1890
Donnerstag den 1. Mai
Nr. 100
Amts- «nd Anzeigeblatt für den Areis Gieren
1 Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm«
Gratisbeilage: chietzener Jamilienbkätter
Versicherten
Dem
dahier als
bei
18
den ten
«rotzherzogliche Bürgermeisterei.
Dienstsiegel.
Nr. 3. Krankheitsbescheinigung
seitens
Versicherten
zur Benutzung bet der Geltendmachung von Renten-Ansprüchen
aus der Reichs-Invaliditäts- und Altersversicherung, bescheinigt, daß
man eine Haltestelle bei
bescheinige ich zur Benutzung bei der Geltendmachung von Renten- Ansprüchen aus der Reichs-Invaliditäts- und Altersversicherung, daß
erklärt, daß die Regierung zu große Hoffnungen aus Dieser Wunsch könne nicht
— täglich —
Pf. Lohn
Des
Der
beglaubigt.
Ortsgerichtsvorsteher.
Dem Der wird,
werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
worden.
Lyon, 29. April.
18
Ortskrankenkasse eingeschriedenen HülfSkasse.
Kasse — in Lohnklasse
18 einschließl.
freier Verköstigung ltch — jährlich — den
schweifungen zugezogen, den ten
Der Versicherte hat sich die Krankbeit nicht vorsätzlich, oder bei Begehung eines durch strafgerichtliches Urtheil festgestellten Verbrechens, noch durch schuldhafte Betheiligung bei Schlägereien oder Raufhändeln, noch durch Trunkfälligkeit oder durch geschlechtliche Aus-
a)HZor- und Zuname b) Geburtstag und -Jahr
und Wohnung Mk.
Meldung des Bureau Reuter, har Sir Francis de Winton den
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
a) Vor- und Zuname
b) Geburtstag und -Jahr
Biber errichten möge.
Ministerialpräsident Weber nichts dafür könne, wenn man diese Bewilligung gesetzt habe.
scheinlich bevor.
Loudon, 29. April. Sicherem Vernehmen nach
Bisher wurden hier 15 An- Bei den Haussuchungen fand die
Bikrtrljährigcr Aöonncmentspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloh».
Durch die Post bejoy* 2 Mark 50 Pf,.
Ärbodion, Expedit»» ■Mb Druckerei:
KchnkßraßeHlr.7.
Fernsprecher 51.
dieser Zeit neben freier Verköstigung wöchentlich — monatlich — jährlich — erhalten hat.
c) Geburtsort
d) Stand
e) Name, Wohnort u. Stand des Arbeitgebers des
vorgenannten (Vor- und Zuname Versicherten)
Rr. 2. Arbeitsbescheinigung seitens der Bürgermeisterei.
Gebühren- und ftempelfrei laut Kaiser!. Verordn, v. 30. Dec. 1889 (Reichsgesetzbl. 1890 S. 1).
Der Vorstand der Dienstsiegel.
er
fie vom ten
bei mir als
er vom ten
c) Geburtsort
d) Stand des vorgenannten (Vor- und Zuname fcer Versicherten)
Der Hichener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener
Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Der
wird, zur Benutzung bei der Geltendmachung von Renten-Ansprüchen aus der Reichs-Invaliditäts- und Altersversicherung amtlich be.
18 bis ten 18 einschließl. Mitglied unserer
18 bis ten 18 einschließlich ununterbrochen
archisten verhaftet. . _
Polizei Sprengstoffe vor. Weitere Berhastungen stehen wahr-
bis ten 18 einschließl. in Arbeit stand und während
scheinigt, daß vom ten 18
— war und vom ten 18 bis ten durch Krankheit erwerbsunfähig war.
Des Besicherten Der
Gießener Anzeig er
Kmerat-Unzeiger.
Deutsche- Reich.
IM. Darmstadt, 29. April. Zweite Kammer der Stände. Die zweite Kammer setzte heute ihre Verhandlungen über die Vorlage Großh. Regierung, die Herstellung von Nebenbahnen betr., fort. Zur Berathung steht heute die Nebenbahn von Friedberg nach einem Punkte der Eisenbahn Gießen-Gelnhausen zwischen Hungen und Nidda.
Von Seiten des Abg. Erck wird der Wunsch ausgedrückt, den Anschlußpunkt nicht in Hungen oder in Trais- Horloff zu bestimmen, sondern denselben zwischen Hungen und Nidda unter Berücksichtigung von Echzell und Ober-Widdersheim zu legen.
Derselbe hebt den Holzreichtum der dortigen Domamal- waldungen, welcher nicht' in Hungen, sondern in Nidda der Wetterau zugänglicher gemacht werde, hervor, sowie die von ihm und dem Abg. Sturmfels beantragte natürliche Fortsetzung der Linie Schotten-Nidda. Noch eine ganze Reihe von Ortschaften schlössen sich dem gleichen Wunsche an.
