angehäuft. Der Fürst und die Fürstin nahmen herzlichsten Abschied. Um 5 Uhr 40 Min. fuhr der Zug ab.
Friedrichsruh, 29. März. Fürst Bismarck traf Abends um 10 Uhr Hierselbst ein. Auf dem Perron des Bahnhofes war eine Compagnie des 76. Regiments mit der Negiments- musik als Ehrencompagnie ausgestellt. Zum Empfange deS Fürsten waren der General der Infanterie v. Lcszinsky, mehrere andere höhere Offiziere, der Eisenbahndirectiv's- Präsident Krahn, die Gutsbeamten von Friedrichsruh re. anwesend ; außerdem hatte sich eine große Menschenmenge aus Hamburg und der Umgebung ans dem Bahnhofe eingefunden, der festlich geschmückt war. Fürst Bismarck entstieg, als der Zug anhielt, dem Wagen, begrüßte lebhaft den General von Lcszinsky und schritt sodann die Front der Ehrcncompagnie ab. Während die Fürstin den , Wagen benutzte, begab sich der Fürst in lebhafter Unterhaltung mit dem General von Lcszinsky, begleitet von dem Grasen Wilhelm Bismarck, unter brausenden Hochrufen der Menge langsam zu Fuß nach dem Schlosse, fortwährend für die Ovationen freundlichst dankend. Der Weg zum Schlosse war durch Lampions und Fackeln beleuchtet und mit Kränzen und Fahnen geschmückt. Im Schlosse folgte die Vorstellung der zum Empfange erschienenen Persönlichkeiten.
Gelsenkirchen, 29. März. Bei dem Bergwerk „Hibcrnia" sind in der Morgenschicht 188, in „Wilhelmine Victoria" 375, Mittags 129, in den Schacht 2 Morgens 157 Bergleute ein gefahren. Oberpräsident Studt und Regierungspräsident Winzer sind in Arnsberg anwesend.
Essen, 29. März. Der Vorstand des Vereins für bergbauliche Interessen beschloß laut der „Rhein.- Westf. Ztg." gegenüber den neuerdings auf einzelnen Zechen aufgetretenen Ausständen den Zechen zu empfehlen, die Bergarbeiter, welche die Arbeit auf anderen Zechen unter Con- tractbruch niedergelegt, nicht anzunehmen.
Hamburg, 29. März. Der zu Ehren Bismarcks von Seiten hiesiger Bürger veranstaltete Fackelzug findet zahlreiche Anmeldungen. Derselbe findet am Montag statt.
Ausland.
Paris, 29. März. Dem „Matin" zufolge beschloß die brasilianische Regierung Dom Pedro als Entschädigung für den Verlust seiner Güter in Brasilien 250 000 Frs. und überdies vom 1. April ab monatlich 75 000 Frs. zu zahlen.
Paris, 29. März. Der Ministerrath beschäftigte sich heute wieder mit der Vieh frage. Der Handelsminister theilte mit, gegen den 10. April würden algerische Schafe eintreffen, von welchen bereits 32,000 Stück unterwegs seien. Seit dem Einfuhrverbot für lebendes Vieh habe die Einfuhr von Fellen beträchtlich zugenommen.
Paris, 30. März. Graf Münster ist wieder hier eingetroffen. — In den Kohlengruben von Saint-Elloy (Puy de Dome) haben die Grubenarbeiter die Arbeit eingestellt.
Paris, 29. März. Heure Mittag zogen etwa 200 Schlachthaus-Arbeiter aus La Vilette unter Führung einer Deputation von 15 Mtrglleöern nach Dem Bürgermeisteramt. Die Deputation, die vom Bureau des Muni- cipalraths empfangen wurde, verlangte, der Municipalrath solle den Ackerbauminister auffordern, die Einfuhr lebenden Viehes zu gestatten, welches in den Schlachthäusern von La Vilette unter Beobachtung gestellt werde. Das Bureau versprach, nächsten Montag bezügliche Schritte zu thun. Die Menge zog sodann nach der Kammer, wurde aber an der Brücke von der Polizei erfolgreich aufgehalten- nur die Deputation durfte passiren. Die Wiederaufnahme der Arbeit in den Schlachthäusern wird in den nächsten Tagen erwartet.
London, 29. März. Einer Reutermeldnng aus Canea vom 27. März zufolge sand ein blutiger Zusammenstoß, zwischen Insurgenten und Soldaten des Districts Sphakia statt, wobei mehrere Personen getödtet wurden. Die Frauen und Kinder der Christen flüchteten mehrfach auf die nach Griechenland fahrenden Schiffe.
