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Nr. 278. Erstes Blatt Donnerstag den 28. November
1889.
Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
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Gießener Anzeiger
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge betreffend.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Sonntag den 1. Decewber 1. I., Nachmittags 3 Uhr, Herr Landwirthschastslehrer Leit Higer in Alsfeld einen Vortrag „über Schweinezucht" in dem Saale des Herrn Gastwirths ChristianWagnerin Grün« berg abhalten wird.
Alle Mitglieder des landwirthfcbaftlichen Vereins und der landivirthsch Etlichen Localv?reine und alle Freunde der Land- wirthschaft werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen
Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen die Vorträge adgehalten werden, sowie die der benachbarten Orte werden hierdurch ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlungen hinzuwirken.
Gießen, den 19. October 1889.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Negierungsrath.
-politische Nebersicht.
Gießen, 27. November.
Aus dem Bundesrathe ist als bemcrkenswerth zu melden, daß der NeichstagSbeschluß, berreffeud die Vorlegung einer Militär Strafproceßordnung, deil zuständigen Ausschüssen zur weiteren Erörterung überwiesen worden ist. Man darf hieraus wohl den Schluß ziehen, daß endlich auch bei den verbündeten Regierungen die Erkenntnis; zum Durchbruche gelangt, wie dringend in der That die reichsgesetzliche Regelung dieser Materie ist.
Von Emin Pascha und Ltanley sind soeben neue Briefe nach Europa gelaugt, die mau gewissermaßen als Vorboten des in den nächsten Monaten zu erwartenden Wieder- rr scheinens der beiden Afrikahelden auf europäischem Boden betrachten kann. Von Ersterem ging dem Afrikareisenden Dr. Schwcinsurth ein Brief zu, der noch vom Victoria-See datirt ist und in knapper Form die Lage Emins bis zur Ankunft Stanleys in Wadelai schildert. Aus dem Schreiben geht hervor, daß Emin nicht von den Mahdisten, sondern von seinen eigenen Leuten gefangen genommen worden war. Was Stanley anbelangt, so hat derselbe zwei Schreiben, datirt vom ä. August und 3. September, an das Emin-Pascha-Comite in London gerichtet, die ein überaus fesselndes Bild von der Stanley'schcn Expedition entrollen und die zum Theil auch den erwähnten Brief Emins ergänzen. Hiernach hatte Stanley mit Emin im April 1888 vereinbart, Letzterer sollte Wadelai mit seinen Getreuen verlassen und am Victoria-See die Rückkunft Stanleys erwarten, welcher seine am Aruwimi zurück- gelassenen Vvrräthe nachholen wollte. Inzwischen brach unter den Offizieren Emins eine Meuterei infolge des Gerüchtes aus, Stanley und Emin hätten einen Plan abgekartet, die Aequatorial-Provinz dem Mahdi in die Hände zu spielen. Emin wurde abgcsetzt und zum Gefangenen gemacht, er würde auch sein Leben vorlorcn haben, wenn er nicht so beliebt gewesen wäre. Mittlerweile sielen die Mahdisten in's Land und Emin Pascha wurde wieder in Freiheit gesetzt, nachdem seine schlimmsten Wiedersacher im Kampfe gegen die Mahdisten ge fallen waren. Er vermochte jedoch feine frühere Autorität nicht wiederherzustellen und nach langem Zögern beschloß er auf Dräugen Stanleys, mit seinen treu gebliebenen Leuten die Aequatorial-Provinz zu verlassen und sich Stanley zum Wcitermarsch nach Osten anzuschlicßen, was am 13. Februar d. I. geschah. Die weiteren Mittheilungen Stanleys beziehen sich auf seine und Emin Paschas Ergebnisse auf dem gemein- sanieu Vormärsche nach Osten. — In Bagamoyo erwartet der Reichscommissar Major Wißmann das Eintreffen der beiden vielgeprüften Afrikahelden spätestens für Anfang Dezember.
