Einzelbild herunterladen

Plenum das nötige ArbeitKmaterial schon bis zum 4. No­vember fertigzustellen. Ein Antrag Richter (dfr.), die Bertagungsangelegenheit der Geschäftsordnungs-Commission zu überweisen, wird abgelehnt und der Antrag des Abg. Graf v. Bal le st rem (Ctr.) mit großer Mehrheit angenommen.

Es folgt die dritte Berathung der Militär-Vorlage (Erhöhung der Friedenz-Präsenz). Abg. Dr. Reichen­sperger (Ctr.): Nothwendige Ausgaben für das Heer müssen bewilligt werden. Nie möge der Reichstag dem bedauerlichen Beispiel jener deutschen Fürsten folgen, die zur Ausbringung der Heeresaufwendungen selbst dann nicht zu bewegen waren, wenn der Feind schon im Lande stand. Die Vorlage ist nothwendig. Die Abrüstung liegt bei dem Drucke der gegenwärtigen Militärlast wenn auch nicht in dem Munde, so doch in dem Herzen aller europäischen Völker. Unsere Selbständigkeit und unsere Macht verbürgen allein unser wirthschastliches und politisches Wohlergehen. Abg. Rickert (dfr.) polemisirt mit dem von dem Abg. v. Kar- dorfs und vom Staatssecretär v. Maltzahn bei der zweiten Lesung gemachten Ausführungen und hält sich zur Ablehnung der Vorlage berechtigt, da die Regierung kein Entgegenkommen bewiesen habe; nicht das geringste, rein garnichts! Die Vorlage werde sicher neue Steuern erforderlich machen, er übernehme für deren Bewilligung keinerlei Verpflichtung. Staatssecretär v. Maltzahn hält seine früheren Aufgaben aufrecht. Wenn neue Steuern nöthig werden, so werden daran die Mehrausgaben für die Alters-Versicherung Schuld sein. Es lag kein Anlaß vor, mit der Militärvorlage zugleich eine Deckungsvorlage einzubringen. Abg. Frhr. v. Friesen (cons.): Der Krieg sei die letzte Consequenz des Hasses, des Mißtrauens und der Unzufriedenheit,- Deutschland dürfe nicht zum Versuchsfelde für solche Kriegsgefahr gemacht werden. Die Vorlage ist nothwendig. Nicht einen Mann und nicht einen Groschen können wir entbehren von dem was die Vor­lage verlangt. Ein Schlußantrag wird abgelehnt. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antisemit): Die Ausführungen der vereinigten Linken waren Schwarzmalerei in jüdischer Manier. Es ist eine unrichtige Auffassung, daß die Armee eine unproductive Anlage, ein Moloch sei, der den Wohlstand der Nation verschlinge. Das Heerwesen schafft zahlreiche Arbeitsgelegenheit und verbreitet Bildung und Ordnungsliebe. Ueber innere Angelegenheiten der Armee kann ja auch ein Nichtmilitär ganz gut sprechen, aber das Endurtheil wird man doch dem Soldaten Vorbehalten müssen. Die zweijährige Dienstzeit ist undurchführbar/ eher sollte man daran denken, das Privilegium der Einjährig-Freiwilligen aufzuheben und diese Leute im zweiten Jahre besser für ihre künftige Carriöre als Reserve-Offizier auszubilden. Mehr als die Armee ist die Börse ein Moloch, der ungezählte Millionen verschlingt und sie nicht wieder herausgibt. Selbst die Ausbildung aller waffenfähigen Männer würden wir mit einer guten Finanzreform durchsetzen können; man müßte die Börse nur kräftiger besteuern. Das ist heute eine beständige Kriegsgefahr. Abgeordneter Freiherr v. Münch (Volksp.): Das Vertrauen ihrer Wähler werden diejenigen Abgeordneten nicht verlieren, die für die Vorlage stimmen. Deutschland würde verarmen, wenn die Zukunftspläne des Kriegsmimsters verwirklicht werden sollten. Die zweijährige Dienstzeit würde eine Ungerechtig- keit sein, wenn man sie nicht gleichmäßig für alle Waffen­gattungen einsühren kann. Man wird die Vorlage bewilligen unter dem Eindruck der Folgen, welche man für den Fall der Ablehnung angedeutet hat. (Der Schluß der Rede wurde unter der Unruhe des Hauses unverständlich). Die General­debatte wird geschlossen. Es folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Abg Dr. Böckel (Antisemit) constatirt, daß seine Partei wiederum nicht zum Wort gekommen sei. Zu § 1 bemerkt Abg. Dr. Windthorst (Ctr.), man möge sich über eine angebliche Spaltung des Centrums aus Anlaß der Abstimmung über die Vorlage nicht den Kops zerbrechen. § 1 wird angenommen, ebenso die übrigen Theile der Vor­lage. Schließlich wird die Vorlage in der Gesammt- abstimmung angenommen. Sodann wird die Vorlage über die Gewerbegerichte in der Schlußabstimmung genehmigt.