Madrid, 29. März. Die mit der Prüfung der Angelegenheit des Generals Daban beauftragte Staatscommission hat ihren Bericht erstattet- sie beantragt, die Verhängnng der Arreststrafe gegen den General zu genehmigen. Der General Martinez Campo- erklärt, daß er einen Gegenbericht erstatten werde. Die Berathung des Senats und der Kammer über diese Angelegenheit soll Montag erfolgen. Wie es heißt, werde Canovas del Castillo gegen das Verhalten der Regierung das Wort nehmen.
Barcelona, 29. März. Die hier herrschenden Arbeiter- Ausstände gewinnen an Ausdehnung.
Neueste Nachrichten.
Welfs- telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Bochum, 30. März. Heute wurde in Herne eine von etwa 800 Bergleuten besuchte Versammlung ausgelöst und die Kasse polizeilich beschlagnahmt.
Friedeberg i. Neumark, 30. März. Bei der Reichstags- Nachwahl sür den 1. Wahlkreis im Regierungsbezirk Frankfurt a. O. (Arnswalde, Friedeberg) erhielten nach amtlicher Feststellung Landrath a. D. v. Meyer (cons.) 6740 Stimmen und v. Reibnitz (dsr.) 6258 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt.
Soest, 30. März. Bei der Reichstags-Stichwahl sür den 7. Wahlkreis im Regierungsbezirk Arnsberg (Hamm, Soest) erhielt nach amtlicher Feststellung Landgerichtsrath Schneider aus Essen a. d. Ruhr (natl.) 11 979 und Kaufmann Nicola Rackö aus Mainz (Ctr.) 11117 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt.
London, 30. März. An 10,000 Schuharbeiter haben bie Arbeit eingestellt. Dieselben verlangen, daß ihnen künftig die Meister die Arbeitsstätte gewähren.
Nom, 30. März. Die „Agenzia Stesani" dementirt die in einigen Journalen immer wieder auftauchenden Nachrichten von bevorstehenden Aenderungen im Ministerium
Reichstagswahl am 28. März.
Schluhresultat.
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2 34 6 50 1
Gemeinde
Allendorf a. d. Lahn . . Climbach Eberstadt mit Arnsburg . Klein-Linden Odenhausen mit Appenborn Rabertshausen mit Ringelshaus Röthges Trohe Ober-Lais Unter-Seibertenrod . . . Bellmuth Blofeld Bobenhausen I Effolderbach . . . • Selters mit Conradsdorf .
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1
29
4
4
6
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96
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13
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25
40
17
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9
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1
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12
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42
1
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50
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2
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46
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27
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2
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1
5
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25
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29
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19
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63
5
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• —
30
6
—
27
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Gesammtergebniß: 4715 2100 1335 7145 428
Bei 15723 abgegebenen Stimmen fehlen an der absoluten Majorität (7862) Herrn Pickenbach noch 717 Stimmen. Sonach hat Stichwahl stattzufinden.
Cocales und provinzielle
Gießen, 31. März.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Mittwoch den 2. April, Nachmittags 4 Uhr:
1. Gesuch des Martin Schenk um Erlaubniß zum Betrieb einer Gastwirthschast. 2. Gesuch des Karl Empting um Er- theilung der Concession zum Wirthschastsbetrieb. 3. Desgl. des Fritz Lony. 4. Gesuch der Louis Stierle Wwe. um Erlaubniß zum Verkaus von Branntwein über die Straße. 5. Gesuch der Firma Gebr. Weinberg um Fixirung der Octroiabgabe von Brod. 6. Gesuch um Ueberlassung von Holz sür das dahier stattfindende Fest des Lahnthal-Sängerbundes. 7. Gesuch der Chr. Rübsamen Wwe. um Ueberlassung von Kieslagerplätzen. 8. Entwässerung des Friedhoss. 9. Herstellungen an den Kriegergräbern. 10. Herstellung erhöhter Trottoirs in der Südanlage. 11. Umbau eines Theils der Bahnhofstraße event. mit Erhöhung der Wieseck- brücke. 12. Uebernahme der Wege und Gräben in dem zusammengelegten Theile des Neustädterfeldes.
St. Bismarckfeier des S. C. Da bei der voraussichtlich sehr zahlreichen Betheiligung an der Feier — es haben bis jetzt über 70 Herren ihr Erscheinen zugesagt — die Kneipe des Corps Teutonia, die in erster Linie in Aussicht genommen war- evenmerr nicht ausreichend sein bürfte, nnrv Dte "^eter im Saale des Hotel Einhorn stattfinden.
— Am 29. d. M. wurde ein 59 Jahre alter Arbeiter aus Nieder-Ohmen an seinem Vorsatz, sich in der Lahn am Heßler zu ertränken, durch hinzugekommene Leute verhindert und zur Polizeiwache verbracht. Der Mann gab an, er habe den Selbstmord aus Noth und weil ihm sein seitheriger Arbeitgeber, em Oeconom, seinen Lohn einbehalten, begehen wollen.
