UrriverfitätS-Ehrouik.
k ?lc Studirenden der Leipziger Universität stellt sich im laufen
den Semefter auf 3391, einschließlich der 69 zum Besuche der Vorlesungen zugelasienen ^orer. Eine gleich hohe Ziffer tft bisher tm Sommersemester in Leipzig noch niemals worden. Von dm immatrikulirten Studenten entfallen auf die theologische aalUkaIf66x' auf?ie luristische 879, auf die medizinische 836 und 38 Studtrende der Zahnherlkunde und auf die philosophische Fakultät endlich 909.
beging der Senior der juristischen Fakultät der Universität Greifswald, der Geh. Justizrath und Professor vr. Haeberlin, die Wiederkehr des ^Lages an welchem er vor 50 Jahren seine academtsche Lehrthättgkeit als Privatdozent in Berlin begonnen hatte. Anläßlich des Tages gingen ihm zahlreiche Erinnerungen zu.
Er. Majestät dem Kaiser und den übrigen lieben Anverwandten und Fürsten, welche Mich mit Ihrem Besuch zu Meinem Jubiläum erfreut und geehrt haben. Ihre Maje- stätm der deutsche Kaiser und König von Preußen und die Kaiserin leben hoch!" — Se. Majestät der Kaiser erwiderte sofort: „Gestatten Eure Majestät, daß Ich zugleich im Namen der übrigen hier versammelten Vettern und Verwandten das Wort ergreife und Unsere innigsten Glückwünsche zu dem heutigen Feste darbringe. Es ist ein Vorrecht des deutschen Volkes, daß die deutschen Stämme mit ihren Fürsten in Freud und Leid oerbunoen sind. Insbesondere hat bas schwäbische Volk seinen alten Ruhm und seine Anhänglichkeit an sein angestammtes Fürstenhaus in diesen Tagen aufs Neue glänzend bewährt. Wir deutsche Fürsten, die Wir solidarisch miteinander fühlen, freuen Uns mit Euren Majestäten dieses schönen Festes. Gott schütze, Gott behüte Eure Majestät und lasse Sie noch viele Jahre über Ihrem treuen schwäbischen Volke walten. Ihre Majestäten leben hoch!" Sodann trank Se. Majestät der König von Württemberg auf die Armeen der hier anwesenden oder vertretenen Souveräne, insbesondere erhob Se. Majestät sein GlaS auf das Wohl Seiner braven Württem- bergtschen Armee.
— Dem gestern Abend stattgefundeoen Theaterfeste und den lebenden Bildern, welche einen glänzenden Verlauf nahmen, wohnten sämmtliche zur Zeit hier anwesenden Fürstlichkeiten in der mittleren Hofloge bet. Der Großfürst Thronfolger saß neben der Königin, seiner Tante. Die lebenden Bilder, welche ©eenen aus der württembergtschen Geschichte und dem schwäbischen Volksleben darstellten, gelangen vortrefflich und wurden mit großer Pracht der Costüme in Scene gesetzt. Den Festoorstellungen im Theater schlossen sich ein Ballfest und eine italienische Nacht an. Die Festlichkeiten verliefen sehr animirt.
Wien, 25. Juni. Die „Presse" sagt: Der Ausdruck der ernsten, selbstbewußten Entschlossenheit in der Thronrede wurde ab und zu im Auslande als eine kriegslustige Drohung aufgefaßt, jedoch mit Unrecht; die Thronrede enthalte keine einzige derartige Wendung; sie klinge für Jeden, der den Frieden wolle, jriedfertig; nur Diejenigen, die den Frieden nicht wollen, haben ein Recht, zwischen den Zeilen der Thronrede herauszulesen, daß Oesterreich-Ungarn bereit sei, für seine Stellung als continentale Großmacht und für seine Interessen im Orient mit aller Kraft und Würde einzutreten.
Wien, 25. Juni. Der König von Rumänien setzte mit seiner Gemahlin und dem Thronfolger heute Abend die Reise nach Sigmaringen fort. Kurz vor dem Abgänge des Zuges erschienen der Erzherzog Albrecht und die Erzherzogin Maria Theresia, die sich auf das Herzlichste von den Fürstlichkeiten verabschiedeten.
— Stoilow ist heute hier eingetroffen.
