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Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Berlin, 2. December. Der Kaiser wird nicht nur die Schulenquete-Conferenz eröffnen, sondern auch noch an der Sitzung und dem vom Cultusminister dargebotenen Frühstück theilnehmen- dieNordd. Allg. Ztg." meint, der Kaiser dürste sich dabei in freierem Gespräch über seine Ansichten betreffs der Schulreform äußern."

Berlin, 2. December. DerReichsanzeiger" meldet: Der Reichskanzler hat die E i n f u h r l e b e n d e r S ch w e i,n e aus Rußland in die öffentlichen SchLachthöfe von Thorn, Beuthen und Myslowitz unter gewissen Bedingungen wider­ruflich und versuchsweise gestattet.

Berlin, 2. December. Die Gewerbeschutz-Con- serenz nahm folgende Resolutionen an: daß das bisherige Vorprüfungsverfahren des Patentamts aus die Neuheit des Gegenstandes zu beschränken sei- daß für als neu anerkannte formell richtige Gesuche vorläufiger Schutz, auf Antrag sechs­monatige Geheimhaltung gewährt, und dieselben sodann zu sechswöchiger öffentlicher Prüfung ausgelegt werden, daß gegen Beschlüsse auf Ertheilung oder Zurückweisung des Gesuches a* eine gemischte Instanz (Juristen und Techniker) Berufung sreistehe, sowie daß Klagen aus Richtigkeit, Zurücknahme und Uebertragung der Patente zunächst bei dieser Instanz, im Falle der Berufung beim Reichsgericht zu verhandeln, endlich daß die Patentgebühren herabzusetzen seien, so daß sie keine Einnahmequelle bilden.

Berlin, 2. December. Zur Feier des 200jährigen Bestehens des französischen Gymnasiums war heute Festact in der reich geschmückten Aula, dem der Kaiser, der Cultusminister, Ministerialdirector Bartsch und Ober­präsident Achenbach beiwohnten.

Berlin, 2. December. Die Arbeiterschutzcom­mission nahm heute die weiteren Bestimmungen betreffend die Sonntagsruhe ohne wesentliche Aenderungen nach den Beschlüssen der ersten Lesung an- desgleichen diejenigen be­treffend die Arbeitsbücher bis § 114. In tz 113 wurde ein

schont werden. Man habe dies den Hannoveranern auch versprochen, aber das Versprechen wurde schlecht erfüllt. In der Verwaltung empfiehlt sich Sparsamkeit. Herr v. Benda hatte wohl kaum Gründe, sich gegen die königliche Gehaltsbcmeffung zu wenden. Auch mit einer etwa nöthigen maritimen Befestigung der Insel wird man Schritt für Schritt vorgehen müssen. Der Uebergang der Insel an Deutschland hat überall in meiner Hetmath die freudigste Genug- thuung hervorgerufen. ' ,

Abg. Richter (dfr.) schließt sich Wtndthorst an. Es wäre sehr gut, wenn sich noch irgendwo ein Inselchen fände, gegen das wir unsere Schutzgebiete mit Anstand loswerden könnten.

Abg. Frhr. v. Manteuffel-Crossen (conf.) stimmt der Vor­lage bei und spricht namentlich seinen Beifall der kaiserlichen Pro- clamation aus.

Abg. Stadthagen (Soc.) wünscht die staatsrechtlichen Grund­lagen des Abtretungsvertrages in einer Commission zu prüfen. Unter anderen Bestimmungen wird man auch die gewerberechtlichen Vor­schriften prüfen müssen für den Betrieb des Lootsen-Gewerbes, welche den Helgoländer Lootsen sehr unbequem sein dürften. Die geschicht­liche Vergangenheit der Insel spricht jedenfalls mehr für den Anschluß an Hamburg oder Dänemark, als für den Anschluß an Preußen. Auch sollte man die Meinung der Bevölkerung hören und den Helgo­ländern die Möglichkeit geben, für England zu opttren.

