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jmdfclfaft Der Staat kann Katastrophen, wie sie vorgekommen sind, nicht mit ver­schränkten Armen zusehen. Trotzdem gewährt die Vorlage die Möglichkeit, die Revision von der fteten Entschließung der Genossenschaften abhängig zu machen, nur sind gewisse ^.renzen für die Reotsionspflicht angegeben. Die Revisionen sollen nicht in den Ge­schäftsbetrieb der Genossenschaften etngretfen, sie sollen nur bei drohendem Verluste die Genossen warnen. Die Commission hat die Reoisionsbcstimmungen abgeschwächt. Hinter das Minimum, welches die Commissionsoorlage enthält, kann die Regierung nicht zurückgeben. Die dreijährige Reotsionsfrtst, die nach dem Eventualantrage Schenck gefordert wird, ist unannehmbar, denn in drei Jahren kann leicht zu viel Unheil geschehen sein.

Abg. Hegel (cons.) führt aus, daß, wer das Princip des Revisionszwanges wolle, auch die Durchführung desselben, wie es die Vorlage enthält, anerkennen muffe, cv . H^ene (Etr.) kann nicht begreifen, wie Abg. Schenck, dessen

Interesse für die Genossenschaften ja bekannt sei, dem Revtsionszwange so feindlich gegenuberstehen könne.

v h- 2^6. Enneccerus (natl.) macht den Deutschfleisinnigen Vorwürfe, weil sie in der Commission durch ihre ablehnende Haltung gegen die Beschränkung des Einzel- angrtsfes hauptsächlich die Bestimmungen bezüglich der Revision verschuldet hätten.

Abg. Or. Langerhans (dfr.): Die Zwangsreotsionen sind vom Uebel; sie werden sich zu einer rein calculatorischen Arbeit entwickeln, die für die Genossenschaften gar keine practtsche Bedeutung hat.

In ähnlichem Sinne äußert sich der Abg. Schenck, während die Abgg. Kule- mann (natl.) und Klemm-Sachsen (cons.) sich für die Beschlüsse der Commission . aussprechen.

Es werden sämmtltche Anträge abgelehnt und die Vorlage in der von der Com- mrssion vorgeschlagenen Fassung angenommen.

Die §§ 61 bis 76 werden debattelos genehmigt.

8 77 handelt von der Auflösung der Genossenschaften, wenn diese sich gesetz­widriger Handlungen oder Unterlassungen schuldig macht.

während aber die Vorlage das Verwaltungsstreitoerfahren für die Entscheidung über die Auflösung vorschlägt, beantragt der Abg. Schenck, diese Entscheidung den ordentlichen Gerichten zu überweisen.

Nachdem Abg. Kulemann (natl.) und Bundescommissar Hagens dem Anträge Schenck widersprochen, wurde derselbe abgelehnt und 8 77 unverändert nach dem Com- missronsoorschlage angenommen.

Die 88 78 bis 157 werden ohne wesentliche Debatte genehmigt.

In dem Schlußparagraph des Gesetzes hatte der Abg. Schenck die Aenderung beantragt, als Termin des Inkrafttretens statt den 1. Juli den 1. October er zu bestimmen.

Bundescommissar Hagens stellt die Entscheidung hierüber dem Hause anheim; die Abgg. Enneccerus (natl.), Robbe (Rp.) und Graf Mirbach (cons.) stimmen dem Anträge Schenck zu, worauf derselbe einstimmig angenommen wird.

Damit ist die zweite Berathung der Vorlage erledigt.

. t nm; Der Gesetzentwurf betr. die Geschäftssprache der gerichtlichen Behörden in Elsaß-Lothrmgen wird debattelos in zweiter Berathung bewilligt.

IV. Zum Schluß wird die Novelle zum Branntweinsteuergesetz (Aufhebung des Reinigungszwanges) debattelos in dritter Lesung angenommen.

Damit ist die Tagesordnung erschöpft.

Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. Tages-Ordnung: Alters-und Invaliditäts- Versicherung.

Schluß 43/4 Uhr.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 26. März. Der ehemalige würltembergische Minister von Varnbühlsr ist heute bter gestorben.

Berlin, 26. März. Der Reichsanzeiger meldet: Die Hauptverwaltung der Staatsschulden kündigt sämmtltche Prioritäten der niederschles.-märktschen Serie III von 1847 zur Rückzahlung. Die Verzinsung hört mit dem 1. Juli dieses Jahres auf.

