trotz des Bestehens der „Herberge zur Heimath" und des „Vereins gegen Hausbettelei" ein günstiger Boden zum Fechten sei; freilich müsse man um die Mittagszeit vor Spitzeln und Hunden auf der Hut sein. Wenn unser Gewährsmann, als für Leipzig charakteristisch, „Berauschtes Dasein" anführt, so ist das wohl mehr der Ausdruck seiner persönlichen Empfindungen, auf die gewiß ein heftiger Katzenjammer gefolgt ist, da ein weiteres Bekenntniß an dieser Stelle „fünf Tage Haft" meldet. Vor etlichen Jahren waren übrigens bei der Festnahme eines wegen verschiedener Vergehen steck- drtefltch verfolgten Stromers ähnliche Auszeichnungen gesunden worden, die zwar nicht eine so alte Praxis, wohl aber eine größere Schärfe der Auffassung veu leihest. Es hieß da z. B.: „Nachmittags beste Zett zum Anklopsen, denn zwischen 4 und 6 Uhr sauft die ganze Schutzmannschaft". Man kann sich die Ueberraschung der heiligen Hermandad denken, als dieser Passus vom Gerichtspräsidenten mitverlesen wurde!
Laudwirthfchaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— (Reinigung der Luft in Kellern.) Als Haupterfordernih zur guten Aufbewahrung der Vorrätbe in Kellern und Mtlchkammern muß reine, frische Luft in diesen vorhanden sein, da dies ein Factor von größter Wichtigkeit ist, den man nicht außer Acht lassen darf. Nun wird aber bet der Reinigung der Luft in Kellern und Milchkammern ein großer Fehler begangen. Der Zweck der Lüftung ist, den Keller kühl und trocken zu erhalten, aber häufig wird dieser Zweck ganz verfehlt und der Keller statt dessen warm und feucht gemacht. Ein Kühlraum ist nur dann zweckmäßig zu lüften, wenn die zugeführte Luft kühler oder wenigstens ebenso kühl oder wenig wärmer ist als die innere Luft. Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit tragt st? aufgelöst in sich; je kühler sie ist, desto mehr wird diese Feuchtigkeit verdichtet und niedergeschlagen. Wenn ein Keller an einem warmen Tage gelüstet wird, so erscheint die etntretende Luft, io lange sie in Bewegung ist, allerdings kühl; aber wenn sie den Keller erfüllt, wird dieselbe erst von der inneren kälteren Luft, mit welcher sie sich milcht, abgekühlt, die Feuchtigkeit verdichtet sich, setzt sich als Beschlag an den Wänden an und rieselt an denselben herab, wodurch der Keller feucht und sehr bald dumpfig wird. Um dies zu vermeiden, thut man gut, die Fenster nur des Nachts zu öffnen und zwar spät, erst ehe man sich zur Ruhe begibt. Man braucht nicht zu befürchten Latz die Nachtluft nachtheilig wirkt, sie ist so rein wie die Mittagsluft und bedeutend trockener. Diese kühle Luft tritt nun während der Nacht in den Raum und circulirt in demselben, doch ist es durchaus erforderlich, datz die Fenster vor Sonnenaufgang wieder geschlossen und auch den Tag über geschlossen und verhüllt bleiben. Ist die Kellerluft feucht, so kann sie vollständig trocken gemacht werden, indem man Heclo- liter frischen Kack in einem offenen Gefäße in den Keller bineinstellt. Diese Menge Kalk mugt ungefähr 31/, Kilo Wasser auf und auf diese Weile kann ein Keller oder eine Milchkammer in kurzer Zeit, selbst beim heißesten Welter trocken gemacht werden ohne daß dieses Verfahren theuer oder schwer anwendbar ist.
Wärmegrade der Lahn und der Luft
gemessen nach Reaumur am 26. Juni zwischen 11 und 12 Uhr Mittag«: Wasser 18y2 Grad, Luft 22</a Grad.
__L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer. ’
Das Dorkommen von Viehseuchen im Großherzogthum Hesse«
während des Monats Mai 1889.
Milzbrand wurde festgestellt in Büdingen bet einem krepirten Pferde am 9. und in Geiß-Nidda im Kreise Büdingen bei einem krepirten Rinde am 13. Mai in freppenbeün am 11. Mai bei einem krepirten Rinde, in Gensingen im Kreise Bingen am 17. Mai bei einem nothgeschlachtetcn, in Garbenteich im Kreise Gießen am 23. Mai bei eurem freptrUn Rinde und in Reichelsheim im Kreise Friedberg am 30. Mai bet einem frcpirten Pferde.
_ AoK- In Küestadt im Kreise Dieburg steht ein Pferd, in Seligenstadt im Kreise Offenbach zwei Pferde und in Sprendlmgen im Kreise Alzey ein Pferd wegen Verdachts oer Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung.
, Die Maul- und Klauenseuche in Zahlbach und Bretzenheim im Kreise Mainz, in Wörrstadt im Kreise Oppenheim, in Allendors a. d. Lahn, Kreis Gießen und in Monsheim im Kreise Worms ist ^erloschen.
Die Seuche herrscht noch fort in Schornsheim im Kreise Oppenheim. Es sind dotten bis zum Schlüsse bes Monats im Ganzen elf Gehöfte mit zusammen 84 Stück Rindvieh, 6 Ziegen und 31 Schweinen verseucht wo'den.
