3. Klage des Bergwerksunternehmers Fernie zu Gießen gegen den Kalkbrenner Karl Haas zu Gießen auf Expropriation zu bergbaulichen Zwecken.
— Internationales Kaiser-Panorama. Wie man uns witthcilt, wird Mitte dieses Monats im Laden Mäusburg 12 das berühmte Kaiser-Panorama aus Cassel eröffnet werden. Das Local ist zu diesem Zwecke aus vier Monate gemiethet und wird auf das Eleganteste für diese Sehenswürdigkeit eingerichtet (wie in Berlin in der Passage). Das Panorama, welches jede Woche andere Länder und Städte zeigt, ist ein Rolationsapparat. Bequem auf dem Stuhle sitzend, sieht man die prachtvollen naturgetreuen Ansichten an sich so deutlich vorüberziehen, als ob man sie in Wirklichkeit betrachte. Man schreibt aus Cassel, wo sich das Panorama ein Jahr lang befand: „Die von der Firma Kitz & Comp. ausgestellten Kunstwerke sind speciell nach eigener Methode angefertigt- sie sind einzig in der Welt. Infolge wunderbarer Plastik, Perspective und Farbenerscheinung ist die Wirkung eine zauberhafte, das Ganze naturwahr und zwar derart, wie solche der Pinsel des Künstlers nicht hervorzubringen im Stande ist. Die Sachkenntniß der Leipziger Gesellschaft, welche die wöchent- lichen Serien liefert und nur das Beste und Schönste der fünf Erdtheile zu wählen und zu anregenden Cyclen zu ordnen sich bemüht, steht hier im glänzendsten Lichte und tritt namentlich noch durch das prachtvolle Farbenbeleuchtungs- System (Erfindung der Herren Kitz & Comp. in Leipzig) selbst hervor." Zur Eröffnung soll eine großartige Serie, die Pariser Weltausstellung, gewählt werden.
£ — Der Landesausschuß der landwirthschaftlrchen Vereine
fiir das Großherzogthum Hessen hat einen für die hessische Landwirthschaft wichtigen Beschluß gefaßt und zwar handelt es sich um die Vornahme von Anbanversuchen von Kartoffeln, da in Folge der jetzigen Branntweinsteuergesetzgebuqg die Landwirthe mehr auf den Anbau einer besseren Speisekartoffel angewiesen seien. Der Berichterstatter über diesen Gegenstand, Herr von Oven, hat ein Programm entworfen, welches von der hierzu speciell eingesetzten Commission angenommen worden ist- wir entnehmen demselben Folgendes: „Zur Errichtung der Kartoffelculturanstalten resp. Versuchsfelder im Großherzogthum Hessen würden die landw.. Provinzialvereine um Angabe derjenigen Wirthschaften, unter Berücksichtigung der verschiedenen Bodenqualitäten und klimatischen Verhältnisse zu ersuchen sein, welche sich zum Anbau unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen herbeilassen. Jeder Provinzialverein hat drei Culruranstalten anzugeben; es sollen im Ganzen neun Stationen errichtet werden. Für die drei Provinzen sollen auf neun Versuchsstationen zwölf verschiedene Kartoffelsorten zum Vergleich angebaut werden, unter diesen zwölf Sorten dürfen vorerst drei ältere Sorten (aus jeder Provinz eine) sein, welche sich bis jetzt als erprobt erwiesen haben, so daß für alle drei Provinzen neun Versuchsfelder in Bebauung kommen. Die Versuchsfelder sollen eine Länge von 50 Meter und eine Breite von 2,5 Meter erhalten (circa i/,o Morgen) und das Aussaatquantum soll 60 Pfund betragen, das ganze Versuchsfeld ist mit 20 Pfund Phosphorsäure per Morgen zu düngen, und die Bearbeitung hat nach landesüblicher Art zu geschehen, wobei zu beobachten ist, daß das Versuchsfeld jederzeit von Unkraut reingehalten wird.