Es folgt die erste Berathung des 2. Nachtrags-Etats, betr. die durch die Militärvorlage nöthig gewordenen Aus­gaben, sowie weitere Ausgaben für Poft- und Telegraphen­verwaltung. Abg. Richter (dfr.) kann in dem Etat keine Ersparnisse finden, die durch die 6000 Dispositonsurlauber cintreten müssen. Die Vorlage hat keine Eile/ es sei nicht nöthig, daß die Ausgaben noch in den diesjährigen Etat ein­gestellt werden. Die Vorlage geht an die Budgetcommission.

Hieraus folgt dritte Berathung des Nachtragsetats, betr. die Beamtengehalts-Erhöhungen. Abg. v. Benda (nl.) hofft, daß die bewilligten Gehaltserhöhungen Zufriedenheit der Beamtenklaffen erzeugen werden. Die Resolutionen decken sich wesentlich mit den im preußischen Landtag beschlossenen: Vermehrung der etatsmäßigen Beamtenstellen und Einführung der Dienstalterstufen. Abg. Hahn (cons.) erklärt sich eben­falls für die vorgeschlagenen Erhöhungen. Schatzsecretär Frhr. v. Maltzahn bedauert, daß das Haus zurück­geblieben ist hinter seiner vorjährigen Resolution und nicht, wie die Regierung es gefordert, alle mittleren Beamten be­rücksichtigt habe.Minister v. Verdy bittet nochmals, die Erhöhung der Offiziersgehälter, welche die Commission ge­strichen hat, zu bewilligen. Die Erhöhung der Gehälter der Premierlieutenants namentlich sei ohne Grund gestrichen worden. Abg. Dr. Windthorst (Ctr.) Es fehlt an den zu diesen Bewilligungen nöthigen Mitteln und lediglich aus diesem Grunde können wir die Erhöhungen nicht bewilligen. Abg. Dr. Baumbach (dfr.) Die Gründe der verschiedenen Be­handlung der Offiziere und Civilbeamren sind in der Com­mission genügend erörtert. Auch fehlt es der Negierung nicht an Mitteln, in dringenden Fällen für Abhülfe von Noth- ftänden zu sorgen. Die Erhöhung der Osfiziersgehälter wird gegen die Stimmen der Conservativen abgelehnt. Die Vorlage wird genehmigt bis zu den die Diätarien und Unrer- beamten betr. Titeln.

Hieraus vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Mon­tag 1 Uhr. Tagesordnung: Kleinere Gegenstände und Fort­setzung der soeben abgebrochenen Berathung. Schluß 5 Uhr.

Netteste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

München, 29. Juni. In dem Befinden des Freiherrn v. Lutz ist eine wesentliche Besserung eingetreten.

Bern, 29. Juni. Der Director im internationalen Bureau der Telegraphenverwaltungen A u g u st F r e y ist heute Morgen gesto rb en.

Madrid, 29. Juni. Es werden Erkrankungen an der Cholera aus Gandia 6, aus Montichelvo 1 und aus Benicol 1 gemeldet.

Petersburg, 29. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin haben sich gestern mit den Großfürsten Georg und Michael und der Großfürstin Xenia nach den finländischen Scheeren begeben.

CocoU* «nd prwinjicllw.

Gießen, 30. Juni.

