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Tode*-Anzeige«

Heute entschlief nach kurzem Leiden unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder und Schwager

Carl Lenz, Bäckermeister,

im 32. Lebensjahre, was wir Verwandten und Bekannten tief betrübt anzeigen.

Die Hinterbliebenen.

Giessen, den 4. Januar 1890. 194

Die Beerdigung findet Montag den 6. Januar, Vormittags 11 Uhr, vom Trauerhause, Neustadt 6, aus statt.

Mrrniethungen.

169] Ein Familienlogis zu vermiethen ___________________Katharinengasse 10.

16*] Ein Logis, 4 Zimmer mit Zubehör Marktplatz 5, sowie ein Logis, 6 Zimmer mit Zubehör SSrillerstratze 15 per 1. April Preis- Werth zu vermiethen.

____ M. Scheel.

69] Ecke der Ludwig- und Bismarck­straße Nr. 11 ist der zweite und dritte Stock je 7 Zimmer nebst Zubehör, weg- zugshalber per 1. April zu vermiethen.

186] Goethestraße 18: 1 Stock zu ver­miethen, 4 Zimmer mit Zubehör. _______W. Seipp Ludwigsstraße 28.

176] Der zweite Stock meines Hauses Kreuzplatz 3

per 1 April a. c. anbei weit zu rermiethea.

_______Hermann Mettenheimer.

17 ] Schillerstr. 20 r 3. Stock mit Masserleitung bis 1. April zu vermiethen.

174] Ein gut möblirtes Zimmer mit Aussicht nach der Straße in einem neuen Hause zu vermiethen __________________Asiersweg 12, 2 Tr

181] Möblirtes Zimmer zu vermiethen.

_____ __Flügelsgasse 6. ~185| Schön möblcrtes Zimmer sofort zu vermiet en. Bahnhofstraße 61 III.

163] Ein möblirtes Parterre Zimmer in der Südanlage an einen ruh gen jungen Mann zu vermiethen.

Näheres in der Exped d. Bl.

Vermischte Anzeigen.

173] LogiS-u.Pens.-Gesuch. Solid, geb. Herr, 50 I., sucht zum 1. MLrz od. später bei geb. kl. Familie ob. einz. Dame ein gut möbl. sonn. warmeS Zimmer (eig. Bett und Schreibtisch), wo er bei einia Verk ein freund!, dauernd. Heim fanbJ Beding.: ruh anst. Straße, ganze ob. theilw- eins, aber gute Pens.,mäß. Preise.Ausf Off. m. Preisang sub A. D 90 nach Wiesbaden post!. erb.

190] Unabhängige Lauffrau oder Mädchen gesucht.

Nordantage 10.

Iutchm-Verem.

Wegen Erkrankung des Special- Vorstandes an der Influenza heute keine Geheimfitzung, sondern nur Kafseabend. [178

Der Cermonienmeister.

Montag Abend: Jentzen.

Neues Theater, Giessen

(Direotion: Adam Reiners). 181

Sonntag den 5. Januar: Im Abonnement Im Abonnement

Vereinskarten ungültig;.

Die Grille.

Ländliches Characterbild in 5 Acten von

Ch. Birch-Pfeiffer.

Personen:

Vater Barbeaud Max Jaskowski.

Mutter Barbeaud Luise Maas.

Landry | Zwillingsbrüder Paul v. Gallas.

Didier I ihre Söhne Albert Ullrich.

Martineau

Etienne

Collin

Dio alte Fadet

Fanchon Vivieux, ihre Enkelin

Vater Gaillard Madelon, s. Tochter Susette

Mariette

Richard Lerch.

Fritz Mai Heinrich Samet. Marie Jaskowski.

Anni Reiners.

Otto Frank.

Luise Neuschilling.

Auguste Pfeil.

Franzis Martin.

Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende IO1 /8 Uhr.

Dienstag den 7 Januar:

Zum Benefiz für Herrn u Frau Jaskowski: Gespenster*4.

Textors Terrasse.

Die Wirthschaft bleibt auch an Sonina- lagen bis auf Weiteres gesebBossen. 179

Wörfenwochets Bericht

von E. Wasserschleheia, Bankgeschäft.

