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gegen 130 Stimmen in zweiter Lesung an. Parnell und eine Anzahl Parnelliten stimmten mit der Majorität.

Petersburg, 3. December. DieNowosti" behaupten, der neue Curator des Petersburger Lehrbezirks, Kapustint, sei gesonnen, auch in den der hiesigen Kirche unterstehenden Schulen das Russische allmählich als die alleinige Unter­richtssprache einzuführen.

Aus Orenburg wird telegraphirt: Infolge des plötzlichen Ueberganges der Temperatur von 3 Grad Wärme aus 30 Grad Kälte sind 30 durch die Steppe reitende Kirgisen buchstäblich erfroren; ferner wurde eine Anzahl Pferde, Schafe und Kamele getödtet; schließlich sollen in der Steppe noch Menschen und Vieh und ganze Waarencarawanen um­gekommen sein.

Rio de Janeiro, 3. December. In Folge eines von dem anarchistischen JournalTribuna" gebrachten polemischen Artikels waren am Samstag Menschenhaufen in die Geschäftsräume des Journals eingedrungen und verübten dort Unfug. Die Regierung hatte sich mit der Erklärung be­gnügt, dem Gesetze Achtung zu verschaffen. Eine gestern abgehaltene, von zahlreichen Journalisten besuchte Versamm­lung erachtete die Erklärung der Regierung für ungenügend. Die Zeitungs - Herausgeber drohten, das Erscheinen ihrer Blätter zu suspendiren, salls gegen die Verüber des Unfugs kein gerichtliches Einschreiten erfolge.

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Gießen, 4. December.

DieKöln. Ztg." vom 27. November 1889 schreibt: Der am Sonntag im Nippeser Volksbildungsverein statt­gefundene Experimentalvortrag de8 Phyfikers A. EgtsQlden- burg überTelephon, Mikrophon und das gesammte Fern­sprechwesen" erfreute sich eines sehr starken Besuches. In der Einleitung seines Vortrags und zum besseren Verständniß der Apparate zeigte Herr Egts an vorzüglich gelungenen Experi­menten, wie man durch electrische Ströme Magnetismus und umgekehrt durch Magnetismus wieder electrischen Strom er­zeugen kann. Zum Telephon übergehend, wurde vom Vor­tragenden gezeigt, wie und in welcher Weise man diese letztere Art electrischen Strom herzustellen, also die Magnet-Jnduction für die Construction dieses Apparats benutzt hat. Redner zeigte ferner an schönen Experimenten, wie am Telephon der einen Station die durch das Sprechen bewegte Lust, die Schallwellen, gewissermaßen in Electricität umgesetzt, diese durch die Drahtleitung zu dem Telephon der zweiten Station fortgepflanzt und hier wieder in Schallwellen zurückversetzt (umgewandelt) und hörbar wird. Das Mikrophon, diesen äußerst zart gebauten Apparat, und seine practische An­wendung zu erklären, gelang dem Redner ebenfalls vortreff­lich. Mit einem klaren und für Jedermann verständlichen Vortrag verbindet Herr Egts eine Sicherheit des Experi- mentirens, die geradezu in Erstaunen setzen muß. Nachdem im zweiten Theile des Vortrags mit Hilfe der im Saale ver- theilten Telephone, welche mit den in einem andern Raume des Tivoli ausgestellten Apparaten in Verbindung standen, auch die practische Anwendung von Telephon und Mikrophon erklärt und bewiesen worden war, schloß der Redner seinen Vortrag mit dem Versprechen, der Einladung des Volksbildungs­vereins folgen und im nächsten Jahre wiederkommen zu wollen, um noch weitere Gebiete dieses höchst interessanten und in vieler Hinsicht noch geheimnißvollen Theiles der Physik dem Vereine und seinen Gästen zu erschließen. Gespannteste Aufmerksamkeit und stürmischer Beifall dankten dem Redner für die gehabte Mühe.

