Aenberung erfolgt, daß die Kniehosen nicht elngeführt werben, sondern ebenso wie bei den Reichsbeamten lange weiße Beinkleider getragen werden sollen.
,, Berlin, 26. Juni. Die „B. P. N." melden: Nachdem der Geh. Oberregierungs- rath Gamp den ihm bezüglich des Ruhrkohlenrevters zu Theil gewordenen Auftrag erledigt, hat sich derselbe nach dem schlesischen Kohlenrevier behufs Anstellung der gleichen Studien begeben. Bet der großen Verschiedenheit sowohl der Betriebsverhältnisse als der sozialen und wirthschaftlichen Lage der Arbetterbevölkerung im Osten und Westen werden diese Erhebungen eine wichtige, vielleicht selbst nothwendige Ergänzung des im Ruhrkohlenrevier gesammelten Materials liefern und eine um so größere Gewahr bieten, daß aus dem Auftrage nutzbringende praktische Ergebnisse erwachsen. Auch nur die Richtung andeuten zu wollen, in welcher solche zu erwarten sein würden, wäre verfehlt.
Lokales.
in 28. Juni. Der „Verein Gießener und seiner Umgebung"
Ä^wyork hat an Frau Oberbürgermeister Bramm eine recht gediegen ausgestattete Beileidsadreste gerichtet, in welcher das herzlichste Beileid über das Abscheiden ihres des Herrn Oberbürgermeisters A. Bramm, ausgedrückt wird. Des Weitere werden zu der Adrefie Erinnerungen an die ferne Hetrnath wachgerusen. Unterzeichnet k2r?nC ßnnfift? m a3"r^ei?bcn ®olbmann (wie man uns Mittheilt, einem Sohne ©fefeen rrn ^onsistorialprasidenten Goldmann zu Darmstadt) und Karl Löber aus
-Heute Morgen mit dem Schnellzuge 8 Uhr 3 Mtn. passirte Prinz Heinrich von Preußen nebst Gemahlin auf ihrer Reise nach Mainz die hiesige Station. $
jn •<Ü5ellr 28‘ ^unt Wir erhielten nachstehende Zuschrift: Mit welchem Ernste unserer Schuljugend von Seiten der Schule entgegengetreten wird beweist das neuerdings wiederholt eingescharfte Verbot des leidigen Stetnwerfens die Verwarnung eo. Bestrafung jugendlicher Obstfreoler, des nicht selten lebensaefäbr-
^umspringens auf vorüberfahrende Wagen, des Beschmierens der Häuser des verderbens öffentlicher und privater Anlagen, des Aushebens L Vogelnester u 's w Man wird es den Lettern der städtischen Schulen Dank wissen, daß sie solchen Fre' veleten gegenüber aul's Unnachsichtigste vorgehen und jeden zur Anzeige gelangenden Fall gebührend ahnden. Indessen sollte man doch der Schule nicht zumutben^ hier ganz allem, ohne nachhaltige Unterstützung des Hauses, Remedur zu schaffen. ' Das c?1 ?"Meres Dafürhaltens die Pflicht, zur Abstellung dieses Uebelstandes die ölende Hand zu bieten. Eltern, denen solches Thun ihrer Kinder zu Uchcs W°rt",u "eben" 3Una*f* betufen fü^en' denselben gegenüber ein ernst-
^ir leben der Hoffnung, daß dieser Hinweis genügen wird, der Eltern Aufmerksamkeit auf einen Punkt gelenkt zu haben, dessen Beseitigung doch zuvörderst im eigenen Interesse liegt, behalten uns jedoch vor, den Gegenstand abermals öffentlifb ÄÄ iU bdn9£n' i06alb w'-d-rnm wte'berholtÄgen i“ Ä
Gießen, 28. Juni. (Kammermusik.) Am 14. Juli Abends 5 iiftr ner^aftnHfiS bad sechste und letzte Eoncer't des hiesigen Eoncert-
vereins fiattsinden. Mit dem Trio in Ee-dur op. 40 von Brabms eröffnet und d-n, Z 0-moU oP 102 von Raff geschlossen, wird es noch Solostück7fürPtanofmte von Schümann bringen.' °°" ßOt®C Unb Ciebcr °°" 3an Gall, Schubert und
™ ^^drenbe sind Lehrer am Raff-Canversatorium in Frankfurt bie Herren «Ä: Sä Ä.5«»-'” Ä 1-S.r.Ä
Telegraphische Depeschen.
Wolff s telcgr. Korrespondenz - Bureau.
