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aussichtlich nur im Wege besonderer Gesetzgebung möglich sein. Die Ausführung der Alters- rc. Versicherung sei zwar wesentlich Sache der Einzelstaaten, doch werde sich voraus­sichtlich ein Normalstatut aufstellen lassen. Voraussichtlich werde das Gesetz 1891 voll in Wirksamkeit treten.

Abg. Klemm (conf.): Man müsse bei Zeiten dafür Torge tragen, daß die Arbeiter sich diejenigen Be­scheinigungen beschaffen, welche ihnen ihre Ansprüche sichern, sobald das Gesetz in Kraft tritt. Mit Brochüren, auch wenn sie noch so populär sind, erreiche man das nicht. Die Herren mögen durch Vorträge zu wirken suchen, die den Brochüren vorzuziehen sind. Der Buchstabe tobtet, das Wort macht lebendig.

Abg. Baumbach-Berlin (dfr.): Die längst ver­sprochene Novelle zum Krankenkassen-Gesetz steht noch aus, nöthiger aber ist inzwischen eine Novelle zur Unfallversiche­rung geworden, wobei zu fragen sei: Herr Minister, wie denken Sie über die Berufs-Genossenschaften? Das Ur- theil über die Organisation der Unfallversicherung sei mit der Zeit ein ganz anderes geworden. Man wird die Berufs­genossenschaften aufheben und durch territoriale Verbände er­setzen müssen. Die Vorstände der Berufsgenvssenschaften be­handeln ihre Angelegenheiten ost schablonenhaft, da sie zu weit entfernt von dem Orte' sich befinden, über dessen Ver­hältnisse sie urtheilen sollen. Die Verwaltungskosten werden zu theuer. DaS Reichsversicherungsamt dagegen verdient volle Anerkennung und hat diese auch bei den Arbeitern gefunden.

Staatsseeretär Dr. v. B 0 e tt i ch er: Die Krcmkcn- kassen-Novelle ist bisher nicht vorgelegt, weil wichtigere, dringendere Vorlagen zu erledigen waren. Diese Vorlage wird demnächst an den Bundesrath und dann auch an das Haus gelangen. Die Meinungen über die Berufsgenossen­schaften sind auch in der freist Partei geteilt; nach meiner Meinung haben sie sich bewährt und sind auch in der Be­völkerung beliebt. Mängel sind bei allen Behörden zu finden und die hier vorgebrachten Mängel mögen zur Abhilfe drängen, sie sagen aber nichts gegen die Einrichtung an sich. (Sehr richtig!) Die Anschauungen des Vorredners sind vielfach irrig, namentlich über die Thätigkeit der Berufsgenossen­schaften. Die Kosten der Verwaltung sind geringer und auch sehr billig geworden gegenüber den Verwaltungskosten der Privatversicherungs-Gesellschaften. Bei diesen betragen die Kosten 16 bis 20 Procent der Brutto-Prämien, bei uns nur 79 pCt. Im gegenwärtigen Moment liegt fein zwingender Grund zu einer Revision der Unfallversiche­rung vor.

Abg. Singer (Soc.) stimmt den laut gewordenen Mängeln gegen die Alters- rc. Versicherungen bei. Mit Klemm ist er einverstanden, daß das lebendige Wort zur Be­lehrung mehr beitrage als Brochüren, vielleicht sorge Herr Klemm dafür, daß auch des Redners Partei diese Belehrungen den Arbeitern ertheilen dürfe, ohne daß derartige Versamm­lungen der polizeilichen Auflösung verfallen. Die Berufs­genossenschaften haben allerdings in ihrer Verwaltung zu Be- benfen Veranlassung gegeben. In Chemnitz ist es dem Fabrik- inspector aufgefallen, daß die Fabrikbesitzer ihre Maschinen an die Arbeiter vcrmiethen, um dem Versicherungszwange zu entgehen.

Von dem Abg. von Kessel (cons.) wird Schluß der Debatte beantragt.

