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Gießen, 31. Oktober. I
— Durch die beiden Circular-Erlasse des Cultusministers I v. Goßler vom 31.December 1888 und vom 18. Juli 1889 I ist die Ausmerksamkeit weiterer Kreise aus Gebrechen unter I unserer Jugend gelenkt worden, welche in viel größerem Umfange verbreitet sind, als man gewöhnlich glaubt. Es sind dieses die Sprachgebrechen des Stotterns und Stammelns. Nach einer statistischen Ausnahme unter den Schülern der Gemeindeschulen zu Berlin befinden sich dort unter den vorhandenen 155,000 Schulkindern 1550 Stotterer, also 1 pCt. Dasselbe Verhältniß stellt sich im gesammten Deutschen Reiche heraus. Dankenswerth ist es, daß der Herr Minister Anregung gegeben hat, um diese vorhandenen Sprachgebrechen unter der Jugend in geeigneter Weise zu bekämpfen und zu beseitigen. Jeder, der einen Stotterer kennt, weiß, welch ein häßliches Uebel das Stottern ist und wie sehr es die Ausbildung und die spätere bürgerliche Brauchbarkeit des damit Behafteten beeinträchtigt. Die Stotterer selbst empfinden es aber am schwersten, wie sie in Folge dieses Nebels hinter | ihren Altersgenossen zurückstehen und zurückbleiben, auch, sind ! sie erwachsen, wie sie so manchen Beruf deßhalb gar nicht ergreifen können, oder den Berus, welchem sie sich gewidmet haben, nicht vollkommen auszusüllen vermögen. Eltern von mit diesem Uebel behafteten Kindern sollten es darum nicht versäumen, diese möglichst srühe in eine geeignete Behandlung zu geben, um sie von ihrem Sprachgebrechen heilen zu lissen. Für die geeignetste und erfolgreichste Heilmethode gilt zur Zeit die von den Herren Gutzmann in Berlin entwickelte und geübte, auf physiologischen Grundsätzen beruhende didactische Methode, welche auch von dem Herrn Cultusminister empfohlen worden ist. Nach dieser sind bis jetzt 85 pCt. Stotterer und Stammler definitiv geheilt und 15 pCt. dauernd wesentlich in ihrer Sprache gebessert worden. Denjenigen in hiesiger Stadt und Umgegend, welche an dem genannten Sprachübel des Stotterns und Stammelns leiden uud davon geheilt zu werden wünschen, ist jetzt in der Nähe die Gelegenheit dazu geboten bei Herrn Pfarrer Repp in Werdors, Kreis Wetzlar, welcher, in der Gutzmann'schen Heilmethode theoretisch und praktisch ausgebildet, wie wir vernehmen, auch bereit ist, Kinder und Erwachsene dieser Art in Behandlung zu nehmen.
— In Westfalen bereitet sich eine Agitation vor zur Herstellung einer directen Vollbahn zwischen Münster (in Verbindung mit dem Rhein-Ems-Canal) und Frankfurt a. M., und findet zu diesem Zwecke am 3. November eine Versammlung aller dabei Jnteressirten, in erster Linie der Vertreter der Industrie und des Handels aus den in Betracht kommenden Gegenden in Hagen statt. Die seitherige einzige Vollbahn mit Schnellzug-Verbindung bestand in der Strecke Münster- Hamm-Köln, bezw. Münster-Haltern-Düsseldors-Köln über die Rheinische Eisenbahn nach Frankfurt. Die neue Strecke soll von Münster über Unna-Menden, Finnentrop, Siegen, Haiger, Wetzlar, Usingen, Homburg, bezw. Wetzlar-Butzbach (zum Anschlüsse an die Main-Weser-Bahn) nach Frankfurt führen. Von der projectirten Bahn sind bereits 155 Km. vorhanden, demnach bei angenommener Länge von 300 Km. noch 145 Km. zu bauen. Die neue Bahnverbindung würde, wenn mit Vollbetrieb eingerichtet, den Weg von Süden (Pfalz, Baden,
Bad-Nauheim, 29. October. Gestern hat aus dem Löfsler'schen Weingute die Traubenlese begonnen. Wie befriedigend infolge des äußerst günstigen Herbstwetters die Qualität des gewonnenen Produktes auch ist, so gering ist leider der Herbst in quantitativer Beziehung. Die naßkalte Witterung zur Zeit der Blüthe der Scheine hat einen reichlichen Fruchtansatz verhindert.