— In Rudolfstyal (Bosnien) wurde vorgestern in Anwesenheit des deutschen Eonsuls von Oertzen (Serajew) und der Spitzen der Behörden die erste evangelische Kirche Bosniens durch den Agramer Pfarrer Kolatschek feierlich eingeweiht.
öertt, 25. Juni. Der Ständerath bewilligte ohne Diskussion einstimmig 600,000 Fr. für die militärische Sicherung des Gotthard.
Pari-, 25. Juni. Deputirtenkammer. Laguerre verlangt die Regierung über die parlamentarische Unverletzlichkeit der Abgeordneien zu tnterpelliren. Bei der sehr erregten Debatte wird über einen Deputirten der Rechten, welcher die Republikaner Kanaillen nannte, die Eensur und temporäre Ausschließung aus der Kammer verhängt. Die Kammer beschloß hierauf mit 302 gegen 231 Stimmen, die Interpellation bis nach Verathung des Budgets und des Armeegesetzes zu verschieben.
m London, 25. Juni. Unterhaus. Fergusson thetlt mit, daß nach eingegangenen Berichten aus Kairo eine bedeutende Streitmacht der Derwische gegen Wady Halfa vorrücke. General Greenfell erachte es deßhalb für zweckmäßig, selbst nach Wady Halfa zu gehen. Die britischen Truppen werden in Bereitschaft gehalten, nöthigmfalls eben- dorlhin zu marschtren.
London, 25. Juni. Das Bureau Reuter erfährt, Frankreich werde die Zu- stimmung zur Eonoersion der prioilegirten egyprischen Staatsschuld verweigern, falls nicht befriedigende Garantien für die Räumung Egyptens von den englischen Truppen gegeben werden.
i . Petersburg, 25. Juni. Das „Journal de St. Petersbourg" gibt die Thronrede des Kaisers von Oesterreich wieder ohne Kommentar. Kenntlich macht es besonders diejenigen Stellen, in denen von dem unveränderten Foitbestand der Beziehungen zu den auswärtigen Machten gesprochen und die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens ausgedruckt wird.
OA “ Iin Öeute oeröffentlich!es Gesetz erhöht den Einfuhrzoll auf Papiermasse von 20 auf 35 Kopeken.
Belgrad, 25. Juni. Die Thronrede des Kaisers von Oesterreich rief in den lerbischen Regierungskreisen einen vortrefflichen Eindruck hervor, weil sie beweise, daß die leitenden Kreise der benachbarten Monarchie die Entwickelung der Dinge in Serbien mit ganz anderen Augen als die Presse ansähen und die mittels zahlreicher Jntriguen entfachte Zeitungshetze der letzten Tage auf das ihr gebührende Maß zurücksührten.
△ Mainz, 24. Juni. Oberhalb Biebrich carambolirten gestern Abend zwei Personenboote. Das einen Kasteler Turnverein tragende Personenboot der Ludwigs- bahn vatte Feuerwerk an Bord abgebrannt, wodurch das zum Thal fahrende Lokalboot „Telegraph die Rrchtung des entgegenkommenden Ludwigsbahnbootes nicht genau erkennen konnte und so dre Carambolage herbeigesührt wurde. Beide Boote sind ziemlich bMadigt, wahrend die Passagiere mit dem Schrecken davon kamen.
~ ~ Die Ichon von der Strafkammer zu Wiesbaden wegen tm Rheingau begangener
Delicte zu beträchtlichen Freiheitsstrafen verurtheilten Inhaber der falliten Baukfirma Franz Allmann & Sohn in Bingen haben sich nunmehr den kommenden 5. Juli auch üor der ^esigen Strafkammer zu verantworten. Die Anschuldigungen lauten hier auf £etrufl, Unterschlagung und Veruntreuung und zwar in einer langen Reihe von Fällen. In vielen der Anklagepunkte hat der Sohn des eigentlichen Firmeninhabers die volle Verantwortlichkeit für sich in Anspruch genommen. Die Verhandlungen, zu denen eine sehr große Zahl Zeugen geladen sind, werden voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Als Vertheidtger steht den Angeschuldigten Rechtsanwalt Dr. Carlebach von hier zur Serie.
