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betr. Maßregeln gegen die Trunksucht, der Bundesrath Erhebungen veranlaß: habe; es liegen positive Vorschläge vor, die gegenwärtig vom Bundesrath einer genaueren Prüfung unterzogen werden. ,

Abg. Henning (Rp.) regt die Einbringung eines Retchsoereins g e setz es an.

Staatssecretär v. Boetticher: Ein Bedürfniß für eine reichsgesetzliche Regelung ist bisher von k tner Seite zum Ausdruck gekommen, doch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß eine reichsgesetzliche Regelung einmal erfolgt.

Abg. Diffenö (natl.) regt die gesetzliche Regelung des Lagerschein- Wesens an.

Staatssecretär v. Boetticher: Die Angelegenheit wird im Reichsjustizamt bearbeitet und es sind dort die Grundzüge festgestellt.

Abg. Bebel (Soc.) erklärt gegen die für den Staatssecretär geforderten Re- präsentalionskosten (14 000 Ji) stimmen zu wollen; für untere Beamte seien immer nur schwer Gehaltserhöhungen zu erreichen. Es liegt ferner ein Antrag des Redners vor, die Regierung wolle tn Zukunft die Jahresberichte der Fabrik-Jnspectoren in wörtlichem Abdruck dem Reichstage zur Kenntniß bringen. Es sei unzweckmäßig, die Aufsicht der Jnspectoren auf die Fabriken zu beschränken; wie in England, Oesterreich und der Schweiz werde auch tn Deutschland das Kleingewerbe und die Hausindustrie der Aufsicht der Jnspectoren unterstellt werden müssen. Eine Menge Betriebe sind vorhanden, in welchen die Ausbeulung der Arbeiter eine schauderhafte ist; die Queck­silber-Industrie der Stadt Fürth hat eine ganz anormale Sterblichkeit ihrer Arbeiter auszuweisen. Die Zustände tn der Thüringer Spielwaaren-Jndustrte sind nicht viel besser. Die Arbeitskräfte der Pferdebahnkutscher werden ebenfalls unmenschlich aus­genutzt. Auch im Bäcker-Gewerbe ist die Ausnutzung so groß, daß hier die meisten Schwindsüchtigen unter den Lehrlingen und Arbeitern gefunden weiden. Wenn man die Uebertragbarkett der Schwindsucht durch Bacillen erwägt, so kann man sich eine Vorstellung von der Gefahr machen, die mit solchen Verhältnissen verknüpft ist. Ebenso unerträglich sind die Verhältnisse für die Arbeiter auf den Seeschiffen des Bremer Lloyd. Redner wünscht von den Jnspectoren eine genaue Statistik über die Arbeitszeit und Arbeitslöhne. Die Kosten können dabei nicht in Betracht kommen.

Staatssecretär o. Maltzahn-Gültz und die Abgg. Dr. v. Bennigsen (natl.) und Dr. Wtndthorst (Etr.) befürworten die für den Staatssecretär des Innern ausgeworfenen Repräsentattonskosten von 14 000 JL, letztere beiden zugleich Namens ihrer Fracttons Genossen. , , ,,,

Abg. Kalle (natl.) kann ein Bedürfntß für den Antrag Bebel nicht anerkennen, da die Auszüge aus den Berichten, wie Bebel selbst anerkenne, durchaus unparteiisch gehalten sind. Erwünscht wäre es, wenn die Regierung den Bestrebungen zur haus- wirthschaftlichen Ausbildung der Arbeiterinnen ihre Aufmerksamkeit schenken wolle.

Abg. Lingens (Etr.) ist mit dem Anträge Bebel einverstanden, die Berichte sollten weiteren Kreisen und auch den Groß-Industriellen zur Nachahmung guter Bei­spiele zugänglich gemacht werden. m r,

Abg. Frhr. v. Stauffenberg (dfr.) wünscht unter Hinweis auf eine Broschüre von Schönlank eine Beseitigung der größten Gefahren für die Arbeiter tn diesem Betriebe. *

Staatssecretät v. Boetticher: Der Quecksilber-Industrie wendet die Regierung ihre Aufmerksamkeit zu und ist namentlich bemüht, dahin zu wirken, daß die Arbeiten in gut gelüfteten Räumen vorgenommen werden und die Zerstäubung des Quecksilbers vermieden wird. Für die Jnspectoren-Bertchte fehlt im Publikum das Interesse, von 1500 Exemplaren kauft das Publikum kaum 300; ein öffentliches politisches Interesse liegt auch nicht vor, ich stelle anheim zu beschließen, welche Ausgabe der Berichte Sie wünschen.