Abg. Weith kann sich nicht damit einverstanden erklären, daß Seitens der Regierung, sowie von Seiten des Ausschusses die Strecke Friedberg-Echzell nicht berücksichtigt sei. Diese Bahn trage sicherlich dem Haupkverkehr sowohl in landwirtschaftlichen Produkten, sowie dem Personenverkehr nach Frankfurt Rechnung und führe eine Verbindung des Horloff- mit dem Niddathal herbei.
Abg. Jöckel spricht sich für die Strecke Friedberg- Reichelsheim über Södel, Mehlbach und Wölfersheim aus. Hierbei wünscht derselbe noch die Errichtung einer Station an der „Hohen Straße".
Oberbaurath Wetz kann sich mit den Anträgen der Vorredner nicht einverstanden erklären, da hierdurch zu große Umwege herbeigeführt würden- man könne doch nicht die Bahn an jeden Ort führen. Auch dem reisenden Publikum müsse man Rechnung tragen. Es sei nicht ausgeschlossen, später noch Abzweigungen zu machen, für jetzt sei es nicht mehr möglich, da die Projecte festgestellt seien.
Die Abgeordneten Gras Oriola, Sturmsels, Theobald und Grünewald bringen noch eine Reihe von Wünschen vor.
Ministerialpräsident Weber erwidert, vorerst müsse man I an der Regierungsvorlage festhallen. Die Gründe, welche die Großh. Regierung bewogen haben, als westlichen Ausgangspunkt der zunächst in Aussicht zu nehmenden Nebenbahn durch die Wetterau die Stadt Friedberg vorzuschlagen, seien gewichtige und durchschlagende. Es sei nicht ausgeschlossen, daß später von Reichelsheim weitergebaut werden könnte. Die Bahn von Echzell nach Ober-Widdersheim werde zu theuer. Man könne doch nicht jedem die Bahn vor die Thüre bauen. Eine Station auf der „Hohen Straße" werde
in Arbeit stand und während dieser Zeit neben und Wohnung — täglich — wöchentlich — monat-
Mk. Pf. Lohn erhalten hat.
ten 18
Bor« und Zuname des Arbeitgebers r
Stand:
berücksichtigt werden.
Nachdem noch die Abgeordneten Haas und Bcrg- sträßer sich für die Verbindung der Linien Nidda—Schotten und Laubach-Hungen mit Friedberg, mit Abzweigung etwa bei Echzell, ausgesprochen, ist die Debatte geschlossen.
Unter Ablehnung einer ganzen Reihe gestellter Anträge beschließt sodann das Haus, dem Anträge des Abgeordneten Wolfskehl gemäß, die Bahn Friedberg-Hungen mit Abzweigung bei Ober-Widdersheim nach Nidda gegen 8 Stimmen zu genehmigen.
Es folgt sodann die Berathung der Linie Offenbach- Reinheim. Der Ausschuß spricht sich nur für den Bau der Linie bis Dieburg aus, da hierdurch der Arbeiterbevölkerung der dortigen Gegend zur Genüge Rechnung getragen fei; später könne man an einen Weiterbau bis Reinheim denken.
Abg. Schröder macht Namens des Ausschusses die Mittheilung, daß derselbe absehe, an feinem Anträge fest- zuhaltcn, und gestern beschlossen habe, die Linie Offenbach- j Reinheim zur Annahme zu empfehlen.
Abg. Kugler spricht sich dahin aus, daß, nachdem der Ausschuß sich für den Bau der Linie Offenbach-Reinheim ausgesprochen, man doch dahin wirken möge, daß bep Gemeinden keine zu große Lasten aufgelegt würden, da sicher anzunehmen sei, daß diese Strecke rentire.
Abg. Haas spricht sich in gleichem Sinne aus. Ebenso
Neueste Nachrichten.
WolftS telegraphisches Torrefpondenz-Bureau.
Darmstadt, 29. April. Die Königin Victoria von England besuchte heute Mittag mit der Großherzogliche« Familie das Mausoleum auf der Rosenhöhe. Am Frühstück bei der Königin nahm die Prinzessin Hohenlohe Theil, welche aus Karlsruhe hier eingetroffen ist. Nachmittags wurde eine Spazierfahrt Seitens der Fürstlichkeiten im offenen Wagen unternommen. Um 8*/, Uhr nahm män nach der Rückkehr im Neuen Palais das Diner an. Um 10^ Uhr Abends ist dann Königin Victoria in Begleitung des prinzlich Battenbergischen Paares nach England zurückgereist.
Berlin, 29. April. Der „Reichsanzeiger" meldet über die Strikebewegung im Elsaß: Am 24. April wurden zwei Escadrons Dragoner zur Aufrechterhaltung der Ordnung anläßlich der Strikebewegung zu Thann reqmrirt und mußten mehrmals zur Zerstreuung von Ansammlungen eingreifen. Am 25. April wurde eine Compagme Infanterie nach Wesserling entsendet. Auch in Brühl, Gebweiler, Thule und Mülhausen haben größere Arbeitseinstellungen stattgesunden. Die Zahl der Feiernden beträgt 15—16,000. An einzelnen Orten wurde die Arbeit wieder ausgenommen.