Abg. Schmidt-Elberfeld (dfr.) bezweifelt für den Fall der Abstimmung über den Schlußantrag die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der Schlußantrag findet hierauf nicht die ge­nügende Unterstützung.

Abg. Gebhard (nl.) greift die Darstellungen des frei­sinnigen ABC.-Buchs für Wähler an, wegen den lügenhaften Darstellungen des Buches über die Alters- rc. Versicherungen.

Abg. Richter (dfr.) beantragt zur Geschäftsordnung, das ABC.-Buch auf die Tagesordnung zu fetzen, damit man die dagegen vorgebrachten Unrichtigkeiten widerlegen könne.

Abg. Schmidt-Elberfeld (dfr.) tritt für das ABC.- Buch ein, das nicht für Hrn. Gebhard und nicht für die Arbeiter, sondern für die Politiker zum Zwecke einer schnellen Information geschrieben sei. Die Kosten der Unfallversiche­rung dürften sich noch bedeutend erhöhen.

Die Debatte wird geschlossen und das Capitel ge­nehmigt.

Bei der Position: vierte Rate zum Bau des Nord- ostsee-Canals, 23J/2 Millionen, schildert der Abg. Lin­gens (Ctr.) die Baueinrichtungen, die er an Ort und Stelle besichtigt habe und die einen erfreulichen Fortschritt nehmen. Besonders erfreulich sei es, daß die Arbeiter sparen; so sei bei zwei Bauämtern von den Arbeitern die Summe von 17000 «X erspart werden. Unterbringung und Verpflegung seien gut; auch für die Seelsorge sei das Nöthigste geschehen. Der polnische Arbeiter spare am wenigsten, der bayerische am meisten; das komme daher, weil der Pole Schnaps, der Bayer aber Bier trinke. In Bezug auf die Seelsorge sei der Herr Staats- secretär sehr entgegenkommend gewesen, nicht aber der Com- missar des preußischen Cultusministeriums G.eh. Rath Bark­hausen, welcher verlangte, daß die Kosten der Seelsorge von dem Osnabrücker Bischöfe getragen werden sollten, oder wenn dieser hierzu nicht im Stande sei, von den Bischöfen von Posen, Gnesen und Breslau. Später hat der Herr Staats- secretär eine Summe bewilligt, doch stieß die Auszahlung dieser Summe von 6000 Mk. auf Schwierigkeiten. Während also das Reich sich entgegenkommend verhielt, stand man in Preußen der Sache ablehnend gegenüber. Die Krankenpflege werde von den grauen Schwestern in zufriedenstellender Weise geübt.

Abg. Graf Holstein (cons.) gibt eine kurze Darstellung der Schwierigkeiten bei den Canalbauten. Die Verpflegung, die Krankenverpflegung und die Unterbringung der Arbeiter ist gut.

Abg. Singer (Soc.) hat Klagen darüber erhalten, daß die Lebensmittelpreise in den Kantinen sehr theuer seien. Die Arbeiter seien sämmtlich Socialdemokraten und das Lob für

diese, tüchtige Arbeiter zu sein, habe man ihnen vorbehaltlos gespendet.

Abg. Kalle (natl.) hat Bohnen und Rindfleisch mit den Arbeitern gegessen- das Essen war gut.

Der Titel wird genehmigt und ebenso der Rest des Etats deS Reichsamts des Innern.

Sodann vertagt sich das Hans.

Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr. Initiativanträge (Befähigungs-Nachweis, Fleischzölle).

Schluß 53/4 Mr.

Netteste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 20. November. DenBerl. Polit. Nachr." zu- vlge ging dem Bundesrathe der Entwurf einer kaiser­lichen Verordnung zu, wonach § 140 des Jnvalidttäts- und Altersversicherungsgesctzes mit dem Tage der Verkündung dieser Verordnung in Kraft tritt. Der Paragraph bestimmt, daß privatrechtliche Vollmachten, amtliche Bescheinigungen, welche auf Grund des Gesetzes zur Legitimation erforderlich eien, gebührenfrei und stempelfrei sind. Gegenwärtig können die Bestimmungen des Paragraphen auf solche Bescheinigungen und Beglaubigungen nicht angewendet werden, weil der ge­dachte Paragraph nicht zu den bereits in Kraft gesetzten Be­stimmungen des Gesetzes gehört.

