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Freitag den 4. April
Nr. 80
vierteljähriger
Ruinen.
Kchulstraße Ar.1.
Kenerat-Mnzeiger
Fernsprecher 51.
Aints- unb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren.
Hratisöeitage: Gießener IramittenöläLter
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.
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Schiffenberg;
aus den Orten; Albach, Allendorf a. d. Lahn, Burkhardsfelden , Garbenteich, Großen - Linden , Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Oppenrod, Steinbach und Watzenborn-Steinberg.
Der 2. Bezirk besteht;
aus dem links der Frankfurt'Marburgerstraße gelegenen Theil der Stadt Gießen, sowie
aus den Orten: Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Trohe, Wieseck und Winnerod.
Gießen, am 1. April 1890.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Nedaction, Expedition und Druckerei:
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß vom 1. April 1890 an auf die Dauer von zwei Jahren der 1. Kaminfegerbezirk dem Kaminfeger Karl Awefcb dahier unb der 2. Kaminfegerbezirk dem Kaminfeger Kranz Nebl dahier zugewiesen ist.
Der 1. Bezirk besteht:
a) aus dem Theile der,S t a d t Gießen, welcher von Frankfurt aus gerechnet, rechts der Straße von Frankfurt «ach Marburg gelegen ist, einschließlich der Gemarkung
Bekanntmachung.
Im Interesse des Publikums macht man noch ausdrücklich darauf aufmerksam, daß Reclamationen gegen Einkommen- «rtb Kapitalrentensteueransätze 1. Abteilung immer, aber mich Remonstrationen gegen Ansätze dieser Abthellung, sonne R eclamationen gegen Einkommen- und Kapitalrentensteueransätze 2. Abtheilung möglichst scdriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (iwenn aber mündlich, nur an den Amstagen Dienstags und Samstags) während der gesetzlichen Frist bei dem Unterzeichneten vorzubringen sind, damit der Commission das zvr Beschlußfassung erforderliche Material demnächst unterbreitet werden kann.
Gießen, den 30. März 1890.
Der Vorsitzende: Süffert
Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den .Gießener Anzeiger" entgegen.
Die beiden Slichnmhl-Candidalen im Wahlkreise Gießen.
Der gNeheuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS Montag».
Die Gießener Aamikieuktätter j abtn dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
der Physik.
ßroci ältere Brüder des Landrichters Dove sind bei ausgezeichnete Rechtslehrer Richard Wilhelm Dove, Professor in Göttingen, und der angesehene Historiker Professor Alfred Wilhelm Dove in Bonn.
Während die vorstehenden Angaben leicht jedem Conver- sations-Lexikon zu entnehmen sind, ist schwerer zu ermitteln das Personale des anderen Stichwahl-Candidaten, Herrn Wilhelm Pickenbach. Wir haben uns bemüht, hierüber Einiges zu erfahren, da der Wahlkreis hieran doch ein berechtigtes Interesse nimmt, können aber nur Folgendes mittheilen:
Herr Pickenbach hatte früher ein Wäsche-Detailgephaft in der Friedrichsstraße in Berlin. Nachdem er mit seinen Gläubigern accordirt hatte, nannte er sich Rentier. Er gelangte auch in die Berliner städtische Vertretung, verlor aber das Mandat als Stadtverordneter im Jahre 1885. Er machte im Verein mit einem Herrn Harpe in Berlin Geldgeschäfte, scheint aber keinen. Erfolg gehabt zu haben- denn es liegt uns ein Haftbefehl vor, der wegen verweigerten Offenbarnngseides bezüglich einer Schuld von 650 Mk. vom Königlichen Amtsgericht Berlin I Abthlg. 46 IL am 22. Juli 1886 erging. Herr Wilhelm Pickenbach hat auch, wie ein uns vorliegender, von seiner Hand geschriebener Brief vom 22. September 1886 ausweist, eine Zeit lang in Haft gesessen, ist aber dann entlassen worden, weil der Gläubiger nicht länger die Alimentationskosten zahlen wollte. Auf Anfrage theilt man uns mit, daß der Eid jetzt immer noch nicht geschworen und die Schuld noch nicht bezahlt sei. In dem gedachten Briese vom 22. September 1886 spricht Herr Wilhelm Pickenbach die Hoffnung aus, daß er durch seine Thätigkeit als Vermittler von Geldgeschäften seine Schulden abzahlen könne und daß ihm die Beitreibung seiner Ausstände nun leichter fallen werde, da er wegen Vermögenslosigkeit im Armenrechte klagen könne. Aus der späteren Zeit ist uns nur zugänglich geworden eine uns vorliegende Kostenrechnung der Königlichen Gerichtskasse I, Buchhalterei XIV zu Berlin vom 17. März 1888 (Aktenzeichen P H. K. 3), wonach 12 Mk. Kosten von einem Gläubiger des Herrn Pickenbach eingezogen wurden, weil sie von letzterem wegen notorischer Zahlungsunsähigkeit nicht beigetrieben werden konnten. Herr Pickenbach hat sich in der gegenwärtigen Wahlagitation als Kaufmann in Berlin bezeichnet. Er ist aber dort weder aus dem Firmenverzeichniß, noch aus dem Adreßkalender, noch aus den Büchern des Einwohner-Meldeamtes zu ersehen. Nach privaten Miltheilungen sei er Makler, insbesondere für Geldgeschäfte.
