Ziegen italienischer Herkunft wegen der dort herrschenden Maul- und Klauenseuche verboten hat, alle nach Baden bestimmte Transporte obengenannter Thiergattnngen aus Italien znruckzuweisen.
Wien, 3. März. Die „Polit. Corr." erfährt anS Sofia, die bulgarische Regierung habe in Konstantinopel keine formelle Action in der Anerkennungsfrage unternommen. Der gethane Schritt sei vertraulichen Charaeters gewesen und bestand in der Ucbcrgabe. eines nichtamtlichen Schreibens StambnlvwS an den Großvezier, lvorin gefragt wird, ob die Pforte nicht den Zeitpunkt für gekommen erachtet, die bulgarische Frage durch Anerkennung Ferdinands als Fürsten abzuschlicßen. Das Schreiben hebt hervor, daß die Pforte und Rußland die Gesetzlichkeit des Rechtszustandes anerkennen, sofern es sich nm die Entgegennahme bulgarischer Zahlungen handelt, nm sodann bis zur nächsten Zahlungsfrist die Anerkennung wieder zu verweigern, welcher Zustand im allgemeinen Interesse beendet werden mußte.
Paris, 3. März. Es verlautet, im heutigen Ministerrath seien unter dem Vorsitz Tirards die Erklärungen sestgestellt worden, welche die Regierung gegenüber der Interpellation von Dreisus abzugeben gedenkt.
Paris, 3. März. Etscheverry (eons), dessen Wahl früher für ungiltig erklärt worden war, ist gestern zum Deputirten der Basses Pyrenees mit 6213 Stimmen gegen Berdoly (Demokrat), der 5976 Stimmen erhielt, gewählt worben.
Paris, 3. März. Die Zeitungen fahren fort, die Vage des Ministeriums zu besprechen. Das „Journal des Dcbats" commentirt besonders die Ernennung eines Radicalen und sagt, die gemäßigten Repttblikaner wollen nicht, daß die Regierung ihre Parole von den Radicalen empfange. Das Cabinet habe sich nicht nm die Zustimmung und die Mitwirkung der gemäßigten Republikaner gekümmert, diese hätten daher weder die Pflicht, noch die Neigung, die Regierung gegen die wohlverdiente Undankbarkeit der Radicalen zu ver- theidigen. Die „Rep. fr." verbleibt bei ihrem Verlangen nach einem Programm des Cabinets und schließt damit: Die Mehrzahl der Republikaner der Kammer sei durchaus gou- vcrnemental, sie verabscheue die Scctirerei und habe die Pflicht, die Regierung an einem Selbstmord zu hindern. Die „Iustice" meint, der allgemeinen Verwunderung über den Rücktritt von Constans geselle sich unter den Republikanern. ein wenig Beunruhigung zu. Die „Autorite" kündigt auch den Rücktritt von Faye und Fallieres als bevorstehend an.
Paris, 3. März. Bei der gestrigen Stichwahl im Quartier Pantheon wurde der Boulangist Raquet mit 4496 Stimmen gegen den Opportunisten Bourneville, der 3694 Stimmen erhielt, gewählt.
Paris, 3. März. Die französischen Truppen wurden nördlich von Kotonu von 800 eingeborenen Daho- meys angegriffen. Die letzteren wurden mit einem Verlust von 100 Todten und Verwundeten zurückgeschlagen. Der Verlust der französischen Truppen beträgt einen Todten, drei Verwundete.
Loudon, 3. März. Wie verlautet, wird Großbritannien auf der Berliner Confercnz dreifach vertreten sein. Lord Salisbury beabsichtigt, die Vertreter aus den Arbeitgebern und Sachverständigen zu wählen.
— (Oberhaus.) Lord Salisbury erklärte gegenüber den Angriffen Laboucheres-, sein Zusammentreffen mit Probyn auf dem Bahnhose sei ein rein zufälliges gewesen. Er habe über die dabei gethanen Aeußcrungen keine Notizen gemacht, sicherlich aber nicht gesagt, der Verhastsbefehl gegen Lord Somerset erfolge am nächsten Tage. Er habe vielmehr erklärt, die Juftizbeamten erachteten die vorliegenden Beweise für unzulänglich.
