Ausgabe 
20.11.1889
 
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Gründen. Ein Nothstand ist nicht vorhanden. Daß Deutsch­land wegen seines Schweinebedarfs auf das Ausland ange­wiesen sei, ist nicht richtig. Die deutsche Landwirthschast kann sehr wohl den Bedarf decken. Allein das ist nicht der Zweck des Einfuhrverbotes; der Grund liegt allein in dem Schutze des heimischen Viehstandes gegen ausländische Seuchen.

Abg. Kröber (Volksp.) hält das Verbot für unnütz, da der Schmuggel desto gefährlicher sei. Man möge an der Grenze für ausreichende Veterinärärzte sorgen und das Ver­bot aufheben.

Abg. Web sky (nl.) beantragt: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Erlaubniß zur Einfuhr lebender Schweine nach Schlachthöfen des Deutschen Reiches in möglichst aus­reichender Weise zu gewähren.

Abg. Graf Mirbach (cons.) hält das Verbot für drin­gend nöthig. Die Steigerung der Preise sei plötzlich einge­treten und deshalb sei anzunehmen, daß sie auf Speculation beruhe.

Abg. Graf Hoensbroech (Ctr.) führt aus, daß in Holland, wo Zölle nicht bestehen, die Preise höher sind als bei uns.

Das Haus vertagt die weitere Debatte bis Dienstag 1 Uhr. Schluß 5 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureau.

Berlin, 18. November. Heute Vormittag fand in Gegenwart des Kaisers im Exercierhause des zweiten Garde- Regiments die Vereidigung der Rekruten der Gar­nisonen Berlin, Spandau, Lichterfelde und Charlottenburg statt. Der Jnnenraum des Exercierhauses war festlich ge­schmückt ; neben dem Feldaltar stand ein abgeprotztes Geschütz. Nach der Feier frühstückte, der Kaiser im Osfiziercasino des zweiten Garde-Regiments.

Berlin, 18. November. Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, verlieh der Präsident der französischen Republik, Carnot, anläßlich der Uebersührung der sterblichen Ueber- reste seines Vorfahren von Magdeburg nach Paris dem Generalmajor von Schauroth (beauftragt mit dem Befehl über die zur Begleitung des Sarges ausgerückten Truppen) das Großoffizierkreuz des Ordens der Ehrenlegion, dem Oberbürgermeister Bötticher das Offizierkreuz der Ehren­legion.

Wien, 18. November. Ausbesonderer Quelle" wird aus Rio de Janeiro gemeldet, die proclamirte sörderative Republik werde den NamenVereinigte Staaten von Brasilien" tragen; die Umwälzung sei unblutig ver­lausen, das Kaiserpaar befinde sich physisch wohl.

Adelsberg, 18. November. Prinz Heinrich von Preußen und zwölf Offiziere des deutschen Geschwaders, sowie der deutsche Militärattache trafen heute früh mit dem Schnellzuge hier ein und wurden vom Bezirkshauptmann am Bahnhofe empfangen. Hieraus geleitete dieser seine Gäste nach der festlich beleuchteten Grotte; bei dem Mittagessen im Hotel trank Prinz Heinrich auf das Wohl der verbündeten Herrscher von Deutschland und Oesterreich. Die Gäste reisten Nachmitrags nach Pola zurück.