Bayr. Bundesbevollmächtigter Ober-Reg.-Rath Land mann bemerkt bezüglich Ler Fürther Quecksilber-Industrie, daß nach stattgehabten Ermittelungen durch das Reichsgesundheitsamt die bayrische Regierung auf Abhülfemaßregeln Bedacht nehme.

Abg. Dr. Hartmann (cons.) findet die jetzige Form der Jnspectoren-Bertchte genügend und ist gegen den Antrag Bebel.

Abg. Dr. Baumbach (dfr.) wird für diesen Antrag stimmen. Die Berichte Ler Jnspectoren enthalten vielfach Mittheilungen über arge Mißstände in Fabriken, aber man hat nicht gehört, daß die Behörden etngeschritten wären. Im letzten Jahre find den Jnspectoren Erhebungen über das Fabrtklehrlingswesen zur Pflicht gemacht worden; es wäre wünschenswert zu erfahren, aus welchem Grunde und zu welchem Zwecke. Wir sollten uns bemühen, den deutschen Jnspector auf dieselbe Höhe zu stellen, wie den österreichischen Fabrtk-Jnspector; Redner verliest die hierauf bezüglichen Be­stimmungen des österreichischen Gesetzes.

Staatssecretär v. Boetticher: Diese Bestimmungen sind aus dem deutschen Gesetze entnommen. (Heiterkeit.) Die Erhebungen über das Lehrlingswesen hatten Len Zweck, zu ermitteln, ob eine Ausbeutung der jungen Leute stattfindet. Die Be­hörden schreiten auf Grund der Jnspcctoren-Berichte überall da ein, wo ein Anlaß gegeben ist.

Abg. Hitze (Etr.) anerkennt mit Bebel, daß die Zustände in der Hausindustrie vielfach schlimmer sind als tn den Fabriken. Den Antrag Bebel empfiehlt er zur Annahme.

Der Antrag Bebel wird hierauf abgelehnt und das Gehalt des Staatssecretärs webst den 14 000 Jt Repräsentattonskosten bewilligt.

Bei dem TitelZur Förderung der Hochseefischerei 200 000 ^L" lobt der Abg. Hermes (dfr.) die Thättgkett der Sectton für Hochseefischerei, der wir neue Aufschlüsse über die Naturgeschichte des Herings verdanken.

Auch der Abg. Witte (dfr.) spricht anerkennend über das Institut, für das er größere Aufwendungen empfiehlt.

Der Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Etats des Reichsamts des Innern.

Sodann vertagt sich das Haus.

Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberathung. Schluß 4»/« Uhr.

I p U i e i

Gießen, 21, Januar. Herr Kreisingenieur Gnauth ist von den Directoren der Gaswerke in München und Düsseldorf, den Herren Diehl und Grohmann, zum dritten Sachverständigen für Abschätzung des auf städtische Rechnung zu übernehmenden Gaswerks in Bamberg gewählt worden. Man wird in dieser Auszeichnung wohl eine Anerkennung erblicken dürfen für die Thätigkeit unseres Mitbürgers bei Ueber- nahme des hiesigen Gaswerks.

XGieße«, 21. Januar. sConcert-Verein.s Das gestrige Concert nahm einen künstlerisch reichen und, von einem störenden Unfall abgesehen, recht befriedigenden Verlauf. Die Ouvertüre zu Gluck'sIphigenie tn Aulis", welche ohne Abschluß gleich zu der großen Arte des Agamemnon überleitet, ist das großartigste Jnstrumen- talstück, welches Gluck geschrieben h..t. Kraft, Würde, Hoheit und ein männlicher Ernst treten in den musikalischen, von den Trompeten energisch gefärbten Motiven hervor, und mitten aus dem Getümmel klingt klagend die Oboe, Schmerz und Ergebung der unschuldigen Iphigenie andeutend. Diese Nummer erfreute sich einer ebenso präcisen als temperamentvollen Ausführung.

