freundschaftlichen Empfang Vulkowics und die Unterstützung desselben bei seiner Mission nach Athen den Dank auszusprechen.
totales «nv provinzielle».
Gießen, 5. Juni.
— Die Stelle des zum Militär einberufenen Lehrers Herrn Freund am Realgynasium wird für die Dauer seiner Abwesenheit durch Herrn Lehrer Klass ert von Bensheim versehen.
§ In der gestrigen außerordentlichen Versammlung des hiesigen Turnvereins wurde einstimmig beschlossen, das Herrn Fabrikant Wilh. Gail gehörige Grundstück an dem „Lahnstein" für den Preis von 11,000 Mk. zur Erbauung einer eigenen Turnhalle zu erwerben, und weiter dem Vorstande die Ermächtigung ertheilt, den in der Bismarckstraße gelegenen Bauplatz zu geeigneter Zeit und bei annehmbarem Gebot zu verkaufen. — Die technische Leitung des Baues wurde Herrn Architect Stein übertragen und außerdem eine weitere Bau<Commission, bestehend aus den Herren: Herbert, Hartmann, Seuling, Keller und Eidmann, gewählt.
— Zu dem am 15. Juni stattfindenden Feldbergfest werden von Seiten des hiesigen Turnvereins die Turner: Fr. Wigandt, Friedr. Köhler und Th. Vaubel entsendet. — Bei der an demselben Tage seitens des Gaues Hessen nach Wölfersheim auszuführenden Turnfahrt, verbunden mit volkstümlichen Hebungen, wird der Verein gleichfalls vertreten sein. Eine recht zahlreiche Betheiligung der Mitglieder hieran wäre sehr erwünscht und sind die Turnwarte zu näheren Mittheilungen an den Riegenabenden bereit.
— Wie uns aus Marburg mitgetheilt wird, werden zu dem am nächsten Samstag den 7. Juni im dasigen Saalbau stattfindenden ConcertdesAkademischenConcert- Vereins ganz besondere Anstrengungen gemacht, um gewissermaßen die Mitwirkung des Meisters Joachim durch ein hervorragendes Programm zu feiern. Eingeleitet wird das Concert mit der großen O-äur-Symphonie von Fr. Schubert, bekanntlich das hervorragendste Orchesterwerk des Componisten. Dann spielt Herr Dr. Joachim das Violinconcert von Beethoven mit Orchesterbegleitung, hierauf folgen zwei Lieder für gemischten Chor (ä capella) von Brahms. Von Dr. Joachim wird die 0-äur-Romanze für Violine von Beethoven gespielt. Den Schluß bildet die Akademische Festouvertüre von Brahms. — Daß der Dirigent des Concertvereins, He^r Professor Barth, durch die gründlichste Einstudirung eine höchst muster- giltige Aufführung erreichen wird, ist sicher anzunehmen und darum der Besuch dieses Concerts oder dessen Generalprobe auch allen hiesigen Kunstfreunden angelegentlichst zu empfehlen. Ganz besonders beachtenswerth ist für auswärtige Besucher noch, daß die Generalprobe von Vormittags 11 Uhr bis Mittags 2 Uhr im Saalbau abgehalten wird. In derselben werden sämmtliche Concertnummern vollständig aufgeführt und bietet dieselbe den gleichen Genuß, wie das Concert, da Wiederholung wohl nicht mehr vorkommt. — Für die Hin- und Rückreise nach und von Marburg gehen die Eisenbahnzüge hier in Gießen günstig ab.
Heldenbergen, 4. Juni. Unser Jubilarpriester, Decan und Pfarrer Brentano, wurde dieser Tage von dem Bischof von Mainz zum Geistlichen Rath ernannt und hat diese wohlverdiente Auszeichnung allerorts die freudigste und vollste Theilnahme erweckt.