Holzheim, 30. October. Die hiesige Gemarkung, welche durch ihre vorzügliche „Holzheimer Kartoffelcultur" weitbekannt ist, zeichnet sich auch durch die Pflege des Obstbaues Vortheilhast vor vielen anderen aus. Hat doch die hiesige Gemeindekasse in diesem Herbst für versteigertes Gemeindeobst die stattliche Summe von 1253 Mk. 90 Pfg. vereinnahmt.
□ Ruppertenrod, 30. October. Der heute dahier stattgehabte Herbstmarkt war trotz der ungünstigen Witterung sehr stark mit Schweinen befahren. Der Handel damit hatte wie auf dem gestern zu Homberg a. O. abgehaltenen Markte keinen Zug- das Angebot überstieg bedeutend die Nachfrage. Namentlich war mit den sonst um diese Zeit stark begehrten Frühjahrsschweinen gar kein Handel und die meisten aus- gesahrenen Stücke blieben unverkauft. Ein Rückgang in den seither ungewöhnlich hohen Schweinepreisen ist thatsächlich eingetreten. Daher der flaue Handel. Die Verkäufer sind die seitherigen Preise noch gewohnt, aber
Hieraus ist folgende Antwort eingegangen:
„Deutsche Colonial - Gesellschaft, Abteilung Dresden. Vielen Dank für das Telegramm. Auch ich halte die ost- afrikanische Colonie für zukunftsreich und hoffe, daß sich ihr die für ihre Erschließung und Ausnutzung nöthigen Privatcapitalien bald zuwenden werden. v. Caprivi."
Kopenhagen, 30. October. Folkething. Aus die Anfrage eines Abgeordneten über die Errichtung internationaler Schiedsgerichte erwiderte der Minister des Aeußern Baron v. Rosenörn- Lehn, die dänische Negierung sei zwar bereit, diesbezügliche Vorschläge entgegenzunehmen, die Angelegenheit würde jedoch bei den Großmächten sicherlich auf Widerspruch stoßen. Dänemark sei ein zu kleines Land, als daß es in einer solchen Angelegenheit die Initiative ergreifen könne.
Paris, 30. October. In der Kirche Saint Sulpice hielt heute Vormittag der Erzbischof von Paris anläßlich des bevorstehenden Eintritts der einberusenen Seminaristen in den activen Heeresdienst einen feierlichen Gottesdienst ab. Zum Schluffe desselben richtete der Erzbischof an die Seminaristen eine Ansprache, in weicherer sie ermahnte, ihre militärischen Pflichten würdig und willig zu erfüllen, sich als die besten Soldaten zu zeigen und die militärische Disciplin aus das Eifrigste zu befolgen. Die Kirche werde für sie beten, damit sie diese Prüfung ohne Entmuthigung ertrügen. Sie werde auch jederzeit für die Armee beten, denn die Ehre Frankreichs liege ihr sehr am Herzen.
London, 30. October. Dem „Reuter'schen Bureau" wird über die Einnahme von Witu aus Mombasa den 30. d. M. gemeldet: Admiral Fremantle landete mit 900 Matrosen und Marine-Infanterie, 150 Mann indischer Truppen, welche die westasrikanische Gesellschaft zu seiner Unterstützung entsandt hatte, und 250 Trägern am 25. dieses Monats in Kapini und setzte alsbald den Vormarsch gegen Witu fort. Die Avantgarde wurde von dem Feinde angegriffen und hatte 3 Verwundete. Am 27. d. M. wurde Witu mit Sturm genommen und die Stadt zerstört. Der Feind verlor zahlreiche Todte, die Verluste der angreisenden Streitkräfte bestanden in einigen Verwundeten. Für die Gefangennahme des Sultans von Witu ist eine Belohnung von 10,000 Rupien ausgesetzt.
Konstantinopel, 30. October. Durch neuerdings von Seiten des griechischen Patriarchats erhobene Schwierigkeiten ist die Erledigung des Streites zwischen der Pforte und dem Patriarchat abermals hinausgeschoben worden. Der Gottesdienst in den griechischen Kirchen wurde gestern noch nicht ausgenommen.