Festgestellt wurde die Seuche am 1. Mai in Ober - Ostern im Kreise Erbach in einem Gehöfte mit 2 Stück Rindvieh, welche bereits ausgeseucht haben, so daß die Seucye Ende des Monats wieder erloschen war; ferner in Elmshausen im Kreise Bensheim am 4. Mai in einem Gehöfte mit 15 Stück Rindvieh. Auch hier war am Schlüsse des Monats die Seuche wieder erloschen. Tie Seuche wurde außerdem festgestellt am 8. Mar in Fränkifch-Erurnbach im Kreise Dievurg und ist seitdem dorten in vier Gehöften mit zusammen 8 Stück Rindvieh ausgetreten; am 12 Mat in Dals- heim im Kreise Wmms in drei Gehöften mit zusammen 21 Stück Rindvieh, in Kelsterbach im Kreise Groß-Gerau am 18. Mai in einem Gehöfte mit 5, und am 24. Mai in einem Gehöfte mit 3 Stück Rindvieh, am 20. Mai in Pfaffenbeerfurtb im Kreise Erbach in emem Gekoste bei einem Rinde.
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Breitenbrunn im Kreise Erbach, in Nieder Klingen und Ucberau im Kreise Dieburg, in Watzenborn im Kreise Gießen und in Heidelbach, Sanvabenrod und Kirtorf im Kreise Alsfeld ist erloschen
Die Seuche herrscht fort in Rothenberg und Kirch-Beerfurth im Kreise Erbach, in Messel nn Kreise Darmstadt und in Lauterbach.
Festgestellt wurde die Seuche im Kreise Friedberg in Bauernheim am 4. in Nieder Roßbach am 8., in Burg-Gräfenrode am 13., in Pohl-Göns am 18 und in Ossenheim am 25. Mai; im Kreise Gießen: in Ellingshausen am 7., in Steinberg am 15. und in Queckborn am 22. Mat; in Buckhards im Kreise Schotten am 7. Mat; in Wachenhttrn im Kreise Worms am 18. Mai, und in Ehringshausen tm Kreise Alsfeld am 21. Mai. Außer den oorgenannien Ausbrüchen der Seuche, welche sämrntlich bei Rindvieh beobachtet wurden, wurde die Seuche am 27. Mai bei einem Pferde in Bickenbach, Kreis Bensheim, und am 31. Mai bei 3 Pferden in Seebeim in demselben Kreise festgestellt.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Alsfeld: Vadenrod, Eudorf und Appenrod; in Dauernhetm, Bindsachsen, Bleichenbach und Ober > Mockstadt im Kreise Büdingen, ferner noch in einem kleinen Schafbestand in einem Gehöfte bei Trebur tm Kreise Groß - Gerau.
Schulstraße,
5362
C. G. Kleinhenn.
ff Erfrischend,yffolilschmeckend, kühlend^
Otto Bergen.
5337
Jockel.
5346
A. Docter
4994
kühlendes, dabei gesundes
Mk.
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Krämer.
Getränk.
10 Bonbons 1
Weidengaffe Erlengaffe,
angenehmes u.
Schachteln ä
- Pf. 65 „ 60 „
die Wasserlieferung auf einige Stunden des Vormittags dts 27. Juni unterbrochen werden, was wir hierdurch zur gefälligen Kenntnißnahme der betreffenden Anwohner bringen-
Gleichzeitig wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß durch diese Arbeiten im nördlichen und nordöstlichen Theile der Stadt eine Druckoerminderung in der Wafferlieferung eintreten wird.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
8leinkohsen- imö Holzlieserimg.
Die Lieferung der für das Großh. Provinzial - Arresthaus Gießen pro 1889/90 erforderlichen Steinkohlen und des Holzes und zwar:
a) 1000 Centner reine Steinkohlen, b) 600 Centner gewaschene Nußkohlen, 30—50 mm Durchmesser (Grube Mansfeld), ‘foroie
c) 25 Meter Tannen-Scheit- oder Prügelholz
soll im Submissionswege vergeben werden.
Die bezüglichen Bedingungen können in der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft hierselbst (Justizgebäude, Zimmer Nr 43), eingesehen werden, woselbst die Offerten verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen, bis zum Sam-tag den 6. Juli 1889,
Barm. 10 Uhr, einzureichen sind, in welchem Termin deren Eröffnung erfolgen wird.
Gießen, den 25 Juni 1889.
Der Großh. Erste Staatsanwalt.
i§ Maschüchle uni) rirniilr
| Kleiderstoffe
I 5369 Ein Bursche, welcher Ackerbau 1 versteht, gesucht.
| Wo? sagt die Expedition d. Bl.
Man lawe einen Bonbon in einem Ulaso Weiser •ich ruhig 1—2 Minuten auflöaen, alsdann erst rühre man um, and ein Glas erfrischende Brause Limonade ist fertig.
Alleinige Fabrikanten:
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w* Die Brause-Limonade-Bonbons sind in fast allen Niederlagen Stollwerok'scher Chocoladon u. Bonbons vorräthig, oder werden auf Verlangen von denselben bestellt.
Allgemeiner Anzeiger. Wafferbezug.
Wegen vorzunehmender Arbeiten an der Hauptrohrleitung in den Neuen ■ Bäuen und am Neuenweger Thor wird in den nachbenannten Straßen:
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Alttn.Buseck, am 25. Juni 1889. i 5353] Perf-klc''Dt.pp«rinn „ _
Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. ,,len Äi «
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Kieler Bücklinge
heute sehr frisch bet
Bekanntmachung.
Donnerstag den 27. Juvi l I», Nachmittags 1 Uhr, soll ein der Gemeinde Lich gehöriger, zum Schlachten sehr geeigneter FaffelochS, öffentlich meistbietend unter den bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden.
Lich, den 25. Juni 1889. Grobherzogliche Bürgermeisterei Lich. _____________Walz.__5351
Heugras- Versteigerung.
Freitag den 28. ds. MtS.,
Vormittags von 8 Uhr an, soll das Heugras von den einschürigen Gemeindewiesen, 20 Normalmorgen, an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist unterhalb des hölzernen Brunnen.
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