. e 27. Juni. Der Norbb Allgem. Ztg." zufolge trifft Sein- Majestät
der Kai er Montag Morgen 8 Uhr in Kiel ein; ein osstcicller Empfang finbet nicht statt. An Borb be§ „Hohenzollern" wohnt der Kaiser um 5 Uhr Nachmittaas der Segelregatta der Marine bei und vertheilt die Preise, sodann tritt er die Reise nach Norwegen an. Der Aviso „Greif" begleitet den „Hohenzollern" behufs Post- verbindung.
. _ derlin, 27. Juni. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Bekanntmachung des sächsischen Ministeriums in Betreff der Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes über Leipzig und Umgebung.
. Brr"" 27. Juni. Heute Vormittag wurde der deutsche Berufsgenossenschafts- tag im Ausftellungspalast für Unfallverhütung in Anwesenheit des Reichsversicherungs- prasidenten Bodiker und des Dtrectors des Reichsamt des Innern, Bosse, mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser eröffnet und über die Gestaltung der Unfallstatistik eingehend discuttrt. Gelegentlich der Besprechung der Krankenoerstcherungsnovelle erklärt Director Bosse, die Novelle sei fertig und nur wegen der Arbeit des Reichstages mit der Invalidenversicherung zurückgeftellt. Die Annahme sei falsch, daß die berufsgenossenschaftliche Organisation nicht mehr das frühere Interesse besitze die Regtnung halte dieselbe für den großen grundlegenden Gedanken der ganzen social- polilischen Gesetzgebung unb werbe auch baran festhalten. Die Versammlung im nächsten Jahre findet in Straßburg statt.
, , 27, Juni. In dem Toast, welchen Se. Majestät der Kaiser
heute bet der Galarafel auf das neuvermählte Paar ausbrachte, begrüßte Allerhöchst- derselbe die Braut als neues Familienmitglied des Hauses Hohenzollern und fuhr zu ihr gewendet fort: „Wir Hohenzollern sind immer gute Soldaten gewesen und Ich n ?ure Königliche Hoheit auch eine gute Soldatenfrau werden wird." Mit den besten Wünschen für das hohe Brautpaar schloß der Kaiser seinen Toast mit £°Aau baScIbc- Nach der Galatafel machten Ihre Majestäten mit'der Fürstin und der Erbprinzessin von Hohmzollern im offenen Wagen eine Rundfahrt durch die Stadt, von der Bevölkerung mit enthusiastischen Zurufen begrüßt.
Wien, 27. Juni. Vor dem Ausnahmegericht fand heute der Prozeß gegen den ^ousgever des sistirten Socialtsten-Oraans „Gleichheit", Dr. Adler, und dem Redacteur des Blattes, Brettschneider, statt. Beide sind angeklagt, durch Zeitungsartikel zum hn?a™m-n Um/turze der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung, sowie auch gegen das Militär aufgeretzt zu haben. Die Angeklagten erklärten, nicht vor das „Aus- ^"bern vor die Geschworenen zu gehören, da sie keine Anarchisten
Ede zu vier Monaten Arrest und zu 100 fl. Cauttonsverlust, Brettschneider wegen Vernachlässigung pflichtgemäßer Obsorge zu einer Geldstrafe von ov ji. verurlheilt.
. der«, 26. Juni. Der Nationalrath ermächtigte btskussionslos unb einstimmig ? B-dur,n,bsall- b.e für 1891-92 vorgesehenen Anschaffungen non Krregs-Verpflegungsmatertal sofort vorzunehmen.
Christiania, 27. Juni. Advokat Stange brachte im Storthing folgenden An- ^“9re.in: ^er Storthing betrachtet es für seine Pflicht, vor dem Auseinandergehen Äs seine Anficht auszusprechen, daß der gegenwärtigen Regierung das Ansehen wie die der Mtionaloersammlung und des Volkes fehle, um die Angelegenheiten des Landes in glückbringender Weise wahrzunehmen.
2?AuIli‘njS)Jer SammeF bet Finanzminister einen Gesetzentwurf Bot, welcher bie belgische Regierung aus bem Wege ber Subscriptton zur Bethetluna -m bem Bau ber Congobahn ermächtigt, beä Ferneren einen Gesetzentwurf, welcher bie ®efen»eftaft wegen Einrichtung einer beuischen Dampfer- linie nach Australien mit dem Anlaufshafen Antwerpen genehmigt.
