Das neue (Sa bin et ist
Der Kaiserbesuch hier
suchen
habe", ewig an dem guten Director hasten.
Wein-
Ueber-
— In einem burgundischen Dorfe wollten die bauern ihrem Pfarrer zu seinem Geburtstage eine
Bukarest, 17. November, heute vereidigt worden.
Darmstadt, 18. November.
raschung bereiten; die braven Leute beschlossen, eine auf dem Pfarrhose liegende leere Weintonne Nachts heimlich mit feinem Wein zu füllen- Jeder sollte so viel hineingießen, als auf seinen Antheil kam. Der Tag des Festes war da, allgemeiner Jubel. Begeisterungsvolle Reden. Jeder hält schon sein Glas hin, die Wirthschasterin Öffnet den Hahn und siehe da, klares Wasser läuft heraus! — Jeder der braven Bauern hatte geglaubt, es würde nicht zu merken fein, wenn er unter so viel Wein seinen Antheil spare und hatte statt des Rebensaftes Pumpenheimer hineingegossen.
Locales unb provinzielles.
Gießen, 18. November.
— Die Rudergesellschaft hält wie in früheren Jahren anch diesen Winter jeden Donnerstag Abend ihre Zusammenkünfte im Cafe Ebel ab und erfreuen sich dieselben einer- zahlreichen Betheiligung- kommenden Donnerstag wird Herr- Architekt Mayer einen eingehenden Vortrag über das zu erbauende neue Boot- und Gesellschaftshaus halten, die bezüglichen Pläne und Entwürfe vorlegen und erläutern. — Für die Wintersaison wurde in der letzten General-Versammlung die Abhaltung von 3 Festlichkeiten beschlossen und zwar findet am 7. December im Saale des Hotel Einhorn ein Familienabend statt, im Januar wird das Stiftungsfest durch einen Herrenabend mit Festessen im Cafe Ebel gefeiert werden und gegen Fastnacht eine humor.-carneval. Damensitzung den Schluß der Saison bilden. —
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Triest, 17. November. Eine größere Anzahl von Offizieren des hier ankernden deutschen Geschwaders hat heute früh mit dem deutschen Viceconsul und anderen hervorragenden Persönlichkeiten einen vom Viceadmiral v. Wip- linger veranstalteten Ausflug nach der Adelsberger Grotte unternommen.
Paris, 17. November. Nach hier eingegangenen Telegrammen aus Rio de Janeiro wird der Kaiser in seinem Palais gefangen gehalten und hat auf die Anzeige, daß er des Thrones entsetzt sei, aber eine Dotation erhalten werde, erwidert, er werde nur der Gewalt weichen. Die Mehrzahl der Provinzen scheint der Gründung einer Förderativrepublik zustimmen zu wollen. Der Finanzminister hat erklärt, alle Verträge und Abmachungen würden aufrecht erhalten werden. Die Bevölkerung verhält sich ruhig. Der Handel ist gelähmt.
Ministerium hat demissionirt. Der bisherige Marineminister Ladaris ist von Soldaten, die an der Empörung theilnahmen, schwer verwundet worden.
Rio de Janeiro, 16. November. Das provisorische Ministerium soll folgende Zusammensetzung haben: Theodor Fonseca, Ministerpräsident und Minister ohne Portefeuille - Aristide Lobo Inneres - der Journalist Quiutin Bacayura Aeußeres- döx Deputirte Dr. Barboza Finanzen - Campos Salles Justiz- Benjamin Constant Krieg- Coutre- admiral van der Holz Marine- Demetrio Ribetro, Ackerbau. Die Kammer ist aufgelöst, der Staatsrath abgeschafft. In der Stadt herrscht Ruhe.