)( Ranstadt, 3. Juni. Durch die in letzter Zeit eingetretenen Nachtfröste haben die Feld- und Gartengewächse in hiesigem Thale mehr gelitten, als man Anfangs vermu- thete. Gurken, Bohnen u. dergl. find zum größten Theile abgestorben und die Leute sind genöthigt, dieselben wieder frisch zu legen. Kartoffeln haben nur strichweise gelitten. Trotz der Külte konnten wir schon am vergangenen Samstag reife Erdbeeren in unseren Wäldern pflücken.
ordentliche Hauptversammlung des Gemeinnützigen Vereins für eröffnet. Nach § 17 der Satzungen ist zur Giltigkeit der Beschlüsse die Anwesenheit von sechs Mitgliedern erforderlich, darunter drei Vorstandsmitglieder. Anwesend sind erfreulicher und dankenswerther Weise (hier verneigt sich Herr Menzel nach rechts und links gegen seine 3 Vorstandscollegen) vier Mitglieder des Vorstandes. Dagegen bemerke ich leider (hier räusperte er sich) nur zwei andere Herren. Da die Stunde (er zog die Uhr), welche in der dreimal in dem Schenkhauser Courier (dieses Blatt redigirt Herr Unverzagt) erlassenen Bekanntmachung angegeben war, bereits erheblich überschritten ist und aus dem akademischen Viertel bereits drei sehr un- akademlsche (stark betont) Viertel geworden sind (bei diesem Sarkasmus gegen die Abwesenden rief Herr Märker jr.: „Sehr richtig!"), so scheinen wir in der bedauerlichen Lage zu sein, unverrichteter Dinge auseinandergehen zu müssen. Unsere Geschäfte würde alsdann eine neu einzuberufende Generalversammlung zu erledigen haben, welche ohne Rücksicht (wieder stark betont) auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig fein würde."
„Ich bitte um das Won," rief Herr Unverzagt.
„Herr Redacteur Unverzagt hat das Wort."
„Meine verehrten Herren! Die streng sich auf dem Bö-cn der Satzungen bewegenden Ausführungen unseres Herrn Vorsitzenden sind selbstverständlich und — wie ich hinzusetzen will — leider! unwiderleglich. Doch bietet sich meines Erachtens ein de jure beschreitbarer Ausweg, wenn auch mit einem kleinen Opfer. Da ein „gewöhnliches" Mitglied (mit einer lächelnden und verbindlichen Verbeugung gegen die Herren Faßloch und Märker jr.) uns fehlt, ein Vorstandsmitglied aber zu viel ist, nämlich vier statt drei,f fo ließe sich die Beschlußfähigkeit der Versammlung sofort Herstellen („Hört, hört!" rief Herr Dietrich) durch Austritt eines der Mitglieder des Vorstandes aus letzterem. Ich für meine Person
In Angersbach entleibte sich am Freitag Abend ein l ljähriger Schulknabe durch E r h ä n g e n. Der Selbstmörder wollte einige Tage vorher mittelst Ertrinkens seinem jungen Leben ein Ziel setzen, jedoch wurde er von seinen Kameraden an der Ausführung dieser That verhindert.
Freiensteinau, 3. Juni. Ja, was im Postillons-Leben passiert, ist wunderbar- doch man muß das selbst erleben, sonst meint man, es sei nicht wahr. Es geht von hier nach Steinau und umgekehrt ein verdeckter Postwagen, während zwischen hier und Grebenhain eine Cariolpost verkehrt. Unlängst, als es noch um V29 Uhr Abends dunkel wurde, will der Postillon „das Pöstchen" aus der Remise schieben und wird dabei gewahr, daß sich der Haushahn den Kutschersitz zur Nachtherberge erkoren hatte. Ein gewandter Griff liefert den Propheten in Schwagers Gewalt, worauf jener in's Hühnerhaus gesteckt wurde. Die Fahrt nach Grebenhain ging wie gewöhnlich. Gegen 11 oder V312 Uhr läuft dortselbst eine Post von Gedern ein. Der Postillon jener Post kommt zu unserem Cariolsahrer und sagt: Du hast ja Hühner auf Deinem Wagen. — Unmöglich! — Und doch! — Wo? — Auf der Achse sitzen sie. Und richtig! Nicht nur der Hahn, sämmt- liche Hühner des Posthalters hatten den Wagen zu ihrem Nachtfitz gewählt. Während der Hahn leicht gesehen wurde, entgingen die Hühner der Entdeckung, weil sie verborgen saßen. Am meisten wundert man sich — es sollen 6 oder 7 Stück gewesen sein —, daß sich auch nicht eines unterwegs geregt hatte. Am andern Morgen traten sie die Rückreise im Sacke an. L. Anz.
