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304000 JL oder eine Amortisation von ca. 15VzpCt- Selbst wenn das Resultat nicht so günstig ausfallen sollte, wird immer das Ergebniß ein erfreuliches bleiben und es nur zu empfehlen sein, daß die Stadt die Anlage in Selbstverwaltung nimmt.

Gingesandt.

Gießen, 21. Januar.

Zur Feier des denkwürdigen Tages der Wiederausrichtung des deutschen Reiches hatte sich in Gießen ein Festcomilä alter und junger Burschenschafter gebildet (bestehend aus den Herren : Prof. Dr. Oncken (Franconia-Heidelberg), Dr. Welffenbach (Alemannia- Gießen), Landrichter Linkenveld (Germania-Gießen), Dr. Markwald (Germania-Königs­berg), etud. Glaessing I. (Germania-Gießen), stud. Glaessing II. (Alemannia), etud. Härtner (Bubenruthia-Er langen), in dessen Namen die alten Burschenschafter von Gießen und Umgegend Einladungen erhielten zur Feier des 18. Januar. Die Zusage war eine so erfreuliche, daß der Festkommers am Abend des 18. Januar in dem prächtig decorirten Saale des Cafö Leib dahier unter zahlreicher Betherltgung gefeiert wurde. Das Präsidium führte die z. Z im G. D. C. vorsitzende Burschenschaft Ger­mania. Der derzeitige Sprecher desselben stad. jur. W. Glaessing eröffnete die Feier mit einer kurzen die Anwesenden begrüßenden Ansprache, indem er auf die Bedeutung des Tages htnwtes, in dessen feierlicher Begehung die heutige Burschenschaft ihrer historischen Vergangenheit gemäß nur eine ihr obliegende patriotische Pflicht erfülle.

Er knüpfte an den Schluß seiner Ansprache die berechtigte Hoffnung, daß diese Feier den Anstoß geben möge zu einem regelmäßig wtederkehrcnden Burschenschafts- kommerse. Nachdem die erhebenden Weisen des Burschenschaftsliedes:Schwörts bei dieser blanken Wehre" verklungen waren, erhielt Herr Prof. Dr. Oncken das Wort; in bekannt glänzender Weise sprach der Redner über Kaiser und Reich, er hob besonders hervor, wie es zu den Zeiten, als er zu Heidelberg activer Francone gewesen, es gerade unmöglich gewesen sei, eine Feier zu veranstalten, bei welcher ein Wort von Kaiser oder Reich oorkam, die Polizei habe sofort eingegriffen und auf die Anwesenheit des hiesigen Herrn Polizeirathes (Alter Herr der Germania) anspielend, begrüßte Redner denselben unter stürmischem Beifall.Zu meinen Zeiten bedeutete die Anwesenheit der Polizei Feierabend und zwar mehr als in einem Sinne dieses Wortes". Nach­dem das Hoch auf den Kaiser verklungen und stehend der erste Vers der National­hymne gesungen war, trug Herr Pfarrer Hepding (Alemannia) unter lautem Beifall ein selbst verfaßtes dem Reiche gewidmetes Gedicht vor, hieran schloß sich eine Huldi­gung unseres Landesfürsten und eine treffliche Rede des Herrn Landrichters Linkenheld (Germania), in welcher Redner unter dem Beifall Aller Bismarck und Moltkdie beiden Paladine des Kaiser Wilhelm L, verherrlichte. Den Höhepunkt erreichte die Feier in dem Landesvater, gestochen von den Ehargirten der Alemannia und Germania und einem Ehargirten, den die Erlanger Burschenschaft Bubenruthia gütigst gestellt hatte. Noch lange blieb die Runde in der fröhlichsten Stimmung beisammen, namentlich hielten die alten Germanen, die zu dieser Feier aus der Ferne gekommen, um die Aettven ihrer rekonstituirten Burschenschaft begrüßen zu können, lange aus. Der Saal war auf das schönste decorirt, besonders flattlich nahm sich hinter dem Sitze des Präsidenten das Bild des jetzt regierenden Kaisers Wilhelm II. aus, zu beiden Seiten die Büiren der beiden ersten Kaiser des neuen Reiches, das ganze auf einem erhöhten von frischem Blattgrün und Pflanzen gezierten Ptedestal. Wann die letzten Gäste aus dem Saale gingen, vermag Referent nicht mehr genau anzugeben, da er selbst zu den letzten Rittern von der Gemächlichkeit" gehörte, jedenfalls haben die großen Lücken an dem am andern Morgen im Restaurant Vogt statlfindenden Frühschoppen bewiesen, daß manches alte Haupt einen so anhaltenden Commers seit langem, nicht mehr gefeiert hatte.