Herr Professor Alwin Schroeder aus Leipzig spielte das Violoncellconcert (A-moll) von St. Säens, die dritte Serenade von R. Volkmann (D-moll), beides unter Orchesterbeglettung und Solostück für Eello mit Klavierbegleitung von S. Bach,' Fr. Schubert und B. Eoßmann, denen sich als freundliche Zugabe eine Träumerei von Schuhmann anreihte. Als die gehaltvollste und poetisch bedeutendste unter den Serenaden Volkmann's ist jene dritte mit dem Solocello. Der Solist hat darin eine ähnliche Rolle wie der Solobratschist in Berlioz's Haroldsymphonie. Das Cello per- sonifictrt einen Melancholicus, der in allen Lagen immer wieder auf sein Leibthema zurückkommt. Ob der Chor zusttmmt oder widerspricht, der Cellist bleibt bei diesem Motto: wird jener heiter und ausgelassen, so sieht er einsilbig zu, und das Freundlichste, was sich ihm abgewinnen laßt, ist eine elegisch klagende Melodie, mit welcher die Com- position einen rührenden und versöhnenden Abschluß erhält. Herr Professor Schroeder spielte mit technischer Meisterschaft, Fülle und Kraft des Tones und Eleganz des Vortrags.

Fräulein Johanna Pfannmüller (Altistin) sang eine Arie aus M. Bruch's Odysseus (Nr. 8) mit Orchesterbeglettung und Lieder von R. Franz, A. Rubinstein und Joh. Brahms mit Klavierbegleitung. Die Dame, die schon mehrmals in Con-

certen in Darmstadt aufgetreten ist, errang hier einen durchschlagenden Erfolg. Sie verfügt unleugbar über gute Stimmmittel, die sie bei fleißigem Studium noch besser zu gebrauchen lernen wird. Unter ihren Programmnummern müssen wir die Wieder­gabe des Brahms'schen Liedes:Vergebliches Ständchen", das sie auf Verlangen wiederholte, als die beste Leistung heroorheben.

Den Schluß des Concertes und zugleich die beste Gabe des Abends bildete die vierte Symphonie von Mendelssohn (Op. 90). Sie heißt die italienische und gilt als die künstlerische Frucht der längeren italienischen Reise, welche der junge Mendelssohn im Jahre 1830 unternahm. Direkt erkennbare südliche Elemenle bringt die Sym­phonie in ihrem Schlußsätze: einer ausgelassenen, bacchantisch lustigen Scene, welcher eine neapolitanische Tanzform, der wilde Saltarello, zu Grunde liegt. In den andern Sätzen sind Beziehungen zudem ewig blauen Himmel des Landes, wo die Citronen blühen" nicht nachmweisen. Im elften Satze herrscht eine kräftig glückliche Phantasie, die wohl an die Stimmung eines Jünglings denken läßt, der fröhlich und jubelnd hinauszieht in die schöne Welt.

Der zweite Satz (Andante con moto) beginnt wie eine schwermüthige Ballade mit folgendem Hauptthema, zunächst von Bratschen, Clarinette und Fagott voi getragen, dem dann ein freundlicher Gesang entgegentritt. Diese anheimelnde Begegnungsscene wiederholt sich mit kleinen Intermezzos einige Male. Di^ trauernde Gestalt hat das letzte Wort und wie mit leisen Seufzern verschwindet der Satz tn die umwölkte Ferne. In dem folgenden Satze, einem Takt, tritt das deutsche Element mit der größten Bestimmtheit vor. Der Hauptsatz dieses traulichen Stückes knüpft mit seinem Ländler­thema an die gemüthlichen Bilder an, welche die Wiener Meister von deutscher Fröh­lichkeit und Geselligkeit entworfen haben. In dem Mittelsah scheint die Romantik unserer Wälder in der Seele des jungen Mendelssohn aufzuleben und der Componist desFreischützen" vor seine Phantasie zu treten.

