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Lollar, 5. September. Auch hier wurde der Sedantag festlich begangen durch Beflaggung, Böllerschüsse, Festzug sämmtlicher Vereine, Festrede, Brillantseuerwerk und Freudenfeuer. Die ganze Bevölkerung wohnte der Feier am Abend bei, welche schönstens verlies. Einer von hier ausgegangenen Anregung zur Anzündung von Freudenseuern im Lahnthal war weit und breit Folge gegeben. Man sah allein von hier aus, außer dem hiesigen großen Freudenseuer, solche auf dem Altenberg, bei Wismar, auf dem Hardthof, auf Gleiberg, bei Ladestelle Abendstern re., wie auch im Lumdathale.
(:) Schotten, 3. September. Vor einiger Zeit verendeten einem Landwirth einer benachbarten Gemeinde plötzlich zwei Kühe, ohne daß man nur eine Ahnung hatte, was die Ursache des Todes der Thiere sein könnte. Die von dem Großherzoglichen Kreisveterinärarzt Herrn Dr. Schaefer dahier vorgenommene Section ergab, daß die Thiere Giftpflanzen gefressen, welche sie beim Holzsahren im nahen Walde erlangt hatten. Um dem Manne, welcher noch junger Anfänger ist, einigermaßen von seinem Schaden zu helfen, wurde für denselben eine Sammlung veranstaltet, welche ihm auch eine schöne Summen eingebracht hat.
-r Ranstadt, 2. September. Der zwanzigsten Wiederkehr des Gedenktages von Sedan wurde auch hier gedacht. Unter Betheiligung der Schulen, des Kriegervereins und zahlreicher hiesiger Einwohner wurde ein Lampionzug veranstaltet und ein Freudenfeuer abgebrannt. Reden und Gesänge wechselten hierbei ab. — Für die in hiesiger Gegend statt- findendeu Manöver ist dahier ein Magazin für die Biwaks- Ledürfnisse und für die Verpflegung der Truppen hergerichtet worden. Bei den diesjährigen Manövern haben sich die Truppen selbst zu verpflegen.
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der Stadtverordneten-Versammlung nichts beanstandet. — Zu der vom 11. bis 14. September in Braunschweig stattfindenden Generalversammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege soll, da Herr Oberbürgermeister Gnauth in Rücksicht aus den augenblicklichen Stand seiner Amtsgeschäste theilzunehmen verhindert ist, ein Vertreter nur dann entsandt werden, wenn ein Mitglied der Stadtverordneten sich zur Vertretung der Stadt, die Mitglied des Vereins ist, bereit findet. — Der aus der Rechnung der Armenkasse für 1889/90 sich erforderlich machende weitere städtische Zuschuß wird in Höhe von rund Mk. 7000 bewilligt. Die Nothwendigkeit dieses Zuschusses hat sich aus den zunehmenden Lasten der Armenkasse selbst, sowie namentlich auch durch vermehrte Unterbringung von Pfleglingen in Irrenanstalten, Besserungsanstalten u. s. w. ergeben.
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* Darmstadt, 4. September. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt: Durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 25. August den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Mainz: 1) Johann Karl, Tapezier, 2) Georg Holdenreiter, Schreinermeister und 3) Jacob Helmerich, Maurerpolier.
— Frankfurt a. M., 4. September. Fürst Bismarck traf gestern Nachmittag, von Kissingen kommend, aus dem hiesigen Hauptbahnhos ein. In seiner Begleitung besanden sich sein Sohn Herbert, Dr. Schweninger und sein Secretär Dr. Chrysander. Die Fürstin war von Homburg v. d. H. zum Empfange hierher gekommen. Der Fürst und seine Begleitung bestiegen eine bereitstehende Equipage, durchfuhren einige Straßen der Stadt und begaben sich sodann per Wagen nach Homburg, woselbst die Herrschaften gegen 6 Uhr ein- trasen. Nur Herbert Bismarck blieb in Frankfurt und stieg im Hotel „Frankfurter Hof" ab. In der Stadt war von dem Eintreffen des Ex-Reichskanzlers so gut wie nichts bekannt und dadurch erklärt sich auch die Ueberraschung, als man den Fürsten bei seiner Rundfahrt erkannte. Nur einige Wenige hatten von dem Eintreffen des ehemals so mächtigen Mannes Wind bekommen und hatten sich auf dem Bahnhofe eingefunden. Bismarcks Aussehen ist ein vortreffliches, darin stimmen Alle überein, die ihn gestern gesehen haben. Die „Kl. Pr." erfährt, der Fürst habe vor dem ehemaligen Bundespalais in der Großen Eschenheimerstraße einen Augenblick halten lassen. Das Blatt meint, er habe wohl weh- müthig vergangener Zeiten gedacht. Die anderen hiesigen Blätter wissen nichts davon, daß der Wagen des Fürsten vor dem ehemaligen Bundespalais gehalten habe und der ungemein lebhafte Verkehr in der Großen Eschenheimerstraße läßt das auch wenig glaubhaft erscheinen. Von Homburg wird berichtet, Bismarck habe im Hotel Riechelmann Wohnung genommen, sei von vielen Tausenden mit stürmischen Hochrusen empfangen worden und habe sich, von der jubelnden Menge begrüßt, noch zweimal auf dem Balkon des Hotels gezeigt.
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