Ausgabe 
10.4.1890 Erstes Blatt
 
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Nr. 82. Erstes Blatt. Donnerstag den 10. April

1890

Anits- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.

chratisöeilage: chießener Jamilienblätter

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Gießen, 9. April 1890.

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Die Gießener

V«mikienvkä1ter werden dem Anzeiger »öchenttich dreimal deigelegt.

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Der Gießener Anzeiger rrschcun täglich, mit Ausnahme deS Montags.

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Locale» und provinstcUc».

Gießen, 9. April.

In der gestrigen Generalversammlung des national­liberalen Vereins wurde beschlossen, die Parteigenossen zu veranlassen, bei der morgigen Stichwahl unter keinen Umständen für W. Pickenbach zu stimmen.

Die am 6. April in Steins Garten stattgehabte Wählerversammluug, einberufen von der deutsch-freisinnigen Partei, mgr überaus zahlreich besucht. Das Referat in dieser Versammlung hatte Herr Reichstagsabgeordneter Bromel, Vertreter für Stettin, übernommen. In ca. 1 ^stündiger Rede behandelte Herr Brömel die Gegensätze zwischen den im hiesigen Wahlkreise am 10. April in Stichwahl kommen­den Parteien. Lediglich dem Interesse, welches die deutsch­sreisinnige Partei im Ganzen an dieser Stichwahl habe, sei sein Erscheinen in der Versammlung zuzuschreiben- er be­trachte sich außerdem als Träger einer von der Partei er­gangenen Mahnung an alle Wahlberechtigten, bei der Wahl am 10. April nicht zu versäumen, an die Wahlurne zu treten. . Angesichts der dem Wahlkreise drohenden Gefahr werde es keiner Partei schwer fallen, ihre Entscheidung zu treffen, alle Parteien hätten ein Interesse daran, daß der Wahlkreis Gießen nicht in die Hände einer Partei vom Schlage Wil­helm Pickenbach und Consorten falle. Wir ständen hier nicht vor einer Hauptwahl, in welcher jede Partei ihren Standpunkt genau vertreten müsse, sondern vor einer Stichwahl, in der wohl die Parteien wüßten, was sie trenne, aber auch wüßten, was sie vereinige. Es müsse anerkannt werden, daß bereits die Socialdemokraten Stellung gegenüber den Anti­semiten genommen, und für Dove einzutreten erklärt hätten, dies verdiene Nachahmung bei Allen, die nicht antisemitisch seien. Ans die antisemitische Bewegung eingehend, bemerkt Redner, daß die von einzelnen Juden herrührenden Schäden nicht nur von den verschiedenen Parteien, sondern auch von ihren Religionsgenossen erkannt und bekämpft würden, aber die antisemitische Agitation richte sich nicht nur gegen die Einzel­nen, sondern gegen die Juden im Allgemeinen als Rasse, als Religion; diese Agitation aber, welche eine bestimmte Raffe oder Religion für Alles verantwortlich mache, was als schädlich von Allen erkannt fei, stehe im Widerspruch mit dem Christenthum, welches nächst dem Gebote, Gott zu lieben gebiete, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Eine im Jahre 1879 eingereichte Petition fordere: Fernhalten aus­ländischer Inden, Ausstößen derselben aus allen Aemtern, wie von den Schulen, von den Lehrämtern, Aufstellung einer Statistik über die jüdische Bewegung 2c. Diese Petition habe in dem Fürsten Bismarck einen entschiedenen Gegner gefunden. An der Widererrichtung des deutschen Reiches hätten die Juden den gleichen Antheil, auch jüdische Soldaten hätten

Mr Stichwahl.

* Zu unfern beiden Artikeln in Nr. 80 und 81 er­hielten wir nachstehende Zuschrift:

Die in Ihrer Charfreitagsnummer enthaltenen Angriffe gegen meine Person beruhen auf Unwahrheit. Es ist nicht wahr, daß meine Firma in das Firmen-Register nicht einge­tragen sei. Unter Nr. 11371 bin ich als Mitinhaber der Firma Emil Lucke u. Comp. seit dem 17. April 1888 in das Firmen-Register eingetragen. Ferner ist aus jedem Ber­liner Adreßkalender mein Geschäftslokal und Privatwohnung klar und deutlich zu ersehen.

Eine Forderung von 650 Mk. ist innerhalb der letzten 4 Jahre gegen mich nie geltend gemacht worden, konnte deß- halb aus diesem Grund von mir nicht bezahlt werden.

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Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 8. April. DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Cabinetsordre, die den Reichstag ans den 6. Mai einberuft.