18. Lahnthal Sängerfest. Wer das unbeständige Wetter der letzten Wochen beobachtet, konnte sich der Besorgniß nicht erwehren, daß das mit vieler Arbeit vorbereitete 18. Sänger­fest des Lahnthal-Sängerbundes jedenfalls von der Ungunst der Witterung erheblich beeinträchtigt, wenn nicht ganz unmöglich gemacht werden würde. Diese Befürchtung hat sich nun glücklicherweise nicht bestätigt, und wenn auch am Vorabend des Festes ein ziemlich heftiger Regen eintrat, so vermochte derselbe die Feststimmung ebensowenig herabzu­drücken, wie der nach Eintreffen des gestrigen Festzuges aus dem Festplatze eingetretene, aber nur kurze Zelt anhaltende Regen. Die Einwohnerschaft Gießens hatte in der Aus­schmückung der Häuser förmlich gewetteifert, die vor den Häusern aufgestellten Fichtenbäumchen, die Guirlanden und Fahnen, mit denen die Häuser geschmückt waren, verliehen der Stadt ein prächtiges Festkleid. Bereits am Samstag Nach­mittag, als die auswärtigen Bundessänger, mit allen ihnen gebührenden Ehren am Bahnhof empfangen, ihren Einzug in die im Festschmuck prangende Stadt gehalten, regte es sich auch in der Bürgerschaft allenthalben festlich, der Festplatz füllte sich bald mit Sängern, Gesangsfreunden und sonsttgen Gästen, die der ersten Generalprobe und dem folgenden Concert beiwohnen wollten. Schon diese erste Generalprobe gab den Festtheilnehmern einen Vorgeschmack dessen, was an gesanglichen und musikalischen Genüssen geboten werden sollte. Die Proben wie die Ausführung der Gesammtchöre dirigirte Herr Musikdirector Krauß e, da der ursprünglich zum Fest­dirigenten bestimmte Herr Franz Bauer leider plötzlich erkrankt und demnach nicht in der Lage war, diesen Ehren­posten auszufüllen. Herr Musikdirector Krauße, der schon mehrfach bei größeren Musik- und Gesangsaufführungen diri­girte, wenn der Dirigent plötzlich verhindert war, brachte im Verein mit seiner Militärcapelle die Gesammtchöre zur vollsten Geltung. Daß bereits am Samstag Abend die Stimmung eine gehobene wurde, dazu trugen neben dem gewählten Concert-Programm unsere Festgäste, die auswärtigen Sänger, bei, die in Gießen die gewohnte herzliche Ausnahme gefunden hatten. Leider fand der erste Abend durch das gegen 10 Uhr eintretende Regenwetter einen etwas frühen Abschluß, der namentlich den Wirthschastsinhabern recht unerwünscht kam, weil er die unter aufgespannten Regenschirmen sitzenden Gäste nicht recht mehr zum Trinken animirte, wenn auch der Humor weniger darunter litt. Am Sonntag Morgen zeigte der Himmel wieder ein fröhlicheres Gesicht und wer am Abend vorher noch verhindert war, sich am Feste zu betheiligen, den brachte der um 6 Uhr früh von der Regimentsmufik ausgeführte W e ck- ruf auf die Beine. Als später weitere Sängergäste mit den Vormittagszügen eingetroffen waren und die einzelnen Ver­eine nochmals in ihren Standquartieren ihre Kräfte erprobt, fand um 11 Uhr die zweite Generalprobe statt. Inzwischen hatte die Eisenbahn der Stadt neue Gäste zugeführt, denn das Glanzstück des Festes, der Festzug der Sänger, wollte gesehen sein. So waren denn gegen 2 Uhr die Straßen der Stadt mit Zuschauern aus unserer näheren und weiteren Nachbarschaft gefüllt. Pünktlich zur angegebenen Zeit, um l/z3 Uhr, setzte sich denn auch der Festzug vom Wallthor aus in der bekannt gemachten Reihenfolge durch die vorher bezeich­neten Straßen in Bewegung. Wer Gelegenheit hatte, die Festzüge bei früheren Festlichkeiten zu sehen, wird bestätigen, daß der gestrige Festzug an Größe und Ausstattung seine Vorgänger übertraf. Wir wollen es unterlassen, hier noch­mals die im Zuge marschirenden Vereine auszuzählen, es ge­nügt, zu constatiren, daß der Zug, soweit die die Geselligkeit pflegenden Vereine in Betracht kommen, unser gesammtes Vereinswesen würdig repräsentirte / mit Genugthuung aber wurde auch die Theilnahme der Vertreter unserer staatlichen und städtischen Behörden, der Universität rc. an dem Zuge bemerkt. Waren es einestheils die in stattlicher Mitglieder­zahl mit ihren Fahnen erschienenen Gesangvereine, die dem Zug den Character als Sängersestzug verliehen, so hatten andern- tbeils die anderen Vereine alles Mögliche aufgeboten, um der Schaulust des spalierbildenden Publikums etwas zu bieten. Die Gruppen der Rudergesellschast mit ihren gekreuzten Rudern, die Bigas (Wettrennwagen) nebst Darstellungen aus den olympischen Spielen, markirt durch Mitglieder des Männer- Turnvereins, der Wagen und die geschmückten Räder der beiden Radfahrvereine Bichcle-Club und Gießener Radsahr- verein waren Meisterstücke in Idee und Ausführung, denen sich der Turnverein, Krieger- und Veteranen-Verein, Schützen- Verein und unsere beiden Feuerwehren würdig anschlossen. Welchen Anklang der Festzug gefunden, bewiesen die dem­selben zugeworsenen Blumenspenden, einzelne Zugtheilnehmer waren mit Blumen förmlich bepackt. Als der Zug nach il2^ Uhr auf dem Festplatze eingetroffen war und vor der Sängerhalle Aufstellung genommen, hielt der Vorsitzende der Comitös, Herr Postsecretär Mayer, die Festrede. Redner