Wir dürfen am Schlüsse dieser Notizen die Ansicht aussprechen, daß es in unseren Augen selbstverständlich Niemanden zum Vorwurfe gereicht, wenn er arm ist, daß wir aber doch zwischen Armuth und Verschuldung unterscheiden und daß wir ernstlich gewünscht hätten, daß der Mann, der sich um die höchste Vertrauensstellung im Kreise bewirbt, sein Vorleben klarer vor die Augen der Wähler gestellt hätte und keinenfalls mit einem rückständigen Manisestationseide und der daraus unausgesetzt folgenden Drohung der Vei> Haftung belastet wäre. E.
Die bevorstehende Stichwahl, in welcher endlich unser vielgequälter Wahlkreis seine Vertretung zum Reichstage finden sott, lenkt das Interesse des ganzen Kreises aus zwei ihm seither unbekannte Männer, über welche daher einige persönliche Mittheilungen erwünscht sein werden.
Der freisinnige Candidat, Herr Heinrich Dove, tft geboren im Jahre 1853 in Berlin, evangelisch. Er besuchte das Joachiwsthal'sche und Friedrichs-Werder'sche Gymnasium in Berlin, dann von 1872 bis 1875 die Universitäten in Göttingen, Heidelberg und Berlin, war sodann Referendar in Alt-Landsberg und Berlin, später Gerichts-Assessor in Schneidemühl und Münster in Westfalen, dann Amtsrichter m Rogasen und ist seit sechs Jahren als Landrichter in Frankfurt a. M. thätig. Er hat sich durch seine praktische und wissenschaftliche Thätigkeit, insbesondere seine jüngste Abhandlung über die zweckmäßigste Regelung des Juvcntarrechtes, einen sehr guten Namen erworben, hat bereits 1884 im Wahlkreise Jena für den Reichstag candidirt und bekleidet neben seinem Amte als Landrichter noch die Functionen eines Stellvertreters de» Bezirksausschusses für den Regierungsbezirk Wiesbaden.
H. Dove gehört einer in der wissenschaftlichen Welt angesehenen preußischen Familie an. Sein Vater, Heinrich Wilhelm Dove, gestorben als Professor zu Berlin im Jahre 1879, war der bekannte Lehrer der Physik, ein hervorragender Gelehrter auf allen und bahnbrechend auf vielen Gebieten
Deutsches Rei<ch
Aus dem Großherzogthum Hessen, 30. März. Herr Hauptmann Mock im Eisenbahnregiment hat eine Zielmaschine construirt, welche ermöglicht, die Visirluue rasch zünd genau auf einen bestimmten Zielpunkt zu richten, bei der Hebung alle erforderlichen Belehrungen über Höhen- und Seitenrichtung zu geben und das Voll- und Feinkorn-Nehmen, Gewehrverdrehcn, sowie Kornklemmen an bestimmten Bei- smielen zu erläutern. Dieselbe gibt dem Gewehre außer etner- bequemen und sicheren Unterlage eine grobe und seine Seitenbewegung und eine feine und grobe Höhenbewegung. Der Vortheil eines derartig präcisen Mechanismus macht sich aanz besonders geltend bei Zielübungen auf entferntere, also kleinere Ziele, wo der Sandsack als Unterlage nicht mehr ausreichend erscheint.
Darmstadt, 2. April. Die gestrige Generalversammlung des Landwirthschaftlichen Provinzialvereins Starkenburg wld- mete dem Fürsten Bismarck, als dem Freunde und Förderer des landwirthschaftlichen Gewerbes, tclegraphi,ch die wärmsten Glückwünsche für alles Erstrebte und Erreichte.
Berlin 1 April. Das Comite, welches sich zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals in Berlin gebildet Hat, will den Kaiser um Uebernahmc desProtcctora.s bitten. Die „Voss. Ztg." bezweifelt, daß mit diesem Unternehmen im Sinne Bismarcks selbst gehandelt werde und erinnert an eine feiner Reden, in der er sagte: , .
„Was Statuen anbelangt, so muß ich doch lagen, daß uch für diese Art von Dank gar nicht empfänglich bin. ^cl) ::uäre in der größten Verlegenheit, wenn ich beispielsweise in iiköln wäre, mit welchem Gesicht ich an meiner «tatuc vor- lbeigehcn sollte. Ich erlebe das in Kissingen- es stört mich in meinen Promenaden, wenn ich gewissermaßen fossil neben mir dastehe."
treters zu stellen. .