Berlin, 8. April. DemReichsanzeiger" zufolge wurde der Wirkliche Geheime Legationsrath Humbert mit der Leitung der Personalien-Abtheilung des Auswärtigen Amtes, sowie der Geheime Legationsrath Krauel mit der Leitung der neuerrichteten Colonialabtheilung betraut.

Berlin, 8. April. Der Kaiser traf Punkt 8 Uhr mit einem Flügeladjutanten zum Diner bei Graf Bismarck ein. Außerdem waren geladen: Reichskanzler Caprivi, Staatssecretär Marschall, commandirender General Hüllessem- Meerscheidt, Generallieutenant Hahnke, Minister Goßler, Graf Berchem, Geheimrath Krauel re. Im Ganzen waren 16 Gedecke.

Gelsenkirchen, 8. April. Bei der heutigen Morgen­schicht sind die Belegschaften sämmtlicher Gruben voll­zählig an gefahren- inHibernia" arbeiten 46lHin Wilhelmine" 827, inRhein-Elbe" 488, inAlma" 440, inConsolidation" alle Arbeiter. Der Ausstand kann als beendigt angesehen werden.

München, 8. April. DerAllg. Ztg." zufolge wird dem Landtage ein Nachtragscredit von zwei Millionen eingebracht werden, die für die Herstellung des bayrischen Theiles des C a b e l s München-Berlin verwendet werden sollen.

Wien, 8. April. Nach derPol. Corr." hat der Reichskanzler Caprivi an K a l n o k y ein Begrüßungs­schreiben gerichtet, welches vom Botschafter Reuß über­reicht worden ist.

Paris, 8. April. DemTempo" zufolge belegt der vom Ministerrathe angekündigte Gesetzentwurf die getrockneten Trauben jeder Provenienz mit Verbrauchssteuer.

R i b o t dankte dem Botschafter M c n a b r e a für die Ankündigung der Entsend ing eines Geschwaders. Er ver­sicherte, daß dieser spontane Act der internationalen Courtoisie dem Präsidenten Carnot lebhafte Befriedigung bereite.

Madrid, 8. April. Prinz Heinrich von Preußen ist hier eingetroffen. Er wurde aus dem Bahnhose vom hiesigen deutschen Botschafter, dem Botschaftspersonal, dem deutschen Consul, sowie den Spitzen der Militär- und Civil- behörden empfangen. Der Prinz begab sich sofort auf das Schloß, woselbst die Begrüßung durch die königliche Familie stattfand. Der Prinz fuhr sodann bei der deutschen Botschaft vor und besichtigte hernach mehrere Sehenswürdigkeiten.

Madrid, 8. April. Der spanische Grande Marquis Castelrodrigo und ein Adjutant der Königin sind zum Ehren­dienst beim Prinzen Heinrich befohlen. An dem zu Ehren des Prinzen stattsindenden Galadiner nehmen auch die Minister des Aeußern, des Krieges und der Marine Theil.

Tanger, 8. April. Die mit einem Woermann-Dampfer am 1. ds. abgegangenen Mitglieder der außerordentlichen Gesandtschaft des Kaisers Wilhelm an den Sultan sind gestern wohlbehalten hier eingetroffen.

Zanzibar, 8. April. Bwanaheri und Jehasi haben sich gestern mit dem Rest ihrer Truppen dem Reichscommiffar Wißmann ergeben.

Rewyork, 8. April. In Edgerton (Kansas) wurde eine Frau zum Bürgermeister gewählt, ebenso wurden Richter­posten, Municipalraths- und Polizeistellen mit Frauen besetzt. Depeschen aus Lima melden Pierolas Zurückziehung seiner Präsidentschaftscandidatur für Peru.