Der letzte Satz kündet mit einem fanatischen Unisono seinen unbändigen Charakter an. Das Hauptthema durchstreift die Nuancen seelischen Ausdrucks von der zarten Anmuth bis zum wilden Toben und bringt alle Kräfte des Orchesters, die Solisten und die Massen, in immer heftigere Action. Dem Aufmarsch des Haupt- tbemas folgt eine Nachhut aus derben Elementen, aus stampfenden und pochenden Figuren. Die weicheren und feineren Geister haben in den Kreisen dieses Satzes nur einen bescheidenen Platz, und zweimal wird der Versuch unternommen, die bedrohlichen Wogen der Fröhlichkeit zu glätten. Dieser letzte Satz bringt wörtliche Einzelheiten aus den grotesken Partien der Sommernachtstraurn-Musik.

Das Werk wurde unter Meister Felchner' s Leitung vorzüglich gespielt. Zu erwähnen ist noch die brcente und verständnißinnige Claoierbegleitung des Herrn Dr. Haym, der an Stelle des Herrn Trautmann aus Frankfurt diese Ausgabe zu übernehmen die Freundlichkeit hatte.

Aaiversttäts - HhrouiL.

Die philosophische Fakultät der Universität Halle hat den Forschungs­reisenden Carl v. Steinau zum Ehrendoctor ernannt.

Zwei Berliner Physiologen, Professor Zuntz und Dr. Munk, sind von der Academla medico-fisica in Florenz zu Ehrenmitgliedern ernannt worden.

In Heidelberg ist eine geologische Landesanstalt für das Großherzogthum Baden errichtet und der Geheime Bergrath Professor Dr. Rosenbusch zum Dtrector derselben ernannt worden.

In Tübingen hat, wie geschrieben wird, am 10. d. M. die feierliche Einweihung des neuen physikalischen Instituts ftattgefunden.

Vermischtes.

Laubach, 18. Januar. sFeuersgefahr in der Vorstadt.j Gestern Abend gegen 8/2 Uhr brach tn der Wohnung des Metzgermeisters Weisel in der Vorstadt, gegenüber dem Eingänge zum gräflichen Schlosse, Feuer aus. Das Feuer war ent­standen durch die Unvorsichtigkeit des Dienstmädchens, das zu heiße Backsteine zum Wärmen seines Bettes gebraucht hatte. Schon .stand das Bett in Flammen, ebenso wurden die Wände der Dachkammer schon vom Feuer erfaßt. Die schnell herbeigeeilte Feuerwehr wurde jedoch bald Herr der Flammen. Schnell wurden das Bett und die übrigen brennenden Stoffe zum Fenster htnausgeworfen und die Wände und der Boden übergossen. Schon um 9 Uhr war der Brand völlig gelöscht. Ein besonderes Glück war die schnelle Entdeckung des Feuers, das gerade tn diesem Stadtthetle sehr gefährlich hätte werden können, da hier die Häuser alle enge mit einander ver­bunden sind. (D. Z.)

Darmstadt. sUnterricht für Hufschmiede betr.) Der 8. Lehrkurius für Hufschmiede an Großh. Veterinäranstalt in Gießen beginnt am 15. März 1889 und sind die Anmeldungen zu diesem Cur'us bts zum 1. März 1889 bei der Großh. Direction der Veterinäranstalt in Gießen schriftlich einzureichen. Dem Gesuche ist der Nachweis einer einschließlich der bestandenen Lehrzeit mindestens vierjährigen Thältgkeu im Schmiedehandwerk beizulegen. Tas Gesuch, sowie die nöthtgen Zeugnisse sind auf Papier in Aktenformat geschrieben vorzulegen.

