lichen Hauses und aus seine Militärcharge, sowie die Annahme des Namens Johann Orth genehmigte. Diese Mittheilung wird mit dem Zusatze zur Kenntniß genommen, daß Erzherzog Johann nicht mehr in der Liste der Mitglieder des Herrenhauses aufzuführen sei. Das Haus nahm hierauf die Gesetze über das Rekrutencontingent und über das Budgetprovisorium, sowie das Markenschutzgesetz ohne Debatte an. Zur Vor- berathung der Regierungsvorlage betreffs einiger Abänderungen des Volksschulgesetzes wurde eine 21gliedrige Commission gewählt.
Rom, 19. December. Nach einer hier eingetroffenen Meldung ist in dem Steinkohlendepot der Schiffswerft aus Maddalena, worin sich 40,000 Tonnen Kohlen befinden, Feuer ausgebrochen. Marinesoldaten, Arbeiter und Sträflinge sind mit den Löscharbeiten beschäftigt, die voraussichtlich mehrere Tage dauern dürsten. Das Wetter ist ruhig.
Turin, 19. December. Die der Gesellschaft Grattoni gehörigen Mühten in Collegro sind vergangene Nacht abgebrannt. Der Schaden beträgt zwei Millionen. Es ist kein Menschenverlust zu beklagen.
Athen, 19 December. Hier eingegangener Nachricht zufolge hat der Dampfer „Marco Minghetti" durch Sturm Havarie erlitten, weshalb das Panzerfahrzeug „Psara" demselben von hier aus zu Hülfe geeilt ist. Von den Passagieren haben sich 80 aus ein Segelschiff gerettet.
Zanzibar, 19. December. (Meldung des „Bureau Reuter".) Emin Pascha ist jetzt außer Gefahr, doch leidet er noch immer an geringem Ausfluß aus den Ohren.
— Gestern sand eine Versammlung indischer Geschäftsleute statt, welche Stanley eine Adresse in einer Silbercassete überreichten. In der Adresse werden die großen Verdienste Stanleys um die Eröffnung des Handels in Centralafrika gepriesen. Stanley dankte und wies auf die Nothwendigkeit hin, eine Eisenbahn von Mombassa nach dem Victoria Nyansa zu bauen, angesichts der starken Bevölkerung der Nachbarprovinzen und deren großen Empfänglichkeit für europäische Erzeugnisse.
Loyale» ttnfr provinzielles.
Gießen, 20. December.
* In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten, der letzten in der gegenwärtigen Zusammensetzung, theilte Herr Bürgermeister Gnauth eine in der Klagesache des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Landarmenverband Cassel erlassene Entscheidung des Bundesamts für Heimathwesen mit. Danach hat die Stadt Gießen in dem Proeeffe, in welchem es sich um Rückerstattung von 28 Mk. für im hiesigen akademischen Krankenhause im Jahre 1885 erfolgte Verpflegung eines gewissen Dinkelsberg handelt, und nachdem die Stadt einmal gegen den Ortsarmenverband Marburg, woselbst D. in der Klinik verpflegt worden, das andere Mal gegen den Landarmenverband Cassel geklagt, aber beidemale abgewiesen wurde, ein obsiegendes Urtheil erreicht. Die in den beiden ersten Instanzen der Stadt auferlegten und nun von dieser auch zu tragenden Kosten übersteigen allerdings die streitigen 28 Mk. bedeutend, so daß das obsiegende Urtheil nur rechtlichen Werth hat. — Das Gesuch des Herrn Peter Dürr um Ertheilung der Concession zum Wirth- schastsbetrieb im Schützenhause soll, soweit es sich um das Bedürfniß zum Ausschank von Spirituosen handelt, befürwortet werden. — Die fertiggestellte Rechnung der Stadt Gießen vom Jahre 1889 soll nach der erfolgten Einsichtnahme durch die Stadtverordneten der Finanzdepu- tahon zur weiteren Prüfung vorgelegt werden. — Die Versammlung erklärt ihr Einverständniß, entsprechend den Revisionsbemerkungen der Großh. Oberrechnungskamnier in Betreff der Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 18 86/8 8, damit, daß für das erste Halbjahr des Betriebs durch die Stadt, October 1886 bis April 1887, die Rechnungen als durch den Director des Gas- und Wasserwerks zur Anweisung gebracht worden, anstatt durch den Bürgermeister. — Dem Gesuche des Herrn Hermann Katz um Erlaub- niß zum Bauen eines Hinterhauses an der Steinstraße soll Befürwortung ertheilt werden, wenn Gesuchsteller sich unter Stellung einer Caution von 500 