Nr. 23 Drittes Blatt. Sonntag den 27 Januar 1889,
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Anlts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen.
Vureaur Schulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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rreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn«
>urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf,
Bekanntmachung.
Der Bauausschuß für das städtische Volkstheater und Festhaus in Worms beabsichtigt zum Zweck der theilweisen Deckung der Baukosten eine weitere Verloosung von Gold-, Silber-, Schmuck-, Kunst- und Industrie-Gegenständen zu veranstalten.
Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 30,000 Loose ä 2 ausgegeben werden dürfen und mindestens 50% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind.
Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet.
Gießen, am 24. Januar 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Betreffend: Den Erlaß einer neuen Dienstanweisung für Hebammen. Gießen, am 24. Januar 1889.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Ätetltl,
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 24. Dezember v. I. noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch an Erledigung derselben erinnert. v. Gagern.
Gießen, den 23. Januar 1889.
Der Direktor des landwirthschafilichen Dezirksvereins Gießen
an die Großherzogltchen Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme aus nachstehende Bekanntmachung ersuche ich Sie, derselben die thunlichste Verbreitung zu verschaffen, Anmeldungen von Obstbaum^ schülern entgegenzunehmen und Gesuche unter Begutachtung derselben bis zum 5. Februar l. I. an den Unterzeichneten einzusenden.
_______________________________________________________Jost.__
Bekanntmachung.
2)ie Generalversammlung des landwirthschafilichen Bezirksvereins hat beschloßen, einen jungen Mann aus dem Kreis Gießen, welcher an einem Obstbaumwärter-Cursus Theil nimmt, eine Subvention in dem Betrag von 100 Jü zur Bestreitung der durch den Besuch dieses Cursus entstehenden Kosten zu bewilligen.
Bewerber um Bewilligung dieser Subvention werden hierdurch zur alsbaldigen Einreichung ihrer Gesuche und etwaiger Zeugniffe bei der betreffenden Bürgermeisterei aufgefordert
Der Winter-Lehrcursus für Obstbaumwärter beginnt bei Baumschulbesitzer Th. Jäger zu Bensheim den 4. März und endet den 4. Mai l. I. Der Sommer-Cursus beginnt mit dem 12. August und endet mit dem 31. August l. I. Es wird auf nachstehendes Programm verwiesen.
Gießen, den 23. Januar 1889.
Der Director des landwirthschaftlicheN Bezirksvereins Gießen.
Jost.
Bekanntmachung.
Betreffend: Lehrcursus für Obstbaumwärter bei Baumschulenbesitzer Th. Jäger zu Bensheim a. d. B.
Zur Heranbildung von tüchtigen Obstbaumwärtern wird im Laufe des Frühjahrs 1889 wiederum ein Lehrcursus zur Ertheilung von theoretischem und practischem Unterricht im Obst- und Weinbau, sowie den verwandten Wissenschaften eröffnet werden.
Theilnehmer haben sich die erforderlichen Bücher und Geräthschasten auf eigene Kosten anzuschaffen, was mit ungefähr 16 VH. geschehen kann. Cbenfo haben dieselben für Logis und Kost selbst Sorge zu tragen. Herr Jäger wird in dieser Beziehung zur Auskunftsertheilung bereit fein.
^ter Unterricht wird unentgeltlich ertheilt. Der Frühjahrscursus beginnt mit dem 4. März und endet mit dem 4. Mai l.I. Der Sommer- cursus beginnt mit dem 12. August und endet mit dem 31. August l. I.
Der Unterricht umfaßt:
1) Obstbau: in wöchentlich 6 Stunden, a. Obstbaumzucht, b) Obstbaumpflege, c) Baum- und Rebschnitt, d) Pomologie, e) Obstbenutzung, übrige Zett, f. Practische Uebungen: Lehrer Jäger.
2) Hülfswissenschaften in wöchentlich 5 Stunden, a) Lehre vom Bau- und den Lebensverrichtungen der Pflanze, b) Bodenkunde, c) Düngerlehre: Lehrer Seibert.
Den Schülern, welche es wünschen, können nach stattgehabter Schlußprüfung Stellungen als Gärtner oder Obstbaumwärter durch Herrn Jäger vermittelt werden.
.. ro^en hiernach Diejenigen, welche an besagtem Unterricht Theil zu nehmen wünschen, hiermit ausgesordert, sich baldthunlichst bei demselben munolich oder schriftlich anzumelden. Wegen einer zu gewährenden pecuniären Unterstützung sind die betr. Gesuche bei den landwirthschafilichen Bezirksvereinen resp. deren Vorständen oder den Gemeindevorständen der betr. Wohnorte einzureichen und werden diese hiermit freundlichst gebeten, dieser so wichtigen Angelegenheit ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. x J a
Bensheim, den 15. Januar 1889.
Der Vorsitzende des landwirthschafilichen Bezirksvereins Bensheim.
. v. Bechtold.
vermischtes.
,t47Tn9r?>nf^rrtZ 2£ Januar. Am 8. Februar feiert der bekannte bier lebende Echriststeller vr. Wilh. Jordan seinen 70. Geburtstag. AuS Anlaß dessen ist ^bildet aus Mitgliedern des freien deutschen Hochstifts, des Vereins t?CÄcr £cSycr und des Frankfurter Journalisten- und Schriftsteller- Vereins, behufs Veranstaltung einer Jordanfeier zusammengetreten. Das von dem ComitS entworfene Programm lautet: Freitag den 8. Februar, 5 Uhr Nachmittags: Akademische Feier im Hoch'schen Konservatorium; Abends 7 Uhr: Festoorstellung im Schauspielhaus. Samstag den 9. Februar: Festbankett im „Frankfurter Hof".
hiesigen Güterbahnhof verunglückte gestern Nachmittag der -rangirer Jacob Wenz aus Dortelweil. Der Genannte rutschte beim Loskoppeln eines Packwagens vom Trittbrett, gerieth unter den Aschenkasten der Locomotive und wurde lowrt gelobtet. Dem Unglücklichen wurde der Kopf vom Rumpfe gequetscht. W ist nach der einen Lesart verhetrathet, nach der andern ledig. Sein jugendliches Älter
। (22 Jahre), sowie die Angabe, daß er der Ernährer seiner Eltern gewesen, spricht für - die erstere Annahme. Er soll ein braver Mensch und tüchtiger Arbeiter i gewesen sein.
— Wie es heißt werden die Waldbahnstrecken nach Forsthaus, Niederrad und Neu-Isenburg am 4. ober 5. Februar dem Betrieb übergeben.
— ^Abnutzung der deutschen Münzen.) Nach den Ermittelungen von Soetbeer beträgt die durchschnittliche jährliche Abnutzung bei 1000 Doppelkronen 0.72 g, bei 1000 Kronen 0.81 g, oder bet den ersteren 0.0904 Tausendstel, bei den jletzteren 0 2026 Tausendstel vom Gewichte der Münzen. Durchschnittlich werden demnach die Doppelkronen über 50 Jahre und die Kronen etwa 25 Jahre im Umlaufe bleiben können, ehe das Passirgewicht nicht mehr erreicht wird.
— (Das gepfändete Stadthaus.) Die Stadt Pisa steckt bis über den Kopf in Schulden, die sie nicht bezahlen kann. Der dortige Bankier SegrS, der die meisten Forderungen an die Stadt hat, hat nun das Rathhaus mit allen seinen Kanzleien und Amtsräumcn unter Sequester legen lassen, wogegen der Stadtrath


