des geliebten Gemahls, dem die Kaiserin in allen Lebenslagen treu zur Seite gestanden, der Tod des einzigen Sohnes und eines hoffnungsvollen Enkels trübten die letzten beiden Lebensjahre, welche die Verstorbene in Berlin, Babelsberg, Koblenz und Baden-Baden zubrachte- in größter Seelenstärke überwand sie alle Schmerzen und war bis zum letzten Athemzuge ihres reich gesegneten Lebens unermüdlich thätig, Wohlthaten zu spenden, Nothständen abzuhelsen. Ihr Andenken wird im Königshause wie im Reiche nie erlöschen."
Berlin, 7. Januar. Der „Post" zufolge ist im Befinden der Fürstin Bismarck eine Besserung eingetreten, jedoch werde Professor Schwenninger, der hierher zurückgekehrt war, sich heute Abend nochmals nach Friedrichsruh begeben.
Berlin, 7. Januar. Staatsminister v. Bötticher begab sich heute zum Reichskanzler nach Friedrichsruhe. — Den „Berl. Pol. Rachr." zufolge, ist die Nachricht von den am 6. März, stattfindenden Neichstagswahleu verfrüht und noch keinerlei Beschluß darüber gefaßt.
Aachen, 7. Januar. Auf Veranlassung der Polizeidirec- tion sind die sämmtlichen hiesigen Schulen wegen der hier herrschenden Grippeepidemie bis zum 23. d. M. geschlossen worden.
Elberfeld, 8. Januar. Im Socialistenprozeß meldeten der Staatsanwalt und die verurtheilten Angeklagten Revision an.
Breslau, 7. Januar. Der „Schles. Ztg." zufolge fuhr ein Sechstel der Belegschaft des Valentinschachtes ein, ohne daß die Forderung sofortiger Einführung der achtstündigen Schicht bewilligt wurde.
Breslau, 7. Januar. Die „Schlesische Zeitung" erfährt: Die diesjährigenKaisermannöver finden beim fünften und sechsten Armeecorps statt. — Derselben Zeitung wird gemeldet: Die Belegschaft des Schmiedeschachtes ist, nachdem ihre Forderungen, insbesondere betreffend die sofortige Einführung der achtstündigen Schicht bewilligt wurden, heute eingefahren. Beim Valentmschacht der Wolfganggrube ist die Lage unverändert. Im Claraschachte derselben Grube ist die Förderung überhaupt nicht eingestellt.
Stuttgart, 7. Januar. Beim König nimmt der Catarrh einen regelmäßigen Verlauf. Der König fühlt sich noch ziemlich angegriffen. Im Befinden der Königin zeigt sich langsame stetig fortschreitende Besserung. Die Erscheinungen des Katarrhs sind im Rückgang begriffen. Der Appetit und die Kräfte beginnen sich zu heben. Fieber ist nicht mehr vorhanden. — Der „Staats-Anzeiger" meldet über die Influenza in den Garnisonen: Die Grippe erlangte seit dem ersten Januar rasche, steigende Verbreitung. Am 6. Januar waren über 1600 Militärpersonen in ärztlicher Behandlung, davon 600 in Ulm, 450 in Ludwigsburg, 130 in Stuttgart, 115 in Heilbronn. Nur ein Todesfall kam in Gmünd vor.
Bern, 7. Januar. Die Berner Regierung stellte wegen der durch den Setzerstrike eingerretenen Unordnungen, Bedrohungen und Mißhandlungen die gesammte staatliche und städtische Polizei Berns unter ein Cvmmando und ernannte den Oberstbrigadier Scherz zum Platzcommandanten. Für zwei Compagnien wurde Marschbereitschaft angeordnet.
Kopenhagen, 7. Januar. Die Influenza hat hier erheblich abgenommen.
Paris, 7. Januar. Das Kabel zwischen Frankreich, Dänemark und Rußland ist in der Nordsee gebrochen.
