Ausgabe 
27.1.1889
 
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natürlich protestirte, In den nächsten Tagen gelangt nun diese sonderbare Angelegen­heit zur gerichtlichen Entscheidung.

Eine selbstthätig wirkende Schuhreintgungs-Maschine vonJ. C. Mayr­hofer und R. Kurta in Wien erfunden und patentirt, tritt in Wirkung, sobald eine Münze in den Einwurf gestellt ist. Der Fug mit dem Stiefel mutz nacheinander auf zwei Schlitten gestellt werden, die beide mit einer großen Anzahl liegender und senk­rechter Bürsten in Verbindung stehen. Auf dem ersten Schlitten wird die Reinigung des Schuhwerkes, auf dem zweiten das Aufträgen der Wichse und das Glanzbürsten vorgenommen. Der mit dem zweiten Schlitten versehene Theil des Apparates besitzt Zerstäuber, welche die flüssige Wichse in feinverthtiltem Zustande auf den Stiefel spritzen. Durch das Einwerfen einer bestimmten Münze wird ein electro-mechantsches Schaltwerk ausgelöst und ein Motor in Gang gesetzt, welcher den Bürsten-Apparat eine Zeit lang betreibt.

Gingesandt.

Gießen, 25. Januar.

Gestatten Sie auf das letzte Eingesandt über die beiden Bahn st ege eine kurze Bemerkung.

Daß der Bahnsteg von der Frankfurter Straße nach dem Bahnhofe bet dem Gasthof Lenz eine dringende Nothwendtgkeit ist, kommt gar nicht mehr in Frage und ist auch von der Stadtoerordneten-Versammlung berettwtlltgst anerkannt worden. Daß aber der letzte Einsender vom 24. Jan. behauptet:Das Vorhandensein dieser Brücke vorausgesetzt, erscheint eine Ueberführung bet der katholischen Kirche vollständig überflüssig", das ist ebenso kühn wie unverständlich. Diese Ueberführung ist auf's Wärmste befürwortet worden, die Gelder sind hierfür von den Ständen bewilligt, sie wird gebaut und dann auch benutzt werden, selbst wenn dieser Uebergang durch den andern entlastet werden würde. Wenn der Steg an der katho­lischen Kirche für einen Einzelnen überflüssig und selbstvollständig überflüssig" werden sollte, so wird er es nicht für die allermeisten anderen Bewohner des Selters- berges. Ein Seltersberger für Viele.

Arriversttäts - tzhrouik.

Berlin, 24. Januar. Dem Vernehmen nach sind in den wissenschaftlichen Professuren an den hiesigen Hochschulen folgende Veränderungen geplant. Staatsrath I

Schmoller wird die Professur an der landwirthschaftlichen Hochschule aufgeben, die er bisher neben seinem Lehrstuhl an der hiesigen Universität bekleidet hatte. An seine Stelle bet der landwirthschaftlichen Hochschule wird voraussichtlich Prof. A. v. Mtas- ko wski aus Breslau treten, der gleichzeitig als vortragender Rath in das landwtrth- schaftliche Ministerium berufen werden soll. Professor Richard o. Kaufmann Hier­selbst wird den Lehrstuhl für Nationalökonomie an der hiesigen technischen Hochschule übernehmen.

Literarisches.

. Wassersport, 1888 -89 Nr. 17 bringt zahlreiche officielle Mitthetlungen der Elubs. Unter Rudern: Der Deutsche Ruder-Verband. Eine lächerliche Regatta. Nachrichten. Unter Segeln: Berliner Wettsegel Verband. Start und Siegesliste pro 1888. Seglers Handbuch und Nachrichten. Unter Eislauf: Ausschreibung des Berliner Eislauf Vereins. Wettlaufen in Hamburg (Meisterschaft von Deutschland) Prag, Braunschwecg, sowie zahlreiche Nachrichten. Ferner: Allgemeines und Briefkasten.

erzielt man nur, wenn die Annoncen zweckmäßig abgefaßt und typographisch angemesien ausgestattet stnd, ferner die richtige Wahl der geeigneten Zeitungen ge­trosten wird. Um dies zu erreichen, wende man sich an dieAnnoncen-ExpedttiopRudolf Moste in Frankfurt * f T .. am Main (Vertreter in Gießen Jul. Wallach,

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Lebensmittel-Branche käuflich «ind.

Erfolg

durch Annoncen

Börfenwocheuberieht

von E. WassersehlebCM, Bankgeschäft.