wies darauf hin, daß gleich wie der Nachtigall der erste Rang unter den gefiederten Sängern, dem deutschen Volksliede die erste Stelle im Gesänge der Menschen gebühre. Dem deutschen Volksliede, das unser Volk zu großen Thaten begeistert und es mächtig forigeriffen zur Verteidigung des Vaterlandes, verdanke unser Vaterland mit seine Größe und Stärke, wer erlebt habe, wie im Jahr 1870 dieWacht am Rhein" unser Volk begeistert und zu so großen Thaten entflammt habe, der wisse die Pflege des deutschen Volksliedes zu wür­digen, das selbst den Bewohnern unserer zurückeroberten Provinzen Elsaß uyd Lothringen nicht verloren gegangen sei, denn trotz Jahrhunderte langer Lostrennung von Deutschland eien die Lieder:O, Straßburg, o Straßburg, du wunder- chöne Stadt", oder:Zu Straßburg aus der langen Brück" nicht verklungen. Redner fördert die^ Anwesenden auf, hoch zu halten das deutsche Lied, zu pflegen den Gesang zum Wohle des deutschen Vaterlandes, an dessen Spitze jetzt ein Mann tehe, der mit jugendlicher Kraft regiere, dem alle deutschen Herzen entgegenschlügen. Aber auch an der Spitze unseres engeren Vaterlandes -stehe ein treuer Bundessürst, unser Großherzog, der mit hinauszog, als es galt das Vaterland zu vertheidigen. Redner schloß mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog, in welches die Festtheilnehmer begeistert einstimmten. Bis hierher hatte der Himmel ein festliches Gesicht gezeigt, aber kaum war das Hoch auf Kaiser und Großherzog ver­klungen , so fielen Regentropfen, die eine allgemeine Flucht in die Wirtschaften verursachten. Leider erwiesen sich die Wirthschasten zu klein, und es hätte gar keines Regens bedurft, um dieselben bis auf den letzten Platz zu füllen. Zum Glück hielt der Regen nicht lange an und die Festtheilnehmer konnten sich bald wieder im Freien bewegen und dem nunmehr beginnenden Festconcerte beiwohnen. DieGesammtchöre wie die Einzel­gesänge wurden vortrefflich ausgeführt, wenn auch nicht ver­kannt werden kann, daß gegen Ende des Concertes bei der Größe der Sängerhalle und der zunehmenden Feststimmung mehrere Einzelchöre nicht zur vollen Geltung kommen konnten. Als nach Eintritt der Dunkelheit die Tanzmusik sich zwischen die Concertmusik schob, erreichte die Feststimmung ihren Höhe­punkt. Auf den beiden Tanzplätzen wurde wacker getanzt, Paar an Paar drehte sich auf den Brettern, die für so Viele das Fest bedeuteten wie lange aber der Tanz gedauert, weiß der Berichterstatter leider nicht.

