Deutschland.
Darmstadt, 23. October. Seine Königliche Hoheit Der Großherzog empfingen heute u. A. den Rabbiner Dr. Leoi von Gießen.
Darmstadt, 23 October. Seine Königliche Hoheit der Erbgrohh-rzog find heute Vormitlag 11 Uhr nach Leipzig abgereist.
Darmstadt, 22. October. Wegen des Ablebens Seiner Majestät des Königs Dom Luis von Portugal ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis zum 4. November einschließlich angeordnet worden.
Berlin, 23. Octoder. Der dem Reichstage in später Abendstunde zugegangene Entwurf eines Gesetzes betreffend Änderungen des Retchsmilitärgesetzes vom 2. Mai 1874 lautet:
t t :t o ^satz 2 und 3 und der § 5, Absatz 1 und 3 des Reichsmilitär-
^^es vom2. Mai 1874 (Reichs-Gesetzblatt 1874, S. 45) erhalten nachstehende Fassung: 8 3. Aus 2 bis 3 Divisionen mit den entsprechenden Artillerie-, Pionier- und Tratn- lolmationen wird ein Armeecorps gebildet, derart, daß Die gesammte Heeresmacht des deutschen Reichs im Frieden aus 20 Armeecorps besteht. Zwei Armeecorps werden von Bayern je eins von Sachsen und Würltemberg ausgestellt, während Preußen gemeinschaftlich mit den übrigen Staaten 16 Armeecorps formtrt. 8 5- Das Gebiet des deutschen Reichs wird in militärischer Hinsicht in 19 Armeecorpsbezirke eingethetlt. Als Grundlage für die Organisation der Landwehr sowie zum Zweck der Heeresergänzung werden die Armeecorpsbezirke in Divisions- und Brigadebeztrke und diese, « nach und Bevolkerungszahl, in Landwehr- und Controlbezirke (Kompagniebezirke Bezirke der Haupt-Meldeamter oder Melde-Aemter) etngetheilt. Art. 2. Dieses Gesetz tritt mit dem 1. April 1890 in Kraft. Urkundlich u. s w. Gegeben u s w 3
In der Begründung wird hervorgehoben, daß mit den 1881 und 1887 erfolgten Heeresverstarkungcn die organische Gliederung nicht Schritt gehalten habe. Die An- haufung von Truppen bei den Armeecorps an der Grenze habe diesen die Erfüllung ihrer Ausgabe übermäßig erschwert. Es sei daher nothwe.idig, den Umfang der höheren truppen oerbänbe durch Vermehrung ihrer Anzahl zu Dertingern und die bewährte Organisation der Kraftebemessung bei Den früheren preußischen Armeecorps wiederherzu- jteUen. 0
Hefierreich.
SBictt, 23. Cclober. Nicht geringes Aufsehen erregt auch auherhalb Oesterreichs der nunmehr ostenlltch gewordene Gonflict des Er,Herzogs Johann mit dem Katserhause. Nachdem der Erzherzog schon vor einiger Zett sein Armeecorpscommando zu allgemeiner Ueberraschung ntedergelegt, hat er jetzt auch auf alle seine übrigen Aemter ^Litel und Wurden, sowie auf sämmtliche Vorrechte seiner hohen Geburt und auf seine Apanage als Prinz des kaiserlichen Hauses verzichtet, wie Wiener Prioatmeldungen besagen. Der Erzherzog gedenkt künftig als einfacher Privatmann seinen bleibenden Aufenthalt im Aus ande zu nehmen; bereits die letzken Monate verbrachte er als Graf
Wa? alles diesem sensationellen Entschluß vorangeaangen ist, entzieht sich natürlich der Kenntniß weiterer Kreise, doch erhält sich allgemein die An- nahme, daß der Schritt des Erzherzogs auf einem tiefen und unüberbrückbaren Rer= wurfniß zwischen ihm und dem Kaiser Franz Josef beruht.
Deutscher Reichstag.
2. Plenarsitzung. Mittwoch den 23. October 1889, 1 Uhr. ^räübent v. Levehow eröffnet bie Sitzung um 1 Uhr 35 Min. Am Bundesrathsti'che: v. Boetticher und v. Marschall.