Mk. verpflichtet, innerhalb dreier Jahre ein Vorderhaus zu erbauen. — Ein von den Vorarbeitern der Straßenkehrmannschaft Namens der letzteren eingereichtes Gesuch um Bewilligung einer Lohnerhöhung für die Stunden, in welchen sie mit Schneeabräumen beschäftigt werden, und demgemäße Gleichstellung mit den nur nach Schneefall beschäftigten Arbeitern, wird genehmigt. Die ständige Kehrmannschaft erhält 20 Pf. pro Arbeitsstunde, während für Schneearbeiten 25 Pf. für die Stunde an die nicht ständigen Arbeiter bezahlt werden. — Eine längere Debatte veranlaßt ein Schreiben Großherzogl. Polizeiamts in Betreff der Schneeentfernung aus der Stadt. Danach sollen die Hausbesitzer gehalten sein, den Schnee von Trottoirs nicht in die Gosse, sondern über dieselbe hinaus aus den Straßendamm zu schaffen, auch die Gosse auszuräumen, ferner sollen die städt. Trottoirs, die Plätze um die Brunnen und die Straßenübergänge bei Schneefall rascher gereinigt werden. Im Anschlüsse hieran sollte über die Frage der Schneeentsernung von den außerhalb des Schoorgrabens gelegenen Straßen entschieden werden. Die Baudeputation hat daraufhin beantragt, die Hausbesitzer an den in der Altstadt belegenen Straßen um Entfernung des aus den Trottoirs liegenden Schnees über die Gosse hinweg auf die Fahrbahn zu ersuchen- städtische Wegübergänge und die Umgebung der Brunnen sollen frühzeitig gereinigt, die Schneeabfuhr auf die Straßen der Innenstadt und die gepflasterten Straßen der Außenstadt beschränkt werden. Der Antrag der Baudeputation wird angenommen, mit dem Zusatze, daß weniger frequentirte gepflasterte Straßen der Außenstadt, z. B. die Westanlage, auch von der Schneeabfuhr ausgeschlossen bleiben sollen.
Ueber das Angebot der gegenwärtigen Besitzer der Schüler'schen Besitzung, dieselbe gegen Zahlung von 60,000 M. an die Stadt mit dem Vorbehalt abzutreten, daß die Stadt das Anwesen ungetheilt zu unterhalten und für die nächsten 15 Jahre einer sich etwa gründenden Saalbaugesellschast gegen Rückgewährung des Kaufpreises zur Verfügung zu halten hat, hat die vereinigte Bau- und Finanzdeputation berathen. Dieselbe hat das Resultat ihrer Berathung, in welcher unter Anderem für Ankauf des Besitzthums zum vollen Werthe, d. h. ohne Verzicht aus die 25 Procent der Nominalgarantie Seitens Dritter gesprochen wurde, in dem Anträge zusammengesaßt, bis zur Klärung etwa noch hervortretender Gesichtspunkte weitere Be- rathungen und Beschlußfassungen bis nach Neujahr zu vertagen, inzwischen aber das Besitzthum einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Herr Homberger will Erhebungen über die Bau- und Unterhaltungskosten des Anwesens angestellt haben, die sich für den Anfang und für die nächsten 15 Jahre ergeben- desgleichen hält er die Vorlage eines ziffernmäßigen Verzeichnisses über den Zustand des Besitzthums, sowie über die Gartenunterhaltungskosten für geboten, ehe bestimmte Beschlüsse gefaßt werden sollten. Herr Bürgermeister Gnauth will Voranschläge über Unterhaltung der Gebäude und die Umwandlung des Gartens in einen Stadtgarten ansertigen lassen. Herr Georgi schließt sich den Ausführungen des Herrn Homberger an - er wünscht ein vollständiges Bild über die Anforderungen, die der Stadt mit Uebernahme der Schüler'schen Besitzung in baulicher wie gärtnerischer Hinsicht erwachsen. Herr Wallenfels schließt sich den vorigen Rednern an, wünscht aber, daß die Besichtigung nicht schon am 27. December, sondern erst nach Neujahr stattfinden solle, damit die neugewählten Stadtverordneten, die darüber nun mit zu beschließen haben, an der Besichtigung theilnehmen können. Es wird in dem von den verschiedenen Rednern angedeuteten Sinne beschlossen, d. h. es soll in der ersten Sitzung der neu zusammengesetzten Stadtverordneten- Versammlung der Tag der Besichtigung der Besitzung festgestellt, inzwischen alle, die finanziellen Gesichtspunkte über die Anlage und Instandhaltung des Besitzthums berücksichtigenden Voranschläge aufgestellt werden.