Staatssecretär v. Bo etlicher: Einer Commissionsberathung wird es kaum bedürfen. Eine namentliche Abstimmung darüber, ob die Helgoländer zu Deutschland oder zu England gehören wollen, ist praktisch schwer durchführbar, es liegt aber auch gar kein Bedürfniß hierfür vor. Den Helgoländern ist thatsächlich das Recht gewahrt, bis zum 1. September 1892 die Erklärung abzugeben, daß sie für England opttren. Was die geschichtliche Vergangenheit der Insel anbelangt, so hat dieselbe zu Hamburg nie gehört. Wir können auch hier nur über ein Provisorium beschließen, weitere Beschlüsse müssen im preußischen Landtage gefaßt werden. Wenn aber von dem Vor­redner auch auf Dänemark htngewiesen ist, so bedauere ich, daß dieses hohe Haus den Anschluß der Insel an Dänemark nicht be­schließen kann. ,

Der Antrag auf Commissionsberathung wird gegen die Stimmen der Socialdemokraten abgelehnt.

Sodann werden die Etatsrechnungen der Oberrechnungskammer pro 188789 an die Rechnungscommisston verwiesen und das elsaß- lothringische Etats-Controlgesetz pro 1890/91 in erster Berathung er­ledigt. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung: 1) Wahl eines Schriftführers, 2) Rechnungssachen, 3) Wahlprüfungen. Schluß 33/* Uhr.

Stimme bebte,ich hatte geglaubt, immer bei Ihnen bleiben zu dürfen, immer zu Ihnen kommen zu können!"Nun und warum sollte das denn auf einmal anders sein, Harry?" Der junge Herr, der vorhin bei Ihnen war, wird mich weg­schicken," antwortete der Knabe.Aber Harry, warum denn?" Ich weiß es nicht. Ist er Ihr Bräutigam?"Ja, Kind, aber wie fragst Du?"Wird er immer bei Ihnen bleiben?" Ja, natürlich, Du kleiner Quälgeist."O," seufzte Harry in komischem Schmerze,bann muß ich doch noch einmal fort, zurück in die arme, kalte Hütte, die nie, nie meinzu Hause" sein tann. Hier war meinzu Hause." Thränen perlten bei diesen Worten über des Knaben blasse Wangen. Mit­leidig nahm ihn Mara deßhalb in ihre Arme und redete ihm tröstend zu. Plötzlich umschlang er leidenschaftlich den Hals der jungen Dame und flehte leise:Küssen Sie mich nur ein­mal, noch Niemand hat mich im Leben geküßt!" Sonderbar von dem seltsamen Wesen Harrys berührt, beugte sich die Malerin nieder und drückte einen warmen, innigen Kuß aus seine Lippen. Mit einemLeben Sie wohl!" riß sich der Knabe hierauf los und stürmte, ohne sich umzusehen, hinaus. Mara schaute ihm nach.Was hatte er nur?" murmelte sie gedankenvoll. Doch bald hatte die Malerin in Gesellschaft ihres Bräutigams die kleine Scene mit dem Bettelknaben vergessen.--------

Am nächsten Tage war groß gedruckt in der Zeitung zu lesen:Schon wieder fand in unserer Stadt ein Selbstmord eines Kindes statt. Heute Mittag fand man in den Anlagen der Promenade die Leiche des 15jährigen Harry Melarß mit durchschnittenen Pulsadern vor. Wahrscheinlich hat der Knabe an8 Furcht vor Strafe" seinem Leben ein Ende gemacht.

Compromißantrag angenommen, welcher den Arbeitgebern die Kennzeichnung der Arbeitsbücher mit aus dem Gesetz nicht ersichtlichen Merkmalen untersagt. Zu den die Lohnzahlung betreffenden §§ 115 bis 119 wurde der Compromißzusatz angenommen, wonach die Lohnzahlung in Wirthschasten ohne Genehmigung nicht erlaubt ist. Ferner wurde bestimmt, daß Arbeitgeber zu Lohneinbehaltungen infolge Contractbruchs nur bis zu 1I4 des fälligen Lohnes, niemals aber über den Wochen­betrag hinaus berechtigt sind. Alsdann wurde beschlossen, daß durch Gemeindestatut festgesetzt werden kann, daß Lohn­oder Abschlagszahlungen in festen Fristen nicht über einen Monat oder unter einer Woche erfolgen dürfen, und daß der Lohn der Minderjährigen an deren Eltern, Vormünder oder mit deren Genehmigung unmittelbar an die Minderjährigen zu zahlen ist, sowie daß die Gewerbetreibenden verpflichtet sind, die Eltern und Vormünder der Minderjährigen zeit­weilig von den gezahlten Lohnbeträgen zu benachrichtigen. § 120 (Gemeinde-Fortbildungsschulen) erhält einen Zusatz, wonach der Unterricht Sonntags nie vor und während des Hauptgottesdienstes gestattet ist, und daß der Besuch von Jnnungs- oder Fach- oder anderen staatlich anerkannten Fort­bildungsschulen von der Verpflichtung des Besuches der Gemeindefortbildungsschule entbindet. In der Debatte betonte der Handelsminister Freiherr von Berlepsch die hohe Be­deutung der Fortbildungsschulen als Uebergang vom Hand­werk zum Kunsthandwerk und erklärt es für dringend wünschenswerth, den Besuch der Fortbildungsschulen obliga­torisch zu machen.

