Ausgabe 
28.6.1889
 
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Von Neu-Ealabar kommen Nachrichten über gräßliche Menschenopfer. Bor einigen Monaten starb der alte König von Eboe und, wie es in jenen Ländern Sitte ist, kamen die Händler von Neu-Ealabar, um dem neuen Monarchen ihre Hoch­achtung zu bezeugen. Die Händler wußten sehr wohl, daß eine kurze Zeit nach dem Ableben des alten Königs dieJu Ju"-Ceremonien abgehalten werden, glaubten aber, daß sie längst vorüber wären. Zu ihrem Schrecken aber war die Feier gerade auf der Höhe, als sie nach der Stadt Eboe kamen. Vierzig Leute waren schon abgeschlachtet worden, um die ,,Ju-Ju"-Gotter zu befriedigen. Der alte König lag in einem Grabe, das besonders für ihn hergerichtet war. Das Loch war groß und tief. Bei ihm lagen die jüngsten Weiber des Königs, welche aus's Grausamste getödtet worden wären. Ihnen waren die Arme und Knie gebrochen worden, worauf sie unter den fürchter­lichsten Schmerzen neben ihren Gebieter gelegt wurden, um dort zu verhungern. Die Qualen der Unglücklichen dauerten vier bis fünf Tage. In anderen Theilen der Stadt wurden dem Aberglauben weitere Opfer gebracht. Verschiedene Männer wurden an Bäumen mit dem Kopfe nach unten aufgehängt, nachdem ihnen Löcher durch die Füße gebohrt worden waren. Durch diese Löcher wurden sie mit Stricken an die Bäume jestgebundm. Die Händler waren Zeugen eines weiteren schrecklichen Anblicks. Ein Eivgeboremr wurde mit Stricken in wagerechter Lage zwischen zwei Bäumen auf- gespannt, worauf der Henker ihm den Hals mit einem Beile abhieb. Der Kopf wurde m's Grab des Königs gelegt und der Körper von den Kannibalen gegessen. Die Weißen vermochten nichts zu thun, um diesem Wesen ein Ende zu machen. Jeder Versuch, gegen diese religiösen Gebräuche einzuschretten, würde ihr Leben gefährdet haben. Sie verließen deshalb eiligst die Stadt. In den nächsten zehn Monaten sollten in jedem Monat sieben Leute geopfert werden.

Ueber die Lofoten, jene Inseln, nach welchen sich der Deutsche Kaiser im Anfang des nächsten Monats begeben wird, Genaueres zu erfahren, dürfte vielleicht manchen unserer Le>er interessiren. Mit dem GesammtnamenLofoten" bezeichnet man die größte reichgegliederte Inselgruppe Norwegens, welche nordwärts vom Polarkreis gelegen, durch dm ungefähr 140 Kilometer langen Westsjord vom Festlande getrennt ist und gegen 36 000 Einwohner zählt. Die Lofoten zerfallen in zwei Gruppen, in die südlich gelegenen, eigentlichen Lofoten und in die nördlicheren Vesteraalen, denen unter anderen die großen Inseln Audo, Hindö und Langö angehören. Allen sind w.l>- zeirisiene Küsten gemeinsam und hohe Berge, von denen sich mehrere bis in die Schnee­region erheben, wie z. B. Vaagekallan auf der Insel Oestwangö, der bis zu einer Höhe von 490 Metern aufragt. Zwischen den Inseln Moskenäs und Mosken befindet sich der berühmte Malstrom, ein Strudel, in früheren Zeiten von den Schiffern vermieden und gefürchtet. Die Bewohner treiben Viehzucht und Fischerei, bei welch' letzterer vor Allem der Fang des Kabeljaus und Dorsches ungemein ergiebig ist. Trotz der hohen, nördlichen Lage der Inseln ist die Temperatur eine verhältnißmäßig milde, indem das Jahresmittel noch + 3,60* C. beträgt. Es steht zu erwarten, daß unser Kaiser in der großartigen Natur die Erholung findet, welche er im Lärm der Hauptstadt und im Drange der Regierungsgeschäfte umsonst suchen dürfte.