Die Aufwärtsbcwegung der Curse ist in der abgelaufenen Bertchtsperiode wieder­um ein Bedeutendes gefördert worden. Es kann nicht angenommen werden, daß die Realisationen der Vorwoche genügt hätten, die Börse von den außerordentlich großen Engagements, welche die Speculation in der vorhergegangenen Zett eingegangen ist, derart zu entlasten, daß man sich der erneuten Strömung unbedenklich anschließen könnte. Ein solcher schrankenloser Optimismus, in welchen die Börse gegenwärtig zu verfallen droht, pflegt sich früher oder später stets zu rächen. Die absolute Herrschaft der Haussepartei, wie sie nun schon während vier oder fünf Wochen besteht, birgt in sich eine große Gefahr. Sie verhindert das Eingehen von Baisseengagements, welche groß genug sind, bei etwa etntretenden Erschütterungen den Massenoerkäufen, die in solchen Fällen unausbleiblich sind, einen entsprechenden Deckungsbegehr entgegenzusctzen und auf diese Weise dem Rückgang der Curse Einhalt zu gebieten. Die Reactton muß, wenn eine solche eintritt, unter diesen Umständen außerordentlich viel empfindlicher wirken, als wenn, wie dies in der Regel auch der Fall ist, den Hausseengagements entsprechende Baisseoppositionen gegenüberstehen. Es ist allerdings kaum möglich, heute, wo die Ultimo-Liquidation kaum begonnen, ein irgendwie zuverlässiges Uctheil über die Lage der Engagements abzugeben. Hierüber und über die Höhe derselben wird erst die Liquidation selbst Aufschluß geben können. Es bleibt nur zu hoffen, daß die nächste Zeit nicht Ueberraschungen bringt, welche bei der gegenwärtigen Lage der Dinge ver­derblich wirken können.

Den größten Impuls zur Aufwärtsbewegung empfing die Speculation in dieser Woche von dem nunmehr mit größerer Bestimmtheit auftretenden Gerücht, daß sich auch die Discontogesellschaft zu einer Capstalserhöhunq entschließen würde. Man be­gründete diese Meldung hauptsächlich damit, daß die Bank nicht nur sür die Ausdeh­nung ihres heimischen Geschäfts, sondern auch für ihre überseeischen Unternehmungen, z. B. die Gründung der Deutsch-Chinesischen Bank, neuer Capttalien bedürfe. Auf diese Angabe hin konnten Disconto-Commandlt-Anlheile bereits am Samstag 2% aoanciren und schließen heute mit einem klaren Gewinn von 5% gegen die Vorwoche. Von diesem Papier ausgehend, ergriff die feste Tendenz zunächst die anderen Werthe des Bankmarktes und ei streckte sich dann auch auf die übrigen Gebiete. Besonders bevor­zugt waren an einzelnen Tagen Handelsgesellschaft und Darmstädter Bank-Actien, von denen jedoch die letzteren, trotzdem die Capitalserhöhung vom Aussichtsrath beschlossen wurde, ihren höchsten Cours nicht ganz behauptet haben. Auch Credtlactten traten be­sonders gegen Ende der Woche wieder mehr in den Vordergrund, obgleich Wien im Allgemeinen realisationslustig blieb.

Von österreichischen Bahnen lagen Duxer vornehmlich flau. Dieselben konnten jedoch ihre anfänglich ziemlich bedeutende Courseinbutze gegen Schluß der Woche wieder gänzlich ausgleichen. Böhmische Bahnen und Buschtheraoer wurden vielfach zu Specu- lationszwecken zu steigenden Coursen gekauft. Die beiden Böhmischen Bahnen haben je fl. 4, Buschtherader fl. 11 gewonnen. Am Freitag traten hierzu noch Graz-Köflacher, die bereits während der Mtttagsbörse ihren Cours um fl. 4 erhöhen konnten, und Abends eine weitere Steigerung von fl. 5 zu verzeichnen haben. Auch für Gotthard- und Schweizer Unton-Bahn bestand aut Dioidendengerüchte einiges Interesse. Gotthardt mußten Freitag Abend ihre anfängliche Steigerung von 3% wieder einbüßen, Union schließen 2Vz % besser.

In Berlin waren Bergwerkspapiere fortgesetzt bevorzugt. Von den wenigen, die in Frankfurt gehandelt werden, sind Riebeck und Gelsenkirchen hervorzuheben, von benen elftere 4Vr"a, letztere 8% gewonnen haben.

Auf dem Rentenmarkt ist das Geschäft noch stiller geworden. Größere Umsätze fanden nur zeitweilig in Egyptern und Russen statt. Für russische Prioritäten zeigte sich seit langer Zeit wieder einmal größerer Begehr. Namentlich lagen Wladtskawkas auf die Einführung in Amsterdam fest.

Von deutschen Fonds sind besonders 4 % Consols fest, während 4% Reichs­anleihe ihren Cours mehr und mehr ermäßigt haben, so daß der früher zwischen diesen Papieren bestehende Couisunterschied sich ungefähr ausgeglichen hat.

Der Discontosatz blieb ziemlich unverändert.

Course der Frankfurter Börse.

Staatsanleihen.

4% Hessische Obligation.

Cours vom

5v/oPortugies.-Anl.v.86

Cours vom

18. Jan

107.20

25. Jan.

107.20

18. Jan.

101.10

25. Jan

101.

Bauern ....

Baden.....

107.30

105.25

107.40

105.30

41/2% do. 88

5o/o amott. ©erb. Gold-

97.60

97.55

3«/o Sächsische Rente. .