A Mainz, 20. Januar. Auf Kosten der städtischen Verwaltung wird eben vorübergehend eine Frau von Bregenz mit drei Kindern hier unterhalten und verpflegt, die durch die Gewissenlosigkeit ihres Mannes in die fürchterlichste Lage gerathen war. Beide Ehegatten reiften mit ihren Kindern von Bregenz nach Antwerpen, um sich dort nach Amerika einzuschiffen. In Antwerpen erklärte der Mann den ©einigen, daß wegen dem Sturm die Seereise nicht sofort angetreten werden könne und daß er sich darum einstweilen nach etwas Arbeit umsehen müsse. Unter diesem Vorwande ging der Familienvater unter Mitnahme alles Geldes und der sämmtlichen Werthgegenstände fort, um nicht mehr wiederzukommen. Der französischen Sprache nicht mächtig und inzwischen oller Hilfsmittel entblößt, gerietb die arme Frau mit ihren Kindern nach wochenlangem vergeblichen Erwarten ihres Mannes in eine verzweiflungsvolle Lage. Alles, was der treulose Gatte zurückgelassen, war bereits für Nahrungsmittel drauf­gegangen und schon drohte der Hunger anzuklopfen. Endlich kam der Unglücklichen durch den deutschen Consul in Antwerpen Hilfe und wurde denn auch ermittelt, daß der treulose Mann schon vor 24 Tagen mit einer anderen Frau die Seereise angetreten. Der deutsche Consul ließ der Frau eine Unterstützung zur Rückreise zukommen und so befindet sich die verlassene Gattin denn im Augenblicke bLr, Nachrichten und weitere Unterstützung von Bregenz erwartend. Das Aeußere der unglücklichen Frau ist so vertrauenerweckend, daß sie allenthalben Theilnahme begegnet.

Heute Morgen fiel hier der erste Schnee in diesem Jahre, jedoch nur in sehr geringem Maße. Bei langsam steigender Temperatur hellte sich gegen Mittag der Himmel wieder auf. Tue Spitzen des Taunus sind mit Schnee bed'ckt.

Mainz, 20. Januar. Die jüngst erwähnten Bierunterschleise in einer großen Brauerei in dem nahen Weisenau, welche die am Freitag ftattgeijabte Verhaftung eines bislang geachteten, sehr begüterten Bäckermeisters, sowie zweier Fuhrknechte zur Folge hatten, sind durch Denunciation eines Bäckerburschen zur Kenntniß der Staatsanwalt­schaft gelangt. Die verhafteten Knechte stahlen in der Brauerei das Bier in Fässern und überließen dasselbe dem Bäckermeister für sweniges Geld, der es alsdann bei kleinen Wirthen wieder verkaufte.

A Aus Rheinhessen, 20 Januar. Wie aus verlässiger Quelle verlautet, wird mit Beginn des nächsten Sommersemesters in Worms in Verbindung mit dem dortigen Gymnasium ein pädagogisches Seminar für Candidctten des höheren Lehr­amtes eröffnet werden. Das Seminar soll der Direction des Gymnasiums unter­stellt werden.

Frankfurt, 20.Januar. Nächsten Dienstag wird sich unser Stadtoerordnelen- Collegium mit der Frage der Anlage einer Central stelle für elektrische Be­leuchtung beschäftigen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Magiftratsantrag, die Anlage in Selbstregie zu nehmen, Annahme finden wird; denn die Bedingungen der Gesellschaften, welche sich um die Concession bewarben, fir.b derart, daß die Stadt un­möglich darauf eingeben kann. Dann aber hat das Resultat, welches die Stadt Elber­feld mit den gleichen Unternehmern bisher erzielt hat, in erheblicher Weise zu Gunsten der Selbstregie gesprochen. Für hier ist eine Anlage bis zu '22000 Lampen geplant. Die Anlagekosten für dieselben sollen nach einer von der Firma Simens L Halske auf- gestellten Berechnung 2350000 betragen. Man glaubt, daß schon nach wenigen Monaten 1215000 Lampen in Betrieb fein werden und berechnet an Ausgaben 180000 Ji, an Einnahmen freilich bei 22000 Lampen bei 550 jährlichen Brenn- stunden pro Lampe und 4 pro Stunde 484000 X d. h. einen Reingewinn von