Wenn es gestattet ist, für künftige Feste einen Vor­schlag zu machen, so ist es der, eine Musiktribüne aus der Mitte des Platzes zu errichten. Da naturgemäß die Wirth­schaften den stärksten Zuspruch haben, die der Musiktribüne am nächsten sind, so sind die weiter hinten liegenden Wirth­schaften im Nachtheil.

Wie uns mitgetheilt wird, haben die Photographen Gebr. Müller Momentaufnahmen des gestrigen Festzüges und des Festplatzes in sechs verschiedenen Größen hergestellt. Dieselben sind in den Schaufenstern der Herren Gebr. Müller zu sehen.

Kunstverein. In der Kunstausstellung (Brandplatz, Hofgerichtsgebäude, 2. Stock) ist nunmehr ein eben beendetes Herren- und ein Kinderportrait von Herrn Maler H. Dietz zur Ausstellung gelangt. Das Herrenportrait spricht für sich selbst: es ist in hohem Grade ähnlich und flott herunter­gemalt. Auf dem Kinderportrait ist namentlich das ältere der beiden Geschwister sehr characteristisch und lebendig aufgefaßt. Mit den Schwierigkeiten, die das Malen von kleinen Kindern bietet, hat sich der Maler gut abgefunden. Die bei dem kleinen Volke meist weniger ausgesprochen entwickelten Gesichtszüge hat er ähnlich und lebendig wiedergegeben. Daß das Bei­werk, wie Hut, Kleid und Blumen, nicht kleinlich behandelt ist, kann nur unseren Beifall finden.

Die Portraits des Herrn Dietz sind breit und energisch gemalt, was der Behandlung der Fleischpartien und dem Stofflichen sehr zu Gute kommt. Die Natur erreicht man dadurch am ersten, soweit sie eben erreichbar ist. Der schon sehr zahlreiche Besuch der so interessanten Ausstellung,, welche für Jeden ohne Entgelt zugänglich ist, dürste durch die beiden oben besprochenen Portraits sicher noch zunehmen.

Vom 30. Juni ab werden von Frankfurt a. M. Arbeiter-Rückfahrkarten zur wöchentlichen einmaligen Hin- und Rückfahrt nach Butzbach zum Preise von 1 Mark, nach Großen- Linden zu 1.20 Mark und nach Lang-Göns zu 1.10 Mark aus- gegeben. Zur Rückfahrt kann auch am Sonntag der Zug 104 ab Gießen 7 Uhr 59 Min. Abends benutzt werden.

Die Unterschriften der Zahlungsempfänger bei Aus­zahlung von Unfallentschädignngen durch die Postanstalten be­dürfen bekanntlich vorheriger Beglaubigung durch die Orts­behörden. Für die Vornahme solcher Beglaubigungen bean­spruchen die Bürgermeister vielfach eine Gebühr von je 20 Pf., indem sie sich auf die ministerielle Verordnung über den den Bürgermeistern zustehenden Gebührenbezug stützen zu können glauben. Auf mehrfach geführte Beschwerden über solche Gebührenbezüge trafen neuerdings die zuständigen Behörden die Entscheidung, daß die Bürgermeister zum Gebührenbe- zuge für derartige Beglaubigungen keineswegs berechtigt sind. Die nachgesuchte Beglaubigung erfolgt nämlich durchaus nicht im Privatinteresse des Nachsuchenden, ist vielmehr dadurch bedingt, daß im öffentlichen Interesse, zum Schutze der Be­rufsgenossenschaften gegen unrechtmäßige Erhebungen, ein Zeugniß über die Identität des Empfängers mit dem Bezugs­berechtigten erforderlich ist.

Während des gestrigen Festzuges wurde in einer Restauration in der Wagengasse, deren Inhaber auf dem Festplatz eine Wirthschastshalle inne hatte, eingebrochen und die Koffer der Dienstmädchen und Kellner erbrochen. Da Geld und Werthsachen in denselben nicht vorhanden waren, war dieser Einbruch nicht erheblich. Anders gestaltete sich ein solcher in einem Hause der Schulstraße, wo ebenfalls der Koffer eines jungen Mannes erbrochen und demselben eine Uhr nebst älteren Münzen rc. gestohlen wurden. Die Polizei.