. s. w."
Vom Ministertisch: „Diese Linie hat der Herr Abgeordnete 3i. in seinen Klauen und ich kann sie dort nicht loskriegen !"
Abgeordneter D.: „Meine Herrn, dieses Thal liegt aus einem Hochplateau."
Abgeordneter E.: „Der Herr Abgeordnete 9). war, scheint mir, diesesmal nicht ganz seiner Meinung."
Vom Ministertisch: „Ich kann dem Herrn Abgeordneten das Zeugniß ausstellen, daß er für die seinen Wahlkreis betreffenden Linien wie ein Löwe gekämpft hat.
Abgeordneter F. nach Bewilligung der 20r/2 Millionen Mark für Nebenbahnen (freudig): „Endlich sind wir aus den kleinlichen Verhältnissen in Hessen heraus!"
Abgeordneter G. vor der Abstimmung bei der Stempeldebatte (halblaut): „Hier darf eigentlich nur der mitstimmen, der beweist, daß er die Drucksachen ausgeschnitten hat."
* Auch ein Sachverständiger. Auf das Urtheil einer unzweifelhaften Autorität gestützt und auf Grund unwiderleglicher Beweise hat der Bundesschatzmeister in Washington dem Repräsentantenhause des Congresses die Nothwendigkeit klar gemacht, das alte Silbergewölbe des Schatzamtes, in welchem gegenwärtig 600 000000 Millionen Dollars Regierungsgelder aufbewahrt werden, diebessicher zu machen. Der Schatzmeister erklärt, er habe Verdacht geschöpft, daß das Gewölbe nicht mehr sicher sei und er habe infolge dessen einen Experten — wie er einen berühmten Einbrecher euphemistisch nannte — beauftragt, zu versuchen, ob er nicht in das Gewölbe einzudringen vermöge. Dem betreffenden „Experten" sei es gelungen, in kurzer Zeit ein Loch in die Mauer zu bohren und innerhalb siebzehn Minuten den Schätzen Unkel Sams gegenüberzustehen, so daß er nur hätte zuzugreifen brauchen, um sich ein Milliönchen anzueignen. Da der Schatzmeister für das in den Gewölben des Schatzamtes befindliche Geld verantwortlich ist, kann man es ihm nicht verdenken, wenn er vom Congreffe die größtmöglichste Verstärkung und Sicherstellung des Aufbewahrungsortes der Regierungsgelder verlangt. Solchen Personen, welche etwa versuchen wollten, das oben geschilderte Experiment des betreffenden „Experten" nachzuahmen, diene übrigens zur Nachricht, daß das Gewölbe vorläufig derart überwacht wird, daß kaum eine Maus im Stande sein würde, in dasselbe einzudringen.
* Bestrafter Geiz. Die ebenso schöne als liebenswürdige und mildthätige Herzogin von C. in London hatte einen Bazar zum Besten eines Krankenhauses arrangirt und in demselben auch selbst einen Verkaufsstand übernommen. An diesen trat Lord P., ein reicher, aber als Geizhals in ganz London bekannter Gutsbesitzer heran, beguckte sich die Sächelchen alle ganz genau, ohne jedoch irgendwie die Absicht zu verrathen, etwas kaufen zu wollen. Die Herzogin glaubte, ihn aufmuntern zu sollen und fragte in liebenswürdigstem Tone: „Ist nicht vielleicht ein hübsches Notizbuch gefällig?" — „Danke, brauche keins!" war die Antwort. — „Vielleicht einen Bleistifthalter?" — „Danke, schreibe nicht." — „Oder hier, eine appetitliche Bonbonniere?" — „Danke, nasche nicht." — Die Herzogin stutzte, lächelte dann aber den Lord, an dem ihre bittenden Blicke so ganz wirkungslos abgeprallt waren, etwas boshaft an und bemerkte schließlich: „Ich würde Ihnen, mein Herr, gern noch dieses Stück Seife anbieten, aber ich fürchte die Antwort zu erhalten: „Danke, wasche mich nicht!" — Alles lachte, der Lord verschwand schleunigst, die Herzogin aber hatte bereits eine Stunde nachher ihren ganzen Stand ausverkauft.
* Vorsichtige Ehemänner. Der Vorsitzende einer gut bürgerlichen Versammlung stellte noch zum Schluß die Frage, „ob sonst Jemand zur freien Discussion das Wort verlange." Da erhob sich ein ehrbarer, jovialer Herr und meinte: „Ich hätte wohl den Wunsch, daß die Herren von der Presse, die uns immer ihre liebenswürdige Aufmerksamkeit schenken, den Schlußsatz weglassen möchten." Der Vorsitzende verstand diesen Antrag nicht sogleich und nun erläuterte der Interpellant — übrigens unter großem Beifall der „alten Herren" seinen Wunsch dahin: — Nämlich so: „Die Versammlung ist um 10 Uhr zu Ende und nun geht man dann noch ein Glas Bier trinken, es werden auch wohl zwei- man sieht auch noch einen Scat an und kommt dann so sachte „dusement" gegen 1 Uhr nach Hause. — Am andern Morgen ahnt man nichts Böses und beim Kaffee hält dann die theuere Gattin einem die Zeitung vor: „Schluß 10 Uhr". — „Und Du bist erst um 1 Uhr aus der Versammlung heimgekommen!?" — Na, es gibt immer einige unangenehme Auseinandersetzungen. Was liegt den Herren von der Presse daran, „Schluß 10 Uhr" zu schreiben." — Der Interpellant schien den Nagel aus den Kops getroffen zu haben, denn sein Antrag fand die allgemeinste Unterstützung und der Vorsitzende übermittelte denselben unter- vieler Heiterkeit an die Mitglieder der Presse.