3l/.o/oBremerStaatsanl.

91.70

102.10

94.75

102.15

Rente .... 5l'/oSerbischeEiscnbahn-

83.25

83.80

Hamb.Staatsrente

102.65

102.35

Hyp.-Obl. L.A. .

86.80

86.85

40/0 Oestr. Goldrente

GriechischeMonopol-

94.30

93.95

4^/vSchwed.Oblig. 1880t lo/oTürken cono. . . .

103.90

15.20

103.90

15.05

Anleihe . . .

5»/o Rumänische Rente .

77.90

95.15

77.

95.20

5% priv. Egypter. . . Argent. Gold - Aul.

103.65

103.65

4Veo/° Russische Anl.. .

97.70

97.55

v. 1887 . . .

95.25

95.30

Eisenbahn-Prioritäten.

Eisenbahn-Actien.

40/0 Pfälz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . .

104.20

104.20

5o/o Südbahn Lombarden

4o/o do. do.

97.05

102.60

96.60

Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. .

104.40

104.35

3o/o do. do.

40/y Prag-Duxer Gold .

61.15

101.65

61.

101.45

Elisabethb. steuerfrei Gold ....

102.70

102.95

Rudolf Gold (Salzk.) Franz-Joses Silber

102.

81.80

101.80

81.30

5% Ocstr. Staatsbahn.

4% do. do.

108.

102.45

108.15

102.20

3o/o staatl. garant. Jtal. Eisenbahn . .

60.05

59.85

3% do. do.

l.VIII.Emiss. . 3% do. Ergänzungsnetz

84.90

79.65

84.40

79.30

3°/0 Lioorneser . . . 4o/o Russische Südwest- Eisenbahn . .

66.15

85.90

66.

86.15

5% Nordwestbadn Gold

108.30

107.90

4% Wladikawkas flamt.

83.30

85.05

Ludwigshafen-Bexbach. Hessische Ludwigsbahn. Pfälzische Nordbahn . Mariendurger-Mlawka.

231.

109.60

108.80

86.80

230.95

109.40

109.60

86.05

Lübeck-Büchner . . .

Mecklenburger . . .

Gotthardt.....

Jtal. Mtttelmeer . .'

172.80

151.

134.25

122.25

173.20

148.70

137.10

121.50

Bank-

Aktien.

Deutsche Reichsbank .

134.

132.75

Dresdener Bank. . .

151.40

150.80

Berlin. Handelsgesellsch.

177.30

179.20

Mitteldeutsche Credit b .

109.20

110.50

Deutsche Bank . . .

172.40

171.60

Wiener Bank-Verein .

90.75

89.37

DeutscheGenossenschftsb.

v.Soergel,ParrisiusLCo.

135.40

137.25

Württemb. Vereinsbank

124.20

124.30

Industrie-Papiere.

Btnding-Brauerei . .

179.ßO

183.

Deutsche Verlagsanstalt

273.70

276.

Stern- do. (Oberrad)

135.90

135.50

Färb werke,oorm.Meister,

Bad. Anilin- u. Soda-

Lucius & Brüning.

229.70

229.50

sabrik ....

276.50

276.

Riebeck'icheMontanwerke

175.

180.50

Pfandbriefe.

4% Franks. Hyp.-Pfdbr.

40/oDeutscheGrundschld. -

v. 86 ab . . .

104.

10:3.95

Bk.-Pfandbr.

103.

103.

3V2O/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr.

4o/gPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- P.andbr. . . .

99.

99.

3V2°/o do. .....

3V2% Rhein. Hyp.-B ank -

99.

99.

103

103.

Pfandbr. . . .

98.70

99.

3,/2°/o do......

40/0 Preutz. Centr.-Bod.-

99.40

99.40

4% Meininger Pfandbr.

102.50

102.50

Cred.-Pfandbr. bis

1885 .....

103.25

103.

Loose.

Oestr. 1860r fl. 500-Loose

120.85

121.

Braunschweig. 20 Thlr.-

1854rfl.250-

114.20

114.50

Loose ....

103.20

103.90

4% Meininger Prämien-

3% Oldenburger Loose .

137.25

137.50

Pfandbr. . . .

128.40

129.40

3V2°/o Köln-Mindn.Loosel

137.90

Amerikanische Eisenbahn-Bonds.

6<VnChic.Mllw.f.Sl.Paul Prt., rückzahlb. 1910 .

5o/gChic.Milw.f.St.PauI Prt., rückzahlb. 1921 .

60/oCentr.Pactf.I.Mctg. rückzahlb. 1895/98 .

117.80

102.30

111.70

117.80

102.60

111.50

4% Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 41/2% California Pacif.

I. M., rückzahlb. 1912 60/oPacif.ofMissouri Con­

solidated I. M. r. 1920

91.25

107.20

110.45

91.20

106.90

109.20

Diverse Obligationen.

5% Buderus-Obligat. .

104.15

04-

41/2°/o GrafHenkelv.Don-

nersmark, rückz. ä 105

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