„Das Haus tritt in die Tages-Orbnung rin: Wahl her Präsibenten unb ber J8ei ber Wahl des Präsidenten weiden nur 195 Stimmzettel abgegeben deshalb^ ber iur Beschlußfähigkeit erforderlichen Zahl. Die Sitzung wiid
Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Wahl der Pläsidenten und Schriftführer. Schluß 2V4 Uhr.
Telegraphische Depeschen.
Wolff's leicgr. Korrespondenz-Bureau.
Berlin, 23. October. Der „Nordd. Allg. Zig." zufolge empfing der Reichskanzler gestern die Abgesandten des Sultans von Zanzibar, welche ihm Geschenke ü?er- n F^örlcksruh. In der zweistündigen Unterredung, welche mit Hilfe arabischer und französischer Dolmetscher vermittelt wurde, wurden die Beziehungen beider tauber zu einanbev sreundschastlich unb ausführlich besprochen. Bei der Rück, kebr nach Hamburg drückten die Gesandten ihre große Befriedigung über die Unterredung, sowie Uber ihre Aufnahme seitens des Reichskanzlers aus.
®erlitt, 23. October. Zum deutschen Generalconiul in Kalkutta ist der Freiherr von Heykmg bisher in Valparaiso, zum Consul in Singapore der bisherige Viceconsul in London, Efchke, ernannt worden. Rach Valparaiso geht der Viceconsul in Nizza an ^teQe EschkeS in London der Regierungsassessor Humboldt-
Südwest afrik^Go^rin°U übernimmt der
. . " Der "Reichsanzeiger" berichtigt sttne gest ige Meldung betreffs Unterstellung der dem Sultan von „Witu gehörenden Station Kismaju. Dieselbe müsse heißen' Der dem (Sultan von „Zanzibar" gehörenden Station Kismaju. 0 B *
Berlin, 23. October. Aus Sansibar wird gemeldet: Wißmann schlua die in Usaramo eingefallenen Ausständischen bei Somme und brachte denselben einen ^Verlust «Slrfm HnhtC^?C i ^rnreu7^idt 2?i6m®nn eine zuverlässige Nachricht, daß Emin Pascha und Stanley, begleitet von dem Italiener Kassat und 6 Engländern, Ende November in Mpuapua innerhalb der deutschen Jnteressensphäle ei wartet werden ^-ss^dr-«b^g, 23. October. Nach einem authentischen Bericht der „Ostdeutschen
<i?,npUIaa?tTf,bcr Wasserzuwachs der Weichsel erheblichen Schaden. Des anhaltenden Regens halber wird ein weiterer Schaden befürchtet. y
ift S October. Durch Vermittelung des Amtshauptmanns Dr. Fischer
El" d-r Strumpfwaarenarbeiter in Thalheim beendet worden. Es sind 10 Loh"^hohung gewährt. Dagegen sind in anderen Orten der Umgegend Lohnbewegungen in der Strumpfwaarenbranche bemerkbar
cm-n Stttttgart, 23. October. Der Attentäter ist als der 35jahrige Gerber Martin Muller aus Winnenden, wohnhaft in Oethltngen bei Kirchheim, festgestellt. Erarbeitete m vorigen Jahre in einer Lackfabrik in Ulm und gab nach Aussage ber ^ebe^arbeiter schon damals Bewetie, daß sein Geist gestört sei. 19 oer jceoenarbctter
, „ ,^??ttgart, 23. October. Laut Meldung des „Staatsanzeigers für Württem- berg hat der Staatsminister von Mittnacht die Eifenbahn-Direclion angewiesen sofort mit den Vorarbeiten zu den Bahnlinien Untertürkheim-Zuffenhausen und Zuffenhausen- Hasenberg zu beginnen, um den Stuttgarter Bahnhof zu entlasten. i
Ludwigsburg, 23. October. Die gestrige Huldigung der Stadt verlies unter aro§er 49eseiIfterung. Ober-Bürgermeister Abel brachte dem Prinzen Wilhelm gegen- tb9n(®eJ«n,nAn0Cr- *er meDiOlfe^nfl ^m Ausdruck, während der Choral Run d?nk't Me Gott ertönte. Prinz Wilheln dankte in bewegten Worten für die An Ätt nUt 9“*8net bQS ®anb MnUfamUie und
hl, 23‘ 0ctobe Bei den heute begonnenen Landtagswahlen haben
bie Ub raten 5 Sitze an ole Ultramontanen unb einen an die Demokraten verloren a<AtWkrbe bcfr "nservative Canbidat ohne liberalen Gegencandidaten gewählt
unt> ist somit der conservatioe Besitzstanb ber Kammer gewahrt. In Lörrach unterlag btsherigen Vertreter. Die Ultramontanen haben -
somit 5, Die Demokraten einen Sitz gewonnen.
