Ausgabe 
28.11.1889 Erstes Blatt
 
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Karlsruhe, 26. November. In Veranlassung des Zusammentritts der badischen Kammern fand heute im Schlosse große Hostasel statt, wobei der Großherzog die Landesvertreter begrüßte. Der Präsident der ersten Kammer, Sergcr, brachte bei der Tasel das Hoch auf den Großherzog aus, während der Präsident der zweiten Kammer, Lamey, auf die Großherzogin und das Großherzogliche Haus toastete. Der Großherzog dankte und schloß mit einem Hoch aus das Heimathland.

Fiume, 26. November. Der vom Gouverneur Graf Zichy zu Ehren der deutschen Offiziere veranstaltete Fest­abend ist auss Glänzendste verlausen. Heute besuchten die Offiziere die Torpedosabrik, woselbst Gras Hoyes ein Früh­stück gab. Nachmittags soll ein Diner bei Admiral Hollmaun aus demKaiser" stattfinden- es ist dasselbe jedoch fraglich, da ein starker Sirocco eingetrcten ist.

Paris, 26. November. Das auswärtige Amt empfing Depeschen aus Brasilien, des Inhalts, daß bisher keine Regierung die Republik anerkannte. Die Regierung Brasi­liens wartet übrigens den Beschluß der demnächst zusammen­tretenden constituirenden Versammlung ab, um alsdann für die von der Versammlung beschlossene Regierungsform die Anerkennung nachzusuchen. Die französischen Vertreter in Brasilien erhielten Instructionen, die bisherigen guten Be­ziehungen zwischen Frankreich und Brasilien ausrecht zu erhalten.

DerTemps" dementirt das Gerücht, Frankreich habe der Conversion der egyp tisch en Staatsschuld zu­gestimmt.

London, 26. November. Die amtliche Zeitung veröffent­licht eine Note Salisburys vom 21. November an den englischen Gesandten Petre in Lissabon- dieselbe protestirt energisch gegen die Anspruchnahme von Rechten über Ma- shonaland und das Land nördlich vom Zambesi durch Portugal und weist den Gesandten an, den Protest vom 13. Aug. 1887 zu erneuern.

London, 26. November. In der Clev e l a nd street- Scandalassaire wurde heute vor dem Polizeigericht in Bow-Street die Ehrenbeleidigungssache des Lord Euston gegen den Redacteur Parke von derNorth London Preß" ver­handelt. Parke, der sich seine Vertheidigung vorbehielt, ist vor die Assisen verwiesen, jedoch gegen Caution aus freien Fuß gesetzt worden.

Belgrad, 26. November. Nach authentischen Berichten reducirt sich der angebliche Uebersall auf das Kloster Detschani darauf, daß zwischen dem Kloster und den Arnauten Ländereistreitigkeiten bestanden, welche die Behörden schlichteten, dessenungeachtet verließen die Mönche das Kloster und zogen in das Kloster Jpck.

Konstantinopel, 26. November. Der Ayrnestieerlaß für Kreta wird verzögert, weil er in feierlicher Form mittelst Firmans erfolgen und von einem besonderen Ab­gesandten nach Kreta gebracht und verkündet werden soll.

Newyork, 27. November. (Privatdepesche.) Die Stadt Lyon im Staate Massachusetts «-ist gestern größtcntheils durch Feuer zerstört worden. Zwölf Häuserblocks mit großen Schuhfabriken, der Ccntralbahnhof, mehrere Banken, Kirchen, Schulen, Zeitungsclubs sind eingeäschert. Auch mehrere Menschen sind bei dem Brande umgekommen. Der Schaden wird auf 10 Mill. Dollar geschätzt.

Locales »»nd Krovinzielies.

Gießen, 27. November.

Vor dem Beginn der morgigen Stadtverordneten­sitzung sind die Pläne für das neue Knaben-Schulhaus an der Nordanlage im Sitzungssaale der Stadtverordneten aus­gestellt. Interessenten steht die Besichtigung derselben frei.