Nancy, 7. Januar. Unweit Pompey sind heute Vormittag ein Personenzug und ein Güterzug zusammengestoßen. In Folge des starken Nebels konnten die Maschinen- sührer die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen und Gegendampf geben. Mehrere Reisende sollen verletzt sein.
London, 7. Januar. Amtlicher Meldung zufolge leidet die Königin seit geraumer Zeit sehr an Rheumatismus. Obwohl sonst völlig Wohl und im Stande, alle ihre hohen Pflichten zu erfüllen, könne sie sich jedoch der mit der Eröffnung des Parlaments verknüpften Anstrengung nicht unterziehen.
Nom, 7. Januar. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich wird infolge des Ablebens weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta morgen um 1 Uhr 30 Min. nach Berlin abreisen.
Brüssel, 7. Januar. Das „Theätre de la Bourse“ ist vorige Nacht vollständig durch eine Feuers- brunst zerstört worden. Das Feuer brach zwischen 2*/? und 3 Uhr Morgens im Maschinensaale aus. Das Haus ist bis aus die Außenmauern zerstört. Alle Löschmannschaften Brüssels und der Vorstädte sind zur Stelle. Das an das Theater grenzende Centralhotel sowie die übrigen an dasselbe angrenzenden Häuser standen ebenfalls in großer Gefahr, konnten aber erhalten werden. Die Rettung der Bewohner der gefährdeten Häuser erfolgte ohne Unglücksfälle, jedoch mit großer Schwierigkeit. Der Brand ist localisirt und keine Gefahr mehr für die großen nahegelegenen Magazine.
Washington, 7. Januar. Der oberste Gerichtshof entschied, daß seidene und baumwollene Bänder, wenn dieselben ausschließlich für Hutgarnitureu verwendet werden, dem Zolle von zwanzig und nicht fünfzig Dollars unterliegen. Infolge dieser Entscheidung wird die Regierung sechs Millionen Dollars zuviel erhobenen Zolles an die Importeure zurückzuzahlen haben.
Cocaks tittö Krovrrrztelks.
Gießen, 8. Januar.
— Eine öffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschuffes findet Samstag den 11. Januar lfd. Js., Morgens 9 Uhr, im Negierungsgebäude zu Gießen statt, in welcher folgende Gegenstände verhandelt werden:
1. Gesuch des Heinrich Eiser von Hungen um Erlaubniß zum Betriebe einer Zapfwirthschast - 2. Gesuch des Wilhelm Lachmann zu Schlitz um Genehmigung der Anlage eines zweiten Brennofens; 3. Ansinnen des Großh. Kreisamts Büdingen an die Gemeinde Usenborn wegen Anschaffung von Schul-Subsellien; 4. Desgl. an die Gemeinde Hamcheu wegen Neubaues eines Schulhauses; 5. Klage des Ortsarmenverbands Hanau gegen die Gemeindekrankenversicherung Leihgestern wegen Ersatz von Cur- und Pflegekosten für den Gärtner Ernst Wilhelm Bär von Wiudecken.
