Ausgabe 
1.6.1890 Zweites Blatt
 
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89.45

102.45

19.35

105.05

104.40

99.25

65.60

100.95

100.70

58.60 64 70 94.70 94.

87.50

iiBebactton: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

während Darmstädter und Deutsche Bank sich auf ca. l3/<% Gewinn beschranken. Nicht unbedeutendes Geschäft entwickelte sich tn den vor Kurzem eingeführten Otto- man-Bank-Actten, die man Freitag Abend auf deren Bethetligung an der Egyp- tischen Conversion volle 4% hinaufsetzte.

Der Jndustrie-Actien-Markt ist still. Größere Gewinne zeigen nur Scheide­anstalt und Türkische Tabakactien, in welch letzteren auch ein lebhaftes Geschäft sich entwickeln konnte. Gelsenkirchener bleiben reichlich 2<>/0 hinter dem vorwöchentlichen Cours zurück. Etwas besser sind Alpine Montan, die von Paris aus begünstigt werden.

BSrfeuwochevberieht

von E. Wasserschlebeii, Bankgeschäft.

Die Börse hat eine Woche lebhaft steigernder Tendenz hinter sich. Renten, Bahnen und Banken wurden tn gleicher Weise begünstigt und alle Reserve, welche die vergangenen Monate hindurch mit gutem Grunde geübt wurde, schien aus dem Verkehr entschwunden. Die Bewegung tft nicht von dem Publikum ausgeaangen, und auch heute noch ist dessen Bethetligung nur gering. Träger derselben sind tn erster Linie die großen Ftnanzinstitute, in deren Interesse es liegt, für die Abwicke­lung ihrer schwebenden Geschäfte einen günstigen Markt zu erhalten. Hier wird die Reclametrommel eifrig gerührt, man geizt nicht mit Informationen, zu Dutzen­den erscheinen die Projecte und werden an Der Börse dtscuttrt, ohne Rücksicht auf das Stadium der Reife, in welchem sie sich befinden. Das ist natürlich nicht ohne Eindruck auf die Course der Banken. Bisher war man einig in der Ansicht, daß die Verdienste der verflossenen Monate gering geraden sind, heute wird das Gegen- theil behauptet, bei einzttnen Instituten soll sogar der Gewtnnsaldo des Vorjahres wieder erreicht werden, ganz abgesehen von den großen Gewtnnvorträgen aus dem letzten Abschlüsse. Solche Informationen, verbunden mit der Aussicht auf kommende Emissionsgewinne, geben mächtige Anregung, und es ist nicht zu verwundern, wenn die Course pcocentwetse steigen. Es ist das alte Spiel. Illusionen werden er weckt, die nicht zu befriedigen sind, und zu Enttäuschungen fuhren, deren Wirkung für die Börse selbst am schmerzlichsten ist. An und für sich betrachtet erscheint es unverständlich, warum die Börse nach den tausend Erfahrungen, die sie im Lause der Jahre gesammelt hat, immer ivieder denselben Weg, der so zweifellos zu Ent­täuschungen führt, einschlägt. Die Lösung des scheinbaren Widerspruchs liegt darin, daß die Bewegung selbst dcr Börse Endzweck ist, und daß sie daher, selbst auf die Gefahr hin, unter den Folgen des Rückschlags leiden zu müssen, sich derselben nicht entgegenstemmen kann. Ader die Erfahrungen, die für die Börse nicht vorhanden, muß der Capitalist verwerthen, er mutz sich klar werden, daß reale Gründe den ge­ringsten Antheil an den wechselnden Comsdewerthtmgen haben, daß,sie zwar immer den Anstoß geben, daß aber die Börse in deren Werthschätzung stets wett über das berechtigte Maß hinausschteßt.

Die mächtige Förderung, welche die Hausseinteressen von so kräftigen Händen erhalten, drangt die Balssespeculanten aus ihren Positionen, und diese Deckungen bilden einen zweiten gewichtigen Factor in der gegenwärtigen Coursentwicklung.