— An Projekten fehlt es hier in Mainz nie! So beschäftigt man sich eben neben dem noch im Werden begriffenen neuen Schlachthause wieder mit dem Bau eines monumentalen Rathhauses und der elektrischen Beleuchtung der Straßen. Die Dinge, ’d>onrtDtelfad)e Bcrathungen und Sitzungen stattgefunden baden, wären alle recht schon, allein ihre Ausführung wird wohl immer noch eine Weile auf sich warten lassen. '
., m ~ Die rheinhessischen Nebenbahnen bilden eben ein Object, auf welches zur Reit bieAnDa jpeciilfa2lon^ebeutcnb Ehr Augenmerk richtet. Außer verschiedenen Linien zu c nc* bayerischen Grenze zu wurden in der jüngsten Zett im Auftrag einer englischen Gesellschaft von dem Obering nieur Skinner Vermessungen für eine Bahnlinie Alzey- Oppenhelm-Darmstadt mit einer Ueberbrückung des Rheines an der Oppenheimer Ueberfab; t g-.macht. Nach den von Ingenieur Skinner angestellten Berechnungen wurden dre Konen d.cier Oppenheimer Rheinbrücke, die ohne Wasserpfeiler und nur mit zwei Uferpfetlern gedacht ist, 1800 000 JL betragen und sich der Kilometer fertiger Bahn- 1n Am01®' lPur auf 25 000 vtt stellen, vorausgesetzt, daß die Gemeinden das benothigte Ge.'ande unentgeltlich ablassen. Wie man uns mittheilt, ist die englische Gesellschaft, welche die Berechnung hat anstellen lassen, bezüglich der Ausführung der Linie bereits mit dem Comitö in Verbindung getreten, das sich zur Anlage beregter Bahnstrecke tüngst unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Ohly-Darmstadt in Oppenheim conftituirt hat.
Berlin, 24. Juni. Der bekannte Scharfrichter Krauts, der in einem Streite mit einem seiner Gehulfen diesen mißhandelt hat, so daß er an den Folgen der Mißhandlung gestorben ist, ist von den Geschworenen heute freigesprochen worden.
Of7 . , — Nach den Ermittelungen des Reichs-Etsenbahnamts kamen im Vorjahre auf i'c ststandlgen Bahnnetzen mit rund 38,770 Kilometer Betriebslänge 4577 Rad- reife nbrüch.e vor, wodurch 26 Entgleisungen und 268 Zugverspätungen veranlaßt wurden. Als Ursachen wurden u. a. festgestellt: Fehlerhaftes Material bei 1499 Reifen , niedrige Temperatur und Temperaturwechsel bei 772 Reifen und sprödes Material bet 751 Reifen. Von je 10,000 insgesammt im Betriebe gewesenen Radreifen und Vollradern sind 31 gebrochen. Stärkere Radreifen zeigten sich weit weniger dem Bruche ausgesetzt als schwächere.
__ . Rastatt, 23. Juni. In der hiesigen Militärschwtmmschule sind gestern zwei Soldaten auf eine bis jetzt noch unbekannte Weise ertrunken.
"Ein starkes Gewitter zog am Samstag Abend zwischen 6 und 7 Uhr über Köln. Nachdem schon um halb 7 Uhr ein gewaltiger Krach die Bürger erschreckt §atte, folgte um ein Viertel vor 7 Uhr noch ein furchtbarer. In unmittelbarer Nähe des Domes wohnend, hatte ich — schreibt ein Berichterstatter — wahrend der ganzen Zett die Augen auf dieMden Thürme gerichtet. Ich sah, wie eine große Feuersäule um ein Viertel vor 7 Uhr auf die Spitze des südlichen Thurmes losschoß und wie im selben Augenblicke zwei große Stücke von der obersten Kreuzblume herabstürzten. Als der strömende Gewitterregen nach 7 Uhr etwas nachgelassen hatte, ging ich auf die Straße rn die Nahe des Thurmes, wo das ganze breite Trottoir mit Bruchtheilen der herabstürzenden Kreuzblumentheile (Sandstein) bedeckt war. Es waren dabei Stücke von Kopf- und Handgroße, ein Theil war durch die Wucht des Falles der gewaltigen Höhe wie zerrieben auf dem Trottoir ausgebreitet.
