Ausgabe 
26.11.1889
 
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Import von amerikanischen

Die hiesigen Grogvieh- eitet haben, finden ihre Schijssahrt und die ®iv wegnehmen, besseres der Einfuhr von italieni- in letzten Tagen durch die bots auf Frankreich ziemlich

t viel verbreitete Gerücht, Anwesenheit in Darmstadt uerbe, scheint sich nicht ;u hen Stellen erhobene (?r- Reiultat geführt, bag eine § Monarchen nicht Mer-

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nommen. Der verschmähte Liebhaber überfiel seine Exbraut und suchte, um sie zu entstellen, ihr die Nase abzubeißen. Bei der heftigen Gegenwehr des Mädchens gelang es dem grausamen Liebhaber nur eine tiefe Wunde hervorzurufen; daS Mädchen hat nun gegen den ehemaligen Bräutigam Strafantrog gestellt.

Berlin, 18. November. Die beiden Gespanne, welche der Sultan dem Kaiser paar verehrt hat, sind Rappen. Den Schmuck der kostbaren Thiere bilden Decken von reichster Stickerei, deren Werth beinahe noch den der Thiere übersteigt. Der Dienerschaft, welche den Kaiser auf seiner Reise begleitet hat, sah man gestern die Wirkung der südlichen Sonne an. Die großartige Gastfreundschaft des Sultans erstreckte sich auch auf sie. Alle bisherigen Reisen des Kaisers treten, was den äußeren Glanz betrifft, gegen die nach .Konstantinopel in den Schatten.

Tes Handwerkers Klage. Ein Schuhmacher in Alten feld erläßt folgende geharnischte Erklärung:Ich fühle mich gezwungen, auf diesem Wege bekannt zu machen, daß ich mein Schuhmachcr-Borg-Kundeugeschäft aufgebe, denn es ist nicht mehr zu erschwingen, als Schuhmacher einen Credit zu ge­währen von einem Jahr oder noch darüber oder von sechs Monaten. Es wäre ja noch ausznhalten, wenn mindestens die Forderungen eines Schuhmachers mit jedem Jahre be­glichen würden, so könnte man reelle Bedienung sichern. Ist doch jeder Arbeiter seines Lohnes werth. Meine wcrthe und geehrte Kundschaft bitte ick, mir nicht ungetreu zu werden, denn dieselbe werde ich so viel als möglich bestrebt sein, gut zu bedienen. Alle Außenstände von einem Jahr und darüber lverde ich gerichtlich einzichen. Altenfeld. Wilhelm Klein­teich, Schuhmacher." Dieser Nothschrei über das den Ruin des kleinen Handwerks hcrbeiführende Borggeschäft wird auch in anderen Städten Widerhall finden.

Konstantinopel, 19. November. Dic Bettler und die Straßenhunde, diese beiden schlimmsten Plagen der türkischen Hauptstadt, waren während des Kaiserbcsuches ver­schwunden. Die Bettler wurden, etwa 700 an der Zahl, in einer alten Kaserne vor den Thoren untergcbracht und dort auf Staatskosten ernährt- die Hunde, welche als die Nach­kommen der Begleiter des Türkenheeres von 1453 in Kon­stantinopel als Schützlinge des Staates die Straßen in Rudeln durchziehen, wurden kurz vor der Ankunft des Kaisers durch die türkischen Polizeibeamten in ihren Nachtquartieren aufgesucht und in großen Transportwagen schleunigst nach einem Hundepark in der Nähe von Dolma Bagdsche befördert.

Die Freude der guten Peroten dürfte iitdcß nicht allzu lange dauern, da der türkische Staatsschatz die große Anzahl von Staatspensionären dock kaum dauernd ertragen wird.

Köln, 24. November. Originelles Gesuch. DieKöln. Ztg." enthält folgendes originelle Gesuch: ,^Hcirath. Allein­stehender junger Kaufmann, evangelisch, 30 Jahre alt, mit einem Engros-Geschäft in schöner Stadt am Mittelrhcin, sucht eine gute, vermögende Schwiegermutter, welche ihrer wohlerzogcuen Tochter eilten sorgsamen Gatten zum Weih­nachtsgeschenk machen will. Ernstgemeinte Offerten rc."