Der Ultimo hat gezeigt, daß das bestehende D.couoert bedeutend größer ist, als bisher angenommen wurde. Schon diese Wahrnehmung führte zu Deckungen, die seitdem ständig an Umfang zugenommen haben, da mit den steigenden Coursen mehr und mehr die Aussicht auf einen Rückfall schwindet. Namentlich bei Banken, für welche in der Liquidation ein bedeutender Stückemangel heroortrat, fällt dieser Factor ins Gewicht und seine Wirksamkeit wird allem Anschein nach noch einige Zeit dauern. Wirkungslos erweist er sich nur auf die Course der Montanwerthe, obgleich auch hier das Decouoert bedeutend ist, aber die Enttäuschungen über die Lage des Montanmarkles, welche fortgesetzt einander folgen, wirkendem entgegen. Eine zuver­lässige Nottrung von Kohlenpreisen ist kaum zu erhalten, und bei dem Mangel einer StandardmarkewtrddieöffenttcheMeinungin unverantwortlicher WeisemitNotirungen oerschiedenwerthiger Producte irre geführt. Hier wird nach der einen wie nach der anderen Seite gesündigt, und man wird sich gewöhnen müssen, in Zukunft keinem der Berichte mehr Glauben zu schenken, oder aus allen das Mittel zu ziehen, um auf diese Weise der Wahrheit nahe zu kommen. Fest steht gegenwärtig nur, daß ein Stillstand der Preise im Kohlenmarkt nicht elngetreten ist, daß die Cckespreise thatsächlich stark im Weichen begriffen sind und daß die Zechen sich genöthigt sehen, Feierschichlen einzulegen, um die Production mit dem Consum tn Einklang zu bringen.

Geld bleibt knapp, obgleich ja die diesmaligen Reportsätze nicht hoch genannt werden können. Der Mangel äußert sich aber in dem Privatdiscontsatz, der sich auf der ootwöchentlichen Höhe behauptet. Für eine Zeit schien es, als ob größere Goldzufuhren von England zu erwarten seien, und thatsächlich »st auch ein Posten verschisit worden, seitdem ist aber die englische Valuta über Den Goldpunkt gestiegen, sodaß sich wettere Zusendungen verbieten. Angesichts dessen ist es bemerkenswerth, daß der Rentenmartt seine feste Haltung so vollkommen behaupten kann und täglich weitere Fortschritte in bet Höherbewerthung seiner Objecte macht. Namentlich er­scheinen Ungarn und Italiener wieder bedeutend höher, aber auch Türken, Russen und Egypter, die gegen Schluß der Vorwoche stark rückgängig wurden, haben sich kräftig erholt. Orient sind aoermald ein volles Procent Höher in Sympathie mit dem Cours der russischen Noten, der Tag für Tag weiter steigt. Die Nachfrage scheint thatsächlich von Rußland auszugehen, denn in der Liquidation entwickelte sich ein bedeutender Deport, ein Beweis, daß die inländiiche Speculation in Bianco verkauft hat. Wahrscheinlich liegt diesen Verkäufen die Erwägung zu Grunde, daß, j günstiger die heimische Ernte sich gestaltet, um so weniger auf einen starken Im­port russischen Getreides zu rechnen ist, auf welche Aussicht allein die Steigerung der Valuta Platz gegriffen hat. Diese Erwägung hat zweifellos feine Berechtigung und sollte Beachtung verdienen, namentlich auch mit Bezug auf die Course der Bahnen. Die Börse ist nur zu geneigt, über so unbestimmten Aussichten, rare vermehrte Getreidefrachten, jeglichen Maßstab zu verlieren, weil sie solche in weiter Ferne stehende Ereignisse täglich von Neuem discontirt, ohne zu beachten, daß der­selbe Grund auch gestern und oll die Tage vorher für die Steigerung angeführt wurde." Bevorzugt waren namentlich Buschtherader, die, trotzdem der höchste Cours nicht behauptet wurde, 12 fl. aoancirten, Duxer mit 11 fl., Nordwest mit 2 ft und I Eibthal mit 4 ft. Gewinn. Staatsbahn schließen reichlich 7 fl. höher, zu welcher Steigerung zweifellos Deckungen ein bedeutendes Theil beigetragen haben. Lom­barden gewannen 6 fl, Prag Duxer 3Vs fl-, ebenso wie Die erstgenannten auf Transportaussichten. Schweizer Bahnen lagen fest, ohne jedoch große Erfolge za erzielen.

Auf dem Bankenmarkt sind die leitenden speculativen Werthe sämmtlich erd heblich besser. Handelsgesellschatt 4v/g, Disconto 3V2°/o, Dresdener 5o/g, Credit4fl ,I

Course der Frankfurter Börse

Staatsanleihen.