Berlin, 26. März. Das Abgeordnetenhaus genehmigte nach einer unerheblichen Debatte die Vorlage betreffend die Sekundärbahnen in dritter Lesung und verwies die Vorlogen betreffend die Relikten der evangelischen Geistlichen in den 9 alten Pro­vinzen an die Budgetkommission. Ferner wurden angenommen der Gesetzentwurf be­treffend die Aenderung des Gesetzes über die Erweiterung der Wittwen- und Waisen- kassen der Elementarschullehrer in zweiter Lesung und die Resolution der Unterrtchts- kommission auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes, welcher die Pensionsoerhältnisse der Relikten der Elementarschullehrer analog den Vorschriften für unmittelbare Staats­beamte regeln soll. Mit der Annahme dieser Resolution wurden die Petitionen für erledigt erklärt. Die nächste Sitzung findet morgen um elf Uhr statt, in derselben kommt der Antrag Hüne zur Berathung.

Berlin, 26. März. An dem heutigen parlamentarischen Diner beim Reichs­kanzler, welchem auch der Kaiser beiwohnte, nahmen Thetl Reichstagsprästdent Leoetzow, die Viceprästdenten Buhl und v. Unruhe-Bomst, ferner die Reichstagsmitglieder Bürkltn, v. Buol-Berenberg, Douglas, Helldorfi, Bodenhausen, Kardorff, Behr-Behrenhoff, Carolath-Beuthen, Rhetnbaben, Bennigsen, Miquel, Marquardsen, Cuny, Wörmann Fischer, Petri, Franckenstetn, Kosctelskt, Delbrück, Dalwtgk, Solms-Braunfels, Schulz- Lapitz, Dtetze, Oechelhäuser, Huene, andere Parlamentarier, sowie die Herren Rottenburg, Schwartzkoppen und Bureaudirector Knack.

DerReichsanzeiger" meldet: Laut Bericht vom 29. Januar sind folgende im Gefecht vom 18. December bei Apia Verwundete aus der ärztlichen Behandlung entlassen. Von Schweroerwundeten: Unterlteutenant Burchard, Oderbootsmannsmaat Kron, Obermatrose Ltnberger, die Matrosen Hersorth, Müller, Schultz, Dröse und Kirschen; von Leichtverwundeten der Obermatrose Sielaff, die Matrosen Segler, Stahl Keftenus, Prahmschiefer, Lolischkis und Oberhetzer Ebermann. Die Heilung des größten Thetles der übrigen Verwundeten war innerhalb 14 Tagen vom 29. Januar zu erwarten.

München, 26. März. Der Primregent ernannte den hiesigen Dompfarrvikar, Domkaprtular Thoma zum Bischof von Passau.

- t Braunschweig, 26. März. Theodor Steinway, Theilhaber der Ptanoforte- sabrtk Steinway u. Sons in Newyork, ist heute hier gestorben.

Wismar, 26. März. Der Reichstagsabgeordnete Haupt ist gestorben.

Wien, 26 März. DiePolit. Corresp." meldet aus Belgrad: Der Sections- chef des auswärtigen Amtes, Christics, wird demnächst zum Generalconsul in Salonichi «rnannt werden. Zu dessen Nachfolger ist Professor Gyajas, eines der hervorragendsten Mitglieder der radikalen Partei, ausersehen.

PariS, 24. März. Das boulangistische Comitö beschloß, demnächst in Paris ern großes Banket von zweitausend Gedecken und zwar im Wagramsaale abzuhalten. Sämmtltche Mitglieder der reotsionisiischen Comite's des Seine-Departements werden daran theilnehmen.

Das Zuchtpolizeigericht verurteilte heute den ehemaligen Polizei-Inspektor in Avricourt, Kuhn, zu 2 Jahren Gefängntß wegen Spionage.

Cannes, 26. März. Der hiesige schwetzertsche Vtcekonsul William Geisendorff wurde im Etsenbahnwagen in der Nähe von Pietra (Ltgursen) ermordet. Derselbe, 24 Jahre alt, war auf der Rückreise aus Genua begriffen, wohin er sich mit seiner Braut begeben batte.

London, 26. März. Lord Charles Beresford gab Abends ein Diner zu Ehren des Graten Herbert Bismarck, der vom Marineattachö Schröder begleitet war. Unter den Amoeienden befanden sich Fergusson, General Hamley, Viscount Cranborne, der Sohn Saitsbury's, Balfour, Smith, Goschen und der Martnemintster Hamilton.

