n.
*'* 6 8,;
«5«»8
'«96411.
"^3 Uh. h«ke. iiiiiiv :a**ffen = ®an b|»t
9306
jp'
8
Z
*' uebeu der Fisch,
^achtungsvoll
d Fuckert
S S 3830 2f02& SOtzO
96.00
93.1" 7310 663"
.gung. Herr« Dr. med- homöopathischer Ärztin
!Me ich Ihnen im vor. Jahre besuche schon mittheiite, Mich en an Flechten, welche, sich im it immer mehr verschlimmer, h zeitweilig nicht im Stande n und ich mit fünf HBunben eines S-MrWckes an einem n tarn, um ßülfe zu suchen, den hies. und and. Ärzten konnte- Da ich nun durch M also bereits W. zwar vollst-, statte ich Ihnen rochm. m. herzl. Dank ab und sie im Interesse ährch Leiden- m. Danks, den weitgehendsten machen. MS rft. Hochachtungsvoll lum, Düsseldorterstraße 81-
t unschädlichen Mitteln durch ohne Bandage arbeiten l«derm.,Triet>ersriedb. £ Lmdau; A. Schwarz, Motchure: „Die Unter, gen bester Constructian ist in :__
den Monates
[8490 u treffen. Manadressire: Meenstraße 11.
’!? Soldat
ent^ -•****
ge8> -
nl*
Nr. 271.
Mittwoch den 20. November
1889.
Der
Hießeurr -«-eigrr erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener
Aamitien ß tätt<c werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Vierteljähriger AöonnementspreiH:
■2 Mark 20 Pfg. nut Bringerlohn.
Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Spedition und Druckerei:
Schuksir«ße Ur.7.
Fernsprecher 51.
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erschetnenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
HraüsSeisage: chießener Iamilien6kätter.
Aintlichev Theil.
Bekanntmachung,
die Abhaltung landwirthschastlicher Vorträge betreffend.
68 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß
1) Sonntag den 24. November L I, Nachmittags 3 Uhr, Herr Landwirthschastslehrer Spieß zu Alsfeld einen Vortrag „über Aufzucht und Fütterung von Zucht-, Milch- und Mastvieh" in dem Saale des Herrn Gastwirths Karl Kliebe zu Londorf;
2) Sonntag den 1. Deeember L I., Nachmittags 3 Uhr, Herr Landwirthschastslehrer Leit Higer in Alsfeld einen Vortrag „über Schweinezucht" in dem Saale des Herrn Gastwirchs ChristianWagnerin (Mia» berg abhalten werden.
Alle Mitglieder des landwirthfchastlichen Vereins und der landwirthfchastlichen Localvereine und alle Freunde der Land- wirthfchast werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen
Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen die Vorträge abgehalten werden, sowie die der benachbarten Orte werden hierdurch ersucht, aas möglichst zahlreichen Besuch der Versammlungen hinzuwirken.
Gießen, den 19. Ottober 1889.
Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen- Jost, Regierungsrath.
politische U^bevsicht.
Gießen, 19. November.
Die immer wieder ihre Runde durch die Tagespresse machenden Gerüchte über die baldige Ausschreibung der Reichs- tagswahlen können nur als Vermuthungen bezeichnet werden, da sie einer thatsächlichen Unterlage bis jetzt entbehren. Es geht dies aus einer hochosficiösen Mittheüung in der „Nordd. Allg. Ztg." hervor in welcher die Nachricht von einem aus die Reichstagswahlen bezüglichen Schreiben an die Bundesregierungen für vollständig unwahr erklärt und die Meinung ausgesprochen wird, der Wahltermin könne jedenfalls erst daun anberaumt werden, wenn sich der Zeitpunkt für die Beendigung der gegenwärtigen Reichstagsarbeiten einigermaßen übersehen lasse. Vorläufig läßt sich indessen hierüber noch gar nichts Bestimmtes sagen und höchstens das Eine könnte man mit einiger Sicherheit behaupten, daß der Reichstag mit seinen Geschäften bis Weihnachten vermuthlich nicht fertig werden wird, so daß alle Erörterungen über den Termin für die kommenden Neuwahlen vorerst als verfrüht erscheinen.