Citerahtr r»nd ICunft

Gieren,23.Noo. Wer hätte erwartet,daß die Photographie, be zuerst intt so unansehnlichen und mangelhaften Erzeugnissen von Pans aus ins Leben trat, tm Lause namentlich der letzten Jahr­zehnte io riesige Fortschritte machen würde. Allerdings haben die verschiedensten Wissenschaften daran mltgearbeitet, um möglichst vor­zügliche iloparatc zur Aufnahme der Bilder zur Verfügung zu stellen, aber auch der Chemiker vervollkommnete immer mehr die für das Vbotogropdilren notbwendigen Stoffe. Welch riesiger Fortschritt in dieser edlen und vornehmen Kunst ist iestzustellen seit Einführung de Trockenplatten; wie leicht ist es dem Reisenden sitzt gemacht, irgendwo etn- phoiographische Aufnahme zu machen und das Bild nach der Rückkehr in aller B quemlichkeit zu Hau'e beroorzuruten und zu vermehren. Wie werden die verichiedensten Werke mit dmch Druck hergestrlllen photographischen Btldern geziert. Das sind Fort­schritte, die N'cht zu unterschätzen sind und auch ollen Wissenschaften zugute kommen können. Aber bei oll dem mutz doch das Photo­graphieren gelernt werden, so gut wie jede andere Kunst. Wie mancher nennt sich Photograph und Mnc Bilder stehen noch unter denen der wandernden Marktkünstler, die für ein paar Pfennige ein möglichst icheuhliches Bild adliefern. Nicht allein die einzelnen mecha­nischen Ar-etien mutz ein rechter Künstler gelernt haben, er mutz auch einen feinen künstlerischen Sinn für die rechte Stellung, die vortheilhaftefte Auffassung, er mutz emen scharfen Blick für die rich- lipp Bern 'Heilung der zur Verfügung stehenden Lichtmenge haben, u d so sind noch eine ganze Reihe von wesentlichen Punkten, die berücksichtigt werden müssen, wenn der Photograph Künstler und nicht Stümper sein will.

Wir haben in unserer Stadt verschiedene photographische Ge- schäste, die sehr Tüchtiges lernen. Aber Bilder von so musterbaster Vorzüglichkeit wie die, welche die Firma PH. Uhl eben ausgestellt hat, sind hier noch nicht gesehen worden. Die nach einem Cabmrt bild zu Lebensgröße vergrößerte Photographie des kürzlich verstor- t enen Herrn Geh. Rath von Ritgen ist von so überrascheicker Aehn- lichkeit, wie sie auch von dem größten Künstler mit dem Stift oder dem Pinsel nicht erreicht werden kann.

Dazu kommt daS richtige Maß der Retouche, bei anderen Bil­dern die ausgezeichnete Verwendung der Farben. Die ausgestellte Mustersammlung zeigt, daß Herr Uhl nicht nur selbst mit Meister­schaft sein Geschäft leitet, sondern auch vorzügliche Mitarbeiter hat.

Wer aber die Ausstellung noch nicht gesehen baden sollte, er- sreue sich an derselben im Setterswcg neben dem Blödner'schen Laden.

Derfcbr, (and- und volkswirtbschaft.

Grünberg, 23 November, (Hruchtpreise). Weizen X 19,10, Korn X 16,8u, Gerste JC 17,90, Hafer X 14,40, Erbsen X 18,00, Samen X 1*0,00. Lein X i 0,00, Kartoffeln X 0,00, Linsen X 30.

Frankfurt, 23. November. Erbsen ganze per P'd 1218 H, do. geschälte 1418 H, Linsen 1828 H, weiße Bohnen 1618 H, gelbe Kartoffeln per Gescheid 1416 H, rothe Kartoffeln per Gcscheid 1214 4. Butter per Psd. X 1,00-1,10 H, Eier das Stück 67 H, Blumenkohl 30-70 H, Weißkraut das Stück 815 5i, Rothkraut 12-25 H, Wirsing 1215 H.

Nack Tausenden zählen Diejenigen, welche bei Heiserkeit, Husten und catarrdalischen Assertionen der Schleimhäute ihre Heilung den Fay Mächten Sodener Mineral Pastil­len. aewonmu au? reu S-U^n bei zur Sur acmauchtcn ve i uvnil'n G-'niclnde C.ucllrn Ni. 111 unb Will, o.i danken. lln glaublich ist der w.chlidätiae Einfluß dieser trrffiichen Paitillen (eihättucv zu 85 Pf. in allen Apotheken). 8000

Kepertoir-Entwurf btt Bereinigten Stadttheater ju Frankfurt a. M

Opernhaus.

Dienstag den 26. November: Gastspiel deS Fräulein Rafaela Pattim von der König!. Over in Berlin. Die Regimentstochter. (Marie: Frl. Pattlni.) Hieraus: Die Puppenfee. GroßePreise.

Mittwoch den 27. November: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Don Carlos. Außer Abonnement.

Donnerstag den 28. November: Oberon. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 29. November geschlossen.

Samstag den 30. November: Einmaliges Gastspiel des Kgl. Kammersängets Emil Götze. Martha. (Lyonel: Herr Götze. Martha: Fräulein Rafaela Pattini als Gast.) Außer Abonnement. Erhöhte Preise.