— Die Stadtverordneten-Sitzung vom 2. ds. Mts. beschäftigte sich auch mit der Zusammensetzung der verschiedenen städtischen Deputationen. Es wurden gewählt:
In die B a u d e p u t a t i o n die Herren Hoch , Petri, Dr. Ploch, Schiele und Vogt;
in die Commission für das Feuerlöschwesen die vorigen;
in die Friedhofscommission die vorigen -
in die Finanzcommission die Herr^r Grüneberg, Homberger, Scheel und Sch mall-
in die Commission für das Gas- und Wasserwerk die Herren Georgi, Heyligenstaedt, Homberger und Vögt
in die Schlachthauscommission die Herren Jug- hardt, Simon und Vogt, sowie Herr Kreisveterinärarzt Prof. Dr. Winkler, Karl Metzger, Ludwig Pirr und Ludwig Vogt -
in bte juristische Commission die Herren Beigeordneten Keller und Langsdorfs, Dr. Gutfleisch und Georgi -
in die Commission zur Prüfung der Gesuche um Erlaubniß zum B r a n n t w e i n a u s s ch a n k die Herren Habe- nicht, Jughardt, Keller und Löber -
in die S ch u l c o m m i s s i o n die Herren Adami, Georgi, Homberger und Dr. Thaer -
in die Commission für das Einquartierungswesen die Herren Habenicht, Keller, Löber und Schopbach -
in die Commission für das Turnwesen die Herren Adami, Habenicht, Löber und Schwall-
in die landwirthschastlich e Commission die Herren Adami, Simon, Dr. Thaer und Vögt
in die Deputation für Festsetzung der Jahrmärkte die Herren Jughardt, Scheel, Simon und Vögt
in die Deputation zur Unterzeichnung von Urkunden die Herren Jughardt, Vogt und Wallenfels-
in die Verschlußcommission die Herren 'Keller, Vogt und Schopbach -
in die Arm e n d e p utati o u die Herren Hoch, Langsdorfs, Dr. Ploch, Simon und Wallenfels, sowie Aug. Mayer:
in den S ch u l v o r st a n d die Herren Adami und Dr. Thaer -
in das C u r a t o r i u m der höheren und e r w. Mädchenschule die Herren Georgi und Schiele.
Den Vorsitz in sämmtlichen Commissionen führt bis auf weiteres Herr Bürgermeister Gnauth.
— Von Herrn Lehrer Curschmann geht uns Folgendes mit der Bitte um Veröffentlichung zu: Das diesmalige Weih- nachtsfest hat mir eine Freude gebracht, wie sie mir nicht größer werden konnte. Eine edeldenkende Familie, welche mir leider ihren Namen zu nennen untersagte, hat, um das Andenken lieber Verstorbenen zu ehren, mir die bedeutende Summe von 1000 Mark übergeben mit dem Ersuchen, dieselbe dem ansehnlichen Capital hinzuzufügen, welches edeldenkende Menschen im vorigen Jahre zur dauernden Erhal- rung meiner Weihnachtsbescheerung für arme Kinder gestiftet haben. Ich habe dem entsprochen und statte den Gebern auf diesem Wege meiueu herzlichsten und innigsten Dank ab. Möge der liebe Gott an ihrer Familie und den eigenen Kindern hundertfach segnen, was sie an denen der Armen gethan haben. H. Curschmann, Lehrer.
-e. Für unsere Mitbürger dürste folgender kurze Lebensabriß des ersten Universitätsprofessors, der Mitglied unserer Stadtverordnetenversammlung geworden ist, nicht ohne Interesse sein. Wir entnehmen denselben der 4. Auflage von Meyers Conversationslexikou, das auch über andere hervorragende Lehrer, die an unserer Hochschule gewirkt haben oder noch wirken (wir nennen z. B. Heyer, Liebig, Carriere, Gareis, Harnack, Jheriug, Dillmann, Ritgen, Laspeyres, Oncken rc.), bereitwillig Auskunft gibt. Konrad Wilhelm Albrecht Thaer, Landwirth, geboren 6. August 1828 auf Lüdersdorf bei Wriezen a. O., studirte 1846 in Heidelberg Staats- Wissenschaft, dann in Möglin und Berlin, erlernte die Lcmd- wirthschaft in England und Schottland und übernahm in der Heimath die Verwaltung zweier Güter. 1859—61 lehrte er an der Akademie zu Möglin, habilitirte sich darauf in Berlin und erhielt daselbst 1866 eine außerordentliche, 1871 in Gießen eine ordentliche Professur. Er schrieb: „System der Landwirthschast" (Berl. 1877)- „Die Wirthschastsdirection des Landgutes" (2. Ausl. das. 1881); „Die altägyptische Landwirthschast" (das. 1881)- „Die landwirthschaftlichen Un fräuter" (das. 1881, mit 24 Tafeln) u. s. w.