Die Veränderungen, welche in der Socialistengefetz- Commission des Reichstages bislang an der Vorlage vorgenommen worden sind, beziehen sich im Wesentlichen aus solgende Punkte: Erstlich soll die Beschwerde gegen das Verbot des ferneren Erscheinens einer periodischen Druckschrift aufschiebende Wirkung haben, Zweitens sollen die Verhandlungen der Beschwerde-Commission öffentliche sein und Drittens soll sich der Beschwerdeführer hierbei des Beistandes eines Rechtsanwaltes bedienen dürfen. Was die Bestimmungen über die Zusammensetzung der Beschwerde-Commission anbelangt, so ist es bei den Vorschlägen des Regierungsentwurses gebliebender Antrag des nationalliberalen Abgeordneten Kulemann, einen besonderen Reichsverwaltungsgerichtshof zur Entgegennahme und Prüfung der Beschwerden gegen die Ausführung des Socialistengesetzes einzusetzen, wurde abgelehnt. Am Montag trat der Ausschuß in die Erörterung der Bestimmungen über die Ausweisungsbefugniß ein und wird sich allem Anschein nach die Frage der Ausweisung zu dem entscheidenden Punkte für das Schicksal des ganzen Gesetzes gestalten.
Von dem angeblichen Vorhaben des Fürsten Bismarck, nächstens von Friedrichsruh nach Berlin zu kommen und sich an den Reichstagsverhandlungen zu betheiligen, ist es wieder ganz still geworden. Vorerst scheint sich der Reichskanzler ganz in die Einsamkeit seines lauenburgischen Landsitzes vertiefen und seine Vertretung im Parlamente vollständig Herrn von Bötticher überlassen zu wollen. Es schließt dies aber nicht aus, daß der Kanzler eines schönen Tages doch in Berlin erscheint, wenn ihm der Gang der parlamentarischen Verhandlungen ein persönliches Eingreifen in dieselben als räthlich erscheinen lassen sollte, zumal sich Fürst Bismarck derartige Ueberraschungen schon öfters „geleistet" hat.
Aus Ostafrika liegen über die Annäherung der Colonne Emin Paschas und Stanleys an das deutsche Interessengebiet noch immer keine weiteren Nachrichten vor, obwohl schon vor Wochen Mitte November als der wahrscheinliche Zeit
punkt des Eintreffens der Colonne in Mpwapwa bezeichnet wurde. Es sind mancherlei Möglichkeiten Ifür die Verzögerung des ferneren Vormarsches der beiden Aafrikahelden vorhanden, wie Kämpfe mir den nachdrängenden Mahdisten oder mit feindlichen Eingeborenen, Terrainschwierigkeiten und Verpflegungs- und Transporthindernisse und muß man vorläufig das Weitere abwarten. Inzwischen geschieht auch von englischer Seite Alles, den Heranziehenden zu Hilfe zu kommen, nachdem in dieser Beziehung schon der deutsche Reichseommissar Hauptmann Wißmann tüchtig vorgearbeitet hat. Von der britisch-ostafrikanischen Gesellschaft wird eine größere Expedition ausgerüstet, welche spätestens Anfang Dezember aufbrechen und unter Führung von George Mackenzie Emin und Stanley entgegenziehen soll. Uebrigens ist seltsamer Weise auch über die Katastrophe der Peters'schen Expedition noch immer nichts Näheres bekannt geworden.
Deutsche» Reich.
Darmstadt, 18. November. Zum bevorstehenden Besuche des Kaisers, dem nun für die Tage des 6., 7. und 8. Deeember mir Bestimmtheit entgegengesehen wird, hat sich betreffs der Empsangsvorbereitungen ein provisorisches Comitäe gebildet, von welchem die Heranziehung aller hiesigen Gesangvereine mit Fahnen zur Spalierbildung und die Abhaltung einer Abend - Serenade auf dem Paradeplatz, mit welcher höchst wahrscheinlich ein Fackelzug verbunden werden wird, in Aussicht genommen ist. Näheres wird auf einer dieser Tage stattfindenden Versammlung sestgestellt werden. Für morgen ist eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordnetcn- Versammlung anberaumt, deren einziger Gegenstand der Tagesordnung die Besprechung über die von der Stadt zu treffenden Empfangsfeierlichkeiten bildet. Das Großh. Hoftheater rechnet für drei Abende auf den Allerhöchsten Besuch- für einen Abend ist eine Oper, für den zweiten ein Schauspiel und für den dritten Abend ein „gemischter" vorgesehen. Als Schauspiel ist bereits „Colberg" von Heyse bestimmt- im Uebrigen ist die Wahl noch nicht definitiv getroffen. Im Parke der Fasanerie werden Vorbereitungen zu einer Jagd getroffen und ist der Park schon seit einigen Tagen gesperrt.