Berlin, 29. April. Abgeordnetenhaus. Sattler und v. Zedtlitz verlangen eine Vereinbarung mit den Bischöfen über die Verwendung der Sperrgelder und beklagen die Zurückstellnng der evangelischen Forderungen. Letzterer betont dabei das große Entgegenkommen des Staats, v. Strachwitz führt aus, die Vorlage, welche die Beschlagnahme der Sperrgelder involvire, verbittere das katholische Volk. Niemals hätten die Katholiken aus Rückgabe der Sperrgelder verzichtet. Windthorst verlangt die Rückgabe der Sperrgelder, nicht blos die Zinsen. In der Form, wie das Gesetz vorliege, könne ihm das Centrum nicht zustimmen. Die Katholiken würden ihre Ansprüche an den Stufen des Thrones niederlegen. Minister v. Goßler weist den Vorwurf der Eigenthumsverletzung, sowie Windthorsts Rechtstheorie und den Standpunkt, auf dem wohl nur ein Bischof in Deutschland stehe, zurück. Reichensperger und Windthorst verlangen Auskunst darüber, ob die Curie mit der Vorlage einverstanden sei. Nach längerer Debatte wird die Vorlage einer Commission von 21 Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen. — Nächste Sitzung Samstag H Uhr. Rentengüter und kleinere Vorlagen.
Köln, 29. April. Die „Köln. Volksztg." meldet, daß bei dem Erzbischof von Köln ein Breve des Papstes, datirt vom 20. April, eingetroffen ist, welches ihm und allen Bischöfen Deutschlands die fortgesetzte Sorge für das Wohl der arbeitenden Klassen und für die Missionirung der Eingeborenen in den deutschen Schutzgebieten in Afrika dringend QUy Pa^is, 929. April. Im heutigen M i n i st e r r a t h bildeten die im Budget zu bewirkenden Ersparnisse den Gegenstand der Berathung. Die Ersparnisse belaufen sich auf mehr als 20 Millionen Francs.
Paris, 29. April. Gestern wurden von 32 V e r Haftsbefehlen gegen die Anarchisten 15 ausgeführt, darunter gegen den Marquis Mores, antisemitischer Candidat bei den Municipalwahlen, Prevost, Secretär der Arbeiterbörse und Cuisse, Delegirter des Executivcomites der Arbeiterbörse. Die Anarchisten vertheilten auch in Paris und in Saint Germain an die Soldaten aufrührerische Aufrufe.
Lyon, 29. April. Die hiesigen Anarchisten werden sorgfältig überwacht. Vergangene Nacht wurden zwei weitere Verhaftungen und Haussuchungen vorgenommen. Gerüchtweise verlautet, es seien compromittirende Schriftstücke und Sprengstoffe bei den Haussuchungen beschlagnahmt
i Ortskrankenkasse
des Vorstandes der ]
( eingeschriebenen Hülsskasse.
Gebühren- und stempelfrei laut Kaiferl. Verordn, v. 30. Dec. 1889 (Reichsgesetzbl. 1890 S. 1).
Des
Der
Dem
Der
a) Vor- und Zuname
b) Geburtstag und -Jahr
c) Geburtsort
d) Stand
e) Name, Wohnort u. Stand des Arbeitgebers des
vorgenannten (Vor- und Zuname Versicherten)
Amtlicher Theil.
Gießen, am 29. Aprll 1890. Betr. . Die Invalidität-- und Altersversicherung.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Giehen an die Gr. Bürgermeistereien, die Vorstände der Ortskrankenraffen und eingeschriebenen HülfSkaffen de» Kreise».
Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 18. Febr. I. I. — Gießener Anzeiger Nr. 46 und Amtsblatt Nr. 1 — empfehlen wir Ihnen die Benutzung der nachstehenden Formulare für Bescheinigungen zur Sicherung des künftigen Anspruchs aus Alters- oder Invalidenrente. Dieselben sind im Verlag des „Gießener Anzeigers" zu beziehen.
v. Gagern.
Nr. 1- Arbeitsbescheinigung seitens des Arbeitgebers.
Gebühren- und stempelfrei laut Kaiser!. Verordn, v. 30. Dec. 1889 (Reichsgesetzbl. 1890 S. 1).
Abg. Wasserburg.
Ministerialpräsident Weber sagt Berücksichtigung zu. Es sei nicht ausgeschloffen, daß die Gemeinden die Ueber- schüsse zurückerhielten, in ähnlicher Weise wie dies bei Eberstadt der Fall gewesen sei.
Abg. Ulrich wünscht, daß
berücksichtigt werden, denn es sei doch sicher, wenn man die Haltestelle nach Biber verlege, so würde man in Heusenstamm dagegen opponiren. Recht könne man es nicht Jedem machen.
Nachdem noch die Abgeordneten Wasserburg und W o l z specielle Wünsche hinsichtlich des Projectes zur Sprache gebracht, beschließt die Kammer einstimmig den Bau der Linie Offenbach-Reinheim.
Morgen findet die Fortsetzung der Berathung über die Nebenbahn-Vorlage statt.
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Die Unterschrift des den ten 18
Dienstsiegel.