— Eine beachtenswerthe Aendernng im Submisfionsverfahren brachten neuerdings vereinzelte Gemeinden der oberen Bergstraße zur Einführung. Wie allenthalben üblich, wurden bisher vor erfolgter gemeinheitlicher Arbeitsvergebung mit einer öffentlichen Bekanntmachung des Voranschlags die Ueber- nahmslustigen zur Submission in Procenten eingeladen. Nicht selten erlitten dann die Uebernehmer dadurch mitunter bedeutenden Schaden, daß sie ohne vorherige genauere Berechnungen Abgebote von beliebigen Procenten einlegten, im guten Glauben, immer noch an der Arbeit etwas zu verdienen. Die neuere Einrichtung dürfte diesen tiefempfundenen Mißstand nunmehr gänzlich beseitigen oder doch wesentlich mindern. Der Voranschlag wird nämlich nicht mehr öffentlich bekannt gegeben, vielmehr geheim gehalten, und nur die Art und der Umfang der auszuführenden Arbeiten wird veröffentlicht. Sache der Uebernehmungslustigen bleibt es nun, sich den Voranschlag selbst auszuarbeiten und erst nach genaueren Berechnungen und Erwägungen zu submittiren. Dieser Modus nöthigt die Arbeitnehmer zur selbstthätigen Ueber- legung, schützt vor Uebereilungen und bewahrt vor pecuniären Nachtheilen.
— Lebensmittel-Preise Ende Augnst 1890. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten:
Ochsenfletsch 1
per Pfund 1
| Rindfleisch per Pfund ||
Kalbfleisch per Pfund
Schwetnefl. per Pfund
Hammelfleisch per Pfund
l Gemischtes Brod
Roggen- Brod
Butter per Pfund
Milch
1 Liter 1
Eier
1 Stück
Stüdle inti Octrot
Darmstadt
76
70
70
72
66
14
12
106-121
17
6-8
Mainz
72
56
70
70
65
15
13
104—114
19
5—6
Offenbach
| 66
52
66
66
56
15
13,5
114-127
20
5-6
WormS
74
68
72
72
70
13
12
100-110
17
6—8
Gießen
Städte ohne Octrot
72
63
58
68
65
14
12,5
106-114
17
6
Bingen
75
70
70
75
70
13
12 5
93-115
19
6—7
Bensheim
\ 66
60
66
70
60
12,5
10,5
85-105
17
7
Alzey
I 65
60
70
70
70
15
12
100—109
17
6—7
Friedberg
! 68
60
60
60
60
14
13,5
120-130
16
7
Alsfeld
65
59
60
60
—
14
12
90—100
14
5—6
Lauterbach
|'64
64
56
64
56
15,5
12
100
14
6
Butzbach, 4. October. Herr Reallehrer Otto wurde vom 1. October ab von hier an das Ludwig-Georgs-Gym- nasium nach Darmstadt versetzt. Vom gleichen Tage ab wurde der Lehramtscandidat Herr Schleußner, welcher seither in Darmstadt thätig war, als Reallehrer an die hiesige Realschule versetzt.
*** Aus Oberheffeu, 5. October. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne," sagte ich mit Ben Akiba, als ich dieser Tage die Mittheilung „Heiteres aus der dänischen Gesellschaft" in Ihrer geehrten Zeitung las, denn ein gleicher Fall pafsirte uns am schönsten Punkte des Odenwakdes, der in Ihren „Plauderbriefen" gebührend hervorgehoben worden ist. Doch nomina sunt odiosa! — Es war im herrlichen Sommer 1887,- wir hatten trefflich bei Wirth X. zu Mittag gespeist. Er ruht jetzt in der kühlen Erde. Seine Gäste verehrten ihn, denn er war das Muster eines Gastwirths. Große Portionen, reinlich, trefflich zubereitet und dabei spottbillig. Niemals unterließ es £., die Platten noch einmal herumzureichen und zum Zugreifen zu animiren, wenn auch Jedermann Gabel und Messer schon weggelegt hatte. Seine Mehlspeisen waren exquisit und daraus that er sich etwas zu Gute. Eines schönen Mittags hatten wir im Gartensaale zu Mittag gespeist; es sollte eine Parthie nach dem Rodenstein geben. Wohl etliche dreißig Personen waren zum Mitgehen bereit und machten sich etwas schneller mit dem Essen fertig als gewöhnlich. Da kommt 3c. mit seiner Serviette um den Arm geschlungen herbeigelaufen und ruft den ausstehenden Gästen zu: „Awwer so bleiwe Se doch nor noch ’n Aageblick sitze, 's kimmt gleich noch ebbes hinne druff!" — Die Wirkung dieser zündenden Ansprache ist schwer zu schildern. Man braucht nicht bis nach Dänemark zu reisen, auch im Odenwalde gibts Originale in solchen Ausdrücken.