Deutscher Reichstag.
17. Plenarsitzung. Montag den 18. November 1889, 1 Uhr.
Haus und Tribünen sind spärlich besetzt.
Am Tische des Bundcsraths: Dr. v. Bötticher u. A.
Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: I. Das Mandat des Abg. Dr. Bürkli n (nl.) wird als durch dessen Ernennung zum Hof-Theater-Jntendanten in Karlsruhe nicht erloschen erachtet. II. Sodann wird die zweite Etats- berathung fortgesetzt mit dem Special-Etat des Reichsamts des Innern.
Abg. Richter (df.) bittet die Aufhebung der Zweig lime Sidney-Samoa, welche der Norddeutsche Lloyd mit Subvention des Reiches eingerichtet hat, herbeizuführen. Die Hoffnungen, welche man an diese Linie knüpfte, die in Verbindung mit der Colonialpolitik stehen, haben sich in keiner Weise erfüllt. Die Ernüchterung in der Colonialpolitik ist eingetreten, an eine Annexion von Samoa wird nicht mehr gedacht. Die Linie ist weder commerziell noch finanziell zu motiviren.
Abg. Brömel (dsr.) glaubt, daß auch die ostasiatische Linie nach Shangai nicht rentabel ist.
Staatssecrerär Dr. v. B ötti ch er: Der Reichstag werde keinen Grund haben, mit dem Ergebniß der beiden angefochtenen Dampserlinien unzufrieden zu sein. Der Export hat sich in den letzten drei Jahren erheblich vermehrt und werde sich in Zukunft noch weiter heben. Schon heute finden sich zahlreiche Bittsteller, welche die Einrichtung weiterer neuer Linien wünschen. Wir wollen uns am Schluffe der fünfzehnjährigen Frist, für welche die Subvention bewilligt ist, wieder sprechen und dann einmal sehen, ob und was die Subvention unserem Export genützt Hal. Die Samoa-Linie hat vorwiegend ein politisches Interesse für unsere Politik in der Südseej zur Zeit kann ich die Aufhebung dieser Linie nicht in Aussicht stellen.
Abg. Bamberger (dsr.) ist erfreut über die Bereitwilligkeit des Herrn Staatssecretärs, statistische Daten über den Handelsverkehr mit dem Auslande zu geben. Nach fünfzehn Jahren werde ja hoffentlich die Ausfuhr zugenommen haben, aber ob infolge der Dampfer-Subvention, das sei doch fraglich. Redner wünscht weiter zu wissen, ob man dem Norddeutschen Lloyd das Anlaufen in einem Hafen Coreas zur Pflicht gemacht habe.
StaatssecretärDr. v. Bötticher: Nähere Untersuchungen haben das Anlaufen der Schiffe subvenrionirter Linien in einem coreanischen Hasen nicht nothwendig erscheinen lassen.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Abg. Gebhard (nl.): Die Linie Bremen-Sidney pro- sperire sehr gut.
Abg. Richter (bfr.): Das trifft durchaus nicht zu. Die Linie Bremen-Sidney nützt am meisten den englischen Auswanderern, die nach den australischen Colonieen gehen und schädigt die heimische Wollproduction durch Einfuhr billiger australischer Wolle. Da der Verkehr mit Corea nur gering ist, so werden wir uns überlegen müssen, ob wir nicht den hochbesoldeten General-Consul fiir Corea im Etat absctzen.
Abg. v. Helldorff (cons.): Das Land stehe in Bezug auf die Dampfer-Subvention nicht auf Seite des Abg. Richter.
Abg. Richter beantragt, die Regierung wolle dahin wirken, daß unter Aushebung der Linie Sidney-Samoa eine angemeffene Verminderung der Reichssubvcntion herbeigefilhrt werde.
Abg. Dr. Windthorst (Ctr.) ist zwar auch der Meinung, daß man controliren müsse, ob die bewilligten Gelder richtig verwandt werden, er kann aber nicht für den Antrag Richter stimmen.