DerNationalzeitung" zufolge hätte Professor Dr. Koch die Annahme einer Dotation als eines äußeren Zeichens der nationalen Anerkennung abgelehnt.

Köln, 2. December. Der Landschaftsmaler Alexander Hoppe in Düsseldorf büßte in vergangener Nacht durch Sturz aus dem Fenster sein Leben ein.

Wien, 2. December. DemFremdenblatt" zufolge hob Kalnoky anläßlich der heute erfolgten Eröffnung der Vor­verhandlungen über den deutsch-österreichischen Han­delsvertrag die Wichtigkeit der Verhandlungen für die wirthschaftlichen Interessen der betheiligten Länder, sowie für die weitere Gestaltung der handelspolitischen Situation Eu­ropas hervor. Er hoffe, daß die Verhandlungen zu einem gedeihlichen Ergebnisse führen würden aus dem Gebiete der Handelsbeziehungen und diese eine erfreuliche Ergänzung der bestehenden politischen Freundschaft zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bilden werden. Die strengste Geheim­haltung der Verhandlungen sei allerseits zugesagt. Die Be­rathung wird morgen fortgesetzt.

Genf, 2. December. Die Stadt Genf erläßt heute eine amtliche Mittheilung, laut welcher der Prozeß . wegen der 18 Millionen-Erbschaft seinen Abschluß gefunden hat durch Entscheid des Gerichts Braunschweig in Sachen der angeblichen Erben des verstorbenen Herzogs (Familie Civry), gegen den König von Sachsen einerseits, Stadt Genf und Herzog von Cumberland andererseits.

Paris, 2. December. Folgende diplomatische Ver­änderungen werden bekannt: Der diplomatische Agent in Cettinje, Gerard, ist zum Gesandten in Rio de Janeiro ernannt, der Botschaftsrath in Konstantinopel, Jmbert, in gleicher Eigenschaft für Lima und Laugiers Villars für Kon­stantinopel ernannt. Ferner ist der erste Secretär in Stock­holm, Bourgarel, für Konstantinopel, Gery zum zweiten Secretär in Stockholm und Maurouard zum zweiten Secretär in Athen ernannt.

nnö provinzielle».

Gießen, 3. December.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 4. December 189 0, Nach­mittags 4 Uhr:

1. Gesuch des Fritz Leuning zu Gießen um Concession zum Wirthschaftsbetrieb. 2. Desgl. der Peter Hubeler Wwe. 3. Desgl. des Karl Jäger. 4. Die Rechnung der Vorschule des Gymnasiums pro 1889/90. 5. Gesuch des Feierabend für Lehrlinge um Ueberlassung des Saales im alten Rath­hause. 6. Unterhaltung des Liebigdenkmals. 7. Herstellung einer Straße vom Seltersweg gegenüber der Löwengasse nach der Südanlage. 8. Gesuch des Ferdinand Burk um Erlaubniß zur Erbauung eines Lagerhauses. 9. Trottoir­anlage in der Ludwigstraße.

