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Verzinsung derselben mit dem 31. December d. I. aufhört.

Gießen, den 27. Juli 1890.

Grcßherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

Für sämmtliche Sendungen mit lebenden Thiereir, welche mit der Post verschickt werden sollen, tritt mit dem 1. August eine vom Standpunkte der Thierschutzbestrebungen durchaus zu bil­ligende Bestimmung in Kraft, nach welcher der Absender bestimmen mutz, was zu geschehen hat, wenn die Sendung am Bestimmungsort nicht in wünschenswerth kurzer Zeit ausgeantwortet werden kann. Zu diesem Zweck soll unter allen Umständen einer der nachbezetchneten drei Vermerke auf der Sendung niedergeschrieben werden; 1)Wenn nicht sofort abgenommen, oder, wenn nicht sofort bezogen zurück." 2)Wenn nicht sofort abgenommen, oder, wenn nicht sofort bezogen, verkaufen!" 3)Wenn nicht sofort abgenommen, oder, wenn nicht sofort bezogen, telegraphische Nachricht auf meine Kosten!" Hiernach hat die Bestimmungspost zu verfahren, wenn der Empfänger nicht binnen 24 Stunden nach geschehener postamtlicher Benachrichtigung die Sendung in Empfang genommen hat. Für poftlagernde Thier- sendungen tritt die Bestimmung des Absenders zweimal 24 Stunden nach der Ankunft in Vollzug.

Temperatur der Lahn und der Lust am 31. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17i/3, Luft 23^ Gr.

Rübs amen.

Heinrich Hochstätter

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Gießen, den 1 August 1890, Der Großherzogliche Oberbibliothekar Dr. Haupt«

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Südamerikas. Dies tritt jetzt gerade durch die Militär­revolution in Argentinien besonders characteristisch hervor, denn nachdem dieses nächst Brasilien größte Staatswesen Südamerikas nach seiner Abschüttelung der spanischen Herr­schaft zahlreiche äußere Verwickelungen wie innere Wirren durchzumachen hatte, trat für daffelbe in den 70er Jahren endlich eine größere Ruheperiode ein, feste und geordnete Zustände begannen sich in der argentinischen Bundesrepublik zu bilden und die gesammte Entwickelung des Landes gestaltete sich immer gedeihlicher. Um so überraschender kommt die jetzige Militärrevolutron, sie bekundet, daß selbst in Argentinien trotz seiner äußerlich so vielversprechenden Entwickelung die staatlichen Grundlagen noch keineswegs sehr gefestigt sind, denn sonst würde eben der jetzige Bürgerkrieg nach einer Reihe von Friedensjahren kaum möglich gewesen sein. Als die eigentliche Ursache der Vorgänge am La Plata kann man wohl die langjährige Ueberschuldung des Landes und die infolge deffen in der Verwaltung eingerissene Corrumption betrachten und gegen diese Uebel vermochte der seit 12. October 1886 im Amte befindliche Präsident Celman nicht erfolgreich anzukämpsen.

Offenbar spielen aber auch politische Jntriguen und Um­triebe in die revolutionäre Bewegung hinein und scheint es überhaupt, als ob die financielle Nothlage des Landes von ehrgeizigen und unzufriedenen Militärs, vor Allem vom General Campos, nur zum Vorwand benutzt worden ist, um ihre eigenen Pläne besser durchführen zu können.

Die weitere Entwickelung der Vorgänge in Argentinien bleibt noch abzuwarten, namentlich wie sich die Provinzen zu der Revolution in der Hauptstadt stellen werden. Jedenfalls ist aber nicht ausgeschlossen, daß für die argentinische Republik nunmehr wieder eine längere Periode innerer Wirren und Erschütterungen begonnen hat und diejenigen Auslandsstaaten, die im letzten Jahre immer engere Handelsverbindungen mit der anscheinend so aufblühenden Republik angeknüpft hatten zu ihnen gehört auch Deutschland werden gut daran thun, dem ferneren Gange der Dinge in jenem südamerika- nischen Staatswesen mit Aufmerksamkeit zu folgen.

SamStag den 9. August L 3, Nachmittags V/2 Uhr, soll die diesjährige Weidennutzung in der früheren ca. ein Morgen großen Baumschule an der Staatsstraße Gießen-Hersfeld in Abth. 3940, Gemarkung Großen-Buseck, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 30. Juli 1890.

Großh Kreisbauamt Gießen.

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Zimmer, Kreisbau-Affeffor.

ObttheMe Eisenbahnen.

Die Lieferung von kiefernen Brücken­schwellen und Dielen soll vergeben werden. Bedingungen und Verzeichnisse liegen in unserer Registratur dahier, sowie auf dem Geschäftszimmer des Großherzoglichen Eisenbahnbaumeisters in Alsfeld zur Ein­sichtnahme auf.

Angebote, verschlossen und mit bezüg­licher Aufschrift versehen, sind bis zum 4. August d. I, bei uns einzureichen.

Gießen, den 24. Juli 1890.

6243] Großherzogliche Direction.