Der Antrag Richter wird hierauf der Budgetcommission zur Vorberathung überwiesen.
Der Titel „zur Unterhaltung deutscher Postdampferverbindungen 4,400,000 M." wird bewilligt.
Bei dem Titel „Ueberwachung des AuswanderungSwesens 12,000 M." wünscht Abg. Lingens (Ctr.) die Vorlegung eines Auswanderungsgesetzes.
Abg. Hammacher (nl.) wünscht statistische Aufnahmen über die Berufsstellung der Auswanderer.
Der Titel wird bewilligt.
Beim Titel „Statistisches Amt" bemängelt Abg. Brömel (dfr.) die Nichtigkeit der statistischen Aufnahmen.
Staatssecretär Dr. v. B ö t t i ch e r: Gerade um sachkundige Männer für die statistische Aufnahme zu gewinnen, fordert der Etat eine höhere Summe für Besoldungen. Es wird dann möglich sein, die vom Vorredner gerügten Mängel abzustellen.
Abg. Dr. Baumbach (dfr.) findet beim statistischen Amt die Zahl der Hülfsarbeiter gegenüber den etatsmäßigen Beamten zu gering und bittet hierin Remedur eintreten zu lassen.
Staatssecretär Dr. v. Boetticher dankt für diese Anregung - es bleibt aber zu überlegen, daß als Hülfsarbeiter vielfach Pensionäre beschäftigt werden, denen man diesen Verdienst nehmen würde, wenn man sie etatsmäßig anstellen wollte- trotzdem soll die Angelegenheit ins Auge gefaßt werden.
Der Titel wird bewilligt.
Beim Kapitel „Gesundheitsamt" liegt vor ein Antrag Barth (dfr.), die Regierung zu ersuchen, die Aufhebung des Schweine-Einfuhrverbotes an der dänischen Grenze zu veranlassen.
Abg. Dr. Virchow (dfr.) befürwortet diesen Antrag. Die Seuche in Dänemark sei erloschen. Auch sei ohne einen gewissen Gewaltact nicht nachweisbar, daß in Rußland stets diese Seuchenheerde vorhanden sind. Man hat früher behauptet, daß in Holland der Heerd der Lungenseuche sei. Nun ist es Holland gelungen, sich seuchensrei zu machen, während wir unfern wohlgepflegten Seuchenheerd in der Provinz Sachsen haben. In Steinbruch besteht eine sehr strenge und zuverlässige Beobachtungsstation und wir haben die Dinge zu weit getrieben, wegen der Zärtlichkeit der Regierung gegen die Agrarier, aber zu deren eigenen Schaden. Unter diesen Umständen empfiehlt es sich dringend, das Einfuhrverbot an der dänischen Grenze aufzuheben.
StaatssecretärDr. v. Boetticher bittet, denAntragBarth abzulehnen. Die Einfuhrverbote waren im Interesse der heimischen Viehzucht dringend nöthig. Die Gefahr ist heute noch ebenso dringend, wie sie im Juli war. Wir beobachten die Ergebnisse der Schlachtungen in den Nachbarländern sehr genau. Tausende von Gemeinden sind in Oesterreich und Ungarn von der Maul- und Klauenseuche heimgesucht, die von dort bei uns eingeschleppt wurde. Auch in Steinbruch ist die Seuche ausgebrochen und es wird mich freuen, wenn dort die Seuche unterdrückt wird. In Dänemark war 1887 eine Schweineseuche ausgebrochen, welche wahrscheinlich identisch ist mit der amerikanischen Schweine-Cholera; diese Seuche ist auch jetzt dort noch nicht erloschen, und es ist deshalb nicht möglich, die deutschen Grenzen dem dänischen Schweine- Import zu öffnen, da diese Seuche verheerende Wirkungen für den deutschen Nationalwohlstand haben würde. Die Nachtheile, welche die Einfuhr haben würde, sind viel größer als diejenigen, welche das Verbot zur Folge gehabt hat. Die Steigerung der Fleischpreise ist bei uns noch nicht einmal die größte- sie ist in anderen Staaten noch höher als bei uns. Das Ausfuhrverbot ist nicht der alleinige Grund der Preissteigerung- diese beruht auf anderen allgemeinen