Rio de Janeiro, 16. November. Die provisorische Regierung hat heute Mittag ein Manifest erlassen, in welchem sie die Monarchie für abgeschafft erklärt und ihre Absicht kundthut, jede Unordnung vermeiden zu wollen. Das Manifest erklärt ferner, die provisorische Regierung habe aus den einzelnen Provinzen Brasiliens zahlreiche Zustimmungs- und Anerkennungs-Erklärungen erhalten. Der frühere Präsident des Ministerraths ist verhaftet worden. Der Kaiser soll, wie es heißt, mit der größten Rücksicht behandelt werden.
— Die hier ausgebrochene aufrührerische Bewegung findet nicht im ganzen Lande Anklang. Die Provinz Bahia steht derselben feindlich gegenüber.
— Wie es heißt, werden der Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie sich morgen nach Europa einschiffen.
Berlin, 16. November. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erklärt die Blättermeldung, daß bereits ein aus die Reichstagswahlen bezügliches Rundschreiben an die Bundesregierungen gerichtet sei, als durchaus unzutreffend: es sei schon um deßwillen unglaublich, weil die Bestimmungen für den Wahltermin nicht früher getroffen werden können, als bis es übersehbar sei, wenn der gegenwärtige Reichstag seine Arbeiten erledigt habe.
Potsdam, 16. November. Der heute Mittag stattgehabten Vereidigung der Rekruten des ersten Garde-Regiments zu Fuß in der hiesigen Garnisonkirche und dann in der katholischen Kirche wohnten Se. Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, die Prinzessin Friedrich Leopold und die Erb-Prinzessin von Hohenzollcrn, sowie die Potsdamer und Berliner Generalität und einige fremde Militärattaches bei. In der Garnisonkirche hielt der Hofprediger v. Hase, in der katholischen Kirche der Erzpriester Beyer die Predigt. Nach der Vereidigung in der Garnisonkirche fuhren Ihre Majestät die Kaiserin mit den übrigen Damen nach dem Regimentshause des 1. Garde-Regiments, um dort einen Imbiß einzunehmen und begaben sich dann nach der katholischen Kirche. Nach der Vereidigung fuhr Se. Majestät der Kaiser nach dem Casino seines Leib-Garde-Husarenregiments zum Frühstück.
Straßburg i. E., 16. November. Der Gemeinderath von Straßburg wählte mit 21 von 23 Stimmen den Beigeordneten Hochapsel zum Vertreter der Stadt Straßburg in den Landesausschuß. Hochapsel ist Altdeutscher und vor 1870 hierher eingewandert. Durch seine Wahl erhöht sich die Zahl der Altdeutschen im Landesausschusse auf drei.
Ausland.
Pola, 16. November. Se. K. H. der Prinz Heinrich von Preußen besichtigte gestern das Seearsenal und besuchte das Kriegsschiff „Kronprinzessin Stephanie", sowie das Artillerieschiff „Novara", wo Exereitien der Mannschaften stattfanden. Gestern Abend fand in dem Marinecasino ein Galadiner statt, bei welchem der Hafenadmiral Baron Pitner einen Toast auf Sc. Majestät den Kaiser Wilhelm ausbrachte. Se. K. Hoheit der Prinz Heinrich gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß ihm durch die Gnade des Kaisers Franz Josef und nach dem Willen seines Kaisers und Königs vergönnt sei, die österreichischen Offiziere als Kameraden begrüßen zu können, erinnerte in warmen Worten an den zwischen Oesterreich und Deutschland bestehenden Bruderbund und schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser Franz Josef. Beide Toaste wurden mit stürmischem Jubel ausgenommen.
Haag, 16. November. Gestern ist hier ein Abkommen mit Deutschland zum Schutze junger Mädchen gegen Verkuppelung unterzeichnet worden.
Paris, 16. November. Deputirte n kämme r. Bei der heute vorgenommenen Wahl der definitiven Bureaus wurde Floquet mit 383 von 400 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Kammer gewählt.