Berlin, 20. November. Ein Extrablatt desReichs­anzeigers" veröffentlicht ein Telegramm Wißmanns aus Zanzibar vom 20. d. M., in welchem der Reichscommis- sar meldet: Am 10. d. M. trafen Stanley, Emin Pascha, Jefson, Stair, Dr. Parkes, Nelson, Bonne, Casati, Schiuze, Hofmann und einige Missionare in Mpwapwa ein. Ich er­warte deren Eintreffen in Bagamoyo frühestens am 1. De- cember; der Zustand der Station Mpwapwa ist ganz befrie­digend.

Berlin, 20. November. DerReichsanzeiger^ ver­öffentlicht einen Bericht Wißmanns, batirt Mpwapwa, 13. October 1889. In demselben theilt er mit, daß Kingo, Häuptling von Simbachwena und Mrvgro, das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt habe; er fei ein offener Feind Bushiris und half dieRebellen" in die Flucht schlagen- sein Dorf werde befestigt. Am 5. October erfolgte die Ankunft in Mukondokwa, woselbst Bushiri länger gelegen hatte. Die Bewohner brachten Geschenke und erhielten Schutzbriefe. Am 12. October kam die Expedition nach beschleunigtem Marsche in Mpwapwa an, nachdem man durch einen Brief der eng­lischen Missionäre an den inzwischen vertriebenen Lieutenant Giese, den der Reichscommiffar öffnete, von der wiederholten Anwesenhett und Plünderung Bushiris dort Kenntniß erhalten hatte. Der 11. October trafen in Mpwapwa 4 Soldaten von Stanley und einer von Emin ein, welche am 10. August Stanley in Usukowa am Jsangaflusse verlassen hatten, und inclusive 9 Ruhetagen über Noernbo, Nweriweri und das nördliche Ugogo 33 Tage unterwegs gewesen. Dieselben sagten aus: Daß Emin und Casati mit 100 Sudanesen­soldaten, viel Volk, viel Elfenbein und Stanley mit sechs Europäern, Nelson, Jephson, Stairs, Parke, Bonny, William und 240 Zanzibariten gleich nach ihnen aufgebrochen seien - fte müßten also am 20. November in Mpwapwa cintreffen. Emin und Stanley hätten mehrfach gegen die Mahdisten, die vom Norden kamen, gekämpft und dieselben zurückgeschlagen und dabei eine große Fahne des Mahdi erobert. Der größte Th eil von den Soldaten Emins bestand darauf, daß ihr Weg in die Heimath nicht nach Süden führe, und Emin habe die Stationen unter das Commando zweier egyptischer Officiere gestellt. Von einer Bewegung der Se­it ussi, ebenso von Khartum und Abessinien wußten die Leute nichts. Die englischen Missionäre in Kissowk und Momboia bedürften Schutz, bis das Schicksal über Bushiri entschieden sei, obschon dieselben mit Eingeborenen auf gutem Fuß leben. Ohne Schutz müßten die Missionäre aufgefordert werden, ihre Station aufzugeben. Was die Nachbarstämme betreffe, so werden die Massai nichts Feindliches gegen die Station unter­nehmen, während die Wahehe, ein räuberisches Gesindel, bei denen sich vielleicht Bushiri aufhalte, mit nur wenig Gewehren im Zaum zu halten sein.

Berlin, 20. November. Nach heute beim deutschen Emin-Pascha-Comite eingegangenen telegraphischen Nachrichten sind in Lamu Briefe des Herrn Dr. Peters an- gekommen, welche bis zum 5. October reichen. Die Ex­pedition befand sich zur Zeit in Korkorro und waren sämmt- liche Theilnehmer wohlauf. Die Gerüchte von der Vernichtung der Expedition verlieren durch diese Nachrichten wieder be­deutend an Wahrscheinlichkeit.

