wurde die Dienst- | )hm verhaftet, weil ihrem Dienstherrn
Lommode entwendet ferner im Besitz des Hausthür abhanden Inhalt.
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Marienschloß, 29. November. Der Oeconom an dem ^efängniß und Provinzialarresthaus zu Mainz Karl Bauer wurde zum Rechner an dem Landeszuchthaus Marienschloß mit Wirkung vom 1. Januar 1891 an ernannt.
Vermt^te».
* Darmstadt, 28. November. Eine sehr gefährliche Fahrt legte gestern Vormittag ein offenbar geistesgestörter Reisender mit dem Zuge, welcher um 11 Uhr 30 Min. von Heidelberg hier ankommt, zurück. Der Betreffende verließ zwischen Auerbach uud Zwingenberg sein Coupe, ging das Trittbrett entlang und setzte sich zwischen zwei Wagen auf den Schlauch der Luftbremse, während er seinen Koffer auf einen Puffer neben sich stellte. In Zwingenberg wurde er bemerkt und natürlich sofort von seinem gefährlichen Platze geholt. Aus Befragen erklärte er dem Zugmeister, daß er seinen Platz im Coupe nur deßhalb verlassen habe, da einige in demselben Coupe anwesende Soldaten geäußert hätten, sie wollten ihn „fressen". Hieraus ersah man sofort, daß man es mit einem geistig Gestörten zu thun habe.
*A Mainz, 30. November. Hauptmann Salm vom 118. Infanterie-Regiment, auf welchen vor etwa Jahresfrist bekanntlich Pionierlieutenant Stoll einen Mordversuch hier gemacht hat, tritt kommenden Monat wieder in activen Dienst. Die bedeutenden Verletzungen wie auch die nachfolgenden gefährlichen ärztlichen Operationen haben keinerlei Nachwirkungen hervorgerufen und vollständig genesen übernimmt Hauptmann Salm wieder seine dienstlichen Verpflichtungen.
*A Mainz, 30. November. Der Rhein fällt seit gestern hier fortwährend ziemlich stark. Bis jetzt ist er von seinem höchsten Stand im Ganzen etwa einen Meter zurückgegangen. Aus dem Main kommt ziemlich viel Treibeis und beeilen sich die Schiffe und Flöße, in den Winterhäfen Unterkunft zu suchen.
— Ein schrecklicher Unglücks fall ereignete sich an dem vorgestrigen Samstag in dem nahen Weisenau. Die Frau eines Fuhrknechts begab sich, um Einkäufe zu machen, von Hause weg und ließ drei Kinder im Alter von 1, 2 und 4 Jahren allein zu Hause. Bei ihrer Rückkunft fand die Frau die Kinder leblos in dem von Rauch angefüllten Zimmer. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur das jüngste Kind retten, die beiden anderen waren erstickt. Durch schlechten Verschluß der Ofenklappe soll das Unglück verursacht worden sein.
*A Mainz, 30. November. Die Besitzer und Geschäftsleiter der ersten hiesigen Hotels haben gemeinschaftlich gegen die Redaction des „Berliner Tageblatt" eine Klage wegen Beleidigung angestrengt. Anlaß dazu sind 'die in dem Feuilleton der Nr. 594 des genannten Blattes erschienenen, sich mit Mainz beschäftigenden „Kritische Reisebriefe". In diesen Reisebriefen wird unter Hinweis aus die Geschäftsund Verkehrsverschicbungen, die durch die Anlage des neuen Centralbahnhofes entstanden sind, mit nackten Worten gesagt, „daß die Mainzer Rheinhotels" unten am Quai sich mit einmal ausschließlich auf dem sommerlichen Strandraub angewiesen gesehen — auf die Ausbeutung der Rheinschiff- Passagiere — und diesem edlen Handwerk in ihrer Mehrzahl mit rührender Einmüthigkeit oblägen." Jeder, der die Verhältnisse von Mainz kennt, auch wenn er sich nur vorübergehend hier aufgehalten hat, muß bestätigen, daß vorstehende Behauptung durch nichts begründet ist. Die hier in Betracht kommenden Rheinhotels, wie der „Holländische Hof", „Rheinische Hof", „Englische Hof", „Zum Karpfen" und „Stadt Coblenz", welche fast sämmtlich eine langjährige Kundschaft haben, stehen, was die Qualität anbelangt, den ersten und besten Hotels der Nachbarstädte Frankfurt, Wiesbaden, Mannheim, Darmstadt, Heidelberg, Coblenz usw. in nichts zurück, wogegen die hier zu zahlenden Preise mit den angeführten Städten durchaus nicht gleichen Schritt halten können und schon wegen der örtlichen Verhältnisse und der großen Con- currenz eben dieser nahen Nachbarstädte sich die Besitzer mit einem geringeren Nutzen begnügen müssen. Die Bezeichnung „Straßenraub" ist für die Mainzer Hotels keineswegs anwendbar.