London, 16. November. Der Western Brasilian Telegraph Company wird aus Rio de Janeiro gemeldet, daß der Auf st and des Militärs sehr bedeutend ist- der Marine- minister liegt schwer verwundet darnieder- die Verkaufsläden sind geschloffen. Wie verlautet, ist die Republik proclamirt mit Theodors Fonseca als Präsident. Die neue provisorische Regierung garantirte die Sicherheit der Kaisersamilie. Die öffentliche Sicherheit ist nicht bedroht.
Konstantinopel, 16. November. Der Sultan verlieh dem deutschen Botschafter v. Radowitz als Beweis seiner hohen Anerkennung für die Verdienste des Botschafters bei Gelegenheit der Kaiserzusammenkunft den Medschidie - Orden erster Klaffe in Brillanten, ließ demselben die hohe Ordens- decoration durch den Minister des Innern Munir Pascha überreichen und empfing den Botschafter daraus in Audienz. Der Botschafter von Radowitz tritt Montag eine Urlaubsreise an.
Rio de Janeiro, 16. November. Das gesammte
zeihen, daß ihn derselbe so geopfert. Dafür blieb allerdings „der Esel, der beim Herrn von Schiller nichts zu
so kommen Sie doch!") .... alle Ehren (schreitet der Stufe zu und legt pathetisch die Hand auf Schillers Büste) . . . auf dieses geweihte Haupt zu . . ." Bums! ging es in der selbigen Minute.
Ein Knall, eine fürchterliche Staubwolke, zwei filzbesockte Beine in der Luft . . . und vom Redner keine Spur mehr zu sehen.
Das verhängnißvolle Stichwort war gefallen, der gefürchtete Moment, eingetreten, den der Theatermeister, ohne es verhindern zu können, bängiglich sofort vorausgesehen hatte: die gefährliche Stufe, auf welche sich der Director jetzr gestellt hatte, um mit einer nicht ungeschickt erkünstelten Grandezza herab vom erhabenen Standpunkte die Schlußworte in den Zuschauerraum hinauszudonnern, war unter ihm zusammengebrochen und zusammen mit dem gleichfalls auf sehr schwankem Grunde ruhenden Schltterpostament, an das sich der ins Stolpern Gerochene festzuklammern versucht hatte, war er seiner ganzen Länge nach aus die Bühne gestürzt, während die Büste Schillers, mit lautern Krach in tausend Granatsplitter zerberstend, vor ihm herkugelte.
Mit derselben Schnelligkeit, wie sich dies alles auf der Bühne zutrug, folgte nun auch die Wirkung im Zuschaner- raume. Ein Lachorkan, vermischt mit Johlen, Rufen, Klatschen, Klopfen, brach jetzt los, ein Lachorkan, wie er in Zürich nie gehört worden war.
Herwegh, der unmittelbare Zeuge der wunderbaren Scene, lachte nicht mehr, er schrie, er brüllte: „Einen Stuhl!" ries er, „einen Stuhl! oder ich Platze!" und sich kramshast windend, lief er davon.
Allein, in dumpfer Zerknirschung, lag dicht vor dem inzwischen niedergelassenen Vorhang das unglückliche Opfer der Katastrophe, der Herr Director, umgeben von den Trümmern der zerkrachten Schillerbüste. Endlich erbarmte sich der Re-
selbst ist für den 6., 7. und 8. December festgesetzt.
Darmstadt, 18. November. Der practische Arzt Dr. Balser in Gießen wurde zum Kreisassistenzarzt für den Medicinal- bezirk Gießen ernannt.
Rio de Janeiro, 18. November. Der Kaiser von Brasilien reist heute nach Europa ab.
Lissabon, 18. November. Die portugiesische (Sorbette Bartolomes Diaz erhielt den Befehl, nach Brasilien zu gehen.