Wir gratuliren dem Comit4 zu dem würdigen Verlauf der Feier und jboffen, daß der Wunsch des Vorsitzenden des Commerses, am 18. Januar 1890 eine ebenso stattliche, vielleicht noch größere Anzahl Alter Burschenschafter in unseren Mauern be­grüßen zu können, in reichem Maße in Erfüllung gehen werde.

Gießen, 217 Januar.

Die Verhandlungen der Stadtoerordneten-Vcrsammlung am 17. d. Mts. waren zum Theil hochwichtiger und erfreulicher Natur. Einsender dieses danken zunächst den Herren von der Universität für die von ihnen gegebene Anregung bezüglich der so hochnöthigen besseren Verbindung des Seltersberges mit dem Personen Bahnhof und zwar durch Eröffnung der Straße zwischen den Häusern Ackermann und Wenzel und Fortsetzung derselben durch eine Ueberbrückung der Oberhessischen Bahn beim Hotel Lenz. Ganz insbesondere aber gebührt den Vätern der Stadt Dank für das diesem Project bewiesene Entgegenkommen.

Die Verwirklichung jenes Projects ist auch in der That dringend nothwendig, jedenfalls wett nöthiger, als die Ueberbrückung der Oberhessischen Bahn bei der kathol. Kirche, weßhalb wir eigentlich fast bedauern, daß man Großherzogliche Negierung ver­anlassen rsiöchte, zuerst letztere Ueberbrückung zur Ausführung zu bringen.

Mit Rücksicht auf die in diesem Jahr schon eröffnet werdenden, für die Univer­sität und für die Stadt Gießen so hochwichtigen neuen Kliniken sind wir der Meinung, daß man vorerst die angeregte Verbindung des Seltersberges mit dem Personen- Bahnhof zur Ausführung bringen sollte, denn die Ueberbrückung bei der katholischen Kirche hat für die neuen Kliniken aus naheliegenden Gründen fast keinen Werth. Auch würde diese neue Verbindung den liebergang bei der katholischen Kirche bedeutend ent­lasten, indem dieselbe durch die Reichensand-Bahnhofstraße dtrect in die innere Stadt

I führt und ganz gewiß von den meisten Bewohnern des Seltersberges hem Uebergange I bei der katholischen Kirche vorgezogen werden würde.

Wir möchten die betreffenden maßgebenden Factoren dringend bitten, die Aus­führung dcs mehrerwähnten neuen Verbindungsweges möglichst zu beschleunigen und jedenfalls nicht damit zu warten, bis die Ueberführung bei der katholischen Kirche er­baut ist, und erlauben uns, dieselben aufmerksam zu machen auf den im praktischen Leben geltenden Satz:Das Nöthigste zuerst."

Mehrere Interessenten.

Handel und Verkehr.

Grünberg, 19. Januar. (Fruchtpreise). Weizens 19,60, Korn 16,00, Gerste JL 14,00, Hafer 13,40, Erbsen JL 17,00, Samen 00,00, Wicken 00,00, Kartoffeln 0,00. Linsen 00.00.

Frankfurt, 19. Januar. Erbsen ganze pr. Pfd. 12-18^, do. geschälte 14-18^, Linsen 1828 weiße Bohnen 1618 H, Kartoffeln 100 Ko. Jt 0,000,00, do. per Gescheid 10-12.^, Butter per Pfd- JL 0,90-1,10, Eier das Stück 8-9 Blumex­kohl per Stück 3060 H, Wirsing per Stück 1015 X Zwiebeln per Pfd. 79 Weißkraut per Stück 1020 Gelberüben per Portion 1520

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

B i b e l st u n d e: Montag den 21. Januar Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, 1. Mos. Kap. 19, Sodoms Untergang und Lots Errettung; Gottes Erbarmung und des Engels Mahnung: Errette deine Seele! Pfarrer Dr. Naumann.

Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. W.

Opernhaus.

Dienstag den 22. Januar: Die Afrikanerin. Gewöhnliche Preise.

Mittwdch den 23. Januar: Der Zigeunerbaron. Außer Abonnement. Kleine Preise.

Donnerstag den 24. Januar: Der Wildschütz. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 25. Januar: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Außer Abonne­ment. Die Hermannsschlacht.

Samstag den 26. Januar: Neu einstudirt: Der Wasserträger. Hierauf: ' Neu einstudirt: Carnevalsfeft (Ballet.) Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 27. Januar: Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. Lohengrin. Gewöhnliche Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 22. Januar: Zu Lessing's Geburtstag. Nathan der Weise. Große Preise.

Mittwoch den 23. Januar: Zum ersten Male: Die Brautfahrt ober: Kunz von der Rosen. Lustspiel in 5 Akten von Gustav Freytag. Große Preise.

Donnerstag den 24. Januar: Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. Große Preise.

Freitag den 25. Januar geschlossen.

Samstag den 26. Januar: Madame Bonivard. Vorher: Der dritte Kopf. Große Preise.

Sonntag den 27. Januar, Nachmittags 3*/r Uhr: Drei Paar Schuhe. Außer Abonnement. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. Neu einstudirt: Hans Lange. Große Preise.

Brodpreise

vom 20. Januar bis 3. Februar 1889.

der Bäcker $

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . . . .27 bei Carl Lenz 28

2 (4 Pfd.) Weißbrod .... 54

bei Carl Lenz 56

1 (2 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 25

1 (4 Pfd.) Schwarzbrot) 1. Sorte 50

2 (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 23

bei Carl Lenz 22

2 (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 46

bei Carl Lenz 44

3 (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte

bei L- Keil, K. Haas 69

der Brodverkäuser

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27

2 (4 ) .....54

1 v (2 ) Schwarzbrod 1. Sorte 25

2 r (4 ) Schwarzbrod 1. Sorte 50

3 > (6 ) Schwarzbrod 1. Sorte

1 (2 ) e chwarzbrod 2. Sorte 23

2 (4 r ) Schwarzbrod 2. Sorte 46

3 (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte

Gießen, den 19. Januar 1889.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.

Briefkasten.

a. Ja! Red.

Allgemeiner

Neue Verbindung des Seltersberges i mit dem Personen-Bubnbof.

Versammlung der Interessenten am Dienstag den 22. er., Abends s uhr, im großen Zimmer des Rheinischen Hofes, Man Bittet um möglichst zahlreiches Erscheinen. 649

Bekanntmachung.

Nächsten Donnerstag der, 24 d. Mts., Abends 8 Uhr, findet eine

flußerorÖenIL ficnrrafoerrammftiHfi des Credit Vereins zu EeuchelheiW G. G. in dem Locale des Wirth Ludwig Germer dahier statt.

Tagesordnung: Wahl eines Controleur^.

___________________________Der Vorstand. '

,636 Ein ganz neu hergerichtetes Sopha | 646 Zwei schöne Dameu-MaSken-

tst billig zu verkaufen. ? Costüme billig zn verkaufen.

Zu erfragen in der Exped. d. Bl- I Katharinengaffe 10.

Anzeiger.

Akademische Vorträge.

Freitag den 2 3. I. M., präcis 8 Uhr Abendsr

Professor vr. Müller: Die kirchengeschichtliche Bedeutung des mittel­ländischen Meeres.

Eintrittskarten (» 1,00 sind in der Ferber'schen Buchhandlung, Studentenkarten bei dem Universitäts-Hausmeister zu haben. 637

Verlag des Bibliograph. Instituts in

3

nr q. 16 Halbfranzbände ä 10Mark.

Das 1. Heft und den 7. Band liefert jede Buchhandlung zur Ansicht.

oo CT C o X»

Bestellungen auf Meyers Konversations-Lexikon nimmt jederzeit zu bequemen Zahlungsbedingungen an, die

Ferbersche Buchhandlung in Giessen.

651 Ein Knecht zu zwei Pferden gesucht. I 657 Ein braves Mädchen für Haus-» Ltcherstraße 5. I arbeit gesucht. Schillerstraße 19 II.