Die beiden Häuser des schweizerischen Parlaments sind am Montag zu ihrer Wintersession zusammengetreten. Im Ständerath hielt Präsident Hoffmann hierbei eine Rede, welche namentlich deS Gesetzes über den Bundesanwalt gedenkt und das Scheitern des socialdemokratischerseits unternommenen Versuches, eine Volksabstimmung über das Gesetz herbeizuführen, als ein Vertrauensvotum des schweizer Volkes für die Bundesregierung bezeichnet. Schließlich versicherte Präsident Hoffmann, dieselbe würde auch fernerhin die Erfüllung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz sichern, wie
auch jeden Angriff auf die Freihei^und^Selbstständigkeit^des Landes turückweisen.I
Egypten wird durch einen abermaligen Vorstoß des Mahdi bedroht. Derselbe soll bei Chartum ein Heer sammeln, mit welchem er einen neuen Einfall in Obcrcgypten machen will, um die Niederlage seines Heeres bei Toski zu rächen. Auch unternehmen die Mahdisten neue Strciszügc nach Südosten, nach Abyssinien und der grüßte Theil der Acquatorial-Pro- vinz befindet sich angeblich in ihren Händen.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 26. November. Für den Abend des zweiten Tages des Besuches Seiner Majestät des Kaisers ist ein großer Fackelzug mir Serenade in Aussicht genommen. Nach vorläufigen Feststellungen dürfte sich die Zahl der Fackelträger auf über 2000 belaufen. Die Gesangvereine allein stellen über 1000 Teilnehmer. Die Ausstellung dieses von verschiedenen Musikkapellen begleiteten Zuges erfolgt auf dem Kapellplatz, alsdann bewegt sich der Zug durch verschiedene Straßen der Stadt nach dem Paradeplatz. Dortselbst kommen einige Lieder und Musikstücke zum Vortrag, eine Ansprache und Toast auf Se. Majestät den Kaiser folgt und der Zug setzt sich wieder in Bewegung, um theils in das Rummelbräu (Studenten-Commers), theils in den Saalbau zur festlichen Vereinigung abzuzichen. Sämmtliche Vorbereitungen sind im besten Gange.
Deutscher Reichstag.
23. Plenarsitzung. Dienstag bin 26. November 1889, 1 Uhr.
Der Abg. Clauß (natl.) für 16. Sachsen ist gestern Abend gestorben.
Die zweite Etatberathung wird fortgesetzt und zwar mit dem Specialetat des Auswärtigen Amtes.
Bei dem Titel „Gesandtschaft in Bern" war am Freitag die Berathung wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses abgebrochen, nachdem von dem Abg. Bock-Minden (cons.) der Schluß der Debatte über die deutsch-schweizerischen Beziehungen und den Fall W o h l g e m u t h beantragt worden war.
Staatssecretär Graf Bismarck: Deutschland sei nicht abgeneigt, wegen eines neuen Niederlassungs-Vertrages mit der Schweiz in Verhandlung zu treten. Die Kündigung sei nöthig geworden wegen der Zweifel über die Auslegung des Vertrages- man würde die Bestimmungen künftig präciser formuliren. Auch habe man ja bis zum Jahre 1877, bis wohin kein Niederlassungsvertrag bestand, mit der Schweiz in ganz guten Beziehungen gestanden.
Durch die Rede des Staatssecretärs ist die Debatte wieder eröffnet.
Abg. v. Ka rd o rff (Rp.): Ucber die Angelegenheit ist von freisinniger Seite nichts gesagt worden, was nicht schon in sreisinnigen Zeitungen gestanden hat.
Ein erneuter Schlußantrag wird angenommen und der Titel bewilligt.
Bei Tit. 15, „Botschaft in London", meint Abg. Richter (dsr.), daß die gegen die Zollerhebungen der Niger- Compagnie erhobenen Beschwerden nicht begründet erschienen.
Die Abgg. Dr. Hammactfer (natl.) und Woer- in a n n (natl.) vertreten die entgegengesetzte Meinung. Die Zollerhebungen seien ganz willkürliche. Es werde sich vielleicht die Errichtung eines neuen Consulats bei den Niger- Mündungen empfehlen.
Staatssecretär Graf Bismarck: Der Frage einer Consttlats-Errichtung soll näher getreten werden, wenn der Gouverneur von Kamerun, Herr v. Soden, hier angckommen sein wird, von dem noch Auskunft eingeholr werden soll.
Abg. Richter (dsr.): Die hohen Zölle der Niger- Gesellschaft seien vermuthlich bedingt durch den Schnapshandel und da sei cs ganz richtig, daß von Leuten, welche die Neger durch Schnaps rutniren, eine hohe Steuer erhoben werde.
Die Abgg. v. Kardorff (Rp.) und Gras Mirbach (cons.) bekämpfen die Auslassungen Richters- man sei ja gewöhnt, von jener Seite Alles angefeindet zu sehen, was an Erfolgen in' der Colonialpolitik erreicht ist. (Sehr richtig!)
Abg. Dr. H ammacher (natl.): Im englischen Parlament würde sich kein Redner finden, der in der Colonialpolitik ähnlich gegen die Regierung auftrete, wie es hier geschieht. (Sehr richtig!)
Abg. Dr. Bamberger (dsr.): Nationale Politik sei, dafür zu sorgen, daß das Geld der Steuerzahler nicht vergeudet werde für Chimären.