f Vor der Strafkammer standen gestern wieder einmal zwei berüchtigte Wilderer, Georg Karl Sperling und Heinrich Velten von Bleichenbach, ersterer der gewerbsmäßigen Wil­derei, letzterer der Beihülse dazu angeklagt- außerdem noch der sonst nicht schlecht beleumdete Fuhrmann Georg Friedrich Berg von Rodenbach bei Altenstadt, wegen Hehlerei. Letzt­genannter wurde Ende August d. I. von dem Gendarmen Krebs in Altenstadt im Besitze eines geschossenen weiblichen Rehs betroffen, welches er nach seiner Angabe von den erst­erwähnten Personen zum Wiederverkauf angekaust hatte. Eine bei Sperling und Velten vorgcnommene Haussuchung fiihrte zur Entdeckung eines geladenen Jagdgewehrs, blut­befleckten Kleidungsstücken u. s. w., welcher Umstand in Ver­bindung mit ihrem sonstigen sehr verdächtigen Treiben keinen Zweifel darüber auskommen läßt, daß die Beiden die Wilderei gewerbsmäßig betreiben. Das Gericht erkannte gegen Sperling 6 Monate, gegen Velten wegen Beihülfe 5 Monate und gegen Berg wegen Hehlerei 14 Tage Gefängniß, sprach auch be­züglich der beiden Ersteren die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht aus und verfügte die Einziehung des dem Velten gehörigen Gewehrs. Der bis jetzt noch in Haft gehaltene Angeklagte Sperling wurde aus freien Fuß gesetzt.

T Ein unbedeutendes Schadenfeuer entstand gestern Abend in einem Hause der Wallthorstraße dadurch, daß das Dienst­mädchen den Fcnstervorhängen mit dem Lichte zu nahe kam. Das Feuer war bald gelöscht.

Theater. Das am vorigen Freitag mit so vielem Beisall aufgejührte LustspielDie beiden Leonor en" kommt morgen Donnerstag den 28. November zum letzten Male hier zur Ausführung. Wer daher das vortreffliche Werk des geistreichen Schriftstellers Paul Lindau noch nicht gesehen hat, versäume diese Gelegenheit auf keinen Fall. Freitag den 29. November endlich kommt der so lange und mit vieler Sehnsucht erwartete SchwankMadame Boni- vard". Wir entnehmen der Masse von Referaten, welche vor uns liegen, eins derKieler Zeitung", welches lautet: Mcht oft haben die Wände unseres Stadttheaters von so donnernden Lachsalven getobt, nicht ost ist einzelnen Scenen

bei offenem Vorhang so lauter Beifall gezollt worden, wie bei diesem Stück."

k. Theater. Leider war der Schreiber dieser Zeilen verhindert, der Vorstellung des Putlitz'schen LustspielsSpielt nicht mit dem Feuer" beizuwohnen. Den uns zuge­messenen Raum erlauben wir uns darum zu einem Hinweis auf die Donnerstag stattfindende Wiederholung derbeiden Leonorcn" im Anschluß an die Besprechung unseres Vor­gängers in der Kritik zu benutzen, der in seinem Referat darauf aufmerksam gemacht hatte, daß das pikante Stück des berühmten Autors im Interesse derer, die die etwas spät erschienene Ankündigung übersehen hatten, noch einmal auf- gcführt werden müsse. Die beiden Leonoren erinnern in etwas an die Sardou'sche Cyprienne. Hier wie dort wird eine Frau gezeichnet, die in ihrem Eheleben die gesuchte Befriedigung nicht findet und sich darum auf leichtfertige Beziehungen zu jungen Hofmachern einläßt, bis dann schließ­lich in dem psychischen Krankheitsproceß eine Krisis und Wendung zum Besseren eintritt. Aber während diese in der Cyprienne durch den Gatten selbst hcrbeigeführt wird, ersolgt sie hier mit und infolge der in frischer Land- und Gebirgs­lust aufgewachscncn, an Leib und Seele kerngesunden Tochter. Der außerordentlich schon zur Geltung gebrachte Gegensatz zwischen Lorchen übrigens eine Glanzrolle von Frau Anni Reiners und ihrer Mutter drückt sich besonders treffend in den beiden Schlußscenen der zwei ersten Acte aus: Hier schläft die blasirte Frau bei der Lectüre eines französischen Krastromans, dort die Tochter mit einem Gebet sür Mutter, Vater und ihren Geliebten ein. Der erste Grundgedanke ist der Leichtigkeit und Heiterkeit, die wir in einem Lustspiel erwarten, nicht hinderlich gewesen, sondern diese kommen in reichem Maße zu ihrem Rechte. Nach seinen geistvollen Feuilletons war von Paul Lindau nichts anderes zu erwarten, als daß er sein Lustspiel mit zündenden Witzen und wirkungs­vollster Komik ausschmückte. Namentlich die Figur des alten Wichberg, den Herr Reiners neulich trefflich wiedergab, ist in dieser Beziehung reich bedacht und eine Quelle unerschöpflicher Heiterkeit. Ebenso hat Frau Marie Jaskowski als heirathslustige alte Jungfer (Viena Vollheim) Gelegenheit, ihr bedeutendes komisches Talent zu entfalten, wie denn auch sonst die Nollen des Stückes ihren Vertretern imNeuen Theater" gut liegen.