Adelsberg, 18. November. Bei dem zu Ehren der deutschen Gäste im Adelsbergerhof stattgehabten Diner brachte der Linienschiffseapitän Semsey einen Toast auf die gesammte deutsche Flotte aus, welche mit stählernem Fleiße und wahrhaft teutonischer Ausdauer dem vorgesteckten Ziele entgegenstrebe und im Frieden so unermüdlich arbeite, daß sie neben den Flotten ersten Ranges eine hervorragende Stellung einnehme. Der Commandant des Panzerschiffes Preußen" dankte für die gastliche und liebenswürdige Auf­nahme seitens der österreichischen Kameraden und betonte, daß beide Flotten gemeinsame Interessen und Erinnerungen ver­knüpften ; länger als beide Marinen seien die Nationen selbst verbündet, welche zu Anfang dieses Jahrhunderts Schulter an Schulter standen, und wenn nothwendig zum Ausgange des Jahrhunderts wiederum das Gleiche thun würden. Namens der deutschen Armee und Marine und damit Namens des ganzen deutschen Volkes glaube ich Ihnen ver­sichern zu können, daß wir uns der Bundesgenossenschaft mit Ihnen freuen und daß wir den Befehlen des allerhöchsten Kriegsherrn gemäß und den eigenen Wünschen entsprechend treu zu Ihnen stehen werden in jeder Noch und Gefahr. Der ruhmreichen Wehrkraft Oesterreichs drei Hurrahs!" Der Infanterie - Oberst Munzel brachte Namens des öster­reichischen Heeres einen Gruß an die deutsche Armee zu Land und zu See dar.

Adelsberg, 18. November. Anläßlich des gestrigen Be­suches der deutschen Gäste war die Grotte festlich be­leuchtet, der Eingang mit deutschen und österreichischen Flaggen und dem deutschen Neichswappen geschmückt. Im großen Tanzsaal der Grotte, wo der Namenszug des deutschen Kaisers unter der Krone erglänzte, brachte Wipplinger ein dreifaches Hoch aus den Kaiser Wilhelm aus, welches be­geistert ausgenommen wurde. Die Musikeapelle spielte die Nationalhymne. Im Grottenraume des Belvedere waren die Initialen des österreichischen Kaisernamens mit der Krone bengalisch beleuchtet. Der Capitän Reiche brachte ein drei­faches Hurrah aus den Kaiser Franz Joses aus, welches ebenfalls herzlich erwidert wurde, während die Musikeapelle die österreichische Hymne spielte.

Paris, 18. November. Nachrichten aus Rio de Janeiro zufolge gab der Finanzminister der provisorischen Regierung dem Präsidenten der Nationalbank die Versiche­rn^, daß die provisorische Negierung die eingegangenen Ver­pflichtungen einhalten werde. Die provisorische Regierung zu Dio läßt verlautbaren, daß sie die Ordnung mit allen Mistel^ aufrecht erhalten werde. Angeblich ist ein tele­graphisches Circular an die auswärtigen Regierungen in Vor- bep^isuyg. Die Nachrichten aus den brasilianischen Provinzen seiest de,yz freuen Staude der Dinge günstig, auch Bahia habe sichMHMblik angeschlossen.

Brussel, 18. November. Zwischen der Schweiz und dem Congostaate wurde am 16. dss. Mts. ein Handels- und Niederlassungs-Vertrag unterzeichnet.

Der General-Administrator des Congo- staates, Vaneetvelde, erstattete dem König Leopold einen langen Bericht, worin er alle Maßregeln aufzählt, die im Congostaat zu ergreifen sind, um den Sclavenhandel zu unterdrücken.

Barcelona, 18. November. Im spanischen Theater brach nach der Vorstellung Feuer aus, welches das ganze Ge­bäude ergriff, doch ist glücklicherweise kein Menschenleben zu beklagen.

Petersburg, 18. November. DasJournal de St. Petersbourg" bedauert den Umsturz des Thrones Dom Pedros und sagt, der Kaiser habe während seines wieder­holten längeren Aufenthaltes in Europa Achtung und allge­meine Sympathie durch seine hervorragenden Eigenschaften erworben- allerseits werde das Geschick, welches ihm die Un­dankbarkeit eines Theiles seiner Unterthanen soeben bereitet habe, lebhaft beklagt werden; was Brasilien anbetreffe, so sei zu befürchten, daß das Land für lange Ordnung und Sicherheit verloren habe.

Athen, 18. November. Im Piräus ist das dag geische Fieber wieder von Neuem aufgetreten.

Zanzibar, 18. November. Reichscommissar Wißmann vollendete nach seiner Rückkehr aus dem Innern die Paci- ficirung der Landschaft Useguha. Von vielen Seiten sind Gesuche um Abschluß des Friedens eingelaufen.

Locales uttb provinzielles.