Verkehr, £awö« und Vstkrwtrthscbafr.

Limburg, 30. Juli. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 19.50, weißer Weizen 19.30, Korn Jt 13, Gerste Jt, Hafer 9.30, Erbsen X, Kartoffeln JL.

Harrison ließ dem welcher er auf bit tuen WoTtfjtile hin- chung der Post zu. tx Berkchrsanftalt, neuen bestimmt jeu , durch welche die den soll, die Corre- iostbesörderung aus­

läßt, wirklich zu Ihrer Gattin machen, dann nehmen Sie sich in Acht, denn sie ist eine unmoralische Person! Auf Grund Ihres Geständnisses übrigens verurtheile ich Sie zu fünfzehn Dollar Geldbuße". Mr. Hammond Gordon, ein reicher Engländer, der von dem Strafrichter in Montreal in Kanada zu dieser Sirafe verurtheilt wurde, nahm nach dieser Urteilsbegründung eine regelrechte Boxerpositur an und ging aus den Richter los. Erst als dieser seine^absprechende Mei­nung über die Verbote des Mr. Gordon mit einigen tüchtigen Faustschlägen gebüßt hatte, gelang es den Gerichtsbeamten, den erzürnten Engländer festzunehmen und |in sicheren Ge­wahrsam zu bringen. Am Abend vor dem Tage, an welchem diese Scene sich ereignete, war in dem schattigen Parke von Montreal ein Liebespaar gewandelt. Die Dämmerung war hereingebrochen, still und einsam lag der weite Garten da, die Wipfel der Bäume bewegte^ sich leise und ein leichter Windstoß warf duftige Blüthen hinab aus die Häupter der beiden Liebenden, die allein zu sein glaubten mit ihrer Jugend und ihrem Liebesglück!Wenige Wochen noch", flüsterte er der lieblichen Braut zu,und du- bist mein auf ewig!" Und da neigte sie erröthend das Köpfchen und auf ihren Lippen brannte heiß der Kuß des Bräutigams. Ob sie ihn erwidert hatte, das konnte er nicht entnehmen, denn in demselben Augenblick fühlte er sich am Arme ergriffen und wurde auf­gefordert, sofort mit zur Polizei zu kommen. Denn Mondes­licht und Waldespunkel haben zwar nichts gegen den Kuß der Liebe einzuwenden, wohl aber die Polizei zu Montreal in Canada. Und da half es dem Engländer nichts, als er den Strafrichter darauf aufmerksam machte, daß der Kuß seiner Braut und künftigen Gattin gegolten habe;im Gegentheil, um so schlimmer", meinte der Richter;wenn Sie eine Braut erwählt haben, welche sich von Ihnen küssen läßt, so ist das eine unmoralische Person und Ihre Wahl ist eine unbedachte". Mr. Gordon will sich nicht damit zufrieden geben, daß er den Strafrichter geboxt hat- er will eine feierliche Genug- thuung, daß seine Braut deswegen, weil sie sich von ihm küssen ließ, keine unmoralische Person sei!"

Cocote» «n» provinzielles.

Gießen, 31. Juli.

Herr Provinzial-Director Freiherr von Eagern hat einen vierwöchigen Urlaub angetreten.

Altcrthums- und Kunstfreunden theilen wir mit, daß die im Schlosse zu Marburg aus Anlaß der 450jährigen Jubelfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst veranstaltete Ausstellung hessischer Drucke um 8 Tage verlängert wurde, d. h. bis zum Donnerstag den 7. August dauert.

18. Kreisturnfest in Cobleuz vom 2.-5. August. Für die Festbesucher ab Gießen sind 50pCt. Fahrpreis­ermäßigung bei einer Betheiligung von 30 Personen bewilligt. Abfahrt von Gießen Sonntag Morgen 5 Uhr 5 Min., Rück­fahrt mit jedem beliebigen Personenzuge. Preis für Hin- und Rückfahrt 4.70 Mk., Gültigkeitsdauer 3 Tage. Die Theilnehmer wollen sich !/2 Stunde vor Abgang des Zuges am Bahnhofe einfinden.

X X Trotz der großen Hitze und der vorausgegangenen akademischen Feier, welche selbstredend viel Interesse absorbirt hatte, durste sich die vom evangelischen Kirchen­gesangverein am 30. Juli in der Stadtkirche veranstaltete geistliche Mufikauffuhrung eines recht zahlreichen Besuchs erfreuen, jedenfalls ein Zeichen, daß in der hiesigen Bevölke­rung reger Sinn für religiöse Musik vorhanden ist. Nicht unwesentlich unterstützt wird die Betheiligung an dem Concert wohl auch der Umstand haben, daß sich Herr Dr. Haym, bevor er nach seinem größeren Wirkungskreise Barmen- Elberfeld abberufen wird, an diesem Tage noch einmal seinen vielen Freunden und Verehrern in der Ausübung seiner Dirigententhätigkeit zeigte. Es ist sattsam bekannt, was der Kirchengesangverein an seiner tüchtigen, von wahrhaft künst­