- h- Ulrichstein, 4. Juni. Zu der auf den 3. Pfingst- feiertag zur Errichtung einer Spar- und Darlehenskasse für den Amtsgerichtsbezirk Ulrichstein hierher berufenen und von dem durch Zuruf hierzu bestimmten Herrn Districtseinnehmer Keuzer präsidirten Versammlung erschien eine stattliche Anzahl Interessenten aus Nah und Fern, die sich nach dem mit großer Spannung und lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag des anwesenden Anwalts der deutschen und Verbandsdirector der Hessischen landwirthschastlichen Genossenschaften Herrn Kreisrath Haas aus Offenbach mit Stimmeneinhelligkeit für Errichtung der Genossenschaft und für Annahme der eingehend beratenen und von der Versammlung endgiltig festgesetzten Vereinsstatuten erklärten. Aus dem Vortrag und den Verhandlungen, an welchen sich außer dem Anwalt auch der miterschienene Revisor des Verbandes, Herr Ihrig aus Offenbach und nicht minder lebhaft und eingehend eine größere Anzahl der Bezirkseinwohner beteiligten, dürste u. A. hervorzuheben fein: Der Genossenschaft, welche zum Zweck der Förderung des Erwerbs und der Wirthschast ihrer Mitglieder gegründet ist, die Firma Spar- und Darlehnskaffe eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht führt und ihren Sitz in Ulrichstein hat, können alle Personen, einerlei welchen religiösen oder politischen Glaubensbekenntnisses, beitreten, welche sich durch Verträge verpflichten können und ihren Wohnsitz im Amtsgerichtsbezirk Ulrichstein haben. Bis jetzt haben 103 Personen, und zwar aus fast allen in Frage kommenden Gemeinden die Mitgliedschaft erworben- die bis zum 1. Juli noch beitretenden Personen zahlen kein Beitrittsgeld, während die bis zum 1. August Beitretenden 1 Mark und die nach diesem Termin Beitretenden 3 Mark Eintrittsgeld zu zahlen haben. Der Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Spar- und Darlehns- kassen-Geschästs zum Zweck: 1) der Gewährung von -Darlehn an die Genossen für ihren Geschäfts- und Wirthschasts- betrieb, 2) der Erleichterung der Geldanlage und Förderung des Sparsinns. Jedes Mitglied kann einen Geschästsantheil bis zu 1000 Mark erwerben, während jedes Mitglied nur verpflichtet ist, auf feinen Antheil solange monatlich mindestens 50 Pfennig einzuzahlen, bis es im Ganzen 100 Mark bei der Genossenschaft stehen hat- in 200 Monaten also und nicht sofort müssen diese 100 Mark bei der Genossenschaft angefammelt sein. Dagegen hat jedes Mitglied u. A. das Recht, die Gewährung von Darlehn für feinen Geschäfts- und Wirthschaftsbetrieb bet genügender Sicherheitsleistung zu ver-
bin zu diesem kleinen Opfer bereit (fünfstimmiges Bravo) und erkläre somit zu Protokoll, daß ich mein Amt als Beisitzer niederlege." (Erneutes Bravo.)
„Meine Herren! Wir haben alle Ursache," nahm nun der Vorsitzende das Wort, „Herrn Redacteur Unverzagt für feinen ebenso findigen wie selbstlosen Vorschlag dankbar zu sein. Ich erkläre nunmehr die Generalversammlung für beschlußfähig und ersuche den Herrn Schriftführer, von dem Austritt des Herrn Unverzagt und der Anwesenheit der in § 17 vorgeschriebenen Mitgliederzahl Act zu nehmen. Wir kommen nun gleich zu dem ersten Punkt unserer Tagesordnung, dem Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, welchen ich hiermit vorzutragen-die Ehre habe."