London, 3. März. Im Unterhaus erklärte Fergusson, Portugal sei bereit, mit den Vertretern der portugiesischen Eisenbahngesellschaft betr. Entschädigung wegen Wegnahme der Delagoa-Eisenbahn zu verhandeln, event. die Angelegenheit einem Schiedssprüche zu unterwerfen. Gorst macht die Mit- Iheilung, daß kleine Abtheilungen der Garnison von Aden die Häfen Zeyla und Berbern an der Somaliküste besetzten. Anläßlich des Zwischenfalls Labouchere brachte Gladstone folgenden Antrag ein: „Falls ein Deputirter eine Anschuldigung gegen einen Minister erhebt, welche Namens des Ministers dementirt wird, soll die Thatsache, daß der Minister Mitglied des Oberhauses ist, den Deputirten nicht hindern, die Annahme des Dementis zu verweigern und seine Anschuldigung aufrecht zu erhalten." Anläßlich des bekannten Amendements Gladstone zu der Parnellcommission erklärt Smith, der Negierungsantrag bezwecke, gegen alle intereflirten Parteien gerecht zu fein. Die Annahme des Amendements Gladstones könne den Glauben erwecken, daß alle Anklagen gegen die Parnelliten sich als falsch erwiesen hätten.
London, 3. März. Nach den letzten Nachrichten aus Brisbane sind bei dem Schiffbruch der „Quetta" 164 Personen umgefommen; 116, darunter der Capitän, wurden gerettet.
Rom, 3. März. Anläßlich des Jahrestages seiner Krönung wohnte der Papst in der Sixtinischen Capelle der Messe in der Tribüne des diplomatischen Corps bei.
Rom, 3. März. Die „Tribuna" meldet: „Der gestrige Ministerrath nahm die Einladung zu der Berliner Conserenz ohne Vorbehalt an. Die Vertretung soll außer Delaunay aus politischen und technischen Persönlichkeiten bestehen, deren Namen noch nicht sestgestellt sind.
Madrid, 3. März. Der Ministerrath beschloß anläßlich der Genesung des Königs eine allgemeine Amnestie für politische und Preßvergehen. Der Ministerrath stimmte auch dem Anträge des Ministers des Aenßeren zu, den Grafen Benomar in die Amnestie einzubegreifen. Das Amnestie- Deeret soll heute unterzeichnet werden.
Madrid, 3. März. Der Ministerrath beschloß, anläßlich der Amnestie, den Grasen Benomar außer Verfolgung zu setzen.
Lissabon, 3. März. Gestern Abend sand in Sctubal 1 anläßlich der Verhaftung eines Ruhestörers ein Auslaus statt. Das Militär mußte gegen die erregte Menge einschreiten, wobei einige Soldaten und ein Major vom 1. Jägerregiment durch Steinwürfe verletzt sowie mehrere Tumultanten verwundet wurden. Von hier und Evora sind Truppen- verstärknngen nach Setnbal abgegangen.
Belgrad, 3. März. Die neue Handelsconvention zwischen Serbien und Rumänien wurde heute unterzeichnet.
Sofia, 3. März. Der Agent Bulgariens in Konstantinopel, Vnlkowitsch, ist hier eingetroffen, um mit der Regierung die Sachlage zu besprechen. Er stattete den diplomatischem Agenten Besuche ab. Abends findet ein Ministerrath statt. Anläßlich deS Jahrestages des Vertrages von San Stefano und des Friedensschlusses mit Serbien wurde in der Kathedrale ein Te deum abgehalten, Welchem der Fürst Ferdinand und die Minister beiwohnten.
Petersburg, 3. März. Dem „Grashdanin" zufolge hat sich das Befinden deS deutschen Militärbevollmächtigten, Generalmajors v. Villau me, derart gebessert, daß die Aerzte eine Operation einstweilen für unnöthig erachten; der Kranke nimmt leichte Speise ein.
Rewyork, 3. März. Nachrichten aus San Salvador zufolge beschloß der Congreß, vorn 26. April ab während eines Jahres einen Zoll von 1 Dollar per Quintal auf die Ausfuhr von Kaffee zu erheben. Der Ertrag des Zolles ist zum Umbau des Nationalpalastes bestimmt.