-m. Theater. „Die Lieder des Musikanten", Volksstück mit Gesang in 7 Bildern von Rudolf Kneisel. Zunächst haben wir die angenehme Aufgabe, uns eigenhändig vor den Lesern des „Gießener Anzeiger" moralisch ein bischen hinrichten zu müssen. Wir hatten am Freitag der Kritik einige Worte der Freude über die Wahl des Sonntagsstückes zugefügt und dann einige Bemerkungen über Tendenz, Ton und Inhalt der „Lieder des Musikanten" gemacht, die, wie die Besucher der Sonnragsvorstellung erkannt haben werden, nur zum Thcil zutreffen. Der Grund liegt in der Verwechselung und irrthümlichen Verquickung des Stückes unsers Referat- mit irgend einem andern, dessen Namen wir augenblicklich nicht anzugeben vermögen. Wir bitten um gütige Entschuldigung des Versehens. In Wahrheit wird in den Liedern des Musikanten ein Bauernsohn gezeichnet, den der göttliche Funke der Tonkunst in seiner Brust aller Verachtung und aller Schmach zum Trotz in die weite Welt treibt, in der er sich mit seiner Geige die Liebe der Menschen, Ruhm und Reichthum erwirbt, ohne daß er sein warmes Herz, seine Bescheidenheit und Einfachheit einbüßt, und der vermöge dieser Eigenschaften und vornehmlich kraft seiner herrlichen Kunst zwei Lebensmüde dem Leben wieder gewinnt, aus ihrem Herzen den Haß, der seine ganze Familie ins Unglück zu stürzen droht, bannt und sie die Wahrheit jener Forderung erkennen läßt, die der Dichter in den Worten ausspricht:
Ach lieb’, so lang' Du lieben kannst, Ach lieb’, so lang' Du lieben magst, Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da Du an Gräbern stehst und klagst.
Unleugbar ist diese Grundlage des Stückes eine hochpoetische, sicherlich bauen sich auf ihr eine Reihe trefflicher und schöner ©eenen auf, erheben sich von ihr scharf und lebenswahr gezeichnete Charactere. Aber andererseits darf nicht verschwiegen werden, daß sich unter den Körnern auch reichlich Spreu findet. Wunderbarer Weise hat Rudolf Kneisel, der eine ganze Serie ungemein komischer und amüsanter Schwänke an's Licht gebracht hat, und von dem darum doch eher zu erwarten stand, er werde sich mit den heiteren Situationen und Charakteren besser als mit den ernsten abfinden, gerade in Bezug auf die ersteren, ziemlich fehlgegriffen. Während die sentimentalen Stellen durchweg gut gerathen sind und zum Theil wirklich ergreifen, ist die Komik so derb, fehlen die belustigenden Späße, die man sonst von Kneisel gewohnt ist, so völlig, daß man ohne Weiteres das Stück seinem Autor gewiß nicht vindizieren würde. Die beiden Gegenpole in dem angegebenen Sinne sind das wahrhaft poetische zweite Bild und die abgeschmackte Figur des Ehrhard Winter, die geradezu eine Carricatur ist. Man denke nur an die Scene, in der er geschlagene drei Male mit seinem ganzen Gepäck auftritt! Die Vorstellung war je nach den Personen der Mitwirkenden keine in allen Bildern gleichmäßig zufriedenstellende. Als am meisten gelungen und in seiner poetischen Wirkung am reinsten und nachhaltigsten kann man wohl eben das erwähnte zweite Bild nennen, Dank dem ergreifenden Spiel der Frau Director Reiners und der packenden Darstellung des Herrn Jaskowski. Dieser letztere als Held der Titelrolle verdient überhaupt für die Wiedergabe seiner äußerst sympathisch angelegten Rolle volle Anerkennung, während Frau Anni Reiners ihre wesentlich kleinere Parthie (Christine Winter) mit all dem Liebreize ausstattete, der ihr in so hohem Maße eigen. Recht gut