* Nachdem die Nekruteneinstellungen erfolgt sind, wird aus die bezüglichen Bestimmungen über Soldatenbriefsendungen aufmerksam gemacht. Jede Sendung, sei es Postanweisung, ein einfacher Bries oder eine Packetsendung, muß, sofern auf Ermäßigung oder Portofreiheit Anspruch gemacht wird, den Vermerk:Soldatenbrief! Eigene Angelegenheit des Em­pfängers!" tragen- in diesem Falle und vorausgesetzt, daß die Sendung wirklich die eigene Angelegenheit des Empfängers betrifft, beträgt das Porto für eine Postanweisung bis zum Betrage von 15 Mk. nur 10 Pf., gewöhnliche Briefe bis zu einem Gewicht von 60 Gramm werden portofrei befördert. Pallete ohne Werthangabe werden bis zum Gewicht von 3 Kilogramm (6 Pfund) ohne' Rücksicht auf die Entfernung für 20 Pf. befördert. Stadtpostsendungen und Sendungen aus dem Landbestellbezirk der Postaufgabestation, sowie alle Sendungen über 60 Gramm, Postanweisungen über 15 Mk., Geldbriefe, Kreuzbandsendungen, sowie Packere über 3 Kilo­gramm und solche mit Werthangabe müssen nach dem all­gemeinen Portotarif frankirt werden.

t Herbstein, 25. November. Der aus den 21. December angekündigte Thomasmarkt ist auf Donnerstag den 19. December verlegt worden.

* Ulrichstein, 24. November.' Die hiesige Sparkasse hatte im Jahre 1888 eine Einnahme von 190467.50 Mk., eine Ausgabe von 160 786.89 Mk. und erzielte einen Ueber- schuß von 29 680.61 Mk. Der Rescrvefond von 23 570.18 Mk. im Jahre 1887 hat sich im Vorjahre um 668.33 Mk. vermehrt.

Altwiedermus, 24. November. Folgende Schweineschlacht­geschichte hat kürzlich unseren sonst so ruhigen und friedlichen Ort in lebhafte Bewegung gebracht. Ein Bauer hatte sein fettes Schwein verkauft, es sollte angeblich 219 Pfund ge­wogen haben, ein fremder Metzger behauptete, das von letzterem bei einem Nachbarn gekaufte Schwein sei schwerer, wogegen der erste Verkäufer erklärte, er wette um 1000 Mk., daß sein Schwein das schwerere sei. Der Metzger rief: Glück dazu! und schlug ein, was den Bauer nicht wenig er­schreckte. Wie der Blitz verbreitete sich die Wette im Dorf, überall standen Gruppen und debattirten auf das Lebhafteste. Der Metzger lief von eineiü Haus in das andere und bot zuletzt 20 Mk., wenn ein Bauer sofort Wasser heiß mache, damit das Schwein geschlachtet imi) gewogen werden könnte.- Die Altwiedcrmuser hielten aber fest zusammen und weigerten die Beihilfe, drohten auch Demjenigen, der die 20 Mk. ver­dienen wollte, mit einem Buckel voll Prügel. Endlich zog der fremde Metzger unverrichteter Sache ab, gab jedoch die Parthie nicht verloren, denn das Schwein wurde in einem benachbarten Dorfe geschlachtet und gewogen, wobei es sich herausstellte, daß es zwar keine 219, sondern nur 212 Pfd. wog. Es war aber immer noch schwerer als dasjenige des Bauern, welches nicht 219, sondern nur 201 Pfund wog. Der Metzger hätte also die Wette gewonnen und man glaubt, daß es ein gerichtliches Nachspiel geben wird. Ob viel da­bei herauskommt, ist zweifelhaft. Die Leute mögen aber daraus lernen, daß man bei solchen Wettspäßchen recht unsanft hineinfallen kann.

Vermischtes.