Württemberg und Hessen) nach dem industrie- und kohlenreichen Westfalen, nach Münster, Hannover, Emden, nach den Seebädern, nach Nordholland rc. um circa 60 Km. abkürzen. Falls das Theilproject Wetzlar-Homburg-Frankfurt zur Ausführung käme, würde die Main-Weser-Bahn zwischen Gießen und Frankfurt eine Parallelbahn erhalten, deren Einfluß sich auch für Gießen bemerkbar machen würde, weil dann Personen und Güter auf der Linie Deutz-Gießen nicht mehr, wie seither, über Gießen geführt zu werden brauchten und umgekehrt. Wahrscheinlich wird das Project, mag die neue Bahn nun direct von Wetzlar nach Frankfurt (über Homburg) oder von Wetzlar (über Butzbach) zum Anschluß an die Main- Weser-Bahn gedacht sein, auch in unserer Geschäftswelt mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Es würde zum Beispiel den Bewohnern der südlich von Wetzlar gelegenen Orte, wenn das Project Wetzlar-Frankfurt (über Homburg) zur Ausführung käme, die Wahl nicht schwer werden, ob sie mit Gießen oder Frankfurt verkehren sollen, da letzteres gerade so schnell, ja unter Umständen schneller erreicht werden kann, wie ersteres. Andererseits wäre auch der Vortheil nicht zu verkennen, den die projectirte Bahn Münster-Wetzlar für den Bezug von Kohlen bietet, für welche auf dem abgekürzten Wege eine nennenswerthe Frachterspar- niß herbeigeführt würde. In unserer Nachbarstadt Wetzlar, die von der Ausführung der Bahn zu profitiren hofft, hat man sich schon mit diesem Project beschäftigt, namentlich hat der dortige Handelsverein sich der Sache angenommen und einen Delegierten zu der in Aussicht stehenden Versammlung in Hagen gewählt. Auch vorgestern sand in Wetzlar eine allgemeine, aus der Stadt und den interessirten Orten stark besuchte Versammlung statt, in welcher beschlossen wurde, die zur Hagener Versammlung zu entsendenden Delegierten zu ersuchen, dort mit aller Energie auf einen Beschluß hiuzu- wirken, welcher die Führung der neuen Linie anstatt in der Richtung Wetzlar-Butzbach in der für den südwestlichen Theil des Kreises Wetzlar geradezu eine Lebensfrage bildenden Richtung Wetzlar-Oberndorf-Kröffelbach-Usingen nach Homburg verbürgt.
— Das Kaiser-Panorama, M'äusburg 12, erfreut sich zunehmend eines regen Besuches; die Aufnahmen sind aber auch prächtig und die einzelnen Abtheilungen und Gruppen der Pariser Weltausstellung präsentiren sich in einer Plastik, als wenn der Beschauer in Wirklichkeit in ihnen weilte - Freunde naturgetreuer Ansichten finden hier reichen Stoff und volle Befriedigung.
— Kaiser-Panorama. Nachdem die unübertreffliche Serie: „die Pariser Weltausstellung" mit größtem Ersolg und mit gleichfalls großer Anerkennung gezeigt wurde, gelangt für die kommende Woche im Kaiser-Panorama die Preis-Serie Schweiz (CycluS I) zur Ausstellung. Das eigenartige Beleuchtungssystem dieses Panoramas läßt die einzelnen Land- schasten und paradiesisch schönsten Punkte der Schweiz in wunderbar naturgetreuer Farbenpracht erscheinen. Wir können nach dem, was wir bisher gesehen, den Besuch nur cmgelegent- ! lichst empfehlen.
— Circus Lorch. In gut geheiztem, vor den Unbilden der Witterung trefflich geschütztem Circus sand gestern Abend vor zahlreich erschienenem Publikum die Eröffnungs-Gala- Vorstellung der im besten Andenken von früher her bekannten Direction Lorch statt. Das reichhaltige Programm bot einen Ueberblick über die abwechslungsreichen, vielseitigen Leistungen der Gesellschaft in höherer Pserde-Dreffur und Gymnastik und wurden die einzelnen Programmnummern in durchweg meisterhafter Weise unter ungeteiltem Beifall des Publikums ausgeführt. Die ihre Wirkung aus die Lachmuskeln nie Versehlenden ergötzlich-drastischen Zwischensccnen der Clowns fehlten selbstverständlich nicht. Die Vorsührung der afrikanischen Dickhäuter, genannt Elephanten, bildete den Schluß dieser ersten, sich auss Beste eingeführten Vorstellung. Wir können den Besuch des Circus nur empfehlen.