* Daß die Stadt Gießen mit der Zahl ihrer Fernsprechstellen dem an Einwohnerzahl bedeutend größeren Offenbach „über" ist, ist aus einer Notiz der „Offenb. Ztg." ersichtlich, wonach dort erst 44 Stellen in Betrieb sind, während die Zahl der augenblicklich hier in Betrieb befindlichen Anschlußstellen bereits 55 beträgt. — Die zur Zeit infolge der Witterung mit Reis belegten Drähte der Fernsprechleitung machen übrigens auf den Beschauer einen Eindruck, der ihn eher an Waschleinen denn an Telephondrähte erinnert, selbst ein schwächeres Auge kann die hoch in der Lust schwebenden Drähte noch bei Dunkelheit wahrnehmen.
— Der kürzeste Tag im ganzen Jahr ist der 21. December, der Gedächtnißtag des heiligen Thomas, desjenigen Apostels, der am Längsten zweifelte und von welchem der bekannte Ausdruck „ungläubiger Thomas" deshalb herstammt. — Im Uebrigen wird der Tag von St. Thomas, besonders aber der Abend und die Nacht, von der zukunstsbegierigen und heirathslustigen Jugend ähnlich so gefeiert, wie Andreas und St. Lucia. „Lieber Thomas, ich bitt' Dich, laß' mir erscheinen den Herzallerliebsten meinen!" ruft voll gläubigen Hoffens manch ein rosig Lippenpaar Nachts um die zwölfte Stunde dem verehrten Heiligen zu, oder es wird anderes Orakelspiel betrieben, um der Zukunft dunklen Schleier zu lüsten und einen indiscreten Blick hinein zu thun. Auch das Schreiben von Buchstaben aus einzelne Zettel, unter das Kopfkissen gelegt, um Nachts einen davon hervorzuziehen, soll von großer Wirkung sein, indem dies den Anfangsbuchstaben „seines" Namens, das heißt des erhofften Bräutigams ver- räth — ebenso ist für Heirathslustige das am Thomasabend übliche und beliebte Schuhwerfen zu rathen, nämlich das Wersen der Schuhe oder Pantoffel über den Kopf, nachdem man sich aus dem Fußboden häuslich niedergelassen hat. Stehen die Schuhe mit den Spitzen nach der Thür zu, so winkt der Ehering zum Verlassen des Hauses, — umgekehrt jedoch bleibt man noch ein Jahr zu Hause — sitzen! — Der fromme, ländliche Vater hält seinerseits gar viel von dem „Thomas-Gebet", zur Abwendung von allerlei Gefahren für Mensch und Vieh und sogar die unverbesserlichste Gattung von Patienten: die Faulenzer und Langschläfer soll der heilige Thomas curiren können, als allerbester Doctor, wenn sie Abends vor dem Schlafengehen ihn darum bitten, ebenso wie ehedem in guter alter Zeit Derjenige, welcher am Thomastag als der Letzte aus dem Schul-Schauplatz erschien: „Thomas- Esel" titulirt ward. — Das freilich sind vergangene Zeiten! heut zu Tage gibt es höchstens noch sogenannte „Faulpelze", die an St. Thomas die Zeit verschlafen, doch keine „Thomas- Esel" mehr, — indessen der allerkürzeste Tag im Jahre ist und bleibt trotzdem der 21. December, welcher aber dessenungeachtet oder gerade deshalb die tröstliche Gewißheit in sich trägt und mit sich bringt: „Mehr Licht!"