Gießen, 19. November.

* Zur Krankenversicherung. Kürzlich sind int Groß- herzogthum Hessen zahlreiche Strafverfügungen an Landwirthe ergangen, welche es unterlassen hatten, versicherungspflichtige Angehörige (volljährige, im Betriebe ihrer Eltern beschäftigte Söhne :c.) zur Krankenkasse gemäß des Reichsgesetzes, betr. die Krankenversicherung der Arbeiter, bezw. das landwirth- schaftliche Unfall- und Krankenversicherungsgesetz betreffend, bei dem Verwaltungsvorstand anzumeldeit oder durch Vor­lage einesVertrags" zwischen dem Haushaltungsvorstand und dem an sich versicherungspflichtigen Angehörigen (Sohn :c.) die Versicherungspflichtigkeit zu beseitigen. Das Letztere kann nur dann geschehen, wenn die Söhne 2c. zufolge ausdrück­lichen , nicht zum Scheine abgeschlossenen Vertrages einen zweifellosen Rechtsanspruch gegen ihren Vater 2c., bei dem sie beschäftigt sind, auf eine der Bestimmung des § 6 des Krankenversicherungsgesetzes entsprechende und gleichwerthige Unterstützung während 13 Wochen von der Erkrankung an haben. Wenn also die Betreffenden sich nicht weiteren Straf­verfügungen ausfetzen wollen, so müssen sie eben Verträge der bezeichneten Art vorlegen, denen aber auch eine Be­scheinigung der betreffenden Bürgermeisterei beizufügen ist, daß der betreffende Haushaltungsvorstand (Vater 2C.) feinen Vermögensverhältnissen nach zweifellos zur Bestreitung der erwähnten Verpflegllngskosten im Stande ist.

Der VereinSängerkranz" hat gestern Abend durch die treffliche Ausführung eines gut gewählten Programms den zahlreichen Gästen, die an feinerAbendunterhaltung" theilnahmen, einen wirklichen Genuß bereitet. Das Programm versuchte den verschiedensten Anforderungen gerecht zu werden. Es wies nur gute Compositionen von guten Componisten auf und ließ daneben das Volkslied zu feinem Rechte kommen, das doch nun einmal auf der Menschen Gemüther die tiefste Wirkung ausübt. Aber nicht nur der Vocalmusik, die der Verein als solcher pflegt, sondern auch der Instrumentalmusik war ein Platz gegönnt: der Dirigent, Herr Dr. Haym, trug eine Chopin'sche Ballade, das Ständchen von Schubert, dessen Lieblichkeit durch die figurenreiche Lißt'sche Bearbeitung nicht gelitten hat und eine von Brahms figurirte Gavotte von Gluck mit bekannter Meisterschaft vor, die für den Hörer vielleicht nur durch die Akustik des Saales etwas beeinträchtigt wurde. Zu dem Vortrag der ewig schönen Beethoven'schen Violinsonate in F-dur hatte er sich mit Herrn stud. S. vereinigt, der außerdem dieMeditation" von Gounod auf der Grundlage eines B ach'schen Prä­ludiums und ein Schlummerlied von Schumann sauber und mit Empfindung spielte. Der Verein hatte endlich seine musikalischen Damen veranlaßt, die Reichhaltigkeit des Pro­gramms durch einige gemischte Quartette zu krönen. Sie klangen nicht immer ganz rein man gestatte diese Kritik aber sie wurden mit Wärme und Innigkeit vorgetragen und besonders das ergreifendeMädchens Klage" gelang vor­trefflich. Den Leistungen des Vereins selbst darf dieses Prädikat durchweg gezollt werden, von dem einfachenIn einem kühlen Grunde" bis zu dem machtvollenAltdeutschen Schlachtgesang" von Rietz, der in seiner Einstimmigkeit von großer Wirkung ist, und dem feinen MadrigalJägers Morgenständchen" von Senfl (1495 comp.). Die zweiten Bässe besonders dursten sich wirklich hören lassen. Die Aussprache war musterhaft. Vor Allem aber möchten wir die Feinheit der Auffassung hervorheben und damit zugleich dem Dirigenten die verdiente Anerkennung zu Theil werden lassen. Sie zeigte sich vornehmlich in der ausgezeichnet durchgeführtcn Abstufung der Klangwirkungen und in dem sinngemäß variirten Tempo. Das ist aber zugleich ein erfreuliches Zeichen für die Art und Weise, wie hier Dirigent und Verein zusammenwirken. Denn nur einem Dirigenten, zu dem man das Vertrauen hat, daß er die Ab­sichten deS Componisten zur Geltung zu bringen bemüht und dazu im Stande ist, wird man mit vollster Aufmerksamkeit und Hingebung folgen, und nur ein solcher wird darum dauerndes Interesse für die Sache erwecken können; aber auch der Dirigent weiß, daß das Gelingen seiner Intentionen davon abhängig ist, daß ihm das richtige Verständniß ent­gegengebracht wird. Wo Beides in solchem Maße geschieht, wie wir es von demSängerkranz" und seinem Dirigenten sagen können, darf man auch hoffen, daß der äußere Lohn

