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waren unter seinen 12 735 Mitgliedern 5795 Kaufleute und Handlungsgehilfen, 1062 Mitglieder, welche einen bestimmten Berus nicht erwählt oder genannt haben, 850 aus Handwerkerkreisen, 825 Industrielle, 676 Berwaltungs-, Eisenbahn-, Steuer- und Postbeamte, 557 Ingenieure und Architecten, 497 Kunstgewerbler, 396 Studenten und Schüler höherer Klassen, 303 Gastwrrthe, 255 Bankiers, Bank- und Kassenbeamte, 248 Pharmaceuten und Chemiker, 236 Rentner, 179 Geistliche und Lehrer, 170 Aerzte, 159 Land-und Forst- wirthe, Kunstgärtner, 108 Gelehrte, Professoren, 87 höhere Justizbeamte und Rechtsanwälte, 82 Offiziere und Militärärzte, 77 Künstler sür Musik und Theater, 68 Damen, 57 Militärbeamte und 48 Wund- und Thierärzte, sowie Zahntechniker.
* Humoristisches. R e s e r v i r t. Im Centralbureau einer Eisenbahnverwaltung ist es verboten, während der Amtsstunden Bier holen zu lassen, was aber die Herren Beamten nicht hindert, täglich den alten Canzleidiener Mayer um einige Krüge Gerstensaftes zu schicken. Der Zufall Willes, daß der ebenso kurzsichtige, als spitzfindige Präsident den alten Mayer auf der Treppe mit zwei vollen Krügen betrifft. „Was trägt Er denn da, Mayer?" — „Tinte, Herr Präsident!" — „So, so — wie ist denn die Tinte?" — ,,D' Herre loben s'!"
* Im Brautschmucke vom Blitze gelobtet. Ueber Berlin hat sich am Dienstag Morgen ein schweres Gewitter entladen, bei welchem der Blitz an mehreren Stellen starke Verwüstungen angerichtet hat. Auch ein Menschenleben hat das Gewitter als Opfer gefordert und die begleitenden Umstände find von wahrhaft tragischer Art. Die in Reinickendorf bei ihren Eltern wohnhafte Marie Hoffmann war mit einem Berliner Kaufmann verlobt und im October sollte die Hochzeit stattfinden. Kurz vor dem Ausbruche des Gewitters erhielt Marie H. den Besuch einer in der Nachbarschaft wohnenden Freundin; die beiden jungen Mädchen standen in der Nähe des geöffneten Fensters und die glückliche Braut zeigte ihrer Freundin einen vor Kurzem von ihrem Bräutigam erhaltenen Halsschmuck, welchen sie umlegte. 'In dem Moment erfolgte ein Blitz und ein mächtiger Donnerschlag. Die in einer anderen Stube befindlichen Eltern der Marie eilten in das Zimmer, wo die beiden Mädchen ausgestreckt am Boden lagen. Sie wurden sofort aus ein Bett gelegt, wo die Freundin auch bald wieder zu sich kam, während die Braut regungslos dalag. Man holte rasch einen Arzt, aber alle Hilfe war vergebens; angethan mit dem bräutlichen Schmucke lag Marie Hoffmann vom Blitze getroffen tobt auf dem Bette.
Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen
während des Monats Juni 1890.
Milzbrand wurde festgestellt am 7. Juni in Büdesheim im Kreise Bingen bei einem nothgeschlachteten, am 11. Juni in einer Mühle bei Alten-Buseck, Kreis Gießen, und in Lonsheim, Kreis Alzey, bei je einem crepirten, und am 16. Juni in Semd, Kreis Dieburg, bet einem nothgeschlachteten Rindoiehstücke.
Rotz. Wegen Verdachts der Ansteckung stehen je 3 Pferde bei zwei Besitzern in Seligenstadt im Kreise Offenbach unter polizeilicher Beobachtung.