— Ein ergötzliches Wettrennen wurde dieser Tage, wie das „Kl. I." erzählt, in der Ausstellung in Köln vor einem zahlreichen Zuschauerkreis abgehalten. Die Rem er um den Preis waren diesmal nicht flinke Radfahrer oder edle Rosse, son- dem biedere Bewohner des bergischen Landes, in Holzschuhen. Die „Vorrennen für Herren" verliefen ziemlich glatt; nur einmal wollte sich ein schwarzer Köter den Holzschuhmännern anschließen und biß im Uebereifer einen der Läufer in's Bein. Gewaltiger Jubel ertönte, als die „Damen", meist kräftige, hochgeschürzte Landmädchen, „starteten". Im Eifer und gleichmäßigem Lauf übertrafen sie bei Weitem die Männer. Z-oft eine Siegerin durch's Ziel ging, erbrauste von allen Selten der mächtigste Beifall.
, s . DEe periodischen Junggesellen sind jetzt in der Blüthe. Das ganze Haus ist in der Sommerfrische auf den Bergen oder am Meere, aber das Haupt der Familie, der Kettensklaoe seines Dienstes, konnte ja nicht mit, nun muß er einsam hausen und diese Spezies in ihrer durstigen Seßhaftigkeit ist der Trost aller Kneip- wirthe der Städte, welche sowieso unter der Eoncurrenz der Außenrestaurants lciden. Wenn Du, geschätzte Leserin, einen Herrn mittlerer Jahre siehst, dem eine gewisse Gesetztheit zur zweiten Natur geworden ist und der sich vergeblich quält, dieselbe abzn- streisen und den „verfl.....Ker l" herauszubeißen, der er vor 10, 15 oder sogar
25 Jahren einmal war, der schlecht gewichste Stiefel und an den Fingerspitzen befecte Handschuhe trägt, dem der Shlips schief sitzt und das Taschentuch fehlt — das ist solch' Opfer der Saison, welches jetzt einige Wochen der Junggesellenhaftigkeit abbüßt. Böse Zungen wollen behaupten, diese aus den Rosenfesseln der theuern — derzeit theuer badenden oder eben so theuer bergsteigenden — Gattin auf die menschliche Gesellschaft ^asgelassenen seien rechte Schwerenöther. Glaub's nicht! Es sind die zahmsten Philister und sie renommiren, wie das übrigens jeder Renommist thut, mit unverrichteten Heldenthaten. Betrachte sie lieber als herrenlose Güter, als Fundsache. Derlei soll man auch nicht behalten, wenn man's findet, sondern säuberlich abliefern aber Alles in Allem erkenne in ihnen bedauerliche Märtyrer der Saison. In der Ungewohntheit, ohne häusliches zartgcsührtes und holdseliges Gängelband zu laufen, pu^eln st? za wohl hier uird da einmal — wer wollte das leugnen ? — aber solche Durchgänger und Seelenverwüster, wie man sie gewöhnlich schildert, sind die atmen e>trobmittroer nickt und kein Gefangener mag sehnlicher das Ende der Haft erwarten, als sie die Heimkehr der „Mutter", die auch sie wieder „bemuttert". Sie kommen doch wieder in „ihre Ordnung", wie sie cd nennen, „unter Aufsicht", wie die wirklichen Junggesellen und Heirathsverächter spotten. Diese letzteren sind übrigens allein da.an , *? Don den periodischen Junggesellen der derzeltigen Saison stets die tollsten Streiche erzählt werden und daß einmal einer zur Ehrenrettung nach der wied«' ^re en muß — einer, der's wissen kann, denn morgen kommt seine „Theure"
c n ~ Üin interessantes „Fechtlexikon" ist kürzlich der Geraer Polizei in die Hande gefallen. Es ist das ein von einem professionellen alten „Fechtbruder" seit länger als zehn Zähren geführtes Tagebuch, in welchem über die Ergiebigkeit der einzelnen Länder § trfr^rr aui ,,Abklopfen" und die damit verbundenen Gefahren höchst lehrreiche ^.ufschlusse gegeben werden. Gera hat sich vom Autor die aukgezeichncte Note „Bessere Stände erworben und erhält das für feine Finanzkraft ehrenvolle Zeugntß, daß dort
Lokale-.
