Ausgabe 
16.5.1889
 
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. 3 m ~ Aus Net sch kau bei Lauchstädt wird folgender Vorgang erzählt: Im Hause des Bauerngutsbesitzers Günther erschien ein sogen,armer Reisender" und frug nach dem Hausherrn. Die allein anwesende Frau Günther erwiderte, daß ihr Mann auf dem Felde sei. Hierauf bat der Fremde um ein Glas Wasser. Bereitwillig stieg die Frau die Haustreppe hinunter, um an dem vor dem Hause befindlichen Brunnen ein Glas Wasser zu holen. Noch bevor fie jedoch die unterste Stufe der Treppe erreicht hatte, warf ihr der Strolch von hinten einen Strick mit einer Schlinge über den Kopf zog an und suchte die etwas schwächliche Frau die Treppe hinaufzuztehen. Auf das Geschrei der Frau kam ihre Mutter herbei. Kaum hatte der Mensch die alte Frau erblickt, als er sein erstes Opfer losließ, über die ältere Frau berfiel und sie in eine, ebenfalls an dem Hause befindliche Jauchengrube wa,f. Mit aller Kraft drückte er die alte Frau in die ekle Flüssigkeit hinein, um sich dann wieder der Frau Günther zuzu- wendrn. Inzwischen war aber der Vorgang in der Nachbarschaft bemerkt worden. Man rief die zur Feldarbeit abwesenden Männer herbei, so daß der Strolch die Flucht ergrifi. Er wurde jedoch verfolgt und auch bald etngebolt. Nach einem erschöpfenden Akte von Lynchjustiz band man ihn an Händen und Füßen und steckte ihn einstweilen in einen sicheren Raum, den sogen. Ziegelstall, um ibn später nach Merseburg zu brxgen. Als man ihn am Nachmittag zu diesem Zweck abholen wollte, fand man ihn Ms Leiche. Es war ihm gelungen, feine Bande etwas zu lockern und sich einen Strick Um de" zu legen. Die Persönlichkeit des Verbrechers ist noch nicht fest-

Wärmegrade der Lahn und der Luft

gemessen nach Reaumur am 15. Mat zwischen 11 und 12 Uhr Mittaas- Wasser 15 Grad, Luft 17 Grad.

L. Ehr. Rübs amen, Turn- und Schwimmlehrer.

ArriversttLIs - tzhrorriL.

Dr. jur. Nippold, Sobn des Professors Dr. Nippold in Jena, hat eine Berufung als Lehrer der Rechtswissenschaft an das Institut für deutsche Wissenschaft in Tokio erhalten und angenommen.

Die Raiffeisen'schen Kassen werden am 4. Juni in der Stadt Caub hierselbft ihre Jahres-Versammlung abhalten. 600 Vertreter sollen bereits ange­meldet sein.

Offenbach, 14. Mat. sHessischer Feuerwehrtag.] Am 13., 14. und 15. Juli d. I. findet dahier der 14. hessische Feuerwehrtag statt, welcher die früher da­hier stattgehabten Feste an Besuchern noch übertreffen wird. Wie wir hören, wird auch eine Ausstellung von Geräthen, Ausrüstungen u. s. w. abgehalten und werden wir wohl demnächst in der Lage sein, Näheres mitzutheilen. (£). Z.)

_ Aus Pößneck in Thür, wird berichtet, daß dort die Wachmannschaft in die Strikebewegung eingetreten ist und dieArbeit niederlegte", weil die von derselben geforderte DtenstzM-Verkürzung und 30procenttge Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde. Strikende Polizei,ist doch einmal etwas Neues!

Würzburg, 9. Mai. Heute früh 1 Uhr wurde auf dem hiesigen Bahnhofe ein Ltebespärchen mit sarnmt den Schwiegereltern der Verliebten festgenommen und einst­weilen am Weiterfahren verhindert. Der Ausreißer war ein 18jähriger Jndustrie- fchüler aus München, der seinen Eltern eine bedeutende Summe Geldes stahl und mit feiner Geliebten, einem 17jährigen Mädchen, und deren Eltern nach Amerika durch­brennen wollte. Der Schüler wurde dem Anträge seiner Eltern gemäß verhaftet.

Aus München wird von einer Versammlung der Hafner berichtet, daß in der letzteren einGeneralstrike" aller Hafner beschlossen worden sei. Zu der Bildung einer Genossenschaft sollen 20,000 JL vorhanden sein, doch soll vorher erst noch einmal eine Einigung mit den Meistern versucht werden. Alle noch arbeitenden Gehilfen sollen veranlaßt werden, sich den Strikenden anzuschließen.

Rendsburg. Ein unheilvolles Versehen, welches den Tod eines Menschen zur Folge hatte, passirle dem Inhaber eines Wirthfchaftslocals in Heide. Die Ehefrau des Wirthes hatte sich bebufs einer Stubenreinigung eine Flasche Salmiakgeist ange- fchafft und dieselbe in ein Fenster der Vordiele gestellt. Der Wirth glaubte, daß diese Flasche Spirituosen enthalte und stellte sie auf das Büffet. Als gleich darauf ein Landmann in's Gastzimmer trat und einen Bittern forderte, ergriff die Wirthin irr- thümlicher Weise die mit Salmiakgeist gefüllte Flasche und verabreichte dem Gaste von ' der gefährlichen Flüssigkeit. Derselbe verspürte sofort die heftigsten Schmerzen und | verstarb nach kaum einer Stunde unter den größten Qualen.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die für das Rechnungsjahr 188%9 noch rückständiaen Kapitalzinsen sind innerhalb der nächsten vier­zehn Tage zur Universitätskaffe zu bezahlen.

Gießen, den 14. Mai 1889.

Großherzogliches Universitäts-Rentamt.

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