Locales uttb Provinzielles.
Gießen, 4. März.
— Stadtverordneten-Sitzung vom 3. März. Der ijuciner früheren Versammlung gefaßte Beschluß, dem Anträge des Herrn Architecten Huhn auf Enteignung eines Theiles zum Ausbau der Dammstraße (verlängerte Flügelsgaffe) nöthigen, Herrn Ernst Wallenfels gehörigen Geländes an der Nordanlage stattzugeben, hat nach Mittheilung des Herrn Bürgermeisters seine Erledigung gefunden; die beiden Interessenten haben sich über das betreffende Gelände geeinigt. — Das Comite für das am 29. und 30. Juni ds. Js. stattfindende Sänger-B und es fest hat um Ueberlasfiing des zur Errichtung einer ' Sängerhalle nöthigen Holzes, um kostenfreie Ueberlasfiing des Oswald'schcn Gartens und des Platzes am Promenadehaus, sowie um die Berechtigung, von Schau- und sonstigen Buden Platzgeld zu erheben, nachgesucht. Es wird auf Antrag der Finanz-Commission beschlossen, dem Gesuche bezüglich der Festplätze stattzugeben, eine kostenfreie Ueberlassung von Holz zu den Festbauten aber von der Angabe des Bedarfsquantums abhängig zu machen. — Dem Local-Gewerbeverein werden aus fein Gesuch um Bewilligung eines höheren Beitrages 500 Mk. bewilligt in der Voraussetzung, daß dann ein weiterer Lehrer für die Handwerkerschule angestellt wird. Seither bezog der Gewerbeverein 300 Mk. für die Handwerkerschule und 200 Mk. für sich; die mit obigen 500 Mk. demnach nun 1000 Mk. betragende Beitragssumme soll ausschließlich zur Förderung der. Zwecke der Handwerkerschule dienen. Mit dieser Summe,' neben welcher dem Localgewerbeverein die für seine Zwecke nöthigen Unterrichtsräume nebst Heizung und Beleuchtung gewährt werden, ist erst das Minimum überschritten, welches vergleichsweise eine Reihe anderer Städte des Großherzog- thums den Haudwerkerschulen gewähren. Nach den Ausführungen der Herren Schiele und Hey ligenstädt, die auf den Nutzen der Handwerkerschule für die Stadt und Umgegend Hinweisen, ist aus Erfolg der Seitens des Landes- gewerbeverems bei Großh. Regierung um Erhöhung des Staatszuschuffes für die Handwerkerschulen des Landes gethanen Schritte dann zu rechnen, wenn auch die Städte ihr Möglichstes zur Förderung der Handwerkerschulen thun, in dieser Beziehung stehe aber Gießen gegenüber anderen Schdten entschieden zurück. Auch leisteten die meisten Sparkassen einen höheren Beitrag als die hiesige, welche seither jährlich 200 Mk. bewilligt habe. Es wird an die Bewilligung der weiteren 500 Mk. aus der Stadtkaffe die Hoffnung geknüpft, daß auch der Sparkassebeitrag erhöht werde. Herr Beig. Langsdorfs, als Director der Spar- und Leihkasse, glaubt eine Erhöhung des seitherigen Beitrags in Aussicht stellen zu können. — Das Gesuch des Herrn L. Reiß um Erlaubniß zur Ueberwölbung des Schoor- grabens au der Westanlage auf die Länge von 12 Meter wird dem Anträge der Baudeputation entsprechend behandelt. Dieselbe spricht sich gegen die bedingungslose Genehmigung aus, sie empfiehlt vielmehr, die Genehmigung zur Ueberwölbung dieses Schoorgrabentheiles von dem Ergcbniß der Verhandlungen über die Anlage einer Privatstraße von der Bahnhofstraße nach der Westanlage, durch den Lony'jchen Garten abhängig zu machen. Es ist beabsichtigt, im Lony- schen Garten eine Turnhalle zu errichten, die mittelst der nachgesuchten Ueberwölbung des Schoorgrabens von der Westanlage zugänglich gemacht werden soll, andere Anzeichen sprechen dafür, daß im Lony'schen Garten, sowie in den Nachbargärten Häuser errichtet