Theater. Am Freitag geht zum dritten und letzten MaleDie Ehre", Schauspiel von Sudermann, und zwar im Abonnement ohne Zuzahlung in Scene. Das großartige Schauspiel mit seiner packenden Wirkung verschwindet mit dieser Vorstellung vorn Repertoir; wer daher dieses interessante Werk noch nicht gesehen hat, versäume diese letzte Aufführung nicht. Sonntag den 7. d. Mts. beginnt der Kaiserlich russische Hofschauspieler Herr Adalbert Brümmer vom Kaiserlich deutschen Hoftheater in St. Petersburg sein Gast­spiel. Dem Gast geht ein bedeutender Ruf als Bonvivant voraus.

Die Reichspostverwaltung theilt mit, daß am 27. De­cember in allen Postanstalten mit dem Verkauf der Quittungs- marken für die Alters- und Invalidenversicherung gönnen werden wird. Jedes Postamt verkauft aber nur Quittungs­marken derjenigen Versicherungsanstalt, in deren Bezirk sie belegen ist.

Stiftungen und Vermächtnisse. Welch bedeutende Summen alljährlich im Großherzogthum Hessen in Folge von Stiftungen oder Vermächtnissen für wohltätige oder kirch­liche Zwecke aufgewendet wurden, ist aus den soeben im 3. Quartale von dem Großherzog betätigten Stiftungen und Vermächtnissen zu ersehen. Der Gesammtbetrag dieser Summen beläuft sich aus 179927 Mk., davon entfallen für Armen­oder Krankenunterstützungen 74 200 Mk., aus die katholische Kirche oder deren Einrichtung 60 482 Mk., auf die evangelische

37 905Mk., die israelitische Religionsgemeinde 4430Mk und für sonstige gemeinnützige Anstalten 2900 Mk. Die be­deutendste Schenkung rührt nach demMzr. Auz." von den Hinterlassenen der in Gießen verstorbenen Aron Heichel- heim'schen Eheleute her im Betrage von 40 000 Mk für Unterstützung von Personen, welche durch mißliche Ver­hältnisse in Bedrängniß gerathen sind.

Gesuche um Zulassung zu den im Frühjahr 1891 stattfindenden allgemeinen Prüfungen in dem Finanzfach und in den technischen Fächern, sowie zu der speciellen Prüfung der ersten Categorie des Finanzfachs sind mit den vor­geschriebenen Bescheinigungen und Anlagen bei der Großh. Prüfungs-Commission für das Finanz- und technische Fach in Darmstadt innerhalb vier Wochen unter Beobachtung der Stempelvorschriften einzureichen. Den Meldungen zu den

allgemeinen Prüfungen sind die Zeugnisse über bestandenen Acceß und Vollendung des practischen Cursus beizufügen. Die Vorlage eines Sittenzeugnisses ist nicht erforderlich. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß zu der speciellen Prüfung nur solche Aspiranten zugelaffen werden können, welche am Tage des Beginnes der Prüfung das 20. Lebens­jahr zurückgelegt haben.

Bad-Nauheim, 3. December. Nach der vorläufigen Zusammenstellung des Ergebnisses der V o l k s z ä h l u n g durch die Zählungs Commission hat die Stadt Bad-Nauheim nun­mehr 2922 Einwohner, also eine Zunahme von 276 Seelen gegen 1885 aufzuweisen.

Friedberg, 3. December. Eine vorläufige Feststellung des Ergebnisses der Volkszählung für hiesige Stadt er­gibt eine Einwohnerzahl von 5364, mithin eine Zunahme der Bevölkerung gegen das Resultat der Volkszählung vom 1. De­cember 1885 um 366 Seelen.

Friedberg, 3. Decbr. Ein evangelischer Arbeiter- und Handwerker verein ist hier ins Leben getreten. Derselbe zählt bereits über 30 Mitglieder. Der Verein sucht seine Mitglieder in allen Ständen ohne Ausnahme, will jedoch, wie sein Name andeutet, das Wohl der Arbeiter und Handwerker ganz besonders ins Auge fassen und auf der Grundlage christlicher und patriotischer Gesinnung eine Ver­einigung bilden, die dem Einzelnen nicht blos Schutz und Heil gegenüber irreführenden Zeitströmungen, sondern durch edle Geselligkeit und geistige Förderung in mancherlei Weise bietet. Diesem Zwecke sollen vor allem die regelmäßigen Vereinsabende dienen, die etwa alle 14 Tage abgehalten werden. Auch sogen. Familienabende sind in Aussicht ge­nommen. Ein freundliches Vereinslocal in der Herberge zur Heimath steht jeden Abend offen und bietet unterhaltende und belehrende Lectüre in guten Büchern und Zeitschriften. Um den Anschluß Jedermann zu ermöglichen, erhebt der Verein von seinen Mitgliedern nur den geringen Monatsbeitrag von 10 Pfennig.