J. Hungen, 5. October. Das Gasthaus „Zum Prinz Carl" dahier ist von dem seitherigen Besitzer K. Kohlheyer an den Landwirth und Metzger Otto Bopp von Bellersheim für die Summe von 30000 Mk. verkauft worden. Ueber- gabe erfolgt am 1. November d. I.
X. Trais-Horloff, 6. October. Herr Pfarrer Möbius, Vater des Herrn Landgerichtsrath Möbius zu Gießen, welcher vor mehreren Jahren längere Zeit als Geistlicher in unserer Gemeinde wirkte, feiert nächste Woche in B ö nft a d t sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum.
X Trais-Horloff, 5. October. Dem Vernehmen nach wird die seit dem 8. Juni d. I. erledigte hiesige evangelische Pfarrstelle mit einem Vicar besetzt werden. Derselbe wird Sonntag den 12. October vorgestellt werden. Der Tag wird von der ganzen Pfarrgemeinde mit Freuden begrüßt werden, da von da an doch die Gottesdienste wieder regelmäßig gehalten werden.
Bad-Nauheim, 3. October. Die Erdarbeiten an dem Bade Hausbau nehmen jetzt rührigen Fortgang und kann wohl in den ersten Tagen mit den Fundarnentirungsarbeiten begonnen werden.
Bad-Nauheim, 5. October. Die ordentliche Generalversammlung des Zweigvereins für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde (rothen Kreuze) für den Amtsgerichtsbezirk Bad-Nauheim wird am Dienstag den 14. October, Abends 7 Uhr, im neuen Kurhause dahier abgehalten. Außer internen Angelegenheiten stehen folgende Gegenstände auf der Tagesordnung: 1) Geschäftsbericht (Oberamtsrichter Bauer), 2) Mittheilung über die Krankenträger - Abtheilung (Medicinalrath Dr. Grödel), 3) Mittheilung über den neugegründeten Frauenverein (Geh. Medicinalrath Bode II.). (D. Ztg.)
□ Vom Vogelsberg, 6. October. Der Herbststurm, mit welchem der October präludirte, hat den daran geknüpften Erwartungen nicht entsprochen und den sehr noth- wendigen Regen nicht gebracht. In Folge dessen droht die schon seit Monaten anhaltende Trockenheit des Erdbodens der Landwirthschaft nachgerade empfindlichen Schaden zu bringen. Das gilt hauptsächlich von der Wintersaat. Steinhart ist der Boden geworden und es ist dem Landmanne rein unmöglich, die harten Klee-, Erbsen- und andere unbebauten Aecker für die Wintersaat zu bearbeiten. Selbst die sonst sehr locker liegenden Kartoffeläcker brechen sich in Schollen, die keine Egge zerkleinern kann und die mit Hacke und Karst zerschlagen werden müssen. Wie kommt dabei die Kornsaat in die Erde? Die Körner gehen nur halb auf, da dem Boden die zum Keimen nöthige Feuchtigkeit mangelt. Die bereits dem Boden entsproßte Saat geht wieder zurück oder liegt welk am Boden. Der junge Klee aus den Gersteäckern sieht mitunter so welk aus, wie sonst nur in Dürrperioden des Sommers. Der Landmann macht angesichts dieser Umstände keine heitere Miene. Es ist noch viel Korn zu säen, das aber des trockenen Bodens wegen nicht gesäet werden kann. An die Weizensaat ist bei einem solchen Zustande der Aecker gar nicht zu denken. Die Aussichten des Landmannes wären in der That alles andere als günstig, wenn nicht bald oder wenn überhaupt vor Eintritt des Winters kein Regen mehr erfolgte. Und wenn diese Befürchtung wirklich eintreten sollte, so wäre es ein immerhin schon dagewesenes meteorologisches Vorkommniß. Die Witterung fällt eben gar leicht aus einem Extrem in das andere. Auf das nasse Frühjahr und den feuchten Vorsommer ist ein trockener Nachsommer und noch trockenerer Herbst gefolgt. Wie oft ist nicht schon die umgekehrte Folge eingetreten? Es wäre ja allerdings der trockene Herbst nicht schädlich, wenn nur nicht der Erdboden so knochenhart geworden wäre. Hoffentlich macht ihn bald ein gründlicher Regen wieder bearbeitungsfähig.