Mainz, 25. November. In unseren! neu zusammen­gesetzten Stadtverordneten-Collegium sind jetzt fol­gende Berufsarten vertreten: 8 Fabrikanten, 5 Rechtsanwälte, 4 Aerzte, 3 Bauunternehmer, je 2 Weinhändler, Colonial- waarenhändler, Privatleute und Zimmermeister und je 1 Di­

rector, Bankier, Landgerichtsrath, Gymnasiallehrer, Gymna­siallehrer i. P., Architect, Schriftsteller, Müllereibesitzer, Spediteur, Kaufmann, Rentner, Mechaniker, Schreinermeister und Schriftsetzer.

Frankfurt, 25. November. Bei einem kürzlich in einem benachbarten Orte ausgebrochenen Brande befand sich ein Landmann unter den Zuschauern. Von einem Gendarmen aufgefordert, sich am Löschen zu betheiligen, weigerte er sich mit den Worten:er sei kein Feuerwehrmann". Zur An­zeige gebracht, wurde er wegen verweigerter Noth- hülfe bei einem Brande, die er nachgewiesenermaßen ohne erhebliche eigene Gefahr hätte leisten- können, von dem zuständigen Amtsgericht mit Bezug auf § 360, 10 des R.- St.-G.-B. zu 3 Tagen Haft und Tragung der Kosten ver- urtheilt.

Ueber die Pensions- und Krankenkassen der preußischen Staatsbahnarbeiter für 1888 wird imArchiv für Eisenbahn­wesen" Bericht erstattet. Danach sind gezahlt worden Ruhe­löhne, Wittwen-, Waisen-, Sterbegeld und Unterstützung an­dauernd erwerbsunfähig gewordene Arbeiter 743000 Mark (int Vorjahre 635 000 Mark), Krankheitskosten 2 964000 M. (2 860000 M. im Vorjahre), auf Grund der Unfallversicher­ungsgesetze und der Haftpflichtgesetze 1629000 V?. (1402 000M- im Vorjahr). Am Schlüsse des Jahres waren einschließlich der von Unternehmern bei Eisenbahnbauten beschäftigten Per­sonen 177 603 Arbeiter bei Eiscnbahnkrankenkassen und dar­unter 78 786 Arbeiter bei den Pensionskassen betheiligt, während in den unfallversicherungspflichtigen Eisenbahnbe­trieben ausschließlich der von Unternehmern bei den Eisen­bahnbauten beschäftigten Personen im Jahre 1888 durchschnitt­lich täglich 164255 Arbeiter thätig waren. Laufende Beiträge waren von den Arbeitern zu den Pensions- und Krankenkassen, und zwar durchschnittlich für das Jahr, soweit sie nur der Krankenkasse angehörten, 13,28 M.- (13,25 M.), und soweit sie sowohl der Pensionskasse als auch der Krankenkasse ange­hörten, 35,36 Mark (34 M.) zu entrichten, während die Eisenbahnverwaltung einen Baarzuschuß in Höhe der Hälfte der Mitgliederbeiträge zu den Pensions- und Krankenkassen beisteuerte, die Kosten der Rechnungs- und Kassenführung, trug und die Haftpflicht- und Unfallentschädigungen neben den Aufwendungen an Unterstützungen und Beihülfe aus den eigenen Mitteln zu bestreiken hatte. Am Schlüsse des Jahres­verfügten die Peitsions- und Krankenkassen der Eisenbahn­arbeiter über ein Vermögen von insgesammt mehr als- 14l/4 Millionen Mark.

Das neue Repetiergewehr ist am Samstag in der Budget-Commission gezeigt worden. DieHamb. Nachr." theilen darüber Folgendes mit: Düs Gewehr hat ein Kaliber von 7,8 mm, doppelten Lauf zum Schutze gegen Erhitzung nach einer von Ming erfundenen Methode, ein Magazin für fünf Patronen und ist um 1 kg leichter als das bisherige Gewehr. Es ist so zierlich, daß man meint ein Kinder­gewehr vor sich zu haben.