* Frankfurt a. M., 29. November. Herr Adickes ist gemäß dem Vorschläge der Stadtverordneten-Versammlung vom Kaiser zum Oberbürgermeister unserer Stadt ernannt worden. Die Anzeige ist dem Magistrate zugegangen.
* In der Art unserer Erziehungsmethoden sind wir niemals bereit, größere Fehler zu begehen, als jetzt in diesem Monat, der nun das Fest aller Feste bringt. Fehler machen
* Das neueste Opfer Monte Carlos. Man schreibt: Ein junger 27jähriger Russe, v. K. aus Kiew, erbte unlängst von seiner Tante ein Rittergut. Er verkaufte dasselbe und nach Bezahlung der Schulden blieben dem jungen Manne noch 70,000 Rubel, mit denen er sich nach Monte Carlo begab, in der Absicht, sein Vermögen durch Spiel zu — vergrößern. Er verlor aber sein ganzes Geld und schoß sich aus Verzweiflung eine Revolverkugel in die Brust. Es ist keine
wir fleißig auch in des Jahres übrigen elf Monaten, aber
Hoffnung vorhanden, den Unglücklichen am Leben zu erhalten.
niemals mit solcher Beharrlichkeit, wie gerade im December! „Wenn Du nicht artig bist, wenn Du nicht das oder jenes thnst oder unKrläßt so erhälst'Dn nichts zu Weihnachten!" Das ist der Refrain, der täglich jetzt den Kindern nach jeder Ermahnung vorgesungen wird, so daß sie ihn, Du darfst es glauben, lieber Leser, bereits auswendig wissen. Ist dies nun aber in der Ordnung, durch Verheißung einer Belohnuug ein Kind zum Guten anzuspornen oder durch die Versuchung, daß diese Belohnung ausbleiben könnte, vom Schlechten abhalten? Niemals ist solche Methode zu billigen. Nicht früh genug können wir unsere Kleinen dazu anspornen, und sie darüber belehren, daß man das Gute um des Guten willen zu thun und das Schlechte um des Schlechten willen zu lassen habe. Nicht aus das Erreichen einer Prämie sott der Sinn des Kindes gerichtet werden, indem es sich bemüht, auf dem rechten Wege zu bleiben und ebenso wenig soll es nur deshalb aus diesem verharren, damit es seiner Belohnung nicht verlustig gehe. Wir laufen mit solcher Methode Gefahr, die Kleinen aus dem Gesichtswinkel der Berechnung heraus alles auffassen zu lassen und gerade jetzt sind wir draus und dran unter dem Motto: „Du erhälst nichts zu Weihnächte« !" unsere Kinder in diesen Winkel hineinzudrängen. Ja! und wäre nur unserseits das Wort ernst gemeint, würde es von uns nur nicht gar zu oft gedankenlos hingesprochen, dann könnte man es sich immerhin noch gefallen lassen. Wenn wir einen nichtsnutzigen Buben, der gar nicht hören wollte, wirklich damit strafen, daß am Weihnachtsabend sein Platz unter dem leuchtenden Tannenbaum leer geblieben ist, während die Geschwister vor Wonne und Ueberraschung sich selbst kaum zu fassen vermögen, so können wir solcher Consequenz nur ein „Bravo" zurufen. Den Streich fühlt das Bürschchen besser, als ein Dutzend wohlgezählter anderer, denn jener eine trifft sein Herz, während das Dutzend einem viel unedleren Theil seines Körpers sich bemerkbar machte. Aber, so fragen wir: „Welches Elternpaar gewinnt es trotz alledem und alledem über sich, diese letzte Consequenz ihrer Drohungen auch zu ziehen?" Viele gewiß nicht und am Ende gar keines! Wie aber bestehen d in die Eltern vor dem Kinde, welchen sie so oft gedroht, daß es nichts erhalten werde und die ihm dann doch sein reichlich Theil gleich den anderen oft mit derselben Phrase bedroht gewesenen Geschwistern aufgebaut haben? Gut bestehen sie gewiß nicht. Denn wenn das Kind sieht, daß die elterlichen Schreckschüsse doch nicht ernst zu nehmen sind, so wird es sich noch weniger vor denselben fürchten, während es andererseits dadurch, daß es die Schwäche seiner Ermahner erkannt, sein Thun und Lassen erst recht im Vertrauen auf deren Nachsicht einrichten wird.
— HeiterkeitS-Brevier. Lustige Vortrage für gesellige Kreise, gesammelt und herausgegeben von Constantin Bulla. 3. Band, 80 208 Seiten, Preis 1 Mk. Verlag von Georg Brieger in Schweidnitz. Ein gutes Zeichen für die Vortreffttchkeit dieses Werkes ist der Umstand, daß in kurzer Zeit bereits der dritte Band destelben erschienen ist. Derselbe enthält nahezu 100 der wirksamsten Decla- mattonsstücke in Poesie und Prosa, darunter auch ein leicht aufführbares Lustspiel in einem Act. Allen, die gute Declamationen von durchschlagendem Lacherfolg suchen, sei diese Sammlung auf das Beste empfohlen.