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Gießener Anzeiger

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geben, haben wir zu bemerken, daß unser L Berichterstatter an den Mittheilungen in Nr. 80 und 81 überall festhält. Daß Herr P. im neuesten jüngst erschienenen Berliner Adreß­kalender verzeichnet ist, haben wir jetzt ersehen- ihn in den früheren Ausgaben zu sindcn, war uns nicht möglich. Daß Herr P. betheiligt ist am sogenanntenBankgeschäft", that- sächlich Commissionsgeschäft Emil Lucke u. Comp., haben wir bereits in Nr. 81 mitgetheilt. Die Hauptsache wird aber doch wohl fein, daß uns im Original ein vollstreckbares Urtheil gegen Herrn P. auf 650 Mk., ferner ein Schuldtitel auf 47 Mark Kosten vorliegt, zugestellt dem Herrn P. im Gefängniß, weil derselbe damals wegen einer anderen Forderung sechs Wochen lang verhaftet war. Ferner liegt uns das Original eines Briefes des Herrn P. vor, welchen er nach seiner Entlastung aus der Haft an Herrn Bankier Karl L. in Berlin, Alte Jakobstraße 120, schrieb und worin er bedauerte, daß nicht mehr länger der Gläubiger, der ihn hatte ver- hasten lassen, die Verpflegungskosten der Haft für ihn zahlen wolle. Endlich hat man uns gezeigt das Original eines Haftbefehls des Amtsgerichts Berlin, welcher nach Hinterlegung der ein­monatigen Atzungskosten jederzeit vollstreckbar ist. Alles dies stammt' aus den letzten vier Jahren. Wir begreifen daher nicht, wie Herr P. dazu kommt, zu sagen, die Forderung von 650 Mk. (für welche auch der Haftbefehl erlassen ist), ei innerhalb der letzten vier Jahre gegen ihn nicht gellend gemacht worden und er habe aus diesem Grund nicht zahlen können. Wir hatten bisher angenommen, daß es keine ener­gischere Art gäbe, eine Forderung geltend zu machen, als wenn man den Schuldner verurtheilen und zum Offenbarungs- eid laden läßt, und müssen recht ernstlich bedauern, daß ein Bewerber um das Reichstagsmandat unseres Kreises uns und unsere Leser mit so dürftigen Argumenten unterhält und nicht aus besserem Fuße mit der Wahrheit steht. Red.

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Deutsches Reich.

Berlin, 6. April. DerReichsanzeiger" veröffentlicht felgende

Kaiserliche Verordnung:

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den tzotgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

I Indem wir obiger Erklärung im Interesse möglichst vollständiger Characterisirung des Herrn Pickenbach Raum

Ich habe Mich bereits am Neujahrstage den commandirenden Generalen gegenüber hinsichtlich des Offizier-Ersatzes für die Armee ausgesprochen. Seitdem sind Mir neben den sonstigen Eingaben üb er die zur Zeit üblichen Prioatzulagen und über die Gehaltsabzüge her Offiziere auch die Nachweisungen über den Stand an Offizier- Al piranten oorgelegt worden. Dieselben liefern den Beweis, daß in der Armee nicht überall nach gleichen Grundfätzen verfahren wird, mrd sehe Ich Mich deßhalb veranlaßt, Meiner bezüglichen Willens- mkinung für alle Bethetligten in eingehender Weise erneut Ausdruck iu geben. Die allmähliche Vermehrung der Eadres der Armee hat Di?- Gesammtzahl der etatsmäßigen Osfizterstellen beträchtlich erhöht. Mr dieselben einen geeigneten und möglichst zahlreichen Ersatz zu sei affen, ist ein dringendes Erforderniß, ganz besonders im Hinblick auf die Ansprüche, die der Kriegsfall an die Armee stellt. Gegen­wärtig weisen fast alle Regimenter der Infanterie und der Feld-Ar- iiLerie erhebliche Lücken auf. Diese Lage macht die Heranziehung cimes ausreichenden und geeigneten Ersatzes zu einer von Tag zu T«g wichtigeren und ernsteren Pflicht der Truppen-Eommandeure. Tör gesteigerte Bildungsgrad unseres Volkes bietet die Möglichkeit, ble Kreise zu erweitern, welche für die Ergänzung des Offizier-Corps in Betracht kommen. Nicht der Adel der Geburt allein kann heut­zutage wie vordem das Vorrecht für sich in Anspruch nehmen, der Armee ihre Offiziere zu stellen. Aber der Adel der Gesinnung, der dc-s Offizier-Corps zu allen Zetten beseelt hat, soll und muß dem- felben uiwränbert erhalten bleiben. Und das ist nur möglich, wenn die Offizier-Aspiranten aus solchen Kreisen genommen werden, in bmen dieser Adel der Gesinnung zu Hause ist. Neben den Sprossen de» adligen Geschlechter des Landes, neben den Söhnen Meiner

, bmven Offiziere und Beamten, die nach alter Tradition die Grund-

82,70 ' pktler des Offizier-Corps bilden, erblicke Ich die Träger der Zukunft

... . UMeiner Armee auch in den Söhnen solcher ehrenwerther bürgerlicher

Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Au»landeS nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen

5LL.A.. I 85.30 K 31 fjnufer in denen die Liebe zu König und Vaterland, ein warmes Wg.l880r 101.60 10! £cr. den Solbatenstand und christliche Gesinnung gepflegt und

1 18,05 !' an erzogen werden. Ich kann es nicht gutheißen, wenn manche Com- . 10U0 10i Odeure sich für die Heranziehung des Offizier-Ersatzes eigene, ein-