Theater. Aehnlich, wie in dem voriges Jahr hier ausgeführten französischen Schwanke:Nervöse Frauen" wird in dem neuen Moser'schen LustspieleNervös" in er­götzlicher Weise die Heilung einer Anzahl von Damen, die sich mit der angedeuteten Modekrankheit behaftet fühlen, ge­schildert. Die Aufführung des erheiternden Stückes sand ein Mal ausnahmsweise vor einem etwas größeren Kreise statt und wird sicherlich bei allen Anwesenden den Eindruck hinterlassen haben, daß unser Theater trotz dem geringen Entgegenkommen, das ihm gerade in dieser Saison zu Theil wird, alles nur Mögliche leistet. Ausgezeichnet war vor Allem das Spiel des Herrn Reiners als Rentier Hempel, dem durch die Nervosität der Damen seines Hauses jede frohe Stunde ruinirt wird, bis er endlich sein Gewaltmittel gegen jenen Störer seiner häuslichen Freuden gefunden hat. Eine reizende Meta stellte Frau An ni Reiners vor, frisch und voll Laune in allem ihren Thun. Sehr gewandt und erheiternd bewegte sich Herr Rudolf Biebrach in der komischen aber nicht ganz wahrscheinlichen Partie des Geschäfts­reisenden Ochs. Besonders wollen wir die Scenen mit dem alten Hempel als gelungen hervorheben. Herr Goullon war als Paul Horn im Allgemeinen gut- nur schien er gestern wieder, wie in der ersten Aufführung derEhre" nicht gewandt genug, namentlich in Bezug auf seine Be­wegungen. Wir wissen aber doch, daß Herr Goullon keineswegs ungewandt und hölzern ist, sondern sich sehr gefällig zu be­wegen weiß. Seine Zurückhaltung scheint demnach beabsichtigt zum Zwecke der Characteristik, war aber sicherlich in den

beiden angeführten Fällen nicht am Platze. Frl. Unger und Frl. Martin waren ganz au fait, ebenso characterisirte Herr Winolt seinen alten Oberst Bardua besonders in der Maske trefflich. Liebenswürdig spielte Frl. Bischofs ihre Laura, recht wirksam war Frl. Ro land. Herr Schreiner hätte seine Stimme nicht gar so sehr mißbrauchen sollen, war jedoch sonst vollkommen befriedigend.

Auch in dieser Woche überrascht das Kaiserpanorama durch eine neue und hochinteressante Bilderreihe. Wir werden nach den königlichen Schlössern Babelsberg und Glienicke geführt. Ersteres war bekanntlich ein Lieblingsausenthalt des Kaisers Wilhelm L, Glienicke vornehmlich der Aufenthalt des jagdliebenden Prinzen Friedrich Karl. Unter den Ansichten von Babelsberg wird besonders interessiren das Schlafzimmer des greisen Kaisers. An der Wand steht das Feldbett mit der einfachen Wolldecke und der festen Matratze. Nahe dem Bette, aus einfachem Holze gezimmert, befindet sich ein Stuhl - unser Fritz", der ja die Tischlerei gelernt hatte, hat ihn gezimmert. Auf dem Tische liegen allerhand Andenken, die dem Kaiser verehrt worden sind, oft große Kleinigkeiten, welche aber alle wohlverwahrt wurden. In einem anderen Zimmer ist eine ganz schottische Einrichtung, ein Geschenk der englischen Königin an ihre Tochter, die dadurch an den schönen, in Schottland belegenen Königssitz Balmoral erinnert werden sollte. Schloß Glienicke enthält kostbare Geweih- und Waffensammlungen. Die Trauerzüge der Kaiser Wilhelm und Friedrich stellen sich uns in ihrer ganzen ergreifenden Großartigkeit dar. Man erkennt so deutlich sieht man jede Einzelheit die Fürsten, die Generäle, die Minister, welche ihren todten Kaisern das letzte Geleite geben. Da diese hochinteressanten Bilder, welche die Erinnerung an eine bewegte, ereignißreiche Zeit der jüngsten Vergangenheit lebhaft erwecken, in Gießen zum ersten Male ausgestellt werden, darf man erwarten, daß der Besuch des Panoramas der Bedeutung dieser Kunstwerke und des Dargestellten entsprechen wird.

Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 16. November bis 22. No­vember in Mainz mit Castel 27, in Darmstadt 17, in Offenbach 11, in Worms 6 und in Gießen 12, zusammen 73, darunter 17 im ersten Lebensjahre. Die Todesursache anlangend, verstarben an Masern und Rötheln 2 (Mainz und Gießen je 1), an Scharlach 1 (Gießen), an Rachenbräune 4 (Gießen 2, Darm­stadt und Offenbach je 1), an Halsbräune 1 (Mainz), an Keuchhusten 1 (Mainz), an Diarrhoe und Brechdurchfall 1 (Gießen), an Wochenbettkrankheiten 2 (Mainz und Darmstadt je 1), an Lungenschwindsucht 7 (Mainz 3, Darmstadt 2, Offen­bach und Gießen je 1), an entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane 6 (Mainz 3, Offenbach 2, Darmstadt 1), gewaltsamen Tod 4 Personen (in Mainz 2, in Darmstadt und Gießen je 1).