werden, für die eine Straße angelegt wird, und die Stadt befände sich dann wieder in einer ähnlichen Lage, wie bezüglich der Wodestraße. Dieser Möglichkeit soll durch Ausführung des von der Baudeputation beantragten Beschlusses vorgebeugt werden. — Das Gesuch des Herrn W. Seipp um Erlaubniß zur Erbauung einer Scheuer am Steinweg wird wiederholt beanstandet. — Herr G g. Otto beabsichtigt auf seinem Grundstücke am nördlichen Ende der Schützenstraße eine Werkstätte für Gelbgießerei zu errichten. Die Baudeputation hat beantragt, in diesem Falle von dem Bestehen auf §17 des Ortsbaustatuts, nach welchem Hinter- und Nebengebäude nicht vor Errichtung eines Vordergebäudes errichtet werden dürfen, in Anbetracht der weiten Entfernung von der Hauptstraße abzusehen. Es wirb demgemäß beschlossen. — Die Versammlung spricht sich dagegen für Anwendung der Bestimmungen des Ortsbaustatuts bezüglich des Gesuches des Herrn Jo hS. Dem um Erbauung einer Bretterhalle an der Frankfurter Straße aus, das Gesuch
wird abgelehnt. — Herr W. Kinzenbach, Besitzer decfrüher Polizeidiener Vogel'schen Hanfes in der Wetzsteins gaffe, beabsichtigt in seinem Hanse einen Laden einzurichten und sucht um die Erhöhung des Trottoirs nach Maßgabe herüber die Anlage von Trottoirs bestehenden Bestimmungei' nach. Da nach der festgesetzten Baufluchtlinie für die Wetz steinsgaffe die Trottoirbreite vor dem Kinzenbach'schen Hause nur 40 Ctm. betragen würbe, erfolgt Ablehnung bes Gesuchs. — Herrn F. Klinke! soll am Lutherberg ein Holzlager-plan gegen eine jährliche Pacht von 30 Pfg. pro Quabratklafici überlassen werden. — Die Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1888/89 wird, nachdem die Herren Grüneberg und Hornberger bereu Prüfung vorgenommen, genehmigt. Desgl. findet der Voranschlag über die Vor schule des Gymnasiums die Genehmigmig der Stadtverordnetenversammlung. — In die Sachverftändigen-Com- mission, die über die Reinigung der Obstbäume, namentlich bezüglich der Blutlaus, zu wachen hat, werden die Herren Oeconom Helfrich, Gg. Cour. Stmon, Chr. Haubach und Feldgeschworener Steinberger wiedergewählt. — Dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege wird zur Ertheilung von Unterricht in weiblichen Handarbeiten der Saal des alten Rathhanses für 2 Stunden in der Woche ohne Vergütung überlassen.
Laubach, 1. März. Reifeprüfung. Der diesjährigen Reifeprüfung am hiesigen Gymnasium Fridericianum, die beute unter dem Vorsitze von Herrn Oberschulrath Soldan aus Darmstadt stattfand, unterzogen sich 14 Oberprimaner. EL ist dies die höchste Zahl seit Bestehen des Gymnasiums (feit 1875). Sämmtliche Prüflinge bestanden. Von denselben wollen sich 4 dem Studium der Jurisprudenz, 4 dem bei Theologie, 2 der Cameralwifsenschaft, 1 der neueren Philologie, 1 der Mebicin widmen, 1 will Militär werben, 1 in bas Postfach übergehen.
Büdingen, 2. März. Die heute stattgefundene, seht zahlreich besuchte Versammlung von Pferdebesitzern Bübingens und Umgegenb hat' den einstimmigen Beschluß gefaßt, baR unter den noch näher festzufetzenden statutarischen Bestimmungen ein Pferbeversicherungsverein sich bcchier eonstituirt. Angemeldet sind bereits ca. 100 Pferde. Das Eintrittsgeld beträgt für alle noch innerhalb 14 Tagen eintretenbe Pferbebesitzer 1 pCt. der Versicherungssumme,- alle nach Ablauf bieser Frist sich Melbenden müffen höhere Eintrittsgelder bezahlen^ — Beitrittserklärungen nimmt Thierarzt Gerhard in Bübingen entgegen.