war weiter Fräulein Maas, die wir nur immer wieder bitten möchten, langsamer zu thun- häufigeres Versprechen ist sonst ganz unvermeidlich. Es besitzt eben nicht jeder und jede die reizende Beredtsamkeit der Frau Anni Remers, die auch bei fließendem Redestrom jedes Wort und jede Silbe vollkommen schön, verständlich und ausdrucksvoll zu sprechen versteht. Vater und Sohn Winter, repräsentirt durch die Herren Frank und Ullrich, können zusammen behandelt werden. Beide zeigten geftern mehr wie je, daß sie das Zeug haben, eine charakterische Darstellung zu Wege zu bringen. Aber beiden mangelte die nöthige Beherrschung der Worte, und das drückte die Leistung dann wieder herunter. Namentlich von Herrn Frank glauben wir, daß wir ihn unter den Protagonisten aufzählen könnten, wenn er unfern Winken besser Folge leistete. Ihm gegenüber heben wir Herrn von Gallas mit allem Lobe hervor. Die Verkörperung des leidenschaftlichen und sentimalen Jost gelang ihm
I gam ausnehmend und war oft von erschütternder Wirkung. I Die undankbare und wenig geistvolle Rolle des Herrn Nelke konnte zum Beifall nur infolge der famosen Wiedergabe durch Herrn Reiners reizen. Ganz an ihrem Platze war Frau Jaskowski als Frau Werner. Das Röllchen der Käthe gehört zu den gänzlich Vorbeigelungenen in dem Stücke, brachte aber Fräulein Panli immerhin einen ziemlichen Lacherfolg. Der größte Succeß des Abends, wenigstens von Seiten derjenigen, die das Schauspiel vom höchsten Stand punkte aus betrachteten und beurtheilten, fiel den Freunden Puff, Christian, Niklas und Klaus in den Schoß. Objekt wahrhaft begeisterter Ovationen war auf Anregung irgend eines besonders Witzigen auch Herr Lerch, der das leider diesmal anderwärts beschäftigte Orchester am Pianino mit
I sehr gewandtem und fertigem Spiel ersetzte.
- Genossenschaftliches. Dem Verbände der Erwerbsund Wirthschafts-Genossenschaften der Provinzen Starkenburg und Oberhessen (Verbandsvorstand ist Volks- I bankdirector Bernhardt in Darmstadt) ist mittelst Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz das Recht zur Bestellung des Revisors nach Maßgabe der Bestimmungen des Reichsgenossenschaftsgesetzes ertheilt worden. Von O b e r h e s s i s ch e n eingetragenen Genossenschaften sind jetzt 12 Vereine dem Verbände beigetreten und findet auf deren Veranlassung nächsten Mittwoch, den 20. No- I bember, Nachmittags 2 Uhr im Cas 6 Balzer zu Gießen eine Versammlung statt. Herr Director Bernhardt wird über das neue Gesetz und die durch dessen Bestimmungen den Genossenschaften erwachsenden Aufgaben einen Vortrag I halten, und die Befugnisse, sowie Obliegenheiten des Re
gisseur und half ihm auf. Er schien total geknickt. „O, ich Esel!" keuchte er aus matter Brust hervor, und auf den Arm des Regisseurs gestützt, wankte er gebrochen durch die Mitte ab.
Es dauerte lange, bis die immer wieder von Neuem im Publikum losbrechenden Lachsalven sich endlich zu legen begannen. Welche Stimmung unter diesen Umständen für die nunmehr folgende Festvorstellung übrig blieb, kann man sich denken. Mit wahrhaftem Heroismus versuchten die Darsteller sich Aufmerksamkeit zu erkämpfen- es war unmöglich. „Wilhelm Tell" war zum Lustspiel geworden.
Als der Theaterdirector am nächsten Morgen auf seiner Canzlei erschien, war er noch völlig zerknirscht. Selbst das glänzende Kassenresultat des Festabends vermochte ihn augenblicklich nicht zu trösten. Er konnte es Herwegh nie ver-