nicht fehlt, den wir dem Verein in Gestalt einer stets wachsenden Mitgliederzahl wünschen möchten.

In der gestrigen Sitzung des Großh. Landgerichts wurden für die am 9. December beginnenden Sitzungen des Schwur­gerichts der Provinz Oberheffen die Namen der nachverzeich­neten Hauptgeschworenen gezogen: 1) Friedrich Wag­ner in Bönstadt, 2) Julius Bach in Gießen, 3) Ludwig Moll in Grünberg, 4) Adolf Busch in Gießen, 5 Heinrich Waldeck II. in Alsfeld, 6) Konrah Roth in Muschenheim, 7) Karl Berk in Alsfeld, 8) Bälthaser Häuser I. in Steinberg, 9) Leonhard Wenzel in Nieder - Erlenbach, 10) Julius Karl in Grünberg, 11) Karl Junker in Otter­bach, 12) Georg Emil Lang in Alsfeld, 13) Heinrich Schrimpf in Schlechtenwegen, 14) Heinrich Schad eck III. in Lollar, 15) Ludwig Hanner in Büdingen, 16) Jacob Planz in Alsfeld, 17) Wilhelm Mosler in Gießen, 18) Johann Heinrich Münch in Altenstadt, 19) Dr. August Dietz in Gießen, 20) Dr. Heinrich Schudt in Fauerbach, 21) Georg Heinrich Schirmer in Gießen, 22) Johann SchäferII. in Mainzlar, 23) Otto Rullmann in Stamm­heim, 24) Rudolf Ritter in Laubach, 25) Johannes Demme in Hungen, 26) Heinrich Konrad Eckhard in Laubach, 27) Karl Martin Schudt in Dorheim, 28) Hein­rich Sehrt II. in Bernsfeld, 29) Wilhelm Faulstich in Weitershain, 30) Professor Dr. Peter Dettwe iler iu Gießen.

-r Lahnthal-Sängerbund-Fest im Jahre 1890. Bekanntlich wurde beim letzten Bundes-Feste in Biedenkopf die Ab­haltung des nächstjährigen Festes von Seiten der hiesigen zum Bund gehörigen Vereine, demBauer'schen Gesang­verein" und derHarmonie" für Gießen übernommen. Um nun das Fest in einer unserer Stadt würdigen Weise be­gehen zu können, versammelten sich gestern Abend in Steins Garten behufs Bildung eines Comites eine größere Zahl eingeladener Herren aus verschiedenen Berufskreisen, um die nöthigen Vorarbeiten zu beginnen Als Ehrenpräsident wurde Herr Bürgermeister Gnauth, als Festpräsident Herr Ph. Uhl uni) als zweiter Präsident Herr I. Kirch erwählt. Als Schriftführer fungiren die Herren L. Huhn und C. Stohr. Die nun bestimmten einzelnen Ausschüsse bestehen in je einem Musik-, Finanz-, Bau-, Wohnungs-, Wirth- schasts-, Ordnungs- und Vergnügungs-Comitö, sowie einem Preß-Ausschuß. Als engeres Comite fungiren die Herren Präsidenten und Schriftführer, die Vorsitzenden der festgeben­den Vereine, sowie die Obmänner der verschiedenen Aus­schüsse. Ferner wurde beschlossen, den einzelnen Ausschüssen das Recht weiterer Zuziehung geeigneter Persönlichkeiten zu gestatten.