Vermischter.
* Darmstadt, 3. März. Der frühere Präsident des Ober-Apellations- und Casfationsgerichts, Dr. Zentgraf langjähriges Mitglied der Zweiten und Ersten Kammer, ist gestorben.
* Darmstadt, 2. März. Das Großherzvglich Hessische Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie- Corps) feiert am 12. April 1890 das Fest seines 100jährigen Bestehens. Alle Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten, welche actio oder in der Reserve dem Regiment angehört haben und beabsichtigen, an der Feier Theil zu nehmen, werden ersucht, ihre Adressen bis spätestens 15. März b. I. dem Regiment einzusenden. /
* △ Mainz, 3. März. Der bei der Stichwahl am Samstag als Sieger aus der Wahlurne hervorgegangene Soeialist Jöst ist bis jetzt über den Grenzen Hessens nur wenig bekannt, weshalb folgende biographische Notizen über den neuen Vertreter des Wahlkreises Mainz-Oppenheim von einigem Interesse sein dürften. Jost wurde am 12. December 1851 in Mockenheim (Provinz Starkenburg) geboren und besuchte später die Volksschule in Ober-Abtsteinach. In Weinheim erlernte er das Schreinerhandwerk, ging 1869 auf die Wanderschaft und kam 1871 nach Mainz. Von 1871 bis 1874 abfolüirte er im 117. Regiment seine Militärpflicht, nach deren Beendigung er sich der socialistischen Be wegung anschloß. 1882 -ging Jöst auf 7 Monate nach Amerika und gründete nach feiner Rückkunft 1883 hier eine Kehlleistenfabrik. Nachdem er die verschiedenen Arbeiter- congreffe als Delegirter besucht hatte, wurde er mit seinem Gesinnungsgenoffen Ulrich in Offenbach als Vertreter von Mainz in die Zweite hessische Kammer gewählt, der er heute noch angehört. Wegen Vergehen gegen das Socialistengesetz wurde Jost 1887 zu 6 Monaten Gesängniß verurtheilt, welche Strafe er im darauffolgenden Jahre im hiesigen Provinzialarresthaus verbüßte. Bei der Reichstagswahl vor 3 Jahren candidirte Jöst im Wahlkreis Wiesbaden.
— Am 6. d. Mts. beginnen in der hiesigen Festung Kriegsübungen, bei welchen aus der Enceinte mit Kartuschen aus Geschützen geschossen wirb. Die Hebungen werden zwischen bem Fort Harbenberg und dem Fort Gonsenheim vorgenommen werben.
* △ Mainz, 3. März. Wie von verschiebenen Seiten übereinftimmenb mitgetheilt wirb, hat ber Verwaltungsrach der Hessischen Lubwigsbahn der hessischen Regierung vor geschlagen, den Bau und Betrieb fämmtlidjer für Rheinhessen und die Provinz Starkenburg vorgesehenen Nebenbahnen gegen Gewährung einer mäßigen Landessubvention zu übernehmen. Die Gesellschaft hat sich hierbei bereit erklärt, die zu erbauenden Nebenbahnen bei Uebernahme ber Hauptlinien durch den Staat zu den Selbstkosten wieder abzulaffen. Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß mit diesen Vorschlägen die Absicht Hand in Hand geht, auch die von bem Bank- confortium Darmstäbter Bank unb H. Bachstein in Berlin bereits erbauten unb noch zu erbauenden Nebenbahnen in Starkenburg unb Rheinhessen zu übernehmen, so baß die Hessische Lubwigsbahn in beiben genannten Provinzen in Besitz des geschlossenen Bahnnetzes kommt. Falls die Re gierung auf diese Vorschläge eingeht, dürfte bei den bekannten Beziehungen zwischen der Darmstädter Bank unb der Hessischen Ludwigsbahn der Realisirung dieses ProjecteS nichts im Wege stehen.