Besta", Lebens-BerficherirrrgSbank auf Gegenseitigkeit zu Posen. In dem uns vorliegenden Geschäftsbericht über daS Jahr 1888 sind die Ergebnisse als durchaus befriedigende bezeichnet und wir werden wohl nickt fehl gehen, wenn wir den bemerkens- werthen Aufschwung der Geschäftsentfaltung dieser Gesellschaft auf Rechnung der gegenwärtigen Leitung setzen. Im Laufe des Jahres 1888 gingen bei der Anstalt 1220 Anträge aus 2 536 750 Mk. Ver­sicherungssumme ein, so daß während des Berichtsjahres mit Ein­schluß der aus dem Jahre 1887 übernommenen 58 Anträge aus 186 250 Mk. im Ganzen 1278 Anträge auf 2 723 000 Mk. Kapital zu erledigen waren. Auf Grund dieser Anträge wurden 979 neue Policen über 2 058 400 Mk. Versicherungssumme ausgefertigt und hob sich der Gesammtversicherungsbestand am Ende 1888 auf 5565 Policen über 10 890 725 Mk. Versicherungssumme. Der reine Zu­wachs an Versicherungen betrug 124 Policen mit 291230 Mk. Ka­pital. Die Sterblichkeit blieb auch im Jahre 1888 sowohl hinsichtlich der Zahl der Sterbefälle als auch hinsichtlich der Höhe der Ver­sicherungssumme hinter der rechnungsmäßigen zurück, obwohl 9000 Mk. mehr als im Jahre 1887 zur Auszahlung gelangt sind. Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung waren nämlich im Jahre 1888 76 Sterbesälle mit 151721 Mk. Kapital zu erwarten, wohingegen nur 125850 Mk. für 62 Todesfälle gezahlt worden sind. Dieses Resultat liefert einen Beweis von der normalen Entwickelung der Ver­sicherungen derVesta", sowie von der Vorsicht, mit welcher von der Direction bet der Prüfung und Annahme der Versicherungsan­träge verfahren wird. Was das Ergebniß des finanziellen Umsatzes anlangt, so haben sich die auf das Jahr 1888 entfallenden Ein­nahmen an Beiträgen, Zinsen :c. um über 16 000 Mk. gehoben, trotzdem in Folge des sinkenden Zinsfußes und der durch die starke Ausloosung der 4proc. Posener Pfandbriefe erlittenen Ausfälle auf dem Zinfenconto nicht nur keinen Zuwachs, sondern eine geringe Abnahme zu verzeichnen waren. Die Gesammteinnahme des Jahres 1888 betrug 408 595 Mk., wogegen die Ausgaben für sämmtliche laufende Unkosten :c. um 68162 Mk. angewachsen, insgesammt 395 543 Mk. ausmachten. Es verbleibt dann ein Reingewinn von 13 052 Mk., der zur Tilgung des Organisations-Conto, welches den zur Gründung nn> Onganisation der Anstalt besonders hergegebenen und vorhandenen Gründungsfonds von 600,000 Mk. bisher noch be­lastet, verwendet. Das Vermögen der Gesellschaft weist im Rechnungs­jahre einen Zuwachs von über 100 000 Mk. auf und erreichte Ende 1888 die Höhe von 1 341490 Mk. Diese Activa bilden eine über­schüssige Deckung für die Beitragsrcseroen, welche 976 053 Mk. be­tragen, sowie andere aeringe noch nicht erhobene laufende Forderungen. Am Ende des Jahres 1888 bestand das Bankvermögen außer 286 575 Mk. Solawechsel, 32 597 Mk. Eassabestand und diversen anderen größeren Werthposten, welche in der Bilanz specificirt sind, unter andern auch aus 304 000 Mk. pupillarisch sicheren Hypotheken, 179 029 Mk. 4 und 3V2Procentigen Posener Pfandbriefen und andern Effecten, 173 430 Mk. Darlehnen auf eigene Policen und 108 825 Mk. 5procntigen AntheisiCertificaten derVesta". 9538

£in Nährmittel ersten Banges muß außer seinen qualitatioen und practischen Eigenschaften auch medicinisch gutge­heißen, chemisch als werthvoll befunden und bacteriologisch untersucht sein aus absolute Reinheit von krankheiterzeugenden Bacterien und Schimmelpilzen. Dieses ist Franks Avenacla in höchster Vollkommen­heit, und seiner Vorzüge wegen wurde ihm von der Preis-Jury der Internationalen Ausstellung für Nahrungsmittel in Köln die goldene Medaille zuerkannt. Seine Anwendung (es lassen sich aus demselben in wenigen Minuten die schmackhaftesten Gerichte Herstellen) ist von überraschendem Erfolge überall da, wo die Blutbildung beschleunigt und verbessert werden soll, überhaupt bei geschwächten, schlecht^ ge­nährten oder abgemagerten Personen, sei es, daß diese Zustände die Folge fieberhafter oder chronischer Leiden, ober aus Abcseß- bildung, Eiterung oder Durchfall 2c entsprungen. Franks Avenacia ist zu Mk. 120 die Büchse erhältlich in Gießen bei Emil Fischbach. 278-