k. Theater. Die Nr. 4 des Gießener Anzeigers enthält im Annoncentheil einen heftigen Angriff auf die harmlose Notiz, in der wir neulich die Ansicht ausspracheu, daß die Aufführung der Jbsen'schen „Gespenster" angesichts der vorhandenen Kräfte eine sehr tüchtige zu werden verheiße. Nur ungern und im Falle der Nothwehr verstehen wir uns dazu, mit Beiseitelassung der Kritik der „Grille" das betreffende Eingesandt — mit aller Ruhe und Sachlichkeit natürlich — etwas schärfer zu beleuchten. Der verehrte Herr Verfasser hat offenbar — er nehme es nicht übel — die „Gespenster" selbst noch nie zu Gesicht bekommen, sondern feine Kenntniß des Stückes lediglich aus Urtheilen über dasselbe und zwar zudem ausschließlich aus solchen in Blättern der alleräußersten Rechten bezogen. Sonst könnte ihm der kleine Lapsus, daß er das erschütternde Trauer spiel als „L u st spiel" bezeichnet, nicht wohl passirt sein. Auch würde er wissen, daß von einem „großen Figurenreichthum" in dem Drama nicht die Rede sein kann: es treten überhaupt nur fünf (5) Personen auf. Die Feststellung dieser Bombenirrthümer und das eigene treuherzige Bekenntniß des Herrn Verfassers, noch nie hier im Theater gewesen zu sein, müßten genügen, nm die Art seines Vorgehens und seine Berechtigung, in Theaterangelegenheiten mitzusprechen, ins rechte Licht zu setzen. Sie gestatten ihrem Referenten wohl, auch aus die übrigen Bemerkungen gebührend zu antworten. Der Herr Einsender spricht nämlich im weiteren Verfolg seines Artikels von der „wenig verschämten Zeichnung eines Pastors". Es ist nicht allein unklar,
energischen Entschluß gelangte, mich in X. zu überraschen, mit der Post bis M., einem etwa anderthalb Stunden von X. entfernten Ackerstädtchen gefahren, wo eine intime Jugendfreundin von ihr an einen Gutsbesitzer verheirathet war und wo Mama übernachtete. Arn anderen Morgen fuhren dann die beiden Damen in der erwähnten Kutsche herein nach L. und „landeten im „Grauen Wolf", von wo aus mir Mama unverzüglich einen Besuch abzustatten gedachte.
Nun, meine Comrnilitonen begriffen vollkommen meine verteufelte Situation und Schrulle, wie immer rasch gefaßt, sagte :
„Hat Dich die Alte erkannt?" und als ich hierauf die hohe Wahrscheinlichkeit des gegenseitigen Erkennens zugeben mußte, entschied Schrulle:
„Du gehst sogleich in Deine Bude, wirfst Dich ins Bett und siehst zu, daß Du recht tüchtig ins Schwitzen kommst - wenn dann Deine Alte anrückt, dann bist Du schon seit gestern krank, — hörst Du wohl, mein Junge, feit gestern krank, das ist möglicher Weise das Einzige, was Dich retten kann - selbstverständlich darfst Du nicht vergessen, Deinen Hausphilister und auch den „Besen" gehörig zu instruiren. Ich werde unterdessen sehen, ob ich die Alte etwas aufhalten kann - übrigens gehen da oben ein paar Vandalen — vielleicht kannst Du sie zu „Freunden im Krankenzimmer" „keilen", denn wenn diese Rolle einige von uns übernehmen wollten, so wäre das riskant, sie könnten in Folge der Kutschen-Durchkriecherei gerade erkannt werden. Jetzt spute Dich aber, ich glaube, wir werden schon beobachtet."
Dte nochmalige Empfehlung zur Eile hörte ich kaum mehr, denn ich sauste spornstreichs meinem Quartier in der „Grünen Gasse" zu- unterwegs gelang es mir leicht, die drei „Vandalen" zu der ihnen zugedachten Rolle zu überreden und so rückten wir denn vier Mann hoch auf meiner „Bude" ein.