Madrid, 26. März. Die Königin ist mit Sagasta und Vega de Armijo gestern noch San Sebastian abgereist. Sie kehrt am Freitag wieder hierher zurück.

San Sebastian, 26. März. Die Königin von Spanten ist beute hier ange­kommen und enthusiastisch begrüßt worden. Morgen werden die Minister die Königin von England an der Grenze empfangen.

. Haag, 26. März. Nach einer officiellen Meldung hat sich der Zustand des dauern fort^ ""stoffenen Woche wenig geändert. Die ungünstigen Erscheinungen

Lokales.

27. März. Von den als Aufenthaltsstuben benutzten alten abgedeckten Feirer Aktion g ^th gestern Mittag einer in Brand. Das

Feuer wurde mit der Bahnhosspritze gelöscht.

- In d-r jmetten tarn« teilte btr Ministerpräsident mit, daß der Minister- ern n «eewigs daß d-r König außer Stande zu -ruhten

h^n weiter,ufuhren. Dieser Beschluß wurde dem StaatSrathc mitgethetlt,

dessen Entschließung abgewartet wird. ° M

h,s tz 26 März. Anläßlich d-s heutigen Jahrestages der ProNamirung

des Königreichs Rumänien nahm der Senat per Akklamation den Antrag an, den ?n enreblÄ?hn,r °ls präsumtioen Thronsolger p-rsassMgSg-mäb

unter die Zahl der (Senatoren aufzunehmen.

26' ^Die Kammer nahm die Gesetze, betreffend die Königliche Familie, an, darunter die Forderung von 400,000 Frcs. Dotation für die Vrimessin Alexandra und 600,000 Fr. zum Bau eines Palais für den Kronprinzen.

Newyork, 26. März. Die Deputirten für die Samoa-Conferenz Kasion Dbelvs und Bates, reifen am 13. April nach Berlin ab. * 8' Sta11°n'

V-rmischte-.

Darmstadt, 26. März. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger ^erwehren wurde erteilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 17. Marz l. Js. den Mitgliedern der freiwilligen Feuer­wehr zu Bensheim, Leonhard Berg und Hermann Schaber.

, .Mainz, 26. März. Während sich in Worms und zahlreichen Landgemeinden Rheinhessens schon seit Wochen eine lebhafte Agitation für ober gegen einzelne Rebenbahnprojekte bemerkbar macht, regt es sich in der angedeuteten Frage jetzt auch hier in Mainz und zwar hauptsächlich, um gegen die projektirte Linie Worms-Hahn- Heim-Sörgenhoch-Niederolm Stellung zu nehmen. Das angegebene Projekt, zu dessen Unterstützung in Worms schon vor einigen Wochen eine Bügerversammlung stattfand, wird in der hiesigen Lokalpresse als eine Bahnlegung von Mainz und seines hochent- wickelten Hinterlandes bezeichnet und als naturgemäß, das Herz von Rheinhessen be­rührende Linie eine Bahn von hier über Hechtsheim, Bischofsheim, Harxheim, Momen- heim, Selzen, Hahnheim, Köngernheim, Undenheim u. s. w. nach Worms in Vorschlag gebracht. Neben der Stadtverordnetenversammlung und der hiesigen Handelskammer wird eine demnächst hier zusammentretende allgemeine Bürgeroersammlung für letzteres Projekt bei der Regierung Schritte thun.

, 2>n der eben unter den hiesigen Baugewerben gehenden Lohnbewegung ist bis

jetzt wenig Hoffnung auf eine friedliche Verständigung vorhanden. Nur in ganz ver- cbijelten Fällen ist eine solche erzielt worden, und in den meisten Gewerben halten Meister und Gesellen zähe an ihren Forderungen fest. So haben gestern Abend wieder die Tunchergesellen einstimmig die Ablehnung der Anerbietungen der Meister und das Beharren auf der gestellten Forderung beschlossen.

Bei der Hessischen Ludwigsbahn herrscht zur Zeit ein überaus reger Güter­verkehr, weich' lebhafte Bewegung theilweise durch große Sendungen für die hiesige Militärverwaltung hervorgerufen wird. So kamen allein in der letzten Woche 150 Waggons nut neuen Wagenparks für die Artillerie hier an. Aus den kaiserlichen Werkstätten in Straßburg treffen täglich zahlreiche Waggons mit Munitions-, Proviant-, Medtzin- und Telegraphenwagen hier ein, wogegen ebensoviel Waggons mit alteren Militarrequifiten nach Coblenz und Rastatt abgehen.

Landwirthschaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

t In Gärten und alten Parks sieht man häufig bis in die Spitze mit Epheu bewachsene Bäume und wird man dadurch auch zu der Frage angeregt, ob dieses den Bäumen schädlich ist. Als Antwort hierauf ist ja nun zwar zu bemerken, daß dauernd mit Epheu bewachsene Bäume allmälig absterben, doch ist die Ursache dieser Erscheinung nicht, wie vielfach angenommen wird, darin zu erblicken, daß der Epheu durch die von seiner Ranke doppelseitig ausgehenden Wurzeln, mittelst deren er sich an den Baum anklammert, dem Baumstamm den Saft entzieht, noch darin, daß die Bodenwurzeln des Epheu die im Boden enthaltenen Pflanzennährstoffe vorwegnehmen, so daß für die Ernährung des Baumes nicht genug davon übrig bleiben. Verderblich wird der Epheu den Bäumen nur dadurch, daß er den Stamm wie mit einem Drahtgeflechte umstrickt und, nachdem die Ranken im späteren Alter verholzt und dadurch unnachgiebig geworden sind, den hauptsächlich in den jüngsten Rindenschichten stattfindenden ©aftumlauf all­mälig unterdrückt, weil die freie Weiterentwicklung der mit dem fortschreitenden Dicken- wachsthume des Baumes gegen den einschnürenden Epheu gepreßten Rinde mehr und mehr gehindert ist und dadurch bann auch das langsame Absterben des Baumes hervor- gerufen wird.

Handel nnd Verkehr.

., , ^.Falsche Fünfzig -Mark-Scheine der Reichskasse sind neuerdings aufgetaucht, die ziemlich täuschend hergestellt und sich von den echten Reichsscheinen nicht leicht unterscheiden lassen. Die Falsifikate tragen das Datum 10. Januar 1882. Als ihre auffallendste Abweichung von den echten Scheinen ist hervorzuheben, daß die Nummern ein angehaltenes Exemplar trägt die Bezeichnung A 0039195 und der darunter befindliche Stempel nicht in Buchdrucks sondern in Steindruck mit einer lückenhaft auf getragenen rochen Farbe ausgeführt sind; auch sind die Nummern zusammengedrückt und der Zwischenraum zwischen Nummern und Buchstaben ist viel kleiner, als auf den echten Scheinen. Schließlich lassen sich die Nachbildungen auch beim Anfühlen als solche erkennen. Das zu der Fälschung verwendete Papier fühlt sich glatter als bei den echten Scheinen an. Die Rippung desselben tritt nicht so scharf hervor. Es ist daher Vorsicht bei Annahme von Fünfzig-Mark Scheinen geboten.

Schiffs Nachrichten.

Bremen, 26. März. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Schnelldampfer Ems, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. März von Bremen und am 17. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Für den Tambour von Chambord gingen weiter bei uns ein: Oberbürgermeister Bramm 3 Jt, G. W. 2 Jt, Fr. Schmidt 0.50 JL, R. in Gr.-Buseck 1 .3t, die Fresser Im H . . d 3.50 Jt, von den Beamten der Matn-Weier-Bahn bei einer Abendgesell- fdjaff ges. 10 vM, K. 1 >At, Ungen. 0.50 JL, Julchen-Verein 5 Jt, von den Arbeitern der Eisengießerei Heyligenstaedt & Co. 16 JL, L. Limpert 3 Jt, H. Flick 2 JL, in der Restauration Vogt gesammelt 2.32 JL, Pfeifenraucher-Verein in der Brauerei Friedel 21 «3t, zusammen 70.82 Jt Jnsgesammt 82.82 «3t

Weitere Gaben nimmt entgegen die Exped. d. Bl.

A 7|inf 7 Qpl Wu/P Hoflieferant Sr. Maj. d. Kaiser* u. Könige Bonn, Berlin una

H. Ä.UH14.!. VVWU. Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen, ihre seit mehr als

50 Gebrannten Java Kaffees 389

..... Lehen«miHe* Branch«» käuflich sind ~ ~ ,

3W Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des Anzeigers bitten wir sofort zu unserer Kenntniß zu bringen, damit wir in der Lage find. Abhülfe schaffen zu können.

Expedition de»Gießener Anzeiger."