Handel und Verkehr.

sErmäßigte Rückfahrkarten nach 23erlin.] Zur Erleichterung des Besuches der Ausstellung für Unfall-Verhütung zu Berlin werden auf den Preußischen Stoarsbahnen besondere ermäßigte Rückfahrkarten wahrend der Dauer der Ausstellung an bestimmten Tagen nach Berlin ausgegeben werden. Im Bezirke der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Hannover gelangen auf den wichtigeren Stationen und Knoten­punkten an folgenden Tagen: am 29. Juni, 6. und 20. Juli, 3., 17. und 31. Ang ft und am 14. und 28. September d. I. besondere Rückfahrkartm 2. und 3. Wagenklaste zu ermäßigten Preisen zur Verausgabung. Diese Sonder-Rückfahrkarten berechtigen je nach Wahl der Bahnwege und der Züge zur Fahrt nach und von den Stadtbahn- Stationen ober dem Lehrter Haupt-Bahnhofe ober dem Potsdamer ober bem Anhalter Bahnhofe in Berlin, sowie zur Benutzung aller fahrplanmäßigen Züge, welche bie

betreffende Wagenklasse führen. Die Gültigkeitsdauer beträgt zwei Tage mehr als die gewöhnliche Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten nach Berlin. Vor Antritt der Rück­reise, welche an einem beliebigen Tage innerhalb der Gültigkeitsdauer angetreten werden kann, sind diese Sonder-Ruckfahrkarten der Billet-Expedition des betreffenden Abfahrt- Bahnhofes in Berlin zur Abstempelung vorzulegen. Eine einmalige Fahrtunterbrechung ist nur auf der Rückreise und zwar innerhalb der Gültigkeitsdauer gestattet. Auf jede Fahrkarte wird ein Gepäckfreigewicht von 25 Kgr. gewährt. Kinder genießen keine Fahrpreisermäßigung. Alles Weitere ist bei den Billet-Expeditionen zu erfahren.

Frankfurt, 26. Juni. Erbsen ganze pr. Pfd. 1218 do. geschälte 1418H, Linsen 1828 H, weiße Bohnen 1618 Kartoffeln 100 Ko. uf 0,000,00, do. per Gescheit) 10-12 Butter per Psd. JL 1,10-1,20, Eier das Stück 5-6 H, Blumen­kohl per Stück 4080 H, Wirsing per Stück H, Zwiebeln per Pfd. 89 4, Weißkraut per Stück Gelberüben per Portion 68

Gchiff-naeprichten.

Bremen, 25. Juni. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Fulda, Eapitän R. Ringt, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. Juni von Bremen und am 16. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

, Freudig begrüßen wir die warme Jahreszeit, aber der vielgeplagten Hausfrau

wringt sie manche Unannehmlichkeiten. Nicht die kleinste ist im Sommer das Plätten und Bügeln: draußen tropische Hitze, drinnen die Glut des Ofens und das Hanttren mit glühenden Stählen. Wie eine Erlösung bietet sich da das Carbonplätteisen: ge­nügend heiß für jede Wäsche macht es trotzdem Stähle und Ofenfeuer überflüssig und gestattet ein angenehmes Arbeiten frei von Hitze, Dunst und Geruch. Prosp. grat, in Gießen bei Gebr. Müller, Frankfurt a. M., Roeßler und Baumbach, Köln, Jac. Zieglcr, en gros durch die Ehern. Fabrik A. Nieske, Dresden. 4817

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Wärmegrade der Lahn und der Luft gemessen nach Reaumur am 27. Juni zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 18 Grad, Luft 20 Grad.

L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.

Allgemeiner Anzeiger.

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