Ulsa-Rabertshausen-Rodheim, 1. December. Unter den Landwirthen unserer Orte bewegt sich das Gespräch in den Feierabendstunden um die Gründung einer Molkerei- Genossenschaft. Fortschritt im Ackerbau ist unverkennbar in diesen Gemarkungen; eine bessere Viehhaltung wird an- gestrebt, ist aber nur möglich, wenn die Verwerthung der Milch und Milchproducte eine dauernd höhere als bisher. Wie wir hören, wird Herr Landwirthschaftslehrer Dr. Ullmann aus Büdingen, der am 21. November in Echzell bereits eine Molkerei-Genossenschaft hat gründen helfen, in der Woche nach dem 2. Adventsonntage in einer Versammlung, zu der alle Interessenten noch besonders durch die Großherzoglichen Bürgermeistereien eingeladen werden, über die Zweckmäßigkeit der Errichtung einer Molkerei-Genossenschaft einen größeren Vortrag halten. Voraussichtlich wird auch ein Herr vom Vorstand des Verbandes der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften dieser Berathung beiwohnen, um die nöthigen Erklärungen zu geben und die Gründung der Genossenschaft sofort einzuleiten. Viel Zeit ist nicht zu versäumen. Da die Vorbereitung dieser für die Landwirthe auch die kleineren so wichtigen Angelegenheit in den einzelnen Ortschaften in den besten Händen ruht, ist gerechtfertigte Hoffnung vorhanden, zum guten Ziel zu gelangen. Auch die Landwirthe in Ober- und Unter-Schmitten und Eichelsdorf werden zu dieser Versammlung eingeladen werden. Es ist Jeder willkommen, der ein gutes Werk mitbegründen will.

Dermif^Uf.

* Darmstadt, 3. December. Die gegen den Steinhauer­gesellen Leonhard Orth aus Höchst i. O. durch Urtheil des Schwurgerichts der Provinz Starkenburg vom 7. October d. I. erkannte Todesstrafe wurde durch die Gnade Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt.

* Worms, 2. December. Heute ist die Nachricht hier eingetroffen, daß die Verlegung des ersten Bataillons nebst Stab des 118. Regiments von Mainz nach Wvrms ge­stattet worden ist.

* Krofdorf, 3. December. Für das Geschäftsjahr 1891 werden die Gerichtssitzungen zu Krofdorf an folgenden Tagen anberaumt: 12. Januar , 2. Februar , 9. März, 13. April, 11. Mai, 8. Juni, 13. Juli, 28. September, 12. October, 9. November, 14. December.

* = Frankfurt a. M., 3. December. Das Gesetz betr. die öffentliche Volksschule. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung lief ein von Herrn Dr. Fester gestellter und von Mitgliedern aller Par­teien unterstützter Antrag ein:den Magistrat zu ersuchen, gegen den dem Landtag vorliegenden Entwurf, betr. die öffentliche Volksschule, welcher geeignet ist, bei unveränderter Annahme den simultanen Charakter unserer Schulen, sowie die selbstständige Stellung unserer Schulbehörde schwer zu beeinträchtigen, vorstellig zu werden." Herr Bürgermeister Heusseustamm bemerkte, der Magistrat habe sich bereits ein­gehend mit der Frage beschäftigt und werde der Versammlung ehestens Mitthetlung zugehen lassen. Dr. Fester erklärte zur Begründung des Antrags, bei unveränderter Annahme des Gesetzes erscheine zunächst der simultane Charakter unseres Schulwesens bedroht. Schon bei einer ganz geringen Anzahl Kinder einer Religion sei es der Schulaufsichtsbehörde möglich, die Einrichtung einer confessionellen Schule anzuordnen. Ebenso sei es mit der Umänderung bestehender Schulen. Weiter werde das Recht der gemeindlichen Schulbehörde, der Schuldeputation, ganz erheblich durch die Schulaufsichtsbehörde geschmälert. Deren Bedeutung sinke auf ein Minimum herab, so daß man voraussichtlich Noth haben werde, Leute zu finden, die sich zu einem so bedeutungslosen Amt hergäben. Die betreffenden Bestimmungen möchten vielleicht für kleine ländliche Gemeinwesen paffen, für eine Stadtgemeinde von der Be­deutung Frankfurts jedenfalls nicht. Auch bezüglich der Ein­weisung, der Bildung von Schulbezirken, gingen die Rechte