Die Maul- und Klauenseuche in Bensheim und in Ober-Beerbach, Kreis Bensheim, in Nieder-Modau, Kreis Dieburg, in Traisa und Roßdorf, Kreis Darmstadt, ferner in den Orten des Kreises Büdingen: Rohrbach, Wallernhausen, Unter-Schmitten und Nidda, und in den Orten des Kreis Schotten: Götzen, Eschenrod, Ulfa, Helpershain und Ulrichstein ist erloschen. In Stockstadt, Kreis Groß-Gerau, ist die Seuche in drei weiteren Gehöften mit 15 Rindviehstücken und 10 Schweinen, und in Brandau, Kreis Dieburg, noch in einem Gehöfte mit 6 Rindern und 4 Schafen aufgetreten. Von Neuem festgestellt wurde die Seuche in Gräfenhausen, Kreis Darmstadt, am 3. Juni in fünf Gehöften mit 23 Rindern und 13 Schweinen, in Roßdorf, in demselben Kreise, am 11. in einem Gehöfte mit 2 Rindern und 2 Schweinen, und in Affolterbach im Kreise Heppenheim, am 5. Juni in einem Gehöfte mit 8 Stück Rindvieh. In den drei letztgenannten Orten ist die Seuche wieder erloschen. Weitere Feststellungen der Seuche fanden statt in Fürfeld im Kreise Alzey am 16. in einem Gehöfte mit 4 Rindern, in Wendelsheim in demselben Kreise am 18. in einem Gehöfte mit sechs Rindern und 4 Schweinen, in Hungen im Kreise Gießen am 13. in drei Gehöften mit 17 Rindern und bei einer Schafheerde von 260 Stück, in Nonnenroth in demselben Kreise am 20. in drei Gehöften > mit 16 Rindern und 11 Schweinen, in Lich in demselben Kreise am 25. in drei Gehöften mit 7 Rindern und 1 Ziege, in Langsdorf in demselben Kreise am 27. in fünf Gehöften mit 28 Rindern, 1 Ziege und 16 Schweinen, in Büdingen am 24. in zwei Gehöften mit 3 Rindern und 6 Schweinen, in Deckenbach, Kreis Alsfeld, am 24. in drei Gehöften mit 15 Rindern, 2 Ziegen und 6 Schweinen, in Gontershausen in demselben Kreise in einem Gehöfte mit 2 Rindern und 2 Schweinen und in Weitershain in demselben Kreise am 30. in drei Gehöften mit 9 Rindern und 8 Schweinen.
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Arheilgen, Kreis Darmstadt, in Blofeld, Kreis Büdingen, und in Planig, Kreis Alzey, ist erloschen. — In Bellersheim, Steinheim und Grüningen im Kreise Gießen, in Steinberg, Kreis Schotten, und in Esselborn im Kreise Alzey herrscht die Seuche fort. — Festgestellt wurde die Seuche am 20. in Leusel, Kreis Alsfeld, und am 27. in Lörzweiler, Kreis Oppenheim.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Alsfeld: Arnshain, Liederbach, Brauerschwend, Romrod, Vockenrod und Nieder - Gemünden, in den Orten des Kreises Büdingen: Gelnhaar, Bergheim und Usenborn, und in Engelrod, Kreis Lauterbach._______________________________________
— Für die durch Hagelschlag Beschädigten in Königsberg gingen ein: Von Frau Gerlipp 1 JL, Frau Hensel (Südanlage) 10 JL, S. F. 10 v*, H. H. 2 JL, Haack 1.50 vtl, Gühlholtz 1 JL, Winter 0.50 Zusammen 26 JL
Weitere Gaben nimmt gern entgegen
Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
verkehr, £anö< unb Vslkrwtrthschaft.
— Patente von im Großherzogthum Hesse« wohnenden Erfindern. Patent-Anmeldungen. Kl. 33, L. 6112. Bügel- verschluß; Hermann Lehmann in Offenbach a. M. — Kl. 45, B. 10,765. Einrichtung an Pflügen, um in der gepflügten Furche eine besondere Rinne zum Einlegen von Saatkartoffeln zu bilden; Friedrich Boxheimer in Boxheimer Hof, Post Bürstadt. — Kl. 80, Q. 189. Halbtrocken-Ziegelpresfe; Steph. Quast in Osthofen, Rbein- hessen. — Patent-Erthetlungen. Kl. 22, Nr. 53,357. Verfahren zur Darstellung eines wafferlösltchen beizefärbenden Baum- wollfarbftosts aus Indulin; K. Oehler in Offenbach a. M.; vom 30. Juli 1889 ab. — Kl. 83, Nr. 53,362. Ankerhemmung mit verminderter Reibung; F. K. Kaltenthal er in Worms; vom 13. November 1889 ab.