Schotten, 18. December. Die hiesige Turnhalleistwährend der Weihnachtsseiertage mit Wirthschaft geöffnet. Der Vereinigte Turn- und Gesangverein hält am 24. December eine Weihnachtsverloosnng, am zweiten Feiertage Concert und Ball in derselben.
— Ueber den vor kurzem zwischen Höckersdorf und Ober-Ohmen verübten Mord wird dem „Schott. Anz." aus Ulrichstein u. A. berichtet: Der in dem unweit von hier gelegenen Bobenhausen wohnende Spengler Kretschmar wurde gestern Morgen zwischen Höckersdors und Ober-Ohmen ermordet aufgefunden. Die Leiche trägt zahlreiche Spuren von einer entsetzlichen Mordwuth des Thäters an sich, mehrere Stiche im Kops und Hals waren unbedingt tödtlich, außerdem rührt eine Wunde in dem nur noch schwer erkenntlichen Gesichte anscheinend von einem Schüsse her. Dem Morde scheint ein entsetzlicher Kampf auf Leben und Tod vorausgegangen zu sein, woraus die weit ausgedehnten Blutlachen
im Schnee, der abgerissene Hcmdenkragen und die am Wege liegende Mütze Hinweisen. Es scheint versucht worden zu sein, den Körper in den nahen Wald zu schleppen, da er eine ziemliche Strecke vom Kampfplatz entfernt unter einem Baume liegend gefunden wurde. Blutige Haare an einem Aste des Baumes schließen die Vermuthung nicht aus, daß beabsichtigt war, die Leiche aufzuhängen. Als vermeintliche Thäter sind der leibliche 17jährige Sohn und ein Stiefsohn des Ermordeten — zwei gewaltthätige Burschen, von denen letzterer schon längere Zeit im Zuchthaus zugebracht hat — verhaftet worden, mit welchen derselbe am Abend zuvor in einer Wirthschaft zu Ober-Ohmen Streit gehabt hatte und die in der Nacht ohne ihren Vater nach Hause gekommen waren. Am andern Morgen waren sie dieselbe Strecke wieder nach Ober- Ohmen gegangen, wo sie, als der Mord ruchbar wurde, festgenommen wurden. Bei der heute vorgenommenen Haussuchung wnrde ein frisch ausgewaschenes Hemd mit noch deutlichen Blutspuren aufgefunden. Als eigenthümliches Zusammentreffen mag erwähnt werden, daß der letzte vor mehreren Jahren zu Höckersdorf auf einer Mühle ausgeführte Mord im Vogelsberg von einem Bruder des Ermordeten verübt worden war. Als Motiv der ruchlosen That wird die schlimme Behandlung der Frau des Ermordeten Seitens ihres Mannes angenommen, für welche dieser von seinen Söhnen hergenommen werden sollte, da sie eigens zu diesem Zwecke von Höchst a. M., wo sie in Arbeit stehen, hierherkamen.
vermischtes.
A Mainz, 19. December. Der Regens des hiesigen Priesterseminars, Domcapitular Dr. Christoph Mousang, beging heute sein 50jähriges Priesterjubiläum. Aus diesem Anlaß gingen dem Jubilar aus den weitesten Kreisen Glück-H wünsche und sonstige Beweise der Anhänglichkeit zu. Neben dem Bischof und der höheren katholischen Geistlichkeit erschienen Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden zur Gratulation bei Dr. Moufang. Mit Rücksicht aus den leidenden Zustand des Dr. Moufang, der im 77. Lebensjahr steht, wurde von einer größeren Feier abgesehen.
— Wie uns von einem Techniker mitgetheilt wird, wurde jüngst die Centralweichenstelle des Frankfurter- Bahnhofs auf eine eigentümliche Art teilweise in ihrer Function behindert. Nämlich in die unter der Erde befindlichen Schieber und Verbindungen hatten sich Ratten in großer Anzahl eingeniftet, die aus den umliegenden Magazinen Knochen und Waarenabsälle haufenweise an verschiedenen Stellen der unterirdischen Anlage zusammengetragen haben. Es bedurfte einer ziemlich großen Arbeit, um den ganzen complicirten Mechanismus der Centralweichenstelle wieder in Ordnung zu bringen.