Queenstown, 20. November. Nach Berichten aus China ist durch die Ueberschwemmung des Dantsekiang eine schreckliche Katastrophe erfolgt. Der Fluß trat am 11. October auf eine Strecke von hundert Meilen aus seinen Ufern, mehr als tausend Personen etranken, etwa fünfzehn­tausend sind ohne Unterkunft und ohne Lebensmittel. Einige Häfen wurden toeggeriffen; die Ernte ist total vernichtet.

Genua, 20. November. Auf dem Bahnhofe von Rapallo fand infolge falscher Weichenstellung ein Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzuge statt - ein Schaff­ner wurde getödtet und ein Oberconducteur schwer verwundet.

Bukarest, 20. November. Die Königin ist heute Vormittag hierher zurückgekehrt und vom König, dem Thron­folger, den Ministern und den Spitzen der Behörden em­pfangen wotden.

Konstantinopel, 20. November. Es verlautet, daß eine Commission, bestehend aus dem Großvezier, dem Minister des Aeußern und dem Justizminister, sich gestern mit der Am­nestiefrage für Kreta beschäftigte.

Newyork, 20. November. Die Antwort Dom Pedros ( auf die Mittheilung der provisorischen Negierung, daß die ; Republik proclamirt sei, lautet folgendermaßen:Angesichts der mir am 17. November überreichten Adresse entschließe ich mich, dem Gebote der Umstände 311 weichen, mit meiner ganzen

Familie morgen nach Europa abzureifen und dieses geliebte Land zu verlassens dem ich als Staatsoberhaupt während nahezu einem halben Jahrhundert mich bemühte, einen festen Beweis meiner anhänglichen Liebe und Hingebung zu geben. Ich werde Brasilien stets in freundlicher Erinnerung be­halten und Hoffnungen für feine Wohlfahrt hegen. Alle Generale, Richter und andere Civil- und Militär- jerfoneu sollen der Republik Anhänglichkeit erklärt haben.

Newyork, 20. November. Ein Telegramm aus Rio de Janeiro bestätigt den Erlaß eines Manifestes der provi- orischen Regierung, welches außer dem bereits bekannten Inhalte noch Folgendes enthält: Den Eingeborenen und Frem­den wird Sicherheit des Eigcnthums und Lebens garantirt, der ungestörte Fortgang der Functionen der Armee, der Marine und Justiz wird constatirt und die Aufhebung des Senats und des Staatsraths, sowie die Auflösung der Kammer werden ausgesprochen. Schließlich erklärt das Manifest, daß alle in Betreff der inneren und auswärtigen öffentlichen Schuld, owie die sonstigen gesetzlich eingegangenen Verpflichtungen treng respectirt werden sollen.

Rio de Janeiro, 20. November. Der Präsident des letz- ten kaiserlichen Ministeriums, Visconde da Curo Predo, hat sich nach Europa eingeschifft.

Cocalcs tiitö Provinzielles.

Gießen, 21. November.

