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vevkehe, Land- nnd volkswiethschafL.
— Linsen. Eine in Frankreich sehr beliebte Zubereitung Uder nahrhaften Hülsenfrüchte ist die folgende: Sie werden mit foltern Wasser zum Kochen ans Feuer gestellt; man fügt Feit oder kalter bei und gießt etwas heißes Wasser daran, in welchem man Kebigs Fletschexlract aufgelöst hat. So zubereitet passen sie vor- freffhd) zu sog. „verlorenen Eiern" und bildm mit diesen ein sehr sübiches Gericht. L.
— Wann fallen wir Erdbeerbeete anlegen? (Nachdruck »erboten.) Der G>und warum die Meinungen über diese Frage so stark auseinandergehen, ist allein in den verschiedenen Verhältnissen |ii suchen. Im Herbst angelegte Beete haben im Frühjahr stets iiöhere Verluste zu verzeichnen, denn viele der frisch gefetzten Pflanzen linnen den Unbilden des Winters nicht widerstehen, dagegen de- fommen diejenigen unter ihnen, welche gut durchwintern, im nächsten Sommer bald den Vorzug vor den im Frühjahr gepflanzten, sie werben auch eher fruchttragend. Wo man somit hinreichenden Vor- roth kräftiger Pflanzen hat, da setze man im Herbst und pflanze die auss,ewinterten im Frühling nach, will man sich aber neue Sorten anlchaffen, welche stets ziemlich hoch im Preise stehen, oder wenn die Pflanzen überhaupt hoch im Preise stehen, lasse man sich die Pflanzen im zeitigen Frühjahr kommen. Jetzt ist es Zeit für dm, der seinen Nutzgarten noch durch schöne Erdbeersorten erweitern will.
— Neber Stalltemperatur. (Nachdruck verboten.) Die Stallwärme wird von den Tyieren selbst erzeugt auf Kosten des gereichten Futters, dieselbe mutz daher sorgsamst vor dem Entweichen gejchützt werden (jedoch darf dieses nicht auf Kosten der Qualität fcr Lust geschehen).
Bei nur 10° E. beginnt schon ein auffallender Verbrauch und »war in der Art, daß für einen Grad gegen den Gefrierpunkt hin dcr Verbrauch an Futtermitteln zum Zweck der Erwärmung des Körpers um 5—6pCt. sich steigert. Für jeden Grad aber, um welchen sich die Slallwärme der Normaltemperatur von 16° C. nähert, sinkt der Futterbedarf um 2-3pEt. Ein Thermometer ist ilio in jedem Stulle von großer Wichtigkeit und nothwendig für den sparßqmen Viehbesitzer.
Nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen brauchen während der kalten Jahreszeit, bet vorausgesetzt ausreichendem Mast- oder ichLltungsfutter, um sich im Stalle kö perlich wohl zu befinden^
1. Die Pferde: Reit- oder Wagenpferde 20° C., langsam arbeitende, meist sonst im Freien befindliche Pferde 16° C., säugende Stuten und junge Foblen 20° E.
2. Rindvieh und zwar Arbeitsochsen 15° C., Jungvieh 20° C, Milchvieh und Kälber 20° C., Mastvieh 12—14° C.
3. Schafe vor der Schur 12° C., nach der Schur 20° C., während der Mast ohne Wolle 12-14° E.
4. Schweine während der Mast 12—14° C., Mutterschweine mit Ferkeln 20° E.
5. Geflügel zur Zucht 18—20° C., während der Mast 12° C.
Zu hohe Stallwärme wirkt erschlaffend auf dcn ganzen Organismus; die Neroenkraft nimmt ab und damit auch die Leistungsfähigkeit. In allen Fällen, wo es sich somit um Arbeitsthiere handelt, ist eine über das angegebene Optimum hinausgehende Stalltemperatur zu verwerfen, ebenso verhält es sich bet Milchvieh, nur beim Mastvieh, wo es auf dauernde Leistung nicht ankommt, ist eine Temperaturerhöhung weniger nachtheilig.
— Kolik deb PferdeS. (Nachdruck verboten.) Wenngleich eine jede besondere Kotitalt eine specielle Behandlung vora-^ssetzt, so empfiehlt sich doch bei jeder Kolik folgendes: 1. Tüchtiges Frottiren des ganzen Körpers mit Strohwischen und Drücken der Bauchgegend. 2. Einpacken in nasse Leinentücher und darauffolgendes vorsichtiges Etnwickeln in Wolldecken (sog. Prießnitzer Umschlag). 3. Von meist baldiger vorzüglicher Wirkung ist die Einführung größerer Wassir- mengen mittelst eines Klystteischlauches. Mit einer Klystier svritze kann man das Wasser nicht tief genug in den Darm bringen. Vorstehende Mittel kann jeder Landwirth leicht und ohne Schaden an- wenden und führen meistens und tm Allgemeinen besser zum Ziel als Arzneien.