Die Widerstandsfähigkeit der Börse wurde in der verflossenen Woche mehrfach auf eine harte Probe gestellt. Die Geldschwierigketten der Liquidation wollten kein Ende nehmen, von Tag zu Tag wuchs der Geldbedarf und stiegen die Sätze, welche für Darlehn auf kurze ober lange Frist bezahlt wurden. Diese Erscheinung steht in vollkommenem Gegensätze zu den Erfahrungen früherer Monate, nach welchen die Börse regelmäßig lange vor dem eigentlichen Zahttage die angenehme Entdeckung machte, daß der hauptsächlichste Geldbedarf scho 1 gedeckt und eine wettere Geldver- theuerung nicht mehr zu erwarten sei. Man kann nicht sagen, daß die Speculation diesmal in ihren Disposi'.tonen mit wen.ger Vorsicht verfahren fii, wenn auch die lhatsächliche Vc'sorgung etwas später begonnen haben mag als in "ue.i Monaten, und wird daher die bis zum letzten Liquidations-Tage steigenden Reportsätze fast gänzlich dem gewaltigen Umfang der bestehenden Engagements zur Last schreiben müssen. Den Einfluß des an sich großen Geldbedarfs für Handel und Industrie darf man nicht überschätzen, denn dieser, wie groß derselbe auch sein mag, fällt doch nur zum geringsten Thetle der Börse zur Last. Es verschließt sich auch Niemand der Einsicht, daß die herrschende Geldklemme nur eine Folge der bestehenden Ueber- spcculation ist, aber die Nutzanwendung, welche in einer freiwilligen Herabminderung der Engagements besteben sollte, fehlt. Tie Börse selbst kann freiltch wenig dazu tbun, denn, wie schon so oft gesagt, sind die Träger der Bewegung nicht an der Börse, sondern in dem P.ioatpubltkum zu suchen. Es herrscht heute kein Zweifel mehr darüber, daß die Börse aus der ganzen gewaltigen Bewegung der vergangenen 2 Jahre nur sehr geringen Nutzen gezogen hat, weil sie sich von allem Anfang an der Bewegung widersetzte. Das Prtvatpublikum aber hat gerade durch die Zähig­keit, mit welcher es seiner Ueberzeugung anhing und durch die ihm zu Gebote stehenden fast unbegrenzten Mittel allen Warnungen zum Trotz Recht behalten und ungeheure Gewinne eingeheimst oder wenigstens rechnungsmäßig erzielt. Daß es, gestutzt auf diese Erfahrung, heute weniger als je geneigt ist, irgendwelchen Warnungen Gehör zu schenken, ist wohl begreiflich, aber bedauerlich, weil dadurch Verhältnisse gezeitigt werden, welche es schwer machen zu glauben, daß sich eine Correctur der Uebertrelbung auf gewissen Marktgebieten ohne eine ernstliche Erschütterung des Marktes vollziehen könnte. Es ist darauf htngewiesen worden, daß im Jahre 1889, im großen Jahr der Hausse, in aller Stille und unbemerkt von der großen Menge sich Coursermäßigungen au in Vergessenheit gesunkenen früheren Lieblingen der Berliner Speculation vollzogen haben, welche bis an 100 % heranreichen. Diese Berichtigung einer früheren Ueber- treibung hat sich vollzogen, ohne den Markt irgendwie zu beeinflußen. Daß aber die gegenwärtigen Uebertreibungen auf dem Berliner Montanmarkt sich mit der gleichen Ruhe corrigtren werden, ist wegen der Allgemeinheit der Bewegung und der Größe des in diesen Werthen investirten Eapitals zum Mindesten sehr unwahr- 'Äeinlich. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß eine Rectificatton der Eourse der Montanwerthe unmittelbar bevor ober ancb nur in Aussicht stände. Das Prophe- rechen ist unter berr gegenwärtigen Verhältnissen eine nützliche Sache geworden, weil Factorcn in Berechnung zu ziehen sind, über deren Größe uns jeglicher Anhalt fehlt. Wie die Dinge liegen, glaube ich, daß ich nach manches Mal im neuen Jahre uner Börsen zu berichten Haven werde, welche allen Verhältnissen zum Trotz steigende Eourse bringen.

Die Steigerung des Reportsatzes am Samstag der Vorwoche hatte nur mäßige Coursabschwächungen hevoorgerufen, aber die neue Woche begann mit neuen Sorgen. In Berlin war am Montag noch ein ungemein starker Geldbedarf zu befriedigen und da das Angebot von Reportgeldern offenbar nicht ausreichte, so half man sich, so weit man konnte, durch Verkäufe von Änlagewerthen, besonders der 3'/2°/o Reichsanleihe und Consols. Dr traf die Meldung ein, daß die Bank von England ihren Dtseontsatz auf 6% erhöht habe, und diele völlig unerwartete Nach- -icht ließ die Börse einen Augenblick schwanken, ob sie beharren oder mit stärkeren Verkäufen vorgehen sollte. Die Eourse gingen auch etwas zurück, aber nur sehr unerheblich, denn man folgte nach einigem Schwanken der Erwägung, daß die Börse, die soeben noch 10% offiziell für Reportzins gezahlt hatte, einen Discont iatz von 6% nicht zu fürchten habe.