— Zwei Gymnasiasten und ein Realschüler von hier, im Alter von 12, 11 und 8 Jahren, welche am Samstag Nachmittag im Philosophenwald Maikäfer (?!) suchten, zündeten Streichhölzer an und verursachten dadurch einen nicht unbedeutenden Waldbrand.
m. Altenstadt, 30. März. Gestern brach in dem Gräfl. Solms-Laubach'schen Wald, Gemarkung Engelthal, in einem vierjährigen Bestände Feuer aus, das sich aus eine Fläche von etwa 4 Morgen ausdehnte und nur durch das rasche Eingreifen Seitens des Dienstpersonals zu Engelthal, auf diesen Herd beschränkt wurde. Das Feuer soll dadurch entstanden sein, daß ein mit seiner Mutter Holz holender 13jähriger Knabe aus Heldenbergen auf einem Stück Holz ein „Feuerchen" anzündete.
Butzbach, 29. März. Der diesjährige Geburtstag des Fürsten Bismarck wird, wie man allenthalben in den Zeitungen liest, in vielen Städten des Reiches festlich begangen werden. Auch in unserer Stadt hat es der Schützenverein unternommen, einen gemüthlichen Abend dem Gedenken der großen Verdienste Bismarcks zu weihen. Es werden alle Gleichgesinnten hierbei freundlichst willkommen sein und haben auch schon die hiesigen Gesangvereine, gutem Vernehmen nach, ihre Theilnahme zugesagt, um durch fröhliches deutsches Lied diese Feier würdiger zu gestalten.
Alsfeld, 28. März. Am Abend des 1. April findet im Saale des „Deutschen Haus" Hierselbst ein Feste ommers zu Ehren des Geburtstages des Fürsten Bismarck statt.
vermischte».
*△ Mainz, 30. März. Bei der militärgerichtlicherseits vorgenommenen Durchsuchung der Wohnung des Premierlieutenants Stoll ist ein Schriftstück gefunden worden, das jeden Zweifel darüber beseitigt, daß die unselige That mit vollem Vorbedacht geschehen ist. Dieses in Form eines Briefes abgesaßte und die Aufschrift „Mein letzter Wille" tragende Schriftstück ist an die Wirthsleute des Selbstmörders gerichtet und enthält neben Dispositionen über die Hinterlassenschaft genaue Angaben über das mörderische Vorhaben, sowie über die Gründe desselben. Ohne eine besondere Sentimentalität an den Tag zu legen, bekundet Lieutenant Stoy in dem Schreiben, daß das Leben für ihn werthlos geworden, da auch seine letzte Hoffnung, eine Hauptmannstelle
bei der Infanterie zu erhalten, jetzt dahin sei. Für diesen Mißerfolg in seiner militärischen Laufbahn macht Stoll Hauptmann Salm allein verantwortlich. Aus dem Schreiben geht unzweifelhaft hervor, daß Stoll, ehe er den Racheact an seinem vermeintlichen Feind ausgeübt, mit seinem eigenen Leben bereits abgeschlossen hatte. In Osfizierskreisen hier berührt das Vorkommniß begreiflicher Weise sehr peinlich, doch fehlt es nicht an Stimmen, die ein großes Mitleid für den Selbstmörder bekunden.
* Offenbach, 29. März. Bei dem Wettbewerb zur Erlangung voll Entwürfen sür das Museumsgebäude in Düsseldorf wurde der 2. Preis gemeinschaftlich den Architecten Karl Wiegand von hier und Jakob Lieblein von Frankfurt, beide Lehrer an der Bauabtheilung der Kunstgewerbe- und gewerblichen Fachschule zuerkannt. Wir wünschen den Herren von Herzen Glück und weiteren guten Erfolg. (O. Ztg.)
* Koblenz, 31. März. M i t t e l r h e i n i s ch e s T u r n f e st. Bei der gestern hier stattgehabten Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses mit Mitgliedern des Kreis- und technischen Turnausschusses wurden als Tage für das 18. Kreisturnfest für dieses Jahr die Tage vom 2.—5. August bestimmt. Festbeitrag der Turner 2 Mk. Außer dem satzungsgemäßen Schau-, Wett- und Musterriegenturnen wird ein großes Wettfechten und Ringen stattfinden, sowie ein großes Schülerturnen und großer Fackelreigen sämmtlicher Turner von Coblenz. Die Leitung der Geschäfte liegt in den bewährten Händen des Herrn Oberbürgermeisters Schüller.
