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E. Butzbach, 3. Juli. Die erste Kammer der Stände hat das Gesuch unserer städtischen Vertretung, die hiesige, 130 Schüler zählende Realschule vom 1. April n. I. ab zu einer Staatsanstalt zu erheben, angenommen. Dieser Be­schluß wurde hier sehr freudig ausgenommen.

Bad Nauheim, 3. Juli. Dem Medicinalrathe Dr. Wilh. Bode hier wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog der Character alsGeheime Medicinalrath" verliehen.

-e- Lich, 3. Juli. Der hiesige Ortsbürger K., in dessen Hofraithe es vor einigen Wochen gebrannt hatte, wurde heute wegen Verdachts der Brandstiftung gefänglich eingezogen.

Dermifd?tes*

* Heppenheim a. d. Bergstr., 3. Juli. Wir sind in der Lage, auch heute nur Gutes von der im August dahier statt­findenden Ausstellung von Erzeugnissen der Industrie und des Kleingewerbes berichten zu können. Man hofft, nach den eingelausenen und noch ausstehenden Anmeldungen zu schließen, daß die Anzahl der Aussteller die für die Verhältnisse stattliche Ziffer von 300 erreichen wird. Alle gewerblichen Zweige werden vertreten sein, darunter namentlich die Odenwälder Granit- und Syenit-Industrie in glänzender Weise. Die elektrische Beleuchtung des Ausstellungsplatzes kann als gesichert betrachtet werden. Neben einer großen Anzahl von gewerb­lichen und landwirthschastlichen Maschinen sind auch die für den Kleinbetrieb so wichtigen Benzin- und Petroleum-Motoren angemeldet. In den nächsten Tagen wird die Errichtung von zwei geräumigen Ausstellungshallen aus dem Submissionswege vergeben.

* Berlin. Der berüchtigste Taschendieb Berlins, der Schneider August Doepse, wurde vor Kurzem der Straf­kammer abermals vorgesührt. Doepke, der jetzt 52 Jahre alt ist, hat außer vielen Gefängnißstrafen nicht weniger als 27 Jahre Zuchthaus hinter sich. Kaum in Freiheit gesetzt, hat er stets sofort wieder sein gemeingefährliches Gewerbe ausgenommen. Die letzte Strafe hatte er am 12. März ver­büßt und jetzt stand er wiederum unter der Anklage zweier vollendeter und 12 versuchter Taschendiebstähle. Der An­geklagte suchte seine Opfer nur unter den Damen, weil die­selben ersahrungsmäßig ihr Geld in wenig vorsichtiger Weise in ihren Kleidertaschen auszubewahren pflegen. Der Gerichts­hof verurtheilte den Unverbesserlichen zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren untf den üblichen Nebenstrasen.

Univerfitäts - Nachrichten.

Aus Breslau, 1. ds. Mts., wird derFranks. Ztg." ge­schrieben: Dem ordentlichen Professor an der Universität Gießen. Dr. Freiherr von der Ropp, wurde das bisher vom Professor Dt. Lenz innegehabte Ordinariat für die Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit erthetlt. Zugleich wurde derselbe mit der Mit- dtrection des historischen Seminars an der historischen Universität beauftragt. Dr. Freiherr o. d. Ropp, ein Schüler von Georg Waitz, ist 40 Jahre alt.

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Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst

5. Sonntag nach Trinitatis, 6. Juli.

Frühgottesdienst in der Kirche: Vormittags 78/* Uh*r Pfarrer Dingeldey.

Vormittags 9V* Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Vormittags 8V2 Uhr in der Friedhofscapelle: Pfarrer Schlosse r. (Zugleich Christenlehre für die confirmirten Realgymnasiasten und ^^^KatÄsmuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler Vormittags 11 Uhr in der Kleinkinderschule Pfarrer Dr. Naumann.

Katechismuslehre für die Mädchen Vormittags 11 Uhr in der Friedhofscapelle. Pfarrer Dingeldey.

Statt der Nachmittagsgottesdienste werden im Laufe des Sommers ArühgotteSdienste um 78/4 Uhr gehalten.

Am Sonntag den 13. Juli: Feier des heiligen Abend­mahls; Beichte am Samstag vorher, Nachmittags 2 Uhr.

Am Sonntag den 13. Juli wird nach den Gottesdiensten eine Collecte erhoben für die evangelische Gemeinde zu Weisenau bei Mainz.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 6. bis 12. Juli besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

6. Sonntag nach Pfingsten, 6. Juli.

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur Hb Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenhett zur hl. Beichte; um w Uhr Austheilung der hl Communion; um V»8 Uhr hl. Messe; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Vi3 Uhr Christenlehre und Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

5. Juli.

Freitag Abend 7»o Uhr, Samstag Morgen 8« Uhr, Samstag Mittag 4« Uhr, Samstag Abend 910 Uhr.

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sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den ' emvf. die neuesten und prachto. ParfümS Heinrich Gchieferstein Eheleuten in > fort, in feinste, beliebteste und anhal' Gießen und Wilhelm Walter Ehe- -----------------

leuten daselbst in der Gemarkung Gießen

Ladung.

Der Wagnergeselle Konrad Bopp, geb. am 9. Juli 1857 zu Hausen, zuletzt wohnhaft zu Gießen, jetzt mit unbekanntem Aufenthalt ab­wesend, wird beschuldigt, als Unter­offizier der Landwehr ersten Auf­gebots ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein.

Uebertretung gegen § 360 Nr. 3 des St.G Bs.

Derselbe wird auf Freitag den 29. August 1890, Vormittags 8Va Uhr, vor das Gr. Schöffen­gericht Gießen zur Hauptverhandlung geladen.

Bei unentschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der nach § 472 der St.P.O. von dem Kgl. Bair. Bezirks - Commando zu Paffau ausgestellten Erklärung verurtheilt werden.

Gießen, den 29. Mai 1890.

Der Großh. Amtsanwalt.

Dr. Zimmermann. [4915

Ssmstag den 16. August,

Nachmittags 4 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jacob Wacker Ehefrau Susanne, geb. Schmall, in Gießen zustehende ideelle Hälfte an nachbezeichneten Immobilien: Flur I Nr. 32 94 Meter Hofraithe in der Mühlgasse,

Flur IV Nr. 14 19' 0 Meter Acker am Krosdorfer Weg

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 4. Juli 1890

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. A.: Bogt. 5650

Zuspruch entgegensetze, zeichne

Achtungsvoll

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