Nachdem der evangelische Pfarrvereiu für das Groß- herzogthum Hessen am 13. November ins Leben getreten ist, versammelte sich am 26. November der in jener Versammlung erwartete engere Ausschuß zur Wahl des Gesammtvorstandes und zur Besprechung der Gründung des Hessischen Kirchen­blattes als Vereinsorgan. Es wurden in den Gesammt- vorstand gewählt für Starkenburg Heß-Crumstadt, Dietz- Messel- für Oberhessen Dr, Naumann-Gießen, Weber- Londorf- für Rheinhessen Wundt-Pfiffligheim, Decker-Watten­heim. Zum Vorsitzenden des Gesammtvorstandes wurde Heß gewählt. Ferner wurde beschlossen, daß das Hessische Kirchen­blatt vom 1. Januar 1891 an erscheinen solle und die Re­daction desselben Pfarrer Dr. Naumann übertragen. (D. Z.)

Hesfischer Feuerwehrlag. Die 7061 Mitglieder zählen­den 101 Feuerwehren des Großherzogthums Hessen hielten am 30. November unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Herrn Kreisfeuerwehr-Jnspectors Justus aus Darmstadt, im Storch" in Frankfurt a. M. eine Abgeordneten Versamm- lung ab. In der Berichterstattung über den Stand des Löschwesens in Hessen constatirte der Vorsitzende, daß derselbe ein befriedigender sei. Nach vieler Mühe fei endlich ein Gesetz über eine einheitliche Landesfeuerlöschordnung zu Stande gekommen. Man dürfe hoffen, daß sich dadurch die Brand­schäden auf ein Minimum verringern werden. Die frei­willigen Feuerwehren seien berufen, dem neuen Gesetz Leben zu verleihen- in erster Linie müßten nun geeignete Persön­lichkeiten für die Stelle der Kreisfeuerwehr-Jnspectoren gewählt werden. Der Kassenbericht über die Verbandsunterstützungs- kasfe pro 1889 ergab eine Einnahme von 797.06 Mk., eine) Ausgabe von 277.34 Mk. Zur Anmeldung gelangten 6 Un­fälle- in diesem Jahre sind bereis 18 Unfälle angemeldet. Die Versammlung beschloß dann, daß mit dem demnächstigen Inkrafttreten der städtischen Unterstützungskasse, also vom nächsten 1. 'Januar an, Beiträge Seitens der Mitglieder vorerst nicht mehr zu zahlen sind. Als Abgeordnete für die Verwaltung der staatlichen Unterstützungskasse wurden gewählt: Weil-Offenbach, Feller-Lollar, Keller-Mainz. Die von Lollar beantragte Prüfung von Löschgeräthen, die bei Feuerwehr­tagen zur Ausstellung gelangen, wurde abgelehnt. Ver­schiedene Abänderungen der Verbandßsatzungen wurden einer Commission zur Berathung und Berichterstattung überwiesen. Gewählt wurden zu diesem Zwecke: Müller-Offenbach, Schaub- Seligenstadt, Anthes-Langen, Regen-Bretzenheim, Mayer- Ober-Jngelheim, Bruck-Mainz, Hieronymus-Friedberg, Vetz- berger Ortenberg, Feller-Lollar. Die Frage der Errichtung von Musterlagern für Feuerwehr-Requisiten durch den Verband soll der Landesausschuß prüfen. Schließlich kamen noch technische Fragen zur Besprechung, in der die gegenseitigen Erfahrungen ausgetaujcht wurden, u. A. auch die Frage, ob eine Laterne existire, die bei Sturmwind nicht erlischt und mit Sicherheit beim Betreten von Räumen, welche mit explo« direnden Gasen angefüllt sind, benutzt werden kann. Während von einer Seite kleine elektrische Lampen empfohlen werden, war der Director der Frankfurter Berufsfeuerwehr, Herr Schappler, der Ansicht, daß in allen Fällen Vorsicht geboten sei, Lampen mit absoluter Sicherheit gäbe es einstweilen noch nicht. Die Versammlung wurde gegen 2 Uhr von dem Bor-

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