*S4RrS,Ä“ “U,WÜW b”il - d°. «.>dlu4 Köln, den 6. October 1889.
JtitnWc Eisenbahndirection (recht-rheinische) zugleich im N-m-n der Königlichen Eis°nb°hndirecti°n°n (linksrheinischen) hier und Eberfeld.
Sofia reift Tute ISft
6iarlb7u’!6' ün!-^tdeuttges^rte^sdTuTntTw"Ts°dT man M
den Schluh knüpfen, daß die Orien?intereffin ^on Tn di-ran
vreisgegeben wo, en. Die Thronrede beuge ausdrücklich Meta Ä®eutfd)lanbs fte °°n dem Frieden auf Grund der bestehenden DlttrÜgeLeche^'^"'^ ,nbcm wollend als'eine SSSte CbeViÄnäknbeU,f‘1’' ^rOnrebc wohl-
hebt hervor, daß die schweren Opfer zur « Das „Fremdenblatt"
würden.. Die -XTÄZlS M
Hceresstarke mit der der östlichen und westlichen Nachbarn deutschen
brochenen Vermehrung des Geschützmaterials in ber ununter=
sie müßten sich zur fiäftigften 6leichgiltig bleiben;
feit fei die Realisirung der auf den Welffrieden gettch^ und seiner Verbündeten undenkbar Dieser Erso^la "c.6,Un0S Wisers
Freudig werde Europa vernehmen, daß die Friedensbossnnnnpn^^^ Opfers werth. Beziehungen des Kaisers zu den Herrschern noch aewonnen"^^.persönlichen an die Erhaltung des Friedens für bie nächsttn^Jahre behnberA^tnJ.? ?^be -war auf Grundlage ber bestehenden Verträge. Die vereiniate^®CAUnb bleibe das stäikste Bollwerk des Friedens. ° verewigte Kraft der Verbundetea Generalfyrnche erh'iett das^Präsi^ium^die^Ermächtigung" dem"wütttül?k> b^„bvangelischen hause anläßlich de. Attentats die freiibtge^ Konigs-
wenbmig der Gefahr zu übermitteln. 9 Generalsynode Uber die Ab-
,wifcker7d'em'Aa?rn°'7nd ^bem "Aschen''Lr'hetpo"
den Bemühungen Oes Rerchskanziers gelungen fei (S,^'n LA? ba£d auch des Friedensbundes aufiuhellen und das durch oerfchiedenartiae Einsk?^b"" Jnienlionen Diitzlrauen sowie d.e künstlich heroorgerusene^Soannnnn
und Reichen zu beseitigen/ Nachdem d?r C,-r somi^einen ^errtoern
Deutschlands und seiner Verbündeten gewonnen (et Me finffm.A.? e. ^*de auch die Stimmung der politischen Kreise Rußlands sick> s?.",”"® gerechtfertigt, dafi werde Europa eine danerhaste, Beruhigung als das Resultat der ^nn erst bürfen. Sitte, welche den Frieden lopal wünschten^ HS» n^e
sammenkunst vollauf gewürdigt. So konnte denn auck die hpnffH °^ser Zu- vollem Rechte auf die Erstaikung des Vertrauens zu ber%e^tftif
hinwei en und daraus ür Europa eine weitere Älft h,a (?nbc
- Eine Deputation der evangelischen^^Gen^ralspnode^keg b siF^'heMe^.n°Ta^7 um denfelden um Schutz und Wohlwollen für die eoangeltftbe Äirdie^u h»V„
ft üb®'.e ®cneral,-9nobe °us ein friedliches Wirken ihr er" Seelsorger sw. des Ka^rs*b'ei"derHoch/estsseier^in^Athen^be7rau»GesandtE/Koijek"aus^?iestm^A^"k 3o™fSü6e9rC6eben®r“4Cnlanb -lg-uhändlges Glückwunschschreiben des Kais»-W einen L^^'anf LLng LstÜn^u^".^^''""''
hernÄ”°VTtd),9r0\?ie a'otloae -ines solchen GesttzentwLrss s"ei ,pötestens"L nächster? Sil,>ma aesttztt'"^b""^^ $Cr änlra« wurde aus die UÄX anhalle^^ Und °bÄ n^t % We7bä^^'d.e^.^"^' bedeutend gestiegen. Predezzo ist theilweise unter Wasser die Läufer RnÄa^'r geschw^^eLÄtation «H V~en