Der Bericht Gottlieb Menzels war nach Form und Inhalt tadellos. Nur Herr Märker jr. sah sich, als der Bericht zur Debatte gestellt wurde, zu der Anfrage veranlaßt, ob die Anregung des Vereins zur Asphaltirung des Bürgersteigs am Marktplatze (hier befand sich das Märker'sche Geschäft) Aussicht auf Erfolg bei der Stadtverwaltung habe. Da der Vorsitzende hierüber sehr beruhigende Versicherungen „aus bester Quelle" abgeben konnte, so erklärte sich Interpellant für befriedigt.
Nun erhielt der Kassenwart (bei einem Neudruck der Satzungen waren alle entbehrlichen Fremdwörter, auch der frühere „Cassierer", durch deutsche Ausdrücke ersetzt worden), das Wort zum Vortrag des Kassenberichts. Die Kasse schloß mit einem Bestände von 97 Mk. 33 Pfg. ab - dazu waren 3 Jahresbeiträge rückständig. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurden die Herren Faßloch und Märker zur Prüfung der Rechnung gewählt. Die beiden Herren setzten sich mit dem Kassenwart an einen besonderen Tisch, wo bald die Rechnungsbelege von Hand zu Hand wanderten.
(Schluß folgt.)
langen, sowie seine überschüssigen Geldvorräthe bei der Genossenschaft anzulegen. An Nichtmitglieder werden keine Darlehn gewährt, dagegen werden von Jedermann, auch von Nichtmitgliedern, Spareinlagen in jeder Höhe angenommen- lieber Einrichtung, Ausdehnung und Beschränkung des gesummten Geschäftsbetriebs und des Betriebs einzelner Geschäftszweige hat die Generalversammlung, in welcher jedes Mitglied eine Stimme hat und welcher die oberste Entscheidung in allen genossenschaftlichen Angelegenheiten zusteht, zu beschließen. Die Darlehn werden in Form lausender Rechnungen gewährt, und jeweils beim Rechnungsabschluß sind entweder für guthabende Zinsen 31/2°/o oder für schuldige Zinsen 4% zu berechnen, außerdem soll beim Rechnungsabschluß für alle in der Rechnungsperiode von der Spar- und Darlehnskaffe empfangenen Beträge ^/o Provision in Berechnung kommen. Die Verzinsung der empfangenen und der abgetragenen bezw. eingelegten Beträge in laufender Rechnung beginnt bezw- endigt jeweils sofort, während die Verzinsung der Sparein- lagen 14 Tage nach der Einlage beginnt und 14 Tage vorder Rückzahlung endigt. Dem Vorstand steht die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung der Genossenschaft zu, er hat die Geschäfte der Genoffenschaft unter Beachtung der gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen nach Maßgabe der ihm erteilten Dienstanweisungen und der sonstigen Beschlüsse der Generalversammlung zu führen und dabei die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden. In den Vorstand gewählt wurden Districtseinnehmer Keuzer-Ul- richstein zum Director, Gemeinderechner Pfannstiel-Ulrichstein zum Rendanten, Pfarrer Beckel-Ulrichstein Stellvertreter be£ Directors, sowie zu weiteren Vorstandsmitgliedern Lehrer- Schäfer-Feldkrücken, und Landwirth Johannes Stein-Stumpertenrod. Der aus 9 auf die beteiligten Gemeinden vertheilten Mitgliedern zusammengesetzte Aufsichtsrath, dessen Präsident Herr Pfarrer Muhl aus Babenhausen ist, hat diesen Vorstand bei seiner Geschäftsführung in allen Zweigen der Verwaltung zu überwachen. Die Spar- und Darlehnskaffe, welche als 290. dem Verbände der Hessischen landwirthschastlichen Genossenschaften sich angeschloffen hat, untersteht der gesetzlich vorgeschriebenen Revision durch den Verbandsrevisor und wurde ihr daraufhin bei der Landw. Genossenschaftsbank in Darmstadt sofort ein Credit von 25 000 Mark unter den denkbar günstigsten Bedingungen eingeräumt. Der Anwalt ermahnte noch die Anwesenden zum festen und treuen Aushalten und sich auf dem einmal betretenen Weg zum Nutzen und Frommen, der einzelnen Glieder wie des ganzen Bezirks durch feinerlei Rücksichtnahmen beeinflussen zu lassen, sondern stets nur den Zweck und die Ziele der Genossenschaft im Auge zu behalten. Die der Genossenschaft angehörigen Mitglieder sollten es sich aber auch angelegen fein lassen, über ihren Kreis hinaus für den Zusammenschluß aller in ihrer Vereinzelung stehenden schwachen Kräfte zu Genossenschaften hinzuwirken, wodurch nicht nur dem ärmeren und wirtschaftlich schwächeren, sondern auch dem reicheren und wirtschaftlich stärkeren Theil der Bevölkerung nur Vortheile erwachsen könnten, insbesondere aber der wirtschaftlich Schwächere, davor bewahrt werde, daß er in Zeiten der Noth und der Verlegenheit in die „schlimme Hand" falle.