f Am vergangenen Samstag verlor ein armer Straßen­kehrer sein Portemonnaie, enthaltend seinen eben aus der Stadtkasse erhaltenen Lohn im Betrage von 10 Mk. 80 Pf. Ein College desselben fand und behielt das Geld und ver­brauchte es für sich. Anzeige gegen den unredlichen Finder ist erfolgt.

Bei jedem Bahnzuge wird bekanntlich ein kleiner Rettungskasten mitgeführt, welcher Stoffe und Instrumente enthält, um bei einem Eifenbahnunfall den ersten Verband anlegen zu können. Ein größerer Rettungskasten befindet sich auf der Station. Um nun die Eifenbahnbediensteten, besonders das Zugpersonal genügend zu unterweisen, wie bei Unglücks­fällen der Inhalt des Rettungskastens zu verwerthen sei, sind jetzt auf vielen Stationen Jnstructionsstunden eingeführt worden, in welchen die Bahnärzte practifche Unterweisung über die Behandlung der verschiedenen Unfälle und Verletzungen ertheilen.

R. Wieseck, 19. November. Heute Morgen brannte die Scheuer des Landwirths Heinrich Schäfer vollständig nieder. Als die zur Hilfe gekommene Gemeindespritze von Alten-Buseck ankam, war man des Feuers bereits Herr geworden.

Aus der Wetterau, 17. November. Ein schweres Un­glück ist aus Schwalheim zu berichten. Die Dampfdresch­maschine des Herrn Konrad Bender von Griedel arbeitete bei dem dortigen Oeconomen Johs. Fritzel, die Arbeit sollte gestern Mittag zu Ende gehen, als der Besitzer des Werks verunglückte. Die Arbeiter hörten auf einmal einen starken Schlag und gleich stand das im Gang befindliche Werk stille. Beim Nachsehen entdeckte man die Leiche des Herrn Bender, dessen linker, blos noch durch die Kleidung mit dem Körper zusammenhängender Arm durch den Treibriemen an der Trommelwelle befestigt war. Man vermuthet, daß der Riemen durch irgend einen Zufall von der Schüttelwelle abgesprungen ^st und sich um den Arm des daneben stehenden Bender geschlungen hat, der dann durch die sich um ihre Achse bewegende Trommel an den Dreschwagen herangezogen und mit dem Kopfe wider das oben am Niemen- werk angebrachte Brett gestoßen wurde. Der dadurch ver­ursachte Schädelbruch muß augenblicklich den Tod herbei­geführt haben, da der Verunglückte nicht einmal mehr einen Hilfsschrei ausstieß. Der Verunglückte war verheirathet und hinterläßt außer einer Wittwe ein noch nicht schulpflichtiges Kind. Er war erst 36 Jahre alt. Das Abspringen des Treibriemens von der Schüttelwelle soll bei Dampfdresch- maschinen häufig genug Vorkommen, da es an einer dies Ab­springen verhindernden Vorrichtung fehlt. Auf der letzten Ausstellung in Berlin soll ein Apparat ausgestellt gewesen sein, welcher dies Abspringen unmöglich machen soll.

Gedern, 15. November. An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Oberheim wurde heute der hiesige Beigeordnete Herr Karl Nispel VI. mit 265 Stimmen von 301 Ab­stimmenden zum Bürgermeister gewählt.

Schotten, 18. November. Nach hierher gelangter Mit­theilung des Präsidiums der KriegerkameradschaftHassia" werden sich die Kriegervereine an den Einzugsfeierlichkeiten bei dem Besuche des Kaisers in Darmstadt betheiligen. Der Bezirksvorsteher desBezirks-Krieger-Verbandes Vogelsberg"