Aus Rheinheffen, 19. December. Der am Sonntag in Worms mit Rücksicht auf die rheinhessischen Nebenbahnen gebildete Ausschuß war gestern in Darmstadt, um geeigneter Stelle die jetzt in der Hauptsache geeinten Wünsche der rheinhessischen Bevölkerung bezüglich der Richtung der Nebenbahnen in unserer Provinz zu vertreten.
Frankfurt a. M., 19. December. Wir haben sie! so schreibt der „Gen.-Anz.", natürlich die Influenza, die einer unserer Reporter glücklich aufgestöbert hat. Wie er uns versichert, aus den zuverlässigsten Quellen, schöpft erfolgenden Krankheitsbericht: 8 Gepäckträger des Hauptbahnhofs, 17 vom Personal der Restauration des Hauptbahn Hofes Gebrüder Weinbach, sowie 16 gewerbliche Arbeiter, ferner Schutzleute von verschiedenen Revieren sind an der Influenza erkrankt, außerdem ist dieselbe unter dem Fahr- personal der Eisenbahn und in verschiedenen Privathäusern ausgebrochen. — Von anderer Seite hören wir, daß auch in einem Geschäft in der Kaiserstraße ein Dutzend Mädchen an der Influenza erkrankt sind. Hoffentlich vermehrt diese Statistik die Jnfluenzasurcht im Publikum nicht, die bei weitem schlimmer ist, als die harmlose Krankheit selbst.
Frankfurt a. M., 19. December. Elektro-tech - nische Ausstellung. Wie aus Berlin gemeldet wird, sind dort Bestrebungen im Gange, welche darauf abzielen, die internationale Ausstellung für Electricität nicht in Frankfurt, sondern in Berlin, und zwar 1891, abzuhalten. Ein erster Schritt in dieser Richtung ist im Berliner electro-technischen Verein erfolgt, wo der Wunsch geäußert wurde, Frankfurt möge die Ausstellung um ein Jahr verschieben.
Marburg, 19. December. Nach einer der „O. Ztg." gewordenen Mittheilung hat der Herr Minister für Land- wirthschast, Domänen und Forsten sich bereit erklärt, zu den Kosten der Lahn-Regulirung im Weichbilde der Stadt Marburg statt der erbetenen 100 000 Mk. eine Beihilfe von 600 000 Mk. aus Staatsfonds zu gewähren, und werden die städtischen Behörden, welchen seitens des Herrn Landesdirectors aus communalständischen Fonds zu demselben Zwecke eine Beihilfe zu diesen Bauten und zur Neuerbauung der Weidenhäuser Brücke in Höhe von 80 000 Mk. gesichert ist, demnächst über diese Angelegenheit in Verbindung mit den Wegeprojecten Bahnhof—Krummbogen—Lingelgasse und die der Brücke zu gebende Richtung sich schlüssig zu machen haben. Eine Entscheidung, welche für die künftige Entwickelung der Stadt von der allergrößten Wichtigkeit und Tragweite sein wird.
Limburg, 18. December. Heute Nachmittag ertrank der 15jährige Sohn des Arbeiters Hahn in der Lahn zwischen hier und Eschhofen. Derselbe war auf der zugefrorenen Lahn Schlittschuhe gelaufen und dabei in eine offene Stelle gerathen. Nahezu eine Viertelstunde lang suchte sich der Junge auf festes Eis zu schwingen und dadurch zu retten, jedoch vergebens, denn das Eis brach stets nach, bis den Armen die Kräfte verließen und er unter der Eisdecke angesichts seiner Kameraden verschwand. Die von diesen herbeigerufenen Leute kamen zu spät.
Berlin, 18. December. Die Nachricht der „Börfen- Zeitung", Herr Dr. Hammacher habe am 16. d. Mts. eine Audienz beim Kaiser gehabt, wird von der „Post" mit dem Bemerken als unbegründet bezeichnet, Herr Hammacher sei