\ S fritiere Grundsätze schaffen, wenn beispielsweise die Grenzen der er­forderlichen wissenschaftlichen Bildung so eng gezogen werden, daß für die Annahme eines jungen Mannes die Ablegung der Abtturien- ten-Drüsung als unabweisbare Bedingung hingestcllt wird. Ich muß es mißbilligen, wenn der Eintritt abhängig gemacht wird von einer übermäßig hohen Prtvaizulage, welche bte Söhne w.mg begüterter, ai»er nach Gesinnung und Lebensauffassung dem Offizier-Corps nahe- stcbertder Familien der Armee fernhalten muß. Um solchen Unzu- trngllchkeiten Einhalt zu thun, spreche Ich Meinen Willen dahin aus, d.ß in der Regel die Commandeure bei der Infanterie, den Jägern, dir Fuß-Artillerie und den-Pionieren nicht mehr als 45 Mk. bei btr Feld-Artillerie nicht mehr als 70 Mk. und bei der Cavallerie nicht mehr als 150 Mk. an monatlicher Zulage fordern sollen. Daß die Verhältnisse großer Garnisonen und spectell diejenigen Oer Truppen- 16eile des Garde, Corps geringe Erhöhungen erforderlich machen können, verkenne Ich nicht. Aber Ich erachte es a s den Interessen der Armee nachthetlig, wenn bei der Infanterie und den Jagern rc. bte Forderungen an Privatzulagen bis auf 75, und 100 Mk. an einzelnen Stellen sogar darüber hinaus - gesteigert sind, und wenn dieselben bet der Cavallerie, namentlich bei der Garde, eine Hohe erreicht haben, welche es dem ländlichen Grundbesitzer nahezu un­möglich macht, die Söhne der ihm lieb gewordenen Waffe zuzusuhren. Mit solchen übertriebenen Ansprüchen wird der Offizier-Ersatz nach Umfang und Beschaffenheit beeinträchtigt. Ich will nicht, daß in Meiner Armee das Ansehen der Offizier-Corps nach der Hohe der Eintrtttszmage bemessen werde, und schätze diejenigen Regimenter besonders hoch, deren Offiziere sich mtt gerIngen mit) doch ihre Pflicht mtt der Besrredigung und Freudigkeit zu er­füllen wissen, die den preußischen Osfizier von Altersher ausgezeichnet haben. In diesem Sinne mit Aufbietung aller Kraste zu wirken, ist bi? Aufgabe der Truppen-Commandeure. Unausgesetzt haben sie es sich klar zu machen, daß es heutzutage mehr wieJe darauf ankommt, Charactere zu erwecken und groß zu ziehen. die Selbstverleugnung bei ihren Offizieren zu heben, und daß hierfür das eigene Verspiel in erster Linie Mitwirken muß. Wie Ich es den Commandeuren tineu zur Pflicht-mache, den mancherlei Auswuchsen des Luxus zu teuern die in kostspieligen Geschenken, in häufigen Festes en, in einem übertriebenen Aufwande bei der Geselligkert und ähnlichen Dmgen zu Tage treten, so halte Ich es auch für angezeigt, der Aunassung Pntn?aemutreten, als sei der Commandeur selber vermöge Sr Stft unö zu umfangreichen Ausgaben für Repräsentations- 0 rein ipher Ossiüer kann sich durch angemessene Urderun°"elmrlins^ch-n' stand^g-mäßen «SefeUiftteit Verdi-nste um seinen Kameradenkreis erwerben; zumReprasenttren aber sind nach SXm Spn nur die commandirenden Generale verpflichtet, und NtaWWn««X uortommen, daß gu.g-di-n.e Stabs- ^zfiziere mit Sorgen den Geldopfern entgegensetzen, die mit dem. et Vsigen Erreichen der Regimmls-Commandeurstellung vermeintlich Nr warten Ich werde Mir von Zeit zu Zeit neben den Eingaben über die Offizier-Aspiranten Nachweisungen über die bei den Truppen- theilen üblichen Zulagen und die GehaltsabMe oorlegen iQffen. 2Die Ich hiermit bestimme, daß Mir solche Offiziere namhaft zu Le^sind^ welche den auf Vereinfachung des Lebens gerichteten Einwirkungen ihrer Vorgesetzten nicht entsprechen, _®e^e JWW E smmandeure wesentlich mit danach beurthlen, ob es ihnengelingt, ebnen geeigneten und ausreichenden bcachwuchs an 4OMziereri heran Wieben und das Leben ihrer Osfiiier Coixs -«ns-ch und w-nig kost^ .jprifl ... gestalten. Ick wünsche von Herzen, daß ein jeder ^cemer Offiziere nach erfüllter Pflicht seines Lebens froh werde. Dem uber- hOndnehmenden Luxus in der Armee muß aber mit allem Ernst und Mchdruck entgegengetreten werden.

Berlin, den 29. März 1890.