Am Dienstag endlich konnte man die glückliche Beendigung der Liquidation feiern, die eigentliche Hausseströmung kam aber erst mit der ersten Börse des neuen Jahres in Fluß, als der Prioatdisconlsatz schnell zu sinken begann und auch b r Satz für tägliches Geld, die letzter Zeit stark herabgestimmten Aussichten auf einen ausgiebigen Rückfluß im Januar sich wieder erheben ließ. Es sind wiederum Banken und Montanwerthe, welche die weifte Beachtung fanden und von diesen nicht zuletzt die Cassawerthe, bei welchen der Dividendencoupon mit dem ersten Januar abgetrennr wurde, ein Coursabfchlag, der nach alter Börsenpraxis möglichst schnell wieder eingeholt werden muß.

Von Ultirnowerthen erfreuten sich am meisten der Gunst der Speculation Handelsgesellschaft und Dresdener Bank, bann auch Diccontogesellschast, weil man eine Reise des Herrn von Hansemann nach Wien und Pest mit dem Project der Valutareguli'ung in Oesterreich-Ungarn in Verbindung brachte.

Aus demselben Grunde wurden auch Er edtt Actien bevorzugt. Mit dem fluffiger werdenden Gelbstand kamen bann die Renten in Ausnahme, besonders j J'altener und österreichisch-ungarische Anleihen, während sich Orient mit der vor- 1 wöchentlichen Steigerung begnügen mußten.

Bei Jndustriewerthen wird die Coucsvergleichung durch die erfolgten Coupons- delachirungen erschwert. Großes Geschäft sand in Electricitätsactien statt auf die Nachricht, daß die Gesellschaft mit der Tudor'schen Accumulatorensabrik einen Trust- uerirag abgeschlossen habe. Die Actien wurden bis nahe an 240 gesteigert, sind aber in den letzten Tagen wieder bis auf 228 gefallen, besonders als sich die Verwaltung durch das Treiben an der Börse zu der Erklärung veranlaßt sah, daß eine wesent­lich höhere Dividende nicht zu erwarten lei. Eisenactien waren in den letzten Tagen etwas gedrückt wegen eines partiellen StrikeS auf einem Schacht der Laurahütte, -foblenactien sind aber höher. Der Prioatdiscont ist rasck bis auf 4% 0/0 gesunken- Der Rrichsbaiikausweis, welcher über die tyatsächliche Lage des Geldmarktes die beste Auskunft geben könnte, sttht leider aus.

Eourse der Frankfurter Börse.

Staatsanleihen.

<JOÖFN V0M

27./XII

3./I.

Conrs vorn

27./XII.

3./I.

4% Hessische Obligation.

Bayern ....

104 60

105.40

104.90

106.40

4V20/oPortug.-A. 88 u.89

5% amort. Serb. Gold-

96

96.70

Baden.....

Zv/oSächsische Rente. .

104.10

94.30

104.60

94.55

Rente .... 5% SerbischeEisenbahn-

83.50

84.

3V,°/o BremcrStaatsanl.

.

101.50

Hyp.-Obl. L. A. .

84.70

85 30

Hamb.Stacttsrente

101.75

102.40

4o/oSchwed.Ob!ig.l880r

102.75

102.75

4o/oOestr. Goldrente .

GriechiscbeMonopol- Anleihe . . .

93.95

77.65

94.40

77.55

lo/o Türken conv. .

50/0 priv. Egypter. . . Argent. Gold-Anl.

17.50

103.60

17.70

104.50

5% Rumänische Rente . t</eo/a Russische Anl.. .

96.95

100.40

98.30

100.40

0. 1887 ...

89.50

90.

Eisendahn-Vrioritiite«.

4% Pfälz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . .

__

103 75

50/0 Südbahn Lombarden

4% do. do.

101.

98.60

101.30

99.50

Hessische Ludwigsd.

3% do. do.

62.55

63.60

68/69 parant. .

102.30

102.95

40/0 Prap-Duxer Gold .

100.90

101.50

Elisabcthb. steuerfrei

Rudolf Gold (Salzk.)

100.60

101.25

Gold ....

100.70

101.60

Franz-Josef Silber

83.70

83.35

5o/o Oestr. Staatsbahn.