— Bekanntlich ist vor Kurzem die Aufhebung des französischen Verbots der Einfuhr von Bieh aus der Schweiz erfolgt. Nunmehr sind die ftanzösischen Grenzbehörden angewiesen worden, Schafe, welche zwanzig Tage in der Schweiz gestanden haben, nach Frankreich einführen zu lassen.
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Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
0. Sonntag nach Trinitatis, 10. August:
Frühgottesdienst in der Kirche: Vormittags 73/< Uhr. Pfarrer Schlosser.
Vormittags 9Vt Uhr: Professor Stamm.
Kinderkirche fällt aus.
Am Sonntag den 17. August wird nach den Gottesdiensten die jährliche Collecte für die innere Mission erhoben werden.
Die Pfarrgefchäfte in der Woche vom 10. bis 16. August besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
11. Sonntag nach Pfingsten, 10. August:
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 1lS Uhr Austheilung der hl- Communion; um V»8 Uhr Frühmesse; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um */23 Uhr Christenlehre und Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
9. August.
Freitag Abend 700 Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4oo Uhr, Samstag Abend 820 Uhr-
Temperatur üer Myn und der Lust
am 8. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr:
Wasser 17, Lust 18 Gr.
Rübsamen.
Bekanntmachung.
Nachdem der Plan über die Straßen- und Baufluchtlinien für die Licherstraße und die projectirten beiden Querstraßen zwischen Grünberger- und Licherstraße die höhere Genehmigung erhalten, wird dies in Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß der Plan auf dem Stadtbauamt jederzeit zur Einsicht offen liegt.
Gießen, 6- August 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
In Vertretung: Keller, Beigeordneter. 6575
Sonderzug von Frankfurt a. M. nach Bremen über EaffebHannover
Gleichwie am 5. b. Mts. soll auch am 12. b. Ms. ein Sonderzug von Frankfurt a. M nach Bremen über Cassel-Hannover befördert werden, zu welchem aus den Bahnhöfen
Frankfurt a. M, Hanau Nord, Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach, Gießen, Marburg, Kirchhain, Treysa, Wildlingen und Guntershausen besondere Rückfahrkarten II. und III. Kl. mit «tägiger Gültigkeitsdauer zur Verausgabung gelangen. Dieselben sind zum einfachen Personen- zugshinsahrtpreise, jedoch mit 1 JL Aufschlag berechnet und berechtigen deshalb zum einmaligen unentgeltlichen Besuche der Ausstellung.
Abfahrt des Zuges von Frankfurt a. M. 834 Vorm.
Cassel l22 Nachm.
„ Hannover 532 „
Ankunft in Bremen 752 Abds.
Alles Nähere ist aus .den auf den betreffenden Bahnhöfen aushängenden Bekanntmachungen zu ersehen oder bei den Fahrkarten-Ausgaben zu erfragen.
Hannover, den 7. August 1890.
Königliche Eisenbahn-Direction. 6592
Bekanntmachung.
Ein Keller unter dem Schulhause in der Schillerstraße soll Montag den 11. diese- Monat-, Vor-! mittags 11 Uhr, im Bürgermeisterei- Bureau anderweit verpachtet werden.
Gießen, den 7. August 1890.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Keller, Beigeordneter. 6572
Arbeitsversteigerung.
DienStag den 12 1. M., Vorm. 9 Uhr, sollen im alten Rathhaussaale Weitzbiuderarbeiten im Betrage von 412 65 ver
steigert werden.
Gießen, den 8. August 1890.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Keller, Beigeordneter. 6589
Bekanntmachung.
Die Schreinerarbeiten zur Herstellung neuer Fußböden von amerikanischem Kiefernholz (Pitch pine) im hies. Bürgermeistereigebäuds sollen im schristl. Submissionswege vergeben werben. Angebote sind bis spätestens
Donner-tag den 14. d. M., Vorm. 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Die Arbeitsverzeichniffe werden im Bürgermeistereigebäube, Zimmer Nr. 3, abgegeben, woselbst bie Bedingungen zur Einsicht offen liegen.
Gießen, den 8. August 1890.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Keller, Beigeordneter. 6580
6573] Ein größerer Porzellanherd zu verkaufen.
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