* Berlin, 30. März. Ein von Berlin nach Schnmm bestimmter Ballon der Lustschifferabtheilung ist verunglückt. Ein Gefreiter ist todt, ein Hauptmann hat beide Berne gebrochen. (F. I.)
— Für den Landeshilfsverein (vom rothen Kreuz) für die Krankenpflege der Soldaten im Felde und Unterstützung der Invaliden, sowie der Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen sind in dem Jahre 1889—90 bei dem Unterzeich-
neteii eingegangen:
- Pfg-,
1. aus
Bettenhausen
1 Mk.
2. „
Birklar
9 „
60 „
3. „
DorfiGill
5 „
30 „
4- „
Eberstadt
20 „
n
5- „
Grüningen
9 „
90 „
6. „
Hattenrod
3 „
35 ,,
7- „
Langsdorf
5 „
//
8- „
Lich
33 „
20 „
9. „
Muschenheim
10 „
60 „
10. „
Nieder-Bessingen
13 „
90 „
11. „
Ober-Bessingen
10 „
10 „
Summa
121 Mk.
95 Pfg.
Auslagen 1 „ 35 „
Rest 120 Mk. 60 Pfg.
abgeliefert an Herrn Schatzmeister Hechler zu Darmstadt. — Gesuche um Unterstützung sind unter Vorlage der nöthigen 'Bescheinigungen der Militärbehörden und der Bürgermeistereien kostenfrei bei dem Unterzeichneten pinzuveichen.
Lich, 29. März 1890.
Langermann, Oberamtsrichter.
Verfälschte schwcrrze Seide.
Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-Depöt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen echten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. 1873
Athemnoth und Luftmangel Verschleimung hervorgerufen, machen Tausenden von Menschen das Leben zu einer fast unerträglichen Last. In diesen Fällen werden Fays achte Sodener Mineral-Pastillen, gewonnen aus den Salzen der zur Kur gebrauchten berühmten Gemeinde-Quellen Nr. III. und XVIII., mit besonderem Ersolge angewandt, weil sie durch ihre intensive Schleimabsonderung, durch ihren wohlthätigen Einfluß auf die afficirten Organe der Brust die nachhaltigste Wirkung verschaffen. Zu beziehen durch alle Apotheken u. Droguen i 85 die Schachtel- 65
— Was schöne Hände nicht Alle- fertig bringen! Feenhände, so müßte man glauben, sollten es sein, die alle diese geschickten Handarbeiten zu Stande bringen, die von Zeit zu Zeit in der Frauenwelt aufkommen. Und merkwürdig: die kleinsten Hände bringen die größten Weltwunder der Frauenarbeit fertig. Den Damen bietet sich jetzt wieder Gelegenheit, ihre Fertigkeit in feinen Handarbeiten durch eine ebenso originelle, wie schöne Kunst zu erweitern. Es ist die erst in den letzten Jahrzehnten von Italien aus bei uns eingeführte Filigranarbeit in Gold- und Silberdraht, Wollfaden rc. Diese Kunst ist überraschend leicht zu erlernen und bietet den Damen und selbst Kindern Gelegenheit, sich und Andere mit den manigsaltigsten Schmucksachen für Toilette und Zimmeroerzierungen, Blumenkörbchen^ Bouqnetts, Spangen, Kettchen, Nadeln u. s. w. zu versehen, wobei die Freude an all' den hübschen Sachen ohne Zweifel durch die Selbstanfertigung noch wesentlich erhöht wird. Fräulein Josepha Theben, Btsmarckstraße 6,1, eine fertige Lehrerin dieser Kunst, hat sich kurze Zett hier niedergelassen, um Unterricht zu erthetlen. Die Dame hat Unterricht gegeben in Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf, Wiesbaden, Kreuznach, Frankfurt, Heidelberg u. s. w. Beiläufig bemerkt fei, daß Fräulein Josepha Theben bei der Anwesenheit des Kaisers in Frankfurt a. M. demselben in der Hauptpost mehrere von ihr in Filigran hergestellte Gegenstände zum Geschenke überreichte, nämlich einen großen Ofenschirm aus künstlichen Blumen, einen Drahtblumenkorb, einen Wollblumenkorb und Schmucksachen. Frl. Theben motioiite ihre Bitte, das Geschenk anzunehmen, mit dem Hinweis, daß die Kaiserin sich sehr für derartige Arbeiten interefstre. Der Kaiser nahm das Gebotene mit freundlichen Dankesworten an- Die junge Dame hat eine große Anzahl ihrer Handarbeiten zur Zeit bei Herrn Julius Schulze am Kreuz ausgestellt. Die Arbeiten werden sich bald den allseitigen Geschmack der Damenwelt abringen und — Gnade uns Gott! — zum nächsten Weihnachtsfeste wird es Filigranhandarbeiten regnen.