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ftÄrÄHWÄ1 **"■ >--Ä lieben Gbaracter derselben heroor und fügt hinzu die Tbronrebe V^in, d. "»'» °b' Enlschlub anzukündigen, das in Ostasrika begonnen W-rk soNz!sttzen^berÄÜr grÄ bÜbt abEC D-Ut'chiand als cSlontlrrenbe MachtL^Lrg.chafides OTelb^^ß0be^SBirup^enäC/ffe^8r„^^i?[anbar"'#b«6,ber^iem^o%w0MeTre,1,Mftranbete*fia f*e an0en°mmC''' bn6 b°» SE dur/plün- laugh in7eeu"ttbefo;flm6,e°rbreflenb3)Cr btS ,lnlgen 3'a9?n "krankten Brad-
Bristol, 23. October. Unter den hiesigen Dockarbeitern ist ein gebrochen- .^en 1000 Arbeiter haben bereits die Arbeit eingestellt. @ f
-r 26. October. In der heute hier abgehaltenen liberalen Verfammluna
erwähnte G.aoitone die neulichen Gerüchte über eine ernste Mißwirtschaft auf Kreta und w Armenien; er bemerkte Dabei, eS fei zu befürchten, daß die unausgesetzt schlechte MnnJrrUn0Rbur ®j?cae!sc beständige Drohung für Europa werde. Bezüglich der inneren
c8 01 ""möglich den Plan der zukünftigen liberalen Politik darzulegen. Das Programm der liberalen Partei fei in den (Saiintfrrrfipn nuA un„ befannt ®te irische peage überwiege alle anderen. Die jüngsten Wahlresultate seien für die liberale Partei ermuthigend, sie enthielten zugleich eine Warnung für die Con- seroatioen daß England zuletzt doch den irischen Forderungen zustimmen werde.
.. 2J. October. Graf Herbert Bismarck ist Nachts hier einaetrnffpn
nach dem" Wifä Vin nä "" bt” au8 eta,a P-rsonen b-stehcnbcn Gefolge des Kaistrs „nd 23.- Oclober- .Der Prinz von Wales ist mit feinem Sohne eingelroff.n
v”? !mP«2flC5 "Orden. Das deutsche Kaiferpaar trifft am Samstag und das Gefolge am Abend vorher im Piiäus ein. Die Trauung findet am Sonntaa tapefle ftatt" flded,tf4cn ^thedrale und sodann in der evangelischen Schloß-
S!£<n’ o?‘ §^ober. Gras Herbert BiSrnarck ist in Korfu eingetroffen ein gSr**»?'*28’ ?Cm6c1x i^a8 bänif(6c Königspaar traf gestern Nachmittag hier ein. Der König und die Königin waren demselben bis Korinth entgegengefahren Der Empfang war sehr herzlich. Die Stadt ist beflaggt. Der begrüßte am Bahnhofe dte Gäste und die Volksmenge jubelte ihnen begeistert zu.
PeterAburg, -3. October. Das Kaiserpaar traf gestern von Gatsckina hier $2?? flten tn b/? Kasan'fchen und in der Peter-Pauls-Kathedrale und be uchte das Großfürstenpaar Constantin in Pawlowsk. — Der neue türkische Bot- schaster Husni Pascha ist gestern eingetroffen
Konstaniittopcl, 23 October. Drummond Wolff ist gestern auf der „Jmoaene" nach Ba'um abgevem; er begibt sich nach Teheran. ^mogene
Yokohama, 23. Oclober. Graf Okuma ist ernstlicher verletzt als anfänalicü W°"nm"°ünMg°en Verlauf'" ™CtbCn: d-r Krankh-ilSprcc-ß nimmt
dampf-knach England. ®efttnbtf,*‘’ft "ist heute Abend mit dem Post-


