Leipzig, 14. Mak. [Strifeberoegunß.] In einigen Gewerbebetrieben ist zur Zett hier eine Bewegung im Gange, welche auf Erzielung höherer Xiöbne gerichtet ist- Die Schmiedegesellen striken in der Mehrheit und die Kupferschmiedegesellen bereiten einen Strike für den Fall der Ablehnung ihrer Forderungen vor. Nichts Neues ist es, datz auch die Maurergesellen heute einen partiellen Strike in Scene gesetzt haben, denn in den letzten Jahren war es regelmäßig alsbald nach Eröffnung der Bauperiode der Fall, daß die Maurer, denen immer weitere Zugeständnisse gemacht wurden, ihre Ansprüche fortwährend höher schraubten. Die hiesigen Meister hatten sich freiwillig zu einem Lohnsätze bis zu 45 $ pro Stunde herbetgelassen; jetzt verlangen die Maurer durchweg 48 H pro Stunde. In einer gestern Abend abgehaltenen, überaus zahlreich besuchten Maurerversammlung wurde der Beschluß gefaßt, sofort und von heute an auf allen denjenigen Werkplätzen die Arbeit einzustellen , wo nicht 48 Lohn pro Stunde gezahlt wird.
— Aus dem Oberbergamtsbezirk Dortmund, 15. Mat, geht der „K. Ztg." von einer Anzahl von Gafthofsbesitzern mit der Bitte um Abdruck eine längere Darlegung zu, der wir Folgendes entnehmen: In Folge der vielen übertriebenen Mittheilungen, welche einige Zeitungen in den letzten Tagen über die Arbeiterbewegung im rheinisch-westfälischen Bergwerksbezirke gebracht haben, herrscht unter den auswärtigen Geschäftstretbenden leider der Glaube, es seien Zustände ausgebrochen, die jeden Besuch der Gegend von Dortmund, Bochum, Essen, Gelsenkirchen u. s. w. gefährdetm und unmöglich machten. Dem gegenüber ist festzustellen, daß außer den Fällen in Bochum und auf den Zechen „Moltke" und „Schleswig" irgend welche unliebsame Vorkommnisse nicht zu verzeichnen sind. Die Bergleute verhalten sich vielmehr in jeder Weise musterhaft und der Verkehr und Geschäftsgang ist durchaus nicht gestört worden; das Geschäft, soweit es nicht den Kohlenhandel betrifft, ist wie in regelrechten Zeiten und es scheint jedem verständigen Manne unbegreiflich, wie man auswärts solche den that- sächltchen Verhältnissen widersprechende Nachrichten verbreitet. Denjenigen Zeitungen, die es gut und ernst gegenüber der gewaltigen Bewegung meinen, wäre zu wünschen, daß Ihre Berichterstatter sich bessere Unterrichtungen für ihre Berichterstattung verschafften und nicht die Oeffentlichkett in unverantwortlicher Weise ängstigten. Dadurch entstehen unvorhergesehene Nachtheile, welche namentlich dem Geschästsmanne schaden können. Möge sich Niemand beirren lassen und ruhig seinen Geschäften im Kohlenbezirke nachgehen. Von allen Schrecknissen, die er möglicherweise zu finden fürchtet, trifft er schlechterdings nichts an.
Singesand t.
Gießen, 17. Mai.
Einsender dieses kann nicht umhin, auf den Artikel in Nr. 114 der „Oberhessischen Nachrichten", den Straßendurchbruch am Seltersweg und den Platz für das neue Knabenschulhaus betreffend, eine Erwiederung zu geben. Während der Inhalt des fraglichen Artikels der „Oberhessischen Nachrichten" ziemlich nichtssagend ist, hat der Verfasser desselben seinen Nachdruck vorzugsweise in die beigegebene Zeichnung gelegt. Diese ist aber, was die Lage des Sännidt'schen Gartens betrifft, gänzlich un- udjttfl, und hat nur das eine Gute, daß sie durch die Veranschaulichmachung der Plock- straße und der projectirten Fortsetzung der Löwengasse nach der Südanlage zu die vollständige Uebeiflüssigkeit dieses Durchbruchs wenigstens für die gegenwärtige Zeit darstellt. Es ist aus der Zeichnung ersichtlich, datz die vom Artikelverfasser projecttrte Straße noch keine 100 Meter von der Plöckstraße entfernt ist. Die letztere ist nun aber vollständig gebaut und wäre nur noch eine kurze Strecke fortzusetzen, um die Verbindung des Selterswegs mit der Südanlage auch für Fuhrwerke herzustellen. Die Anlegung der nahen Parallelstraße des Artikelverfassers würde aber durch Ankauf theurer Häuser und Gärten und durch umfassende Auffüllungsarbeiten so enorm hoch
kommen, daß jedenfalls unsere Stadtoertretung, die noch sehr viel andere und notb- wendigere Projecte auszuführen hat, den Fall einer reiflichen Prüfung unterziehen, ehe sie den sehnlichsten Wunsch des Artikelversaffers erfüllen wird. Oder sollten vielleicht dieser und jene übrigen Interessenten die Absicht haben, das zur Straße erforderliche Gelände gratis zu stellen? Wenn der Artikelverfasser endlich zur Stütze seines projec- ttrten Straßendurchbruchs die zu erbauende Stadtknabenschule heranzieht, so ist diese Manipulation eine gänzlich verfehlte. Die Stadt hat den Dr. Weber'schen Garten als Platz für diese Schule gekauft und ist der allergrößte, vorurthetlsfreie Theil der Bürgerschaft darüber einig, daß dieser Platz der geeignetste für die Schule ist.