— Gestern wurde dahier ein Fremder verhaftet, der einen noch ganz neuen Trauring zum Verkaufe anbot und I dabei sich Carl Reinhardt aus Sachsenhausen nannte. Weil I seine Angaben, der Ring sei sein Eigenthum, durchaus nicht I stimmte, indem ihm derselbe viel zu groß, so wurde nach I Sachsenhausen telegraphirt, woher gestern Abend noch die I Antwort dahier eintraf, daß der Name Carl Reinhardt dorten I völlig unbekannt fei. Heute Morgen hat der Beschuldigte au: I dem Polizeiamt zugestanden, daß er den Ring nebst verschie- I denen Kleidungsstücken in Ober-Ursel bei Frankfurt a. M. I gestohlen habe. Er will jetzt Friedr. Wilhelm Weber heißen I und Strumpsweber aus Hohenstein-Ernstthal in Sachsen sein.
man bezahlt sie eben nicht mehr. Dann aber hat sich auch die Schweinezucht bedeutend gehoben, Jeder sucht abzusetzen und so muß unbedingt die Nachfrage darnach fallen. Zwischen dem heutigen und dem vorjährigen um diese Zeit abgehaltenen Markte war der Unterschied im Preise durchschnittlich per Paar 20 Mk. weniger. Am besten ging noch der Handel mit Ferkeln, dasür wurden per Paar 30 bis 40 und 40 bis 50 Mk. bezahlt. — Der Krämermarkt war mit Krämerbuden gut besetzt und die Verkäufer konnten mit dem Verkauf ihrer
Maaren zufrieden sein.
XX. Altwiedermus a. F. d. Ronneburg, 30. October. Wir glaubten seither, unser Dorf, welches weitab vom großen Weltverkehre liegt, würde von der Maul- und Klauen- euche verschont bleiben. Nun hat es sich aber anders gezeigt. Die Seuche trat plötzlich in einem Stalle auf, dessen Vieh nicht ausgesahren und nicht ausgetrieben wird, der keine Verbindungen mit verseuchten Gegenden hat und nun ist das Uebel urplötzlich vorhanden. Niemand weiß woher die Seuche gekommen sein mag. Die Leute sind zum Theil der.Ansicht: Wie im vorigen Jahre die Influenza unter den Menschen auftrat und wieder verschwand, so tritt die Maul- und Klauen- euche jetzt unter dem Vieh aus. — Die Höhe, woraus die Ronneburg steht, ist aus der südwestlichen und südlichen Seite mit Weinbergen bepflanzt, welche von rauhen Ost- und Nordwinden geschützt sind. Der Traubenertrag wurde geherbstet und die Trauben erweisen sich als sehr wohlschmeckend, zuckerhaltig und brühig, so daß ein guter Wein zu erwarten steht. Für unsere Provinz, in welcher der Weinbau gering ist, bleibt das hiesige Resultat jedensalls von Interesse, da die Ronneburger Weinberge eine Fläche von mehreren Morgen bedecken. In den Jahren 1857, 1865, 1868, 1874 und einigen anderen war der hiesige Wein ein sehr vorzüglicher und äußerst kräftiger.
E. Ulrichstein, 30. October. Unsere Spar- und Darlehenskasse verzinst vom 1. November ab sämmtliche Spareinlagen bis zu 1000 Mk. mit 4%. Die Provision für Darlehen in lausender Rechnung wurde von 2/z °/o aus Vt % herabgesetzt.
E. Laubach, 30. October. Inhaltlich des Gemeinde- Voranschlags der Stadt Laubach soll für das Jahr 1891/92 eine Umlage von 16,000 Mk. erhoben werden.