— Die serbische Regierung habe bisher keinerlei Mit- theilung seitens der bulgarischen Regierung in der Asfaire Mincevics erhalten. Auch haben keine feindseligen Kundgebungen vor dem Hause Mincevics stattgefunden.
— Das Amtsblatt publikirt ein Dekret, wonach serbische Bodenproducte abgabenfrei nach Saloniki gehen.
Petersburg, 2. April. Gegenüber den Meldungen verschiedener Blätter von der Erkrankung des Kaisers verlautet aus zuverlässiger Quelle, daß derselbe vollkommen gesund und wohl ist.
— Der „Krai" meldet, die Einschränkung der Rechte der Juden laut Gesetz vom 3. Mai in den Westgouvernements soll gleichfalls auf Polen ausgedehnt werden. Ein diesbezügliches Projekt wird dem Reichsrath vorgelegt werden.
Athen, 2. April. Die F r ü h j a h r s - M a n ö v e r werden nicht stattfinden, dagegen werden im Herbst beide Klassen der Reserve zu Hebungen einberufen werden.
Konstantinopel, 2. April. Die „Agence de Konstantinopel" ist ermächtigt, die in Athen verbreiteten Gerüchte, wonach türkische Schiffe m kretensischen Gewässern kreuzten, als vollständig unbegründet zu bezeichnen.
Zanzibar, 2. April. Michahelles geht morgen mit zwei Kanonenbooten nach Larnu ab, um den Sultan von Witu zu besuchen.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Liegnitz, 2. April. Hiesigen Blättern zufolge trifft der Kaiser am 18. September in Jauer ein. Die Parade beim Kaisermanöver findet zwischen Seckerwitz und Poisch- witz statt.
München, 2. April. Von den seit gestern ausständigen etwa 1000 Zimmergesellen haben bereits 300 die Arbeit wieder ausgenommen, nachdem bis jetzt 34 Meister den Lohntarif der Gehilfen unterzeichneten. Die größeren Meister beharren aus ihrer ablehnenden Haltung und wollen nur einen höchsten Lohnsatz von 45 Pfg. statt des verlangten Minimallohnes von 50 Pfg. für die Stunde bewilligen. Zimmermeister Leib, der Militärarbeiten zu liefern hat, erhielt zu deren Fertigstellung 30 Mann von der Infanterie und dem Eisenbahnbataillon zugetheilt.
München, 2. April. Anläßlich des Ausstandes der Zimmergesellen und der Bierpreiserhöhung sanden Hierselbst mehrfache Kundgebungen statt. .
Paris, 2. April. Gras M ünste r empfing die Besuche der Gesandten von Portugal und China, sowie den italienischen Geschäftsträger Reßmann und stattete den neuen Mitgliedern des Cabinets Besuche ab.
Paris, 2. April. Ein Artikel des „Temps" über die Berliner Konferenz sagt, der Wille, welcher sie anregte, hat seine Initiative nicht zu bedauern. Werthvolle Feststellungen für die Soeialwissenschaft werden die Frucht der Conferenz sein und ihre Resultate werden sicherlich den Menschenfreund ebenso erfreuen, als den Denker bestärken.
— Den Abendblättern zufolge wies Constans die Departementspräsecten an, zum 1. Mai keinerlei Kundgebungen zu dulden.
— Wie aus Nancy gemeldet wird, sind vier Reihen Militärbaracken, die in der Nähe von Commercy aufgebaut waren, niedergebrannt.
— Der Prinz von Wales ist Abends nach Cannes abgereift, wo er sich acht Tage lang aufhalten wird.
London, 2. April. Einer Meldung des Bureau Reuter aus Lissabon zufolge ist das Ministerium, welches am 19. April sich den Cortes vorstellen wird, wie folgt zusammengesetzt : Kriegsministerium: Serpa Pimentel- der bisherige Minister der Colonien übernimmt das Justizministerium, der bisherige Justizminister das Ministerium des Innern. Julio Vilhena wurde zum Minister der Colonien ernannt.
Brüssel, 2. April. Die Commission des Anti scla- vereieongresses für Einführung des Zollsystems betreffs spirituöser Getränke in Gegenden, wo das Verbot nicht besteht, beschloß, daß das System durch eine Uebergangsperiode gehe, wobei der Eingangszoll allmählich steige. Später sei ein neuer Taris vorzulegen. Die übrigen Bestimmungen betreffend Alkoholhandel wurden nicht angefochten.
Belgrad, 2. April. Die „Agence Belgrade" dementlrt die Nachrichten, wonach die serbische Regierung beabsichtige, ihren Vertreter von Sofia abzuberufen und die serbischen Unterthanen unter den Schutz des französischen Ver-
>e«weg 22.
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