Sonntag den 1. December, Nachmittags 3V, Uhr: Courier des Czaaren. Ermäßigte Preise. Abends 7 llor. Coei fan tutte. Hierauf: Die Puppenfee. Große Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 26. November: Der Fall Clemenceau. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 27. November: Madame Bonivard. Vorher: Der Atzemer und sein Sohn. Gewöbnliche Preise.

Donnerstag den 28. November: Abonnements-Vorstellung für einen ausgefallenen Samstag. Der Fall Clemenceau. Gewöbnliche Preise.

Freitag den 29. November geschlossen.

Samstag den 30. November: Stützen der Gesellschaft. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 1. December: Zum ersten Male: Derby. Lustsplcl in 5 Allen von Siegmund Schlesinger. Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche Preise.

Eintrag

in das Firmenregister Großh. Amtsgerichts Gießen

am 29» November 1889.

Karl Weber zu Gießen be­treibt daselbst seit August d. I einen Handel mit Wein unter der Firma seines Namens. Seiner Ehefrau Veronika, geb. Weyl, hat er Procura ertheilt.

Neidhart, 9480 Gerichlsschreiber.__

Holzversteigerung

im Gießener Stadtwalde-

Montag den 9. December 1889, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Neuheege nachm'rzeichvetes Holz versteigert werden:

A Bau-, Werk- und Nutzholz.

193 Fichtenstämme mit 76,20 Fest« meter,

54 Fichten - Derbstangen mit 4,50 Festmeter.

B. Brennholz.

Scheitb ttnüppelh Etockh. Reith. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen.

Eichen 1605

Nadel 41 162,7 96,6 4300

Die Zusammenkunft ist beim Schützenhaus an der Grünberger­straße.

Gießen, am 25. Novbr. 1889.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.9501

Mittwoch den 27. Novbr,

Nachmittags 2 Uhr,

werden in der Restauration Klingen­bergfrüher Br amm gegen Baar­zahlung versteigert:

1. Sophas, Commoden, Kleiderschränke, Console, Waschtische, Spiegel, Bilder, 6 Stühle, Tische, 1 Verticow, 2 vollst. Betten, 1 Regulator, 2 Hochs, nußb. Buffets, 1 Trompete, 150 Damen- und Kinderschürzen, 1 Stoßkarren, 1 Pferd, 1 Kuh, 1 Hobelbank;

2. Eonditorwaaren, Limonade, cons. Früchte, Chocolade, Gläser, Schach- teln, Flaschen u. a., sodann IVt Dutz. f- Messer und l1/» Dutz. f. Gabeln Die Versteigerung unter 2 findet be- stimmt statt.

111A_ Geißler,

^^7 Gerichtsvollzieber.

Strickwolle in größter Auswahl, sowie [8094 Nockwolle empfiehlt Carl Hoffmann.

Montag drn 9. Decemder l. 3,

Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem diesigen Ortsgericht die der Otto Hill Wittwe in Gießen ge­hörigen Immobilien:

Flur I Nr. 709 394 Meter Hofraithe in den Neuen Bauen,

Flur I Nr. 910 937 Meter Garten daselbst

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 29. October 1^89.

Großh. Ortsgertcht Gießen.

I. V-:

__________Vogt._______8783

Montag öen 23. Serbe l. I.,

Nachmittags 2/a Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jost Bellos Wtttwe in Gießen gehörigen Immobilien:

Flur 36 Nr. 3,6 319 Meter Hof­raithe unter den alten und neuen Eichgärten am Steinweg,

Flur 36 Nr. 3,, 606 Meter Grab- garten daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 11. November 1889.

Großh. Ortsgericht Gießen.

__________V o g t. ______9138

Montag Öen 9. December l. I.,

Nachmittags 2«/> Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Georg »Iran- dritter in Gießen ge­hörigen Immobilien:

Flur 17 Nr 27«/100 378 Meter Grab­garten am Hamm am Neustädter Thor,

Flur 17 Nr. 27s»/1Oo 170 Meter Hof­raithe daselbst.

Flur 17 Nr 27/100 293 Meter Grab- garten daselbst,

Flur 17 Str. 28^/10 - 323 Meter Hof­raithe daselbst,

Flur 17 Nr. 83/io 373 Meter Grab­garten daselbst und am Mühl­wegsgarten

öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 26. October 1889.

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. A.:

____®ojrL_______8719

Schasverstcigerung.

Mittwoch den 97. d M, von Vormittags 9 Uhr an, läßt die hiesige Schäferei-Gesellschaft

158 Schafe, meistens junge Zucht- schase,

27 Hammellämmer und

22 Mutterlämmer versteigern.

Eberstadt, am 20. Novbr. 1889.

I. A.: 9415

Görlach, Bürgermeister.

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