Am Samstag den 16. November feierte dieBürger- gesellschaft" in dem reichgeschmückten Leib'schen Saale ihr 25jähriges Stiftungsfest durch Mlisikaufführung, Fahnenweihe und Tanz. Die Arrangements waren mit Geschick und Ge- chmack getroffen und möchten wir der Gesellschaft, die sich vornehmlich geselligen Vergnügen geweiht hat, unfern beson­deren Dank dafür aussprechen, daß sie einen so wesentlichen Theil der edlen Frau Musika widmete. Der Verein hat mit seinem Dirigenten einen sehr glücklichen Griff gethan, Herr Franz Bauer begnügt sich nicht damit, ein guter Dirigent zu sein, sondern er versteht es auch, die Liebe zur Kunst auf seinen Chor zu übertragen. Sv kamen denn die Vorträge wohl vorbereitet und sauber ausgearbeitet zu Gehör, die Leistungen waren nicht gedrillt, sondern erzogen, mit voller Hingebung war Jeder bei der Sache - das zeigte sich sowohl bei den a capella Choren, als bet denen mit Orchester­begleitung. Besonders trat dies in den Melodramen Columbus zu Tage, es klappte Alles; sehr packend war der markige Schlußchor, durch feine sichere und kraftvolle Wieder­gabe. Auch das Orchester, unter Bauers Leitung, bewährte sich vortrefflich. Einen besonderen Dank dem Declamator Lehn, durch seinen durchdachten, feurigen Vortrag hat er sich großen Verdienst um das Gelingen gemacht. Fräulein Moser erfreute durch ein Abt'sches Lied, welches ihr reichen Beifall einbrachte- warum die Befangenheit im ersten Vers? Es waren doch nur gute Freunde im Saale. Einen ganz besonderen Genuß boten uns die Herren Bauer, Krauße, Huntemann und Krapp durch famose Wiedergabe des Haydn- schen StreichquartettsKaiserquartett" - der alte Vater Haydn hat es doch verstanden, zu Herzen zu fprechen. Herr Musik­director Krauße hatte den orchestralen Theil übernommen, wie immer mit bekannter Geschicklichkeit, selbst Wagner führte er mit feinem Heer siegreich durch. Außer den genannten sehr reichen musikalischen Gaben stand noch die Uebergabe der Fahne auf dem Programm. Die Frauen und Jungfrauen des Vereins hatten ein prächtiges Banner gestiftet - aner- kennenswerth ist es, daß sie dabei nicht in die Ferne geschweift, sondern die hiesige Fahnenfabrik von Schulze mit bestem Erfolg damit beauftragten. Fräulein Möser, die liebens­würdige Sängerin, übergab in schön gesprochener, gebundener Rede dem Vorstand das Banner, welcher es durch Herrn Gerhardt mit Dankesworten entgegennahm. Ich erspare mir die genaue Beschreibung dieser prächtigen Leistung Gießener Industrie. Im Erker des Herrn Schulze steht das Banner zur Besichtigung. Stark nach 12 Uhr verklangen die letzten Töne, dann wurde der Jugend ihr Recht eiugeräumt, die sich dieses auch nicht wieder nehmen ließ. Den genußreichen Abend haben viele nicht mit Gute Nacht, sondern mit Guten Morgen verlassen.

Für Militäranwärter. Nach den bestehenden An- stellungsgrundsätzen haben Militäranwärter ihre Bewerbungs- gesuche den Anstellungsbehörden gegenüber, bei welchen sie eingetragen sind, vor dem 1. December jeden Jahres zu er­neuern, indem andernfalls ihre Streichung erfolgt. Die bezüg­lichen Gesuche müssen am 1. December der betreffenden Behörde bereits vorliegen. Die Einberufung der Anwärter erfolgt genau nach der Reihenfolge ihrer Eintragung.

vermischtes.

Creseld, 18. Novembrr. In einem hiesigen feinen Re­staurant fanden sich ein paar anscheinend noble Herren ein, die sich zu einer Partie Piquet zusammensetzten. Die Herren bekamen jedoch bald Differenzen, die schließlich so heftig wurden, daß der eine dem andern fein Weinglas an den Kopf zu werfen unternahm. Der so Bedrohte bückte sich schnell, so daß ein guter Spiegel getroffen wurde, der in vielen Scherben herniederrasselte. Der Kellner verlangte Ersatz des Schadens in Hohe von 45 Mk. Der Fremde zog feine Brieftasche heraus und deponirte einen holländischen Hundertguldenschein. Mit saurer Miene steckte er das Heraus­gegebene ein und entfernte sich grollend. Als zwei Tage später der Geldschein weiterwandern sollte, stellte es sich heraus, daß er falsch war.

Humor in der Culturgeschichte. Zur Culturgeschichte der Erde bringt die Bierzeitung der Akademischen Monats­hefte in Bonn u. A. folgende Beiträge:Eine der belieb­testen Geschichten ist unstreitig die Culturgeschichte. Sie be­faßt sich mit dem Menschen und feiner Entwickelung und bewegt sich, wie dieser, auf der Erdoberfläche, weßhalb wir unseren Gegenstand auch so oberflächlich als möglich behandeln