Dafe^t, £<md>« und
SrÄriberg, 29. Novbr. Fruchtpreise. Weizen JL 19.20 Korn Jü 17.40, Gerste JL 16.—, Hafer Jt 14 —, Erbsen jH 17.—, Linsen —, Lein —, Wicken ——, Samen 23.—, Kartoffeln 0.—.
fiftantfnrt, 29. November. Marktpreise. Heu pro 100 Ko. v* 5 20-6.80, Stroh 4.60-5 00, Kartoffeln JL 4.5» bis 7.50, Butter per Pfd. JL 1.10—1.25, Eier per St. 6-10 H, Roggenbrod 4 Pfd. 45 H, do. feines 48 gemischtes 6 Pfd. 86 4.
Der Postbampser „Rhynland" der „Red Star Line" in Ant- werpm ist laut Telegramm am 27. November wohlbehalten in Newport angekommen.
Verfälschte schwarze Seide.
Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-D6pbt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 9068
Spielplan der vereinigten Frankfurter Äadttheater.
Opernhaus»
Dienstag den 2. December: Entführung aus dem Serail. Hieraus: Im Balletsaal. Gewöhnliche Preise.
Mittwoch den 3. December: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Der arme Jonathan. Puppenfee. Außer Abonnement.
Donnerstag den 4. December: Die Walküre. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 5. December geschlossen.
Samstag den 6.December: Norma. Hierauf: Im Balletsaal. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 7. December, Nachmittags 31/, Uhr: Der Mikado. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Vaterland. Große Preise.
dieser
damit Wort
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.
Bibelstunde heute Montag den 1. December, Abends 8Uhr in der Kleinkinderschule; Jakobusbrief Cap 3, von Vers 12 an' die rechte Weisheit und Klugheit im Chriftenleben. Pfarrer Dr. Naumann.
Adventsabendgottesdienst am Donnerstag den 4. December, Abends 8 Uhr, in der Kirche. Pfarrer Schlosser.
Sihanspielhan-.
Dienstag den 2. December: Widerspänsttge. Vorher: Der zündende Funke.. Gewöhnliche Preise.
Mittwoch den 3. December: Das verlorene Paradies Gewöhnliche Preise.
Donnerstag den 4. December: Der seelige Toupinel Vorher: Einer muß heirathen. Gewöhnliche Preise.
Freitag den 5. December: Stützen der Gesellschaft. Gewöhnliche Preise. '
Samstag den 6. December: Zum ersten Male: Gewagte» Spiel. Lustspiel von Balduin Groller. Hierauf: Verlobuna bei der Laterne. Gewöhnliche Preise.
Sonntag den 7. December: Die arme Löwin. Gewöbn- liche Preise.
Von welcher Seite wir daher auch die Sache betrachten mögen: Hüten wir uns vor dem Ausspruch: „Du erhälst
nichts zu Weihnachten!" wenn wir es nicht ernst meinen und wir nicht die Kraft in uns fühlen, das auch zur That zu machen.
* Im Berliner Bellealliance-Theater sang man Tage bereits folgende Coupletstrophen:
In Nervt, Retnerz und Davos
Hört Hotelier man schrei'n:
Kein Mensch kehrt mit Tuberkulös'
In Zukunft bei mir ein;
Kein Fremder mehr speist hier Menu, Dahin ist meine Kraft, Ich bin perdu,unb zwar durch die Verfluchte Wissenschaft.
Er hört das Glöcklein nicht, Das leise zu ihm spricht:
Du Mensch, der schnöden Habsucht Bild, Du fluchest zwar, jedoch Millionen Herzen, dankerfüllt, Sie segnen Robert Koch.
Holz-Versteigerung
im Gießener Stadtwalde.
Montog den 8. December 1890, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Waldshute nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
224 Kiefern- und Fichten - Stämme mit 82,87 Fstm.,
43 Kiefern- und Fichten - Stangen mit 2,18 Fstm.
B. Brennholz.
Scheith. Prügelh. Stockh. Reish.
Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen.
Nadel 373 330 77 7350
Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Lich an der 3. Schneise.
Gießen, den 1. December 1890.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
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kauft man in der Dmogeiiseaudfiufig
von Ott® Schaaf, Seltersweg 39.
Da« Geschäft ist bis zu den Felertaqen auch Sonntaa Nach.
mittags offen. ft0024
Flur I Nr 797 — 37 Meter in der Schloßgasse
öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 1. December 1890.
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Mittwoch, 3- Dtrember l. Z Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Adler- gegen Baar- zahlung:
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