Mein „Hausphilister" oder Quartierwirth, der brave Tischlermeister Meixner, sowie der „Besen", vulgo dienstbare Geist Hannchen, nahmen verstäudnißinnig ihre Instructionen entgegen, denen zufolge ich als seit einigen Tagen bettlägerig gelten sollte, und nun ging es an die weitere Cvmödie, die ich — leider, leider — vor den Augen der gestrengen Frau Mama jedenfalls aufführen mußte. Zunächst wurden alle Fenster im „Krankenzimmer" geschlossen, woraus ich mich in mehrere Betten und Decken einpacken ließ, und um den nöthigen Schwitzproceß zu beschleunigen, bereitete einer der „theilnehmenden" Vandalen einen starken, heißen Grog, von dem ich rasch einige Gläser hinunterstürzte. Und ob ich nun schwitzte! Draußen herrschte das prächtigste Juniwetter, so etwa zwanzig Grad Reaumur und ich lag inmitten eines Wulstes von Federbetten, mit vier oder fünf Gläsern eines steifen Grog im Leibe, da ... . natürlich lief mir der gewünschte Schweiß bald stromweise von der Stirn und überhaupt begann ich mich so unbehaglich wie nur möglich zu fühlen. Aber das war nur die gerechte Strafe für die kecke „Courschneiderei" in der Kutsche und überdies mußte ich nun auch durchführen, was ich einmal begonnen- trotzdem verwünschte ich immer und immer wieder meine Situation, die mir um so unerträglicher erschien, als sich die drei „Freunde aus Krankenbesuch" inzwischen ein paar Krüge mit schäumendem Bier hatten kommen lassen und sich ganz wohlgemuth zu dem landesüblichen schönen Bier-Ramsch neben mir niederließen — es war zum Verzweifeln!
Da erklangen Schritte auf der Treppe, leise öffnete sich die Thür, Hannchen steckte einen Augenblick ihr Gesicht mit einer höchst bezeichnenden Geberde herein, um wieder zu verschwinden und dann meine Frau Mama hereinzuschieben. Mama blickte erst die drei ramschspielenden Vandalen, die sich jetzt ehrerbietig erhoben, und dann mich, ihren schwitzenden filius
in dem umfangreichen Bettgehäufe, mit einem Ausdrucke an, der, ich muß gestehen, an Verblüfftheit grenzte, so daß ich mich schleunigst in das Kopfkissen vergrub, um ein in diesem entscheidenden Momente jedenfalls sehr gefährliches Lachen zu verbergen. Glücklicher Weise erfaßte der eine der Vandalen, ein „altes Semester", dem überdies eine Brille und ein prächtiger Vollbart ein ziemlich vertrauenswürdiges Aussehen verliehen, die Situation vollkommen. Er machte vor Mama eine elegante Verbeugung, griff nach meinem Handgelenk, als ob er mir den Puls fühle, und sagte mit gedämpfter Stimme:
„Ah, Frau Oeconomieräthin wollen sich selbst einmal von dem Befinden des werthen Herrn Sohn überzeugen- die Gefahr ist vorüber! Zu meiner — und gewiß auch Ihrer Freude — kann ich, als augenblicklicher Vertreter des Herrn Dr. Windmeier, Ihnen die beruhigende Mittheilung machen, daß das gastrische Fieber, von welchem Ihr Herr Sohn, unser lieber Commiliton, vor einigen Tagen befallen wurde, so ziemlich wieder geschwunden, und daß die Schwitzcur, welche Dr. Windmeier anordnete, von wohlthätigster Wirkung gewesen ist. Ich glaube, daß Ihr Herr Sohn bei strenger Befolgung der bisherigen Diät bereits morgen das Bett wieder verlassen können wird, für heute ist es selbstverständlich, daß er nicht nur das Zimmer, sondern auch noch das Bett hütet, es könnte sonst vielleicht doch ein bedenklicher Rückfall eintreten. Im Uebrigen glaube ich, wird dem Parienten ein leicht gedämpftes Täubchen, in etwa zwei Stunden genossen, und gegen Abend eine gute Bouillonsuppe nichts schaden- mit den Getränken, denke ich, fahren wir noch ein paar Tage fort, wie bisher also Limonade mit Wasser."
(Schluß folgt.)