— KeimfLhigkeitSdarrer unserer Getreidearterr. (Nachdruck verboten.) Die Zelt, wo man an die Beschaffung des Saatgutes denken muß, rückt näher; vielerorts wird man in Verlegenheit um gutes Saatkorn sein, weil die vorjährige Ernte nur zu traurig ausgefallen ist. Wo noch überjähriges gutes Saatgut vorhanden ist, da wende man event. dieses an. Wie weit dieses zulässig, das hängt von Keimfähigkeitsdauer und Aufbewahrungsart ab.
Werden die Getreidekörner in der gewöhnlichen Weise auf einem trockenen Boden aufbewahrt, fo verliert Roggen nach zwei Jahren, Weizen nach fünf Jahren, Gerste nach vier Jahren die Keimfähigkeit; werden dieselben aber künstlich bei einer Temperatur von 50 bis 6O3 R. getrocknet und in geschlossenen Glas- oder verzinkten Eisenblech-Gefäßen aufbewahrt, so dauert die Keimfähigkeit länge,:
Von 100 Körnern haben gekeimt
Auf schüttboden- ähnliche Art aufbewahrt
Künstlich getrocknet und luftdicht aufbewahrt
1
2 13,4,6 jährig
1,2,3 (4,5,6 jährig
7
8
9 10
Weizen . . .
96
84
60
73
4
99
99
99
96
8696
98 100
70(16
Roggen . . .
100
48
0
0
0
98
99
99
80
49,94
94
72
10 0
Gerste....
89
92
33
48
0
99
96
99
99
99,96
86
100
52.88
Hafer ....
96
80
32
72
48
100
99
100
96
94198
86
100
96192
Mais . / . .
971100 1
77
0
56
99
100
97
0
9899 1
100
100
0 84
Aus diesen Zahlen geht nicht allein hervor, wo eine Benutzung älterer Saat noch von Vortheil, sondern auch um wieviel die Einsaat ungefähr im Verhältniß zu der gewöhnlich benutzten Menge frischer Saat zu verstärken ist.
Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 27. Februar. Auf den heutigen diesigen Markt wurden gebracht: 381 Ochsen, Kühe und Rinder, und 444 Schweine. Der nächste Markt ist am 27. März l. I.
Schiff-nachrichten.
Bremen, 26. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Ems, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. Februar von Bremen und am 17. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newport angekommen.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst
Sonntag Reminiscere, 2. März.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Dingeldey.
Bibel stunde am Montag den 3. März, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Job. Cap. 3, von Vers 1 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Sardes. Pfarrer Dr. Nau mann.
3. Passionsandacht am Mittwoch den 5. März, Abends 6 Uhr Pfarrer Dingeldey
Am Sonntag den 9. März: Beichte und heiliges Ab end mahl tm Vormittagsgottesdienst.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 2. bis 8. März besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
2. Fastensonntag, 2. März.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um y«8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Vs' Uhr Austheilung der bl Communion; um V»8 Uhr Frühmesse; um 3/t10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V,3 Uhr Christenlehre und Andacht. Abends um 6 Uhr Fasten- predigt.
Mittwoch: Abends um 6 Uhr Fastenandacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
1. März.
Freitag Abend 516 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3°° Uhr, Samstag Abend 6*° Uhr.
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>r. Otto Böcke! stags-Abgeordnele: iberg angenommen ergangenen Freitag junger Mann au& Jon Gießen hierher ■ zu springen. Za jestgestellt, daß der tng an eine Jrm 'jähriger Mechaniker in Arbeit stand, ftmorb. Gestern ’.r Nr. 344, Joh. er die Untermain: ier Brücke ans in \i k ttwi bereits eingetW funben werden, nationalen mebic jguft dieses JaP lationale mtbW Von den Vertretern größeren ärztlichkir ein Organisation^:
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Holzversteigerung.
Donnerstag den 6. und Freitag den 7* März e Immen in den Winneröder Waldungen, Districten „Neuhof, Lange- dllchen, Bauer Heid, Burg und Walpers- brrg" zur Versteigerung:
Buchenscheitholz 79 Rm., Buchen- stügel 169 Rm, Eichenprügel 26 Rm , dachen- und Eichenstöcke 87 Rm., skdelprügel 71 Rm., Nadelstöcke M Rm., Buchen-, Erchen- und Nadel- leiser 1192 Rm. und Nadelstangen- jol$ 26,91 Festmeter.
Zusammenkunft am Hofe. Anfang SUHr.
Winnerod, 25. Februar 1890.
1729 Zimmer'sche Försterei.
Waschbütten
li großer Auswahl empfiehlt billigst Wilh. Kohl-rmann, Küferei, Neustadt 15. [1360
Holzversteigerung.