* * Bobenhanseu b. Ulrichstein, 4. Juni. Heber den hier am 2. Pfingsttag gelegentlich einer Tanzmusik zwischen jungen israelitischen Leuten entstandenen Streit ist mitzutheilen, daß der durch Stiche schwer verletzte Sohn des Feist Sommer von Crainfeld, welcher zur Zeit in Marburg als Mediziner ftubirt, noch schwer darniederliegt. Herr Dr. Weißgerber von Ulrichstein hat den Verletzten in Behandlung und kommt fast täglich hierher, da die Verletzungen gefährlich sind, denn von drei Stichen ging der mindergefährliche in den Kopf, der zweite in die Brust, und der dritte in den Unterleib, so daß die Därme zum Vorschein gekommen sind. Drei der That verdächtige Burschen aus Ulrichstein befinden sich bereits in Haft. Die Verhafteten sind Söhne eines vermögenden Handelsmannes aus Ulrichstein.
* * Herbstein, 4. Juni. Veranlaßt durch die hohe Lage unseres Städtchens wurde früher eine Gemeinde-Wasserleitung angelegt. Seit einigen Tagen functionirt diese Wasserleitung nicht mehr richtig und haben die Bewohner bei den wenigen Brunnen viele Mühe, Wasser für Menschen und Vieh herbeizuschaffen.
Vermischte».
* Worms, 3. Juni. In Rosengarten stürzte gestern beim Trajectiren von Eisenbahnwaggons einer der Wagen in den Strom. Mit großer Anstrengung gelang cs, den Waggon wieder ans Land zu heben.
* — Mit Einführung des 5 Pfennig-Portos für 51—100 Gramm schwere Drucksachen ist die Post um ein Curiosum bereichert worden. Es hat nämlich Bayern diese Zwischenstufe in der Drucksachen-Versendung für seinen „Jnland- Verkehr" nicht eingeführt, sondern die Beförderung der 5 Pfennig-Drucksachen-Sendungen nur nach und von den außerbayrischen Bundesstaaten gestattet. So kommt es nun, daß z. B. eine in Nürnberg aufgegebene zwischen 50 und 100 Gr. schwere Drucksachen-Sendung nach Hamburg 5 Pfg., nach dem benachbarten Fürth aber 10 Pfg. kostet.
Die Influenzs-Epidemie und die Sterblichkeit im Groflher^ogthum Hessen im Winter 1889|90.
Während die zur Zeit der herrschenden Influenza-Epidemie in den Zeitungen veröffentlichten Wochen-Uebersichten über die vorgekommenen Sterbefälle lediglich auf die größeren Städte sich beschränken konnten, sind wir nunmehr in der Sage, die Mortalitätsverhältnisse des Großherzogthumsüberhaupt während der Herrschaft der Seuche einer Betrachtung zu unterziehen und hierbei unter Hinweis auf die die Monate December 1889 bis Februar 1890 umfassende unten folgende Zusammenstellung der Todesfälle des Landes das Nachstehende zu berichten. Es muß auch hier die unter dem Einfluß dieser Seuche so