«vx.. ^nstantinopel, 27 Juni. Ein officteller Bericht der Sanitätsbehörde zu Mekka constattrt, daß keinerlei kontagiose Krankheit im Bedscha herrsche. S
. ^Sanswar, 27. Juni. sReutermeldung.j Der Dampfer ..Reera" ist hier mit englischen Krtegsschaluppe „Mariner" gekaperten Schiffes angekommen. Die Einzelheiten der Confiscrrung sind noch unbekannt.
ist mit seiner Kapelle zu zwei Concerten hier eingekehrt und erfreute, ja entrückte in dem ersten derselben am Montag die Hörerschaaren hi/ nn* Tin«g v
waren und in gedrängten Massen die Musiktribüne 'umgaben^ Ist auch das^sik- gebret welches die Gäste pflegen, nicht das höchste, so leistensie dochaufdemib^ »ÄS' äS
^.P°'k°n "Telegraph,scher Bericht" unb „Mi. Dumps", sowie sÄL -h/Lunaen w ääs äa,ä
beQtgeS Sufummenfptel vervollstänblgen Auch von Ebuarb Strauß kann man mit* bQ6 *6m bQ§ Cr^ir -°«'ss-rmaßkndbal Jnstrum7nt ist,
fall Borträgen mit lautloser Theilnahme unb reicher $ei=
U8U%Tn1^enmlt^^X77Sfe&bXn fb«§rf^ei^auVad,6erDmmtn a’Utbe'
Vermischtes.
△ 27. Juni. Während man bei Theaterbilanzen befanntHA immnr
nur von Deftcits hort, ist der dermafige Leiter unseres Stadttheaters in der glücklichen h,a»n eT Q?r!*°ssenen Saison' einen nennenswerthen Ueberschuß aufzuweifin. Nach mriS nCVirferKn?e^ft ftd) ber Ueberschuß auf 19000 VÄ m S ? @tl8C Directors, welche sich derselbe auf 6000 Vnormitte Im ST.Ä fc’SJSÄÄ?»-* “ h
Staatsanwaltschaft Untersuchung emgelettet worden.
Binaen^ourck^Etnfinrr^inpI^m' 27‘ ä«ni. SJon ben gestern bei einem Neubau in ourch Einsturz ^iner Mauer verunglückten Arbeitern ist ein zweller bereits seinen ^brletzungenerlegen. Strafuntersuchung ist in der Sache etngeleitet '
r* n 0 26. Juni. In dem hiesigen Bahnhofsgebäude ist man soeben mit der
SÄ iroC*,en äBattefMle5 L und 2. Cluff-' bae,chästig7°°7n nfch?g7rauchf
§br°' 3uni* 0ro6em Andrang des Publikums haben heute Üa°X r^ki^^Sen Schwurgertcht die Verhandlungen gegen den des Gifturord- h r ^li 53et?U ^ m 3eitun0«bcri£bterflfltt£r Müller von Mainz b. gönnen Mller der geschloffen in den Gerichtssaal geführt wird, erscheint in eleganler Kleiduna mit meiner Halsbinde auf der Anklagebank. Vollnändtg unoerlcgen, fixtrt er durch das P^-ue- u i^ Publikum, Geschworene unb Richter unb ist'bubet eifrig bemüht, "7 .^'«01- hinwegzuwischen, bie von ber Kette, mit welcher er geschloffen war. zurückgeblieben. Die Ausscheidung der Geschworenen überließ Müller seinem Verthetdiger, Rechtsanwalt Wößner. Von der langen Reibe b“r au aerufemn stlbstredend die Gattin des Engländers, an welchem Müller den Mord- fin Atte?^o°?27^di?^ ^ereffe. Dieselbe, eine schöne, üppige Erscheinung h27 b § d(l ist in Heller eleganter Toilette und führt ihre beiden ^..-Mädchen von 5-6 Jahren, mit sich, die ebenfalls als Zeugen geladen sind. D^ ^"!,irtten der Dame ist ein sehr unbefangenes und ist deren ganzes Benehmen nnn h,™ nCn ä" man unwillkürlich die Ueberzeugung erhält, daß das
^,,s??,-?°?^chuldtgten Muller eingeschlagene Vertheidigungssystem, welches daraus t!' kb C ®J?0lönber§ als Urheberin des Verbrechens hinzustellen-
8f^USu ÄbLcn ist- Nach Ziehung der Geschworenen wird auf Antrag das ät nÄ ti» 6 Oestentlichkeit ausgeschlossen und zwar in solcher Ausdehnung A «SiäÄ eS SSÄ?*' '•««•IM»™ ubexfam ihn plötzlich eine unwiderstehliche Müdigkeit, er setzte sich auf das Geländer groben? mon eWte” “nb ftÜti'e rü,fHn68 mil bem Kopse voran in den Schlamm-
Weilburg, 25. Juni. Veranlaßt durch die bereits seit mebreren fahren Witter"un?bat herrschende ungünstige und dasselbe beetnträchttgende
b^ r^?0/.stand der „Burgergarde" unter Zustimmung des wohllöblichen in^ derösE ( n diesem Jahre zum ersten Male) die Kirchweihs in der ersten Halste des Monat ^zuli abzuhalten, damit der längere Aufenthalt im u Juli^e^ mmt^nnb di-sjährigen Kirchweihe fmb aus ben 10. und
11. Juli bestimmt und hoffen wir, daß der Himmel den Weilburgern und den das Fest von Nah und Fern besuchenden Freunden derselben gnädig sein und ein diesem allbekannten schonen Volksfeste würdiges Wetter senden wird.