Orleshausen, 5. October. Heute Nacht ll3/4 Uhr ge- rieth die Scheuer des Gemeinde-Einnehmers Laubach dahier in Brand. Den vereinten Anstrengungen der alsbald erschienenen Feuerwehren von Orleshausen, Vonhausen, Eckartshausen und Düdelsheim gelang es, die Ausbreitung des Brandes auf die Nachbargebäude zu' verhindern. Der Brand- beschädigte ist nicht versichert. (B. A.)
Homberg a. d. O., 6. October. Am verflossenen Dienstag Abend brachte die hiesige freiwillige Feuerwehr, die Stadtvertretung: Herr Bürgermeister Repp, der Männergesangverein, der Turnverein, der Gesangverein „Frauenlob" und der Kriegerverein dem Herrn Oberamtsrichter Nüb- samen anläßlich seines fünfundzwanzigjährigen Wirkens in hiesiger Stadt einen Fackelzug mit Stündchen. Der Dirigent
der beiden Gesangvereine, Herr Lehrer Müller, überbrachte die Glückwünsche der Vereine- der Jubilar dankte in bewegten Worten. Die trefflichen Gesänge, die munteren lebhaften Austauschungen beim Glase Bier im Hotel zum ,/Hessischen Hof" — sie kamen von Herzen und gingen zu Herzen! Am Abend des 1. Octobcr l. I. versammelten sich gegen achtzig Personen von Homberg und Umgegend zu Ehren des Herrn Oberamtsrichters Nübsamen in dem Hotel zum //Hessischen Hof" zu einem solennen Festessen.
Vermischtes,
* Darmstadt, 4. October. PostPers onalnachrichten. Ernannt sind: der Ober-Postkassenbuchhalter Bitsch zum Ober-Postkasfenkassirer, die Postsecretaire Ob en aus und Ockel zu Ober-Postdirectionssecretairen, der Postsecretair Ziertrnann zum Ober-Postkassenbuchhalter, sämrntlich in Darmstadt, der Postsecretair M a r ch a n d in Offenbach (Main) zum Ober-Postsecretair, der Postassistent Heß in Darmstadt zum Ober-Postassistenten. — Versetzt wurde der Postsecretair Sückau von Berlin nach Michelstadt.
* Darmstadt, 6. October. Fabrikant Mühlberger (nationalliberal) wurde zum Landtags-Abgeordneten für Michelstadt gewählt.
* Darmstadt, 3. October. Versammlung von Seifenfabrikanten. Gestern faul) im hiesigen Bahnhofshotel eine Versammlung von Seifenfabrikanten Hessens und der Pfalz statt, welche eine durch den enormen Aufschlag der Rohmaterialien zur unbedingten Nothwendigkeit gewordene allgemeine''Preiserhöhung der Seife um 6 bis 8 Mk. vereinbarte.
* Alzey, 3. October. Zur Warnung! Gelegentlich der am Sonntag in Bergen stattgehabten Kirchweih genoß ein fünfjähriges Kind zu viel gefärbtes Zuckerzeug, so daß es an den Folgen einer Vergiftung unter fürchterlichen Schmerzen nach drei Tagen verstarb. (Mzr. Tgbl.)
* Heppenheim, 3. October. Der 1. Preis der hiesigen Ausstellungs-Verloosung, eine Speisezimmer - Einrichtung, ist einer Arbeiterfamilie in Eberbach i. O. zugefallen, welcher der Erlös daraus wohl zu statten kommt.
* Groß-Gerau, 2. October. Ein schöner Act der Wo hl- th ätigk eit wird aus unserem Kreise berichtet. Der Großh. Kreisarzt Herr Dr. Pfarmmüller widmete dem Vernehmen nach das ihm von der Groß-Gerauer Sparkasse für die Einrichtung, des dortigen Krankenhauses gewährte Honorar von 1000 Mk. dem Kinderhofpital Bad-Nauheim. Es soll dafür jährlich eine Anzahl armer scrophulöser Kinder unentgeltlich verpflegt werden.
* Hessische Landes-Irrenanstalten. Der Bericht der Verwaltung der Unterstützungskaffe der Hessischen Landes-Irrenanstalten für das Rechnungsjahr 1889/90 ist jetzt erschienen. Bei der alljährlich wiederkehrenden Sammlung freiwilliger Beiträge zu Gunsten der Kasse haben sich während des mit: dem 31. März l. Js. zu Ende gegangenen 15. Geschäftsjahres 13,033 Geber mit zusammen Mk. 11,922,27 bethei- ligt. Die einzelnen Gaben schwankten zwischen 2 Psg. unb 100 Mk. Die Gesammteinnahme für 1889/90 schließt mit. Mk. 19,147,87 ab, an Unterstützungen konnten Mk. 12,574,61 verausgabt werden und das Capitalvermögen der Kasse steigt auf Mk. 40048,12.