Abg. v. Kardorff (Rp.): Die Weltstellung Deutschlands erfordert es, daß wir bis zum gewissen Grade Colonial- macht werden. In vielen Punkten der Colonialpolitik gehe die Regierung zu langsam vor. Man habe Colonien Und nicht einmal eine Dampferlinie dorthin. (Sehr richtig!)
Abg. Richter (dsr.): Wenn die Regierung Millionen übrig hat, die zu Colonialzwecken verwendet werden, dann wird sich das Volk sagen, daß diese Millionen besser im Lande angewendet werden können, zum Nutzen kleiner Leute.
Abg. Dr. v. Bennigsen (natl.): Die freisinnige Partei liebt es allerdings, die Interessen des Auslandes gegen die Interessen deutscher Reichsangehöriger zu vertreten- fie hat das auch heute wieder gethan- es wird ihr das nicht von Nutzen bei der Bevölkerung sein.
Abg. Graf v. Mirbach (cons.): Sparsamkeit ist sehr schon- sparen Sie nur bei der Reichsbank- die könnte mehr abwerfen, als die ganze Colonialpolitik kostet.
Abg. Dr. Windthorst: Der Enthusiasmus für die Colonien ist zurückgegangen, da sie sich für die Auswanderung nicht eignen. Der Reichskanzler möge die Sache fest in der Hand behalten und sich von keiner Seite drängen lassen, auch nicht von den Herren v. Kardorff und Gras Mirbach - nament lich dürfe die Colonial-Politik keine Vermehrung der Flotte nöthig machen.
Der Titel wird bewilligt.
Bei dem Titel „Consulat in Apia" fragt Abg. Richter (dfr.), ob man dem Hause etwa durch ein Weißbuch Kenntnis; von dem Ergebniß der Samoa-Conserenz geben wolle. Die Dampfer-Linie Sidney-Samoa scheine sehr wenig rentabel. Vielleicht empfehle sich auch eine Schmälerung der Consulatskosten für Apia.
Staatssecretär Gras Bismarck: Eine Erörterung dieser Angelegenheit liegt nicht im politischen Interesse. Ich würde mich auf diese Bemerkung beschränken, wenn das nicht möglicher Weise Veranlassung gäbe, die Sache nun recht breit zu treten. Es waltet kein Bedenken ob, sobald die Dinge soweit gediehen sind, darüber dem Hause Mittheilung zu machen.
Abg. Richter (dfr.): Der Staatssecretär hat kein Recht, unserer Partei zit iusinuiren, sic würde die Sache breit treten, wenn dies nicht im politischen Interesse läge.
Staatssecretär Graf Bismarck: Ich habe Niemand gemeint. Qui s’excuse s'accuse.
Abg. Richter: Der Vorwurf war deutlich gegen meine Partei gerichtet. Was würde der Herr Staatssecretär dazu sagen, wenn ich behaupten wollte, es gäbe Minister, die unfähig sind, eine sachliche Debatte zu führen, aber den Herrn Staatssecretär habe ich nicht gemeint.
Der Titel wird genehmigt.
Bei dem Titel „Consulat in Basel" spricht Abg. Richter den Wunsch aus, daß der neue Vertrag mit der Schweiz ein Niederlassungs- und kein Ausweisungsvertrag werden möge.
Der Titel wird genehmigt.
Bei dem Titel „Consulat in Zanzibar" fragt Abg. Richter (dsr.), wie es mit der neuen Flaggenhissung im Witugebiete stehe.
Abg. Dr. Hammacher (natl.): Es ist das lediglich ein Act einer Privatgesellschaft, in welche sich das Reich nicht einzumischen hat.
Der Titel wird bewilligt.
Bei dem Titel „Gouverneur von Kamerun" regt Abg. Richter an, ob nicht die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete budgetmäßig festzustellen- er beantragt: den Reichskanzler zu ersuchen, im nächsten Etat die Local-Etats der Schutzgebiete dem Beschlüsse des Hauses zu unterbreiten. Zugleich nimmt er den im vorigen Jahre vorn Abg. Stocker gegen den Branntweinhandel gestellten Antrag auf.
Geh. Leg.'Rath Krauel: Dem Branntweinhandel widme die Regierung ihre Aufmerksamkeit- doch liege kein Grund vor zu neuen gesetzgeberischen Maßregeln.
Das Haus vertagt sich.
Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Etatberathung.
Schluß 41/» Uhr.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 26. November. Der Kaiser, der von einem zweitägigen Jagdausflug nach Liebenberg (Mark) heute ^Nachmittag znrückgekehrt ist, hörte Vorträge. Um 5 Uhr begibt er sich zur Mittagstafel beim Kriegsminister, wohnt mit der Kaiserin Abends 8 Uhr einer Vorstellung der „Perser" im Augusta-Gymnasium zu Charlottenburg bei und kehrt dann nach dem neuen Palais zurück.