der Aufsichtsbehörde außerordentlich weit. Die Mitwirkung der Gemeinde beschränke sich fast nur aus das Zahlen. Dem gegenüber müsse Stellung genommen werden, und zwar nicht in einem allgemeinen Protest, sondern unter Angabe der speciellen Punkte. Nächste Woche komme der Entwurf zur Berathung; es fei erwünscht, daß bis dahin wenigstens eine Kundgebung seitens der Versammlung vorliege. Dr. Heussen- ftamm erwiderte, alle die berührten Punkte ständen in der Petition, welche der Magistrat abzusenden beschlossen habe. Der Antrag Fester und Genossen wurde einstimmig an­genommen. Während der Magistrat sich für diese Petition aussprach, ließ er gleichzeitig erklären, daß er dem Ersuchen der Versammlung, eine Petition an den Reichskanzler wegen Aushebung der Viehsperre und Herabsetzung der Getreide­zölle zu richten, nicht stattgeben könne. DieKl. Pr." wirft dem Magistrat infolge dessen vor, daß zwei Seelen in seiner Brust wohnten. Was für das Schulgesetz recht sei, sei für die hohen Fleisch- und Brodpreise billig. Der Familienvater wünfche nicht allein, daß seinen Kindern die Simultanschule erhalten bleibe, er wolle auch durch Aufhebung des Vieh­einfuhrverbots und Herabminderung der Getreidezölle eine Besserung seines Haushaltungsbudgets. Der Magistrat sei in der einen Frage mindestens so competent wie in der anderen.

* Deutscher Schriftstellerverband. Der 5. Bezirksverein des Deutschen Schrlftstellerverbands (Frankfurt a. M.) hatte auf seiner letzten Hauptversammlung den Beschluß gefaßt, zur Förderung des collegialen Verkehrs während des Winters in verschiedenen Städten des Bezirks gesellige Abende zu ver­anstalten. Der erste dieser Abende hat am Samstag im Hotel Drexel" in Frankfurt stattgefunden und durch feinen anregenden Verlauf den weiteren Veranstaltungen des Vereins das günstigste Prognosticon gestellt. Zu demselben hatten sich die Verbandsgenossen aus Aschaffenburg, Darmstadt, Gießen, Marburg, Mainz, Wiesbaden usw. zum Theil mit ihren Damen zahlreich eingefunden, sodaß mit Einschluß der Frank­furter die Vereinigung ca. 100 Theilnehmer umfaßte, darunter Friedrich v. Badenstedt (Wiesbaden), Dr. Wilhelm Jordan (Frankfurt), Friedrich Stoltze (Frankfurt), sowie Friedrich Spielhagen, der zur Aufführung seines SchauspielsAus eiserner Zeit" nach Frankfurt gekommen war. Nach einem^ Vortrage des ersten Vorsitzenden, Johannes Prölß, über die' Zwecke und Ziele des Deutschen Schriftstellerverbandes wurde ein gemeinschaftliches Mahl eingenommen, welches, durch Rede und Lied gewürzt, den heitersten Verlaus genommen. Den ersten Trinkspruch brachte Redacteur Max v. Flotow auf die Gäste aus, der von Rechtsanwalt Dr. Ludwig Fuld (Mainz) mit einem Toast auf den Schriftstellerverband erwidert wurde; hieran schloffen sich Trinksprüche von Rector Gg. Lang auf die Damen, von Dr. Ludwig Fuld auf den demnächst von Frankfurt scheidenden ersten Vorsitzenden, Johannes Prölß, usw. usw. Einen besonderen Reiz erhielt der Abend durch den Vortrag poetischer Schöpfungen von Bodenstedt (vor­getragen von Frl. Gündel), Wilhelm Jordan (vorgetragen von Dr. Böcker) und Friedrich Stoltze (vorgetragen von Frau Anna Hill). Friedrich Bodenstedt legte überdies durch eine seiner reizenden Improvisationen Zeugniß ab von der unver­wüstlichen Geistesfrische des altenMirza-Schaffy", während Wilhelm Jordan durch die ausdrucksvolle Recitation eines Bruchstückes ausFeli Dora", seiner letzten epischen Dichtung, den Abend verschönte. Bon Seiten vieler auswärtiger Mit­glieder waren, theilweise in poetischer Form, Glückwunsch­schreiben usw. eingelaufen, über deren Inhalt Redacteur D. Saul berichtete. Humoristische Tischlieder waren von den Herren Müller-Amorbach, D. Saul, Ewald Böcker und Max v. Flotow eingegangen.