* Marburg, 6. October. In einer gestern in Webers Restaurant abgehaltenen Versammlung der hiesigen Socialdemokraten, welche von etlichen zwanzig Personen besucht war, wurde für den großen Parteitag in Halle Herr Gutsbesitzer Lauer-Niederwalgern und als dessen Stellvertreter Herr Schriftsetzer Zappay-Marburg gewählt.
* Buffallo Bills Wild West im Palmengarten (Neugarten)' zu Frankfurt a. M. zieht fort und fort, begünstigt von dem warmen, klaren Herbstwetter, das Publikum in großem Maße an. Kurz nach der auf dem Programm vorgesehenen Anfangszeit öffnet sich der ungeheuere Vorhang zu der vier Morgen großen Rennbahn und unter den fremdartigen Klängew der Cowboys-Capelle sprengt die Truppe in einzelnen Ab- theilungen in rasender Carriöre herein und nimmt Ausstellung in der Mitte der Bahn. Auf den Wink des Obersten Buffalo Bill kommt die ganze, nahezu 150 Personen starke Schaar nach den Tribünen zugeritten, salutirt hier und sprengt bann in voller Carriöre wieder hinaus, um die einzelnen Nummern des Programms zur Ausführung bringen zu laffen. Es folgt ein Wettrennen zwischen einem Cowboy, einem Mexikaner und einem Indianer, welch letzterer ohne Sattel reitet. Dann producirt sich die berühmte Kunstschützin Fräulein Annie Oakley in geradezu unglaublicher Weise. Mehrere zugleich in die Suft geworfene Glaskugeln schießt sie, bevor sie herunterfallen, nacheinander entzwei. Neben ihr treten noch zwei andere Schützen mit ebenfalls überraschenden Leistungen vor das Publikum. Vielen Beifall sinden die Productionen der Cowboys, wie sie die wilden Prairiethiere einfangen und die Pferde zureiten. Trotz Bäumen, Ueberschlagen und Bocken, ist es den Thieren nicht möglich, sich der kräftigen Reiter zu entledigen, sobald diese sich erst einmal auf dem Rücken des Pferdes befinden. Die Fertigkeit dieser Reiter ist eine geradezu staunenswerthe. Sie lassen sich im rasendsten Lauf von den. Pferden halb heruntergleiten und heben die kleinsten Gegenstände vom Boden auf. Buffalo Bill selbst tritt öfters auf und erregt durch fein ausgezeichnetes Reiten und durch brillante Schießleistungen das berechtigtste Aussehen. Durch die übrigen Nummern des Programms wird der Zuschauer mit dem Leben der Prairie, den Sitten der Indianer, den Jagden auf Büffel und mit den Kämpfen zwischen den Jndiaoern mit den Grenzbewohnern bekannt gemacht. Unter letzteren Darstellungen findet sich auch der Ueberfall der historisch gewordenen alten Postkutsche, in der früher so viele Reisende das Leben verloren haben. Wer sich also für das Treiben im wilden Westen Amerikas interessirt und wer Gewandtheit und körperliche Geschicklichkeit gerne beobachtet, der wird nach einem Besuche Buffalo Bills nicht unbefriedigt zurückkehren. Die Truppe bleibt nur noch nächste Woche und gibt Sonntag den 12. October ihre letzten Vorstellungen.
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Bei dem unterzei iß die Stelle eines Substituten alsbald z mige Bewerber wc Vorlage von Führu unseren Gerichtsdiene Gümblein, bei r Dienstleistungen und bundene Vergütung bi- zum 10. d.
Giehen, den' GrMerMchs Ai Srefen
Bekannt™ gonrav Schlörbl ttbWißt. aut dtt M “inen Dampfkessel au^ Die Mc unb t 14 Lage lang,-am aegenwariißtr *n Platte an gerechnet au tnelfterti flaute lMbuugeii gegen Die J halb gleicher » bei 3 Muffes bei Großh Lavier vorzubrmaen.
Gießen, 7. Oktober 11 Großh. Kmsam v. Gagei
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Ausstellung des eise: M Bau einer Weg Bahnhof Niedn-Wöl
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