Schiff» Nachrichten.
Bremen, 15. Mai. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Werra, Eapt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4« Mai von Bremen und am 5. Mat von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 15. Mat. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Main, Eapt. M. Moeller, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1 Mat Don Bremen abgegangen war, ist heute 8 Uhr Vormittags wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Eoaugelischr Semeivdr.
Gottesdienst.
Sonntag Cantate, 19. Mai:
Vormittags 9* 1/» Uhr: Pfarrer Schlosser.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Am Sonntag den 26. Mai, Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittags gottesdrenst.
Die Christenlehre für die confirmirte männliche Jugend soll in diesem Sommer in Verbindung mit einem Gemeindegottesdienst und zwar regelmäßig Sonntag Vormittags um 9 Uhr in der Friedhofskapelle gehalten werden. Diese Gottesdienste werden am Sonntag Rogate, den 26. Mai, ihren Anfang nehmen.
Die neu confirmirten Gymnasiasten und Stadtschüler wollen sich am Sonntag, den 19. Mai, Nachmittags 2 Uhr, zu einer Vorbesprechung einfindrn. Pfarrer Schlosser.
_ Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 19. bis 25. Mai besorgt Pfarrer Schlosser.
Gottesdienst in der Synagoge.
(17. Mai).
Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Morgen 8®° Uhr, Samstag Mittag 4»> Uhr. Samstag Abend 8»o Uhr.
Wärmegrade der Lahn und der Luft
gemessen nach Reaumur am 17. Mai -wischen 11 und 12 Uhr Mittags:
Wasser 14 Grad, Luft I6V2 Grad.
L. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.
Bekanntmachung.
Philipp Rock in Hattenrod betreibt seit 1. März d. I. einen Handel mit Mehl, Brod und Specerei- waaren unter der Firma seines Namens.
Eintrag im Firmen-Rk gister ist erfolgt. Lich, am 15. Mai 1889.
Großherzogliches Amtsgericht.
Langermann. 4251
IieilgeSotenes.
Mederbiicher.
Verlag v. Breitkopf & SLrtel in Leipzig. Liederbuch des Deutschen Volkes. Herausg geben von Carl Hase, Felix Dahn u. Carl Neinecke. Neue Auflage. 1600 Lieder «X 3. Fein geb. »X4. Deutsches Liederbuch, Klavierbegleitung. Herausgegeben von Th Hauptner. Kart, x 3.—. Fein geb. «X 4.—. [4252
Deichs-Courmersbuch, Allgem , für deutsche Studenten. Heraus- gegebrn o-Müller 0 d. Werra. Unter Mitwirkung v Stud. M R, neu bearbeitet von Felix Dahn und Carl Reinecke. 7. Auflage. 716 Lieder- JL 3.—. Fein geb <X 4.—.
150 Itudrnteulieder mit leichter Klavierbegleitung. Herausg' v- Th. Hauptner. «X3.—. Geb-4.50. DeutscheLoldaten-uKriegslieder aus fünf Jahrhunderten. Herausg. und gesammelt von Hans Ziegler. ** 3.—. Fein geb. «X 4 — Deutscher Sang- VWÄk" Volkslieder nach Text und Anfang der Melodie Taschenformat Geb. 50 \
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4260
Christian Hessler
Ich empfehle: täglich frisch abgekochten Schinken, rohen Schinken, Hamburger Rauchfleisch und verschiedene andere feinere Wurst- und Fleischwaaren, frisch gehackte- Ochsen-, Schweine» und Kalbfleisch zu jeder Tageszeit.
Gießen, den 17. Mai 1889.
Hochachtungsvoll
Allgemeiner Anzeiger.
1 Geschäfts-Eröffnung u. -Empfehlung. |
1 Einem geehrten Publikum, sowie meiner werthen Kundschaft <e» die ergebene Anzeige, daß ich neben meinem jetzigen Geschäfte, welches ich bis zum 1. Juni in unveränderter Weise fortführen werde, in dem A
von mir käuflich erworbenen Hause, Marktplatz 19, eine «f
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errichtet habe. — Sämmtliche Geschäftsräume sind aus das Praktischste K und Sauberste eingerichtet.
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Gießen, Afterweg 6.
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dem Wiederbringer eines am Montag Nachmittag im Schiffenberger Walde abhanden gekommenen kleinen gelben Hunde- auf den Namen Putz hörend.
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9 Tage.
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