-Ludwigshafen,3.December. Uebereinen Unglücksfall, der sich heute Vormittag auf der pfälzischen Strecke Neustadt- Ludwigshafen ereignete, liegen die folgenden Mittheilungen vor. Heute früh kurz nach 7 Uhr verließ die 17jährige Tochter des zweiten, nächst Haßloch stationirten Bahnwärters das Elternhaus, um ihre beiden jüngeren Geschwister, ein Mädchen von 10 und einen Knaben von 8 Jahren, nach der Schule in Haßloch zu geleiten. Die drei Kinder beschritten den Bahndamm, weil der nach dem Dorfe führende Feldweg wegen des ziemlich hohen Schnees sehr beschwerlich ist. Un- gesähr 300 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt ge­wahrten sie den nach Neustadt gehenden Güterzug. Sie wichen demselben aus, schritten über das Geleise, wurden aber in demselben Augenblick auch schon von dem entgegen­kommenden Personenzug 5 Kaiserslautern-Ludwigshafen-Mainz ersaßt und überfahren. Das ältere Mädchen ist lebens­gefährlich verletzt, die jüngere Schwester war sofort tobt, nur der kleine Bruder ist augenscheinlich leichter verletzt, so daß Hoffnung vorhanden ist, ihn am Leben zu erhalten.

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Gieße«, 3. December.

Mannigfache Mißverständnisse unter dem hiesigen Publikum über den Zweck und das Ziel des neu gegründetenTheater- Vereins dürften es angemessen erscheinen lassen, nochmals aus­führlich und zusammenfassend über dieses Unternehmen zu reden Wie sehr dieser Sache in allen Kreisen Interesse entgegenaebrackt wird, beweist die allseitige lebhafte Betheiligung, und wenn man be­denkt, wie wenig in unserer Stadt bis fitzt für die Kunst - nach eber Rich-ung hin geschehen, ist eS leicht erklärlich, daß ein olches Unternebmen nicht nur einem großen Bedürfniß abhilft sondern daß fein Zustandekommen von nicht geringer Wichtigkeit für einen Ort wie Siegen ist. Schon die erziehende, bildende Macht der Kunst kann Niemand leugnen, aber ganz besonders darf nicht unter­schätzt werden, einen wie versöhnenden Einfluß dieselbe dorr ausüben kann, wo kleinlicher Parteihaß den Frieden einer ernsten Stadt unter­grabt, wo mannigfache Verbitt-rung die Glieder derselben einander entfremdet. Wir meinen nicht jene spielende, leichtfertige Kunst die nur zur Verkürzung der Stunden geschaffen, wir meinen jene Kunst die mit ernster, sinnender Stirn über die Erde wandelt die den Menschen erhebt in den Mühen des Alltagslebens, fein Denken ver­innerlicht und veredelt, und ihn stark macht zum Kampf, den jeder Tag von ihm fordert. Einer solchen Kunst Eingang in unsere Stadt iu schaff'N, ihr ein bleibendes Heim zu bieten und die w heften Kreise ihres Segens theilhaftig werden zu lassen, ist das schöne Qtel welches sich jene Männer gesetzt, die den oben genannten Verein in»

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Zum Schlüsse Theaters zu dem bei Dlreclor Reiners. daS Unternehmen b< tönne es Herrn Rein daS doch recht gut auswärtigen Kün baran erinnern, daß t Borstellungen zu ver sich nicht zu beklagen besonders für drama der Theater-Verein was Herr Reiners einander gemein, m Freunde für sein besitzt.

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