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*△ Mainz, 30. October. Das vor mehreren Monaten in einer hiesigen Wirthschast zwischen Soldaten der Mainzer- Garnison sich abspielende blutige Drama, bei welchem der Musketier Brandenburger vom 88. Infanterie-Regiment von Kameraden erstochen wurde, hat jetzt seine richterliche Sühne gefunden. Musketier Hölver, dessen Seitengewehr blutig befunden wurde und den man allgemein als den Urheber des mörderischen Auftrittes bezeichnete, erhielt von dem Kriegsgericht 5 Jahre Festungshaft und ein zweiter bei dem Streite Betheiligter, der Musketier Geis, 4 Monate Festungshaft. Die anderen in die Sache verwickelten Soldaten gingen straflos aus. Die Verurtheilten sind zur Verbüßung ihrer Strafen bereits nach Rastatt verbracht worden.
— Aus dem hiesigen „Stadthaus" fand heute eine Versammlung von Arbeitgebern aus allen Gewerbebranchen statt, die von der Bürgermeisterei zu dem Zweck einberufen war, um den Betreffenden Gelegenheit zu geben, sich über die Zweckmäßigkeit der Einführung eines Gewerbeschiedsgerichts auszufprechen. ES ist nämlich beabsichtigt, mit dem nächsten Jahre ein solches Gericht hier einzuführen.
* Oppenheim, 28. October. Ein recht bedauerlicher Fall wurde heute Nachmittag in hiesiger Stadt bekannt. Zwei Schreibgehülsen beim hiesigen Kreisamt machten am Sonntag Nachmittag einen Spaziergang nach Gimbsheim, wo sie dem „Neuen" zusprachen. Bei dem Abends angetretenen Rückweg zur Bahnstation Guntersblum blieb der jüngere der beiden zurück, während der ältere vorausging. Als nach einiger Zeit der Zurückgebliebene sich am Bahnhof nicht einfand, ging der andere wieder zurück nach Gimbsheim zu, ohne denselben zu treffen. In der Annahme, daß der Vermißte wahrscheinlich wieder nach Gimbsheim zurückgekehrt sei, trat der ältere nunmehr den Rückweg an. Als jedoch der junge Mann heute früh auf dem Bureau nicht erschien, wurde die Gendarmerie in Guntersblum um Nachforschungen nach dem Vermißten ersucht. Heute Nachmittag wurde nun die Leiche in einem Graben abseits der Chaussee ausgesunden. Der Be- dauernswerthe ist von der Chaussee rechts abgegangen und so in einen Graben gekommen, aus dem er sich nicht mehr herauS- arbeiten konnte. Die Leiche saß im Wasser bis an die Brust. Der junge Mann war seit etwa einem halben Jahre dahier und ist aus Weickartshain bei Gießen zu Hause.
* E. Ehringshausen (Kr. Wetzlar), 30. October. Unser Bürgermeister, Major a. D. Zechlin, ist infolge Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstande aus dem deutschen Krieger- bunde ausgetreten und hat damit auch die Geschäfte als Vorsitzender des Krieger-Verbandes Wetzlar niedergelegt.
* Wesel, 28. October. An Geiz gestorben ist hier eine vierzig Jahre alte Frauensperson. Sie war infolge schlechter Ernährung erkrankt, weigerte sich aber aus Geiz hartnäckig, einen Arzt rufen zu lassen. Sie wäre geradezu verhungert, wenn nicht ihre Bekannten in ihr Zimmer gedrungen und die Unterbringung der ganz Verwahrlosten in ein Krankenhaus bewerkstelligt hätten. Dort starb sie bereits nach zwei Tagen. Zum Nachlaß der alten Jungfer gehören drei Häuser, 800 Thaler in baarem Gelde, eine Masse Sachen und ein seit 1869 aufbewahrter, dicht mit Schimmelpilzen bewachsener Schinken. Mehrere Geschwister der Verstorbenen theilen sich in die Hinterlassenschaft.
* Elberfeld, 28. October. Eine Versammlung von etwa 500 Bäckermeistern aus Elberfeld, Barmen und Umgegend beschloß nach einem Vortrage des Stadtverordneten Evertz, gegen die Industrie- und Getreidezölle an den Reichstag eine Eingabe zu richten, in welcher um Aufhebung der Getreidezölle oder mindestens doch um Herabsetzung auf ' den bis 1887 geltend gewesenen Satz gebeten wird.
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