- 31./V.

> 93.80

4°/0 Pfälz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . . Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . Elisabethb. steuerfrei Gold . . . .

5% Oestr. Staatsbahn.

4% do. do.

3°/o do. do.

I.VIII. Erniff.

3% do. Ergänzungsnetz

5% Nordwestbahn Gold

Cours vom

24./V.

31./V.

Cours von

24./V

4% Hessische Obligation.

105.30

105.70

4'/rv/oPortug.-A.88u.89

93 60

Bauern ....

106.

106.05

5% amort. ©erb. Gold-

Baben.....

103.95

104.

Rente ....

87.10

3% Sächsische Rente. .

3V3°/o BremerStaatsanl.

1 I

1 1

93.50

5o/vSerbischeEisenbahn Hyp.-Obl. B. .

4% Schweb. Oblig.l880r

89.30

Hamb.Staatsrente

100.30

102.90

4o/o Oestr. Goldrente .

95.20

95.25

lo/v Türken cono. .

18.70

GriechischeMonopol- Anleihe . . .

79.55

79.60

5o/o priv. Egypter . . . Argent. Gold-Anl.

105.20

5o/o Rumänische Rente .

88.85

98.85

v. 1887 ...

87.50

4Vs0/o Russische Anl.. .

102.60

102.60

5% Südbahn Lombarden

104.45

102 95

102.70

4% do. do.

3% do. do.

98.50

65.50

.

102.65

4% Prag-Duxer Gold . Rudolf Gold (Salzk.)

100.95

101.

101.30

107

101.60

107.05

n Franz-Josef Silber 30/0 floatl. garant. Jtal.

84 50

100.90

101 20

Eisenbahn . .

3% Ltoorneser . . .

58.80

64.90

83.45

83.50

4o/g Russ. Südw Eisend.

94.40

80.20

80.20

4o/o Wladikawkas garnt.

94.10

107.60

108.

4% gar. Sardin.Sec.stfr.

87.20

Ludwigshafen-Bexbach.

227.

225.50

Lübeck-Büchner . . .

173.20

167.70

Hessische Ludwigsbahn.

118.60

119.10

Mecklenburger . . .

164.05

164.20

Pfälzische Nordbahn .

118.80

118.80

Gotthardt.....

169.30

168.80

Martenburger-Mlawka.

62.55

62.95

Jtal. Mittelmeer . .

114.50

115.30

vankAetien.

Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch.

139.95

140.95

Dresdener Bank. . .

150.40

155.20

166.10

169.20

Mitteldeutsche Creditb. .

110.85

111.20

Deutsche Bank . . . DeutscheGenoffenschftsb.

168

169.10

Wiener Bank-Verein .

101 «/4

IO21/4

Württemb. Veremsdank

124 80

125 20

o.Soergel,ParristusLCo.

129.80

129.90

Industrie

»Papiere.

Binding-Brauerei . .

166.50

167.10

Deutsche Verlagsanstatt

273.90

278.20

Stern- do. (Oberrad)

133.50

133.90

Farbwerke,vorm.Meister,

Bad. Anilin- u. Soda-

Lucius & Brüning.

270.

269.80

sabrik ....

271.25

270.80

Riebeck'scheMontanwerke

184.50

183 95

4% Franks. Hyp.-Pfdbr.

Pfandbriefe.

102.

4o/oDeutscheGrundschld.-

d. 86 ab . . .

102.

Bk.-Pfandbr.

101.60

101.60

3'/20/sFrnkf.Hyp.-Pfdbr.

98.

98.

31/20/0 do......

98.

98.

4o/oPreutz.Hyp.-Act.-Bk.-

3V2% Rhein. Hyp.-Bank-

Pfandbr. . . .

101.70

101.70

Pfandbr. . . .

96.20

96.20

31/2°/o do. ..... 4% Preuß. Centr.-Bod.-

99 80

98

4o/o Meininger Pfandbr.

101.50

101.50

Cred.-Pfandbr. bis 1885 .....

101 40

101.40

Oestr. 1860rfl.50l)-Loose

Loose.

124.20

125.70

Braunschweig. 20 Thlr.-

1854r fl. 250=

120.80

121.50

Loose ....

105. -

105.55

4% Meininger Prämien-

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132.25

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Pfandbr. . . .

131.55

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