o ii c?6'^Iurtt. Da der Oberhessische Geschichtsoereln leider in der nächsten
Zeit dem Schlosse Braunfels einen Besuch nicht abftatten kann, hat der Vorstand beschlossen, am nächsten Sonntag Nachmittag einen Ausflug nach dem % ©tunben von
-»gelegenen Hermannsteln zu veranstalten. Diese Ruine bietet ein ganz besonberes pnterefte bar. Sie weicht nämlich von den üblichen deutschen Burgbauten des Mittelalters wesentlich ab. Während sonst Wohnhaus und Bergfried immer von einander getrennt sind, sinden wir hier Wohnbau und Wehrbau in einem Gebäude, dem Wohnthurm, Donjon, vereinigt. Den Theilnehmern am Feldzuge 1870/71 wird wo öl noch der colossale Donjon von Beaugeucy bei Orleans in Erinnerung sein. Dieser wurde im 11. Jahrhundert von den Normannen erbaut und die Normannen smd es, welche in Nordsrankretch und später auch in England dergleichen Burgen auf-- » In Deutschland blieben sie stets eine große Seltenheit und doch scheint diese urchitectonische Merkwürdigkeit Hermannsteins von den Umwohnern wenig beachtet zu werden. Man gelangt fetzt in den Thurm von Hermannftein aus dem obersten Stock- werke eines davor gelegten Wohnhauses. Allein dieses Haus wurde erst im Jahre 1481 erbaut, als Hermannftein Schenk'sches Lehn geworden war. Ursprünglich konnte man nur mit Leitern in den zwischen 1377 und 1379 vom Landgraf Hermann II. i n? anölna demselben befanden sich übereinander drei gewölbte Geschosse (die Wölbung des obersten ist fetzt eingestürzt), welche jedes durch Balkenlagen abermals in zwei geschieden werden konnten. Die Velbindui g der sechs übereinander ’ "egenden Stockwerke geschieht durch eine in der Dicke der Mauer liegende Wendeltreppe, welche auch aus die mit Echthürmen versehene Gallerte führt. Diese Besonderheiten der baulichen Anlage werden gewiß das Interesse der Besucher in hohem Grade anregen. K
Gitßen, 26. Juni. (Turnerisches.) Die Arbeiten zu dem nächsten Sonntag Nachbargemeinde Heuchelh.im ftattfindendm 3. Volksturnfest des
Ab"^"er Gaues, verbunden mit der F a h n e n w e i h e des dortigen Turnvereins schreiten i ihrer Vollendung entgegen. Geschäftige Hände sind überall in Thätigkeit, um das Fest ! zu einem würdigenr zu gestatten. D.r Heuchelheimer Turnverein, welcher trotz der ! kurzen Zett seines Bestehens über erne ansehnliche Mitgliederzahl verfügt, wird Alles aufbieten, um den Besuchern des Festes Stunden der Freude uni) angenehmen Er-
^"en; auch die Ernwohnerschaft, welche dem Vereine sympathisch gegen- ! übersteht, wird durch Schmucken der Häuser rc. zur Verschönerung des Festes wesentlich beitragen. - Freunde der edlen Turnkunst seien gleichzeitig noch auf das stattfindende Wettturnen, welches in Geratheturnen und volksthümlichen Hebungen besteht auf- i merksam gemacht. — Wenn wir noch weiter bemerken, daß die Festniusik von unterer ' hiesigen bewahrten Militärcapelle übernommen wurde, so darf nach dem Angeführten die ! ^^ ^^"chttgte Hoffnung ausgesprochen werden, daß das Unternehmen sich eines zahlreichen Besuches, namentlich Gießens, erfreuen möge. ' $
. N-Juni. Starker Carbolineum-Geruch machte sich gestern Abend <
bem den Viehmarktplatz passirenden Publikum bemerkbar. Die Ursache dieser von ! ^bltem wahrnehmbaren Desinfektion gaben zwei unter dem auf dem gestrigen Vieh- markte aufgetriebenen Vieh befindliche, der Seuche verdächtige Kühe W diese Thiere wurde vorläufig Stallsperre verhängt, der ganze nach den Badeanstalten bin gelegene Vtehmarktplatz aber gründlich gereinigt und die Viehstände desinficirt.