^iffnburg, 26. Juni. In der Zett vom 1. dis 31. Juli d. I. findet Hierselbst zufolge eines Erlasses des Herrn Ministers v. Maybach eine Ausstellung^oon OTbt8imburarftat!Cn nb“ Ä8‘i Eisenbahy-Sauptwerkstälten Halle, Fulda
rfl .Diese Ausstellung wird von 96 Lehrlingen beschickt sein und HAM? w ^^"igsachsten Gegenstände von dem Kunstsinn, dem Fleiß und der Geschick- Lehrlinge Zeugniß ablegen. Es wird der Speisesaal der hiesigen Haupt- lich sttn ^nutzt und diese gewiß interessante Ausstellung für Jedermann zugäng-
Aus Furcht, „sitzen zu bleiben", hatte ein etwas ältliches Mädchen hiesiger Gegend ihren Taufschein gefälscht. Sie hatte damit ihren Bräuttaam tD°aen' bflVeq?L25xunb Nicht schon 30 Jahre alt sefi Die Trauung vor stF gegangen, die Fal cherin muß aber für ihre eigenmächtige Verjünguns 8 Tage ihrer Flitterwochen im Gefängniß zubringen.
bcI m ögbl im Käfig erläßt der Vorstand des £&üringer (?« ift h^m ?n; ^"^lschutz folgende bemerkenswerte Bekanntmachung:
„Es ist dem Vorstände ausgefallen, daß viele Käfigoögel ohne Schutzdach in's Freie oder, was noch schlimmer ist, auf das Fensterbrett gestellt und den ganzen Tag den ^nnensirahlen ausgesetzt werden in der irrigen Meinung, dies sei dem Voge? eine Cm ein großer Unterschied, ob ein Vogel in der Freiheit durch nua™ !fcpÖH°nne s Ä ober ob im Käfig sitzt und den Sonnenstrahlen nicht t™ -§^0 falsch ist es, den Vogel der Zugluft auszusetzen oder auch
im Freien hangen zu lassen, denn alle Vögel suchen des Nachts einen geschützten Platz auf. Es ist daher kein Wunder, wenn Stubenvögel erkranken und hinsterben. Im Interesse der Vögel und deren Besitzer wird gebeten auf die Pfleae größeren Werth zu legen, auch frisches Wasser, namentlich in den heißen Tagen nickt zu vergessen und den Thierchen den Käfig nicht zum Kerker zu machen." ' rxr.ar, Sachsen, 25. Juni. sEntsendung von Arbeitern zur Unfalloerhütunas- Un?« nc. irn'-L verdient Anerkennung und 9tachahmung, daß eine Anzahl ^^^/„^''vßtbrikanten auf eigene Kosten ihre Werkführer und auserlesene Arbeiter n aÖöerMU Ausstellung nach Berlin senden. Es wäre in der Thal zu be- mN die Menge des nicht nur für Fabrikant und Techniker, sondern auch für den NpWiffenswerthen, welches jene Ausstellung bietet, diesem letzteren nicht ^bmacht werden sollte. Wo nicht, wie in der angegebenen Weise, ßEWSSÄ fc““lM «»"«•-»■“ "-ww n^.a5\^unkrxePjon als Lebensretter.) Ein cigenthümlicher Vorfall wird aus dem Osten der Stadt berichtet. Der in der Großen Frankfurter- straße Iiel ficb gestern Mittag mit dem in der Landsberger-
He?r!n nrntetn m ? bekundeten Kaufmann F. telephonisch verbinden und beide Herrm plauderten mehrere Minuten geschäftlich mit einander, als plötzlich der Rentier