lerischem Geiste beseelten Leitung gehabt hat, und wie ungern wir ihn scheiden sehen. Sowohl das ChoralvorspielKomm heiliger Geist" (S. Bach), mit welchem Herr Dr. Haym das Concert würdig eröffnete, wie auch die zweite von ihm gleichfalls vorgetragene Bach'sche CompositionAn den Wafferbächen Babylons" bekundete eine mit edelster Auf­fassung gepaarte Virtuosität. Das reichhaltige Programm bot außerdem eine Fülle vocaler und instrumentaler Genüsse und es erfüllt uns mit Genugthuung, feststellen zu können, daß jede Nummer in ihrem musikalischen und religiösen Voll- werthe erschien. Von ganz besonderer Wirkung war entschieden der von Schubert für Frauenchor und Orgel gefetzte 23. Psalm und das Händel'sche Largo für Violine und Orgel. Das Concert dauerte an 2 Stunden.

Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 6. bis 12. Juli in Mainz mit Castel 31, in Darmstadt 10, in Offenbach 7, in Worms 12 und in Gießen 6, zusammen 66, darunter 20 im ersten Lebensjahre. Die Todesursache anlangend, verstürben an Rachenbräune 2 (Mainz), an Diarrhoe und Brechdurchfall 9 (Mainz und Worms je 3, Offenbach 2, Darmstadt 1), an Wochenbettkrankheiten 1 (Mainz), an Lungen­schwindsucht 13 (Mainz 6, Worms 4, Offenbach 2, Darm­stadt 1), an entzündl. Krankheiten der Athmungsorgane ein­schließlich Influenza 5 (Mainz 2, Darmstadt, Offenbach und Gießen je 1), an Gehirn-Apoplexie 2 (Mainz und Offenbach je 1), gewaltsamen Tod 1 Person (in Darmstadt).

veoMischtes.

* Darmstadt, 30. Juli. Die Tagesordnung für den in den Tagen vom 19. bis 22. August d. I. in Darmstadt ab­zuhaltenden VI. Allgemeinen Vereinstag der Ver­einigung deutscher landwirthschaftlicher Ge­nossenschaften wird eine Reihe der wichtigsten einschlägigen Fragen umfassen, deren Behandlung von allgemeinstem In­teresse fein dürfte. So hat Herr Professor Dr. Paul Wagn^x, Director der landwirthschaftlichen Versuchsstation Darmstadt, das Reserat über die Position:Die zukünftige Gestaltung des Handels mit künstlichen Düngemitteln in Beziehung auf das landwirthschastliche Genossenschaftswesen" übernommen. Wir bezweifeln nicht, daß schon diese Zusage des berühmten Agriculturchemikers und Forschers eine große Anziehungskraft hinsichtlich des Besuchs des Vereinstages auszuüben geeignet ist. Die definitive Tagesordnung für den Vereinstag werden wir demnächst mittheilen. Um einen trefflichen Verlauf desTages" zu sichern, sind die Arbeiten der einzelnen Commissionen des Localcomit4s in vollem Gange. Eine größere Anzahl von Genossenschaften an der Bergstraße waren am Sonntag den 27. Juli in Auerbach versammelt behufs Berathung über das schon erwähnte, von den letzteren den Theilnehmern des Vereinstages darzubietende Burgfest auf dem Auerbacher Schloß am 22. August. Bei diesem Feste sollen u. a. auf einem besonderen Buffet die von den einzelnen festgebenden Genossenschaften gestifteten Producte des Landes Aufstellung finden. Sinniger und practischer dürfte das Princip der Selbsthülfe wohl kaum verkörpert werden können, als eben dadurch, daß die eine Genossenschaft das selbst- gebackene Brod, die andere das Bier, eine Molkerei Käse und Butter 2C. liefert. Diese Idee fand in der erwähnten Ver­sammlung lebhaftesten Anklang und ein sofort gewählter engerer Ausschuß wird die Ausführung derselben aufs Sorg­fältigste durchzuführen suchen. Auch die Theilnahme von Damen an dem Genossenschaftsfeste ist in Aussicht genommen. So wird sich dasselbe voraussichtlich in dem ganzen deutschen Vaterlande als höchst genußreich bekannt gewordenen Festen in der herrlichen Bergstraße in würdigster Weise anreihen.

* Eia Kuß in Canada.Sie gestehen, diese Dame geküßt zu haben- es ist Ihre Braut, wie Sie behaupten- Nun gut, ich kann Ihnen nur den Rath geben, überlegen Sie es sich wohl, bevor Sie zu dieser Verbindung schreiten, und sollten Sie diese Dame, welche sich von Ihnen küssen

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Bom 13. August bis 23. Oetober ist die Universitäts­bibliothek täglich von 91 Uhr geöffnet.

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Bremen, 30. Juli. (Per transallantischen Telegraph-! Der Schnelldampfer Kaiser Wilhelm II., Eapt. L. Störmer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremm, welcher am 19. Juli von Bremen und am 20. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Der PostdampferFriesland" derRed Star Line" in Ant- werpen ist laut Telegramm am 29. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen.

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