105.55

106.45

30/0 ftaatl. garant. Jtal.

40/0 do. do.

100.10

101.25

Eisenbahn . .

57.70

58.30

3% do. do.

3% Lioornkser . . .

63 70

64.25-

I.Vlll.Emiss..

83.

83.70

4% Russ.Südw.-Eisenb.

91.50

92.10

3o/o do. Ergänzungsnetz

80.10

80.80

40/0 Wladikawkas garnt.

90.40

90.30

5°/o Nordwestbalm Gold

107.

107.70

40/0 aar. Sa' bin.@ec.ftfr.

87.60

87.80

Gisenbatzn-Actier».

Ludwigshafen-Bexbach.

238.90

233.40

Lübeck-Buchner . . .

182.

176.60.

Hessische Ludwigsbahn.

121.70

119.20

Mecklenburger . . .

164.

164 30

Pfälzische Nordbahn .

126.95

125.20

Gotthardt.....

171.10

167.50

Marienburger-Mlawka.

56.50

53.80

Jtal. Mtttelmeer . .

114

.-

Vank-Aclien.

Deutsche Reichsbank .

136.95

136.40

Dresdener Bank. . .

191.30

194.10

Berlin. Handelsgesellsch.

204.20

206.40

Mitteldeutsche Creditb. .

119.

119.50

Deutsche Bank . . .

174.80

174.50

Wiener Bank-Verein .

102.37

107.50

DeutscheGenossenschftsb.

v.Soergel.ParrisiusLCo.

138.45

135.50

Württemb. Vereinsbank

128.40

127.

Industrie-Papiere.

Binding-Brauerei . .

166.50

168.20

Deutsche Verlagtzcinftalt

277.

278 25

Stern- do. (Oberrad)

134.90

134.90

Farbwerke, vorm.M elfter,

Bad. Anilin- u. Soda-

Lucius L Brüning.

274.30

269.50

fabrif ....

289 50

277

Riebeck'scheMontanwerke

193.90

193 90

Diverse Obligationen.

5% Buderus-Obligat. . 1103.45 1103.85 I 4%%GrafHenkelv.Don- I nersmark, rückz. ä 105 |

40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr. v. 86 ab . . .

3V20/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr.

4v/yPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- ' Pfanddr. . . . 3</2o/o do......

4% Preuß. Eentr.-Bod.-

Cred.-Pfandbr. bis 1885 .....

101.75

98.60

101.20

98 50

100 70

Pfand

98.60

101.40

98 50

102.65

priese.

4o/yDeutsch(Grundschld.- Bk.-Pfanddr.

3V2°/o do......

3V2% Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . .

4o/o Meininger Pfanddr.

101.-

98.50

96.90

101.

101.

98 50

96.90

101.

Oestr. 1860rfl.500-Loose 1854rfl.250-

40/0 Meininger Prämien- Pfandbr. . . .

124.20

131.55

Loi

125.20

131.20

>fe*

Braunschweig. 20 Thlr.- Loose ....

30/0 Oldenburger Loose .

3V,o/oKöln-Mindn.Loose

107.

132.45

139.

107.

132.

138.90

841

6o/nEhtc.Milw.f.St.Paul Prt.,rückzahib. 1910 .

5o/nChic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb-1921 .

6°/0 Centr. Pacif. I.Mrtg.

rückzahlb. 1896 . .

nerikar

116.30

103.90

111.20

rische E

118.

104.40

110.50

-senbahn-NondS.

4^/o Ehtcago Burlington

Nebraska 1927 . .

41/a°/o California Pacif.

I. M., rückzahlb. 1912 6o/oPacif.oi 'Älissouri con- solidated I. M. r. 1920

90.50

105.60

107.65

91.

108.40

183

Hekene Lenrp urrd Kind.

Gießen, den 4. Januar 1890.

Die Beerdigung findet Sonntag den 5. Januar, Nach­mittags 2 Uhr, vom Sterbehaus (Frankfurterstraße 82) aus statt.

Todes -Anzeige.

Verwandten und Bekannten machen wir hierdurch die schmerz­liche Mittheilung von dem gestern Nachmittag erfolgten Hinscheiden unseres unvergeßlichen Mannes und Vaters

Christian Aemp und bitten um stille Theilnahme.

Nb Der heutigen Nummer liegt ein Extrablatt he* Firma A. Iuntz set. Wwe. in Bonn, Niederlage in GieHen bei Herrn I. M. Echulhof, bei. 195

Hebaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gietzev

Tie heutige Nummer umfaßt 6 Seite«.