SamStag den 1. März er., Nachmittags 3 Uhr
Mn die Ausputzreifer in der Süd- ünlsge, Ostanlage, Friedhofsanlage vnd am Steinbergerweg öffentlich ver- settzert werden.
Zusammenkunft am Neuenwegerthor. Gießen, den 27. Februar 1890.
VroHherzogliche Bürgermeisterei Gießen Gnauth. 1725
Bau- und Nutzholz- Versteigerung.
Miontaa den 3. März d. I., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Alten - Busecker Gemeinde- vald in den Districten Geisberg, ktruth und Seewald nachverzeichnete Holzsortimente meistbietend versteigert werden:
53! Eichenstämme von 5 bis 15 Mir. Län-ie, von 20 bis 55 Ctm. Durchmesser,
137 Fichtenstämme von 15 bis 20 Mir. Länge, von 20 bis 47 Ctm. Durchmesser,
72 Kiefernstämme von 14 bis 20 Mtr. Länge, von 20 bis 25 Ctm. Durchmesser,
2 Buchenstämme von 5 Mtr. Länge, von 55 Ctm. Durchmesser,
37 Eichenderbstangen,
42 Nadelderbstangen.
Alten-Buseck, 25. Februar 1890. tzroßh. Bürgermeisterei Alten-Buseck.
Krämer. 1681
Holzversteigerung in der Ireiherrlichen Odersörflerei Rabenau.
Es werden versteigert: Freitag den 7. März 1890 aus den Districten Ammenhäuserhecke und Antrefferkops:
Stämme: Eiche 17 Stück — 12,06 fm, darunter Schnittholz.
Scheiter rm Knüppel rm Reisig rm Stücke rm
Buche — — 1268 —
Eiche 941.61,811. GL 6 928 44I.Cl.,5II. Cl.
Nadelholz 2 20 240
Die Zusammenkunft findet Vormittags 9 Uhr am District Ammen- häuserhecke in den AllertShäuser Wiesen statt. Das im District Ammen- häuserheck 4. 5. 7 sitzende Eichenbrennholz wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und wollen Steigliebhaber sich dasselbe vorher einsehen.
Im Falle ungünstiger Witterung findet die Versteigerung im Gemeindehause zu Allertshausen statt.
Kesselbach, den 27. Februar 1890.
Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.
Schlotterer.1741
Holzversteigerung.
Mittwoch den IS. März d. I.,
Vormittags 10 Uhr anfangend, kommt im hiesigen Mark- und Gemeindewald folgendes Gehölz zur Versteigerung :
3 Eichen-Stämme, 17 bis 20 Ctm.
Durchm., 5 bis 7 Mtr. Länge, 24 Fichten-Stämme, 12 bis 24 Ctm.
Durchm., 11 bis 15 Mtr. Länge, 373 Fichten-Derbstangen, 24,73 Fm.
haltend,
85 Fichten-Reisstangen, 1,96 Fm. haltend,
14 Kiefern-Stämme, 13 bis 20 Ctm. Durchm., 6 bis 13 Mtr. Länge, 24 Rm. Buchen-Scheitholz, 80 „ Buchen-Knüppcl, 16 „ EicheN'Knüppel,
3 „ KirscheN'Knüppel,
268 „ Buchen-Reisig,
128 „ Eichen-Reisig,
56 „ Fichten-Reisig,
10 „ Kiesern-Reisiq,
25 „ Buchen'Stockholz,
52 „ Eichen-Stockholz.
Der Anfang ist im Hinterwald am Markweg.
Muschenheim, 27. Februar 1890.
Großh. Bürgermeisterei Muschenheim.
___________Roth.________1740
Versteigerung.
Samstag den 1. März d. IS., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Gasthaus »zrrrn Udler" Marktplatz 20:
1 Ladcntheke, 5 Ladenschränke und 1 Spiegel.
Born, 1749 Gerichtsvollzieher in Gießen.
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30) Schloßgaffe 19.
Holzverkauf.
SamStag den 8. d. MtS., von l1/« Uhr ab, wird im Locale der Wirth Pfaff Wwe. in Kinzenbach nachverzeichnetes Holz aus dem Kinzenbacher Gemeinde-Walde verkauft: 1) Stämme, a) Eicken: 16 St. 3 Kl, 13,60 Fftm, b) Fichten und Kiefern: 49 St 4 Kl, 6,12 Fftm ; 2) Stangenr Nadelh.258 St 1., 2., 3. Kl., 13,92 Fftm.; 3) Nutzholzr Kiefern 1 rm; 4) Brennholz, aj Eichen- Derbh. 6,5, Reiser b6 rm, b) 9tadelholz- Kpl. 7Vr, Stöcke 4,75, Reiser 106 rm, c) Weichholz 440 rm Reiser und 2i0 rm Ginster.
Crofdorf, den 1. März 1890.
1744 Das Bürgermeisteramt.
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