zuzichen und namentlich mit der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft wegen ihrer civil- rechlltchen Ansprüche aus dem Beitrage mit dem Sultan von Zanzibar erneut zu verhandeln.
— D-e „Nationalzeitung" meldet: Der Reichskanzler, welcher über die ost- afrikanische Borlage bereits mit Bennigsen, Oechelhäuser und Witzmann conferirte, hatte darüber heute mit mehreren Mitgliedern des Zentrums eine Besprechung.
Berlin, 14. Januar. Die Vertretung des erkrankten Admiralchefs Monts ist durch kaiferttche Gabinetsordre dem Contreadmiral Paschen übertragen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." reproductrt das Dementi des „Braunschw. Anz." gegen die Gerüchte über den Rücktritt des Prinzen Albrecht und die Verhandlungen mit dem Herzog von Cumberland unter Hinzufügen, datz die gedachte Erfindung auf hergebrachie welfische Jnlriguen und Schwindeleien zurückzuführen sei.
München, 14. Januar. Der Prinzregent übernahm das Protektorat der Bayreuther Festspiele mittels Handschreibens vom 11. Januar an Cosima Wagner. Es beißt darin: „Gern übernehme ich Ihrem Ansuchen willfahrend das Protektorat und will eingedenk des warmen Interesses meines Hauses der Schirmer und Schützer des Unternehmens sein, auf datz die Intention Ihres Gatten an der Stätte seines Wirkens in dem ihm so iheuren Bayreuth immer reichere Förderung finde."
Pest, 14. Januar. Der officiöse „Nemzet" sagt bezüglich der Gerüchte über eine ungamche Mtnisterkrise: Wir erkennen die Situation nicht als eine solche, die irgend welche mit neu eintretenden Complicationen oder Krisen verbundene parla- mentarifche Gestaltung befürchten ließe.
Paris, 14. Januar. In den Wandelgängen der Kammer kam es zu einem lebhaften Zwischenfall zwischen Ministerpräsidenten Floquet und dem Deputirten Vaur wegen eines von Letzterem verfaßten Artikels über die Verwendung des geheimen Fonds beim Wahlkampf. Floqu-st erklärte Laur, daß derartige Anklagen infame Verleumdungen wären und forderte denselben auf, seine Anklagen auf der Tribüne zu begründen. Laur erwiderte, er werde seine Anklage einer Jury von Deputirten vortragen; wenn Floquet nicht die Worte „infame Verleumdung" zurückziehe, werde er ihm seine Zeugen schicken. Floquet erklärte, er ziehe nichts zurück und werde auch die Zeugen Laur's nicht empfangen. Der Ministerpräsident erneuerte seine Aufforderung, Laur möge die Anklagen, die er, Floquet, auf das Formellste für unbegründet erkläre, auf der Tribüne zur Sprache oringen. Laur verließ alsdann das Parlamentsgebäude.
— In Folge eines Artikels von Lffsagaray im Journal „Bataille" hat Rochefort demselben seine Zeugen geschickt.
Der Zweikampf zwischen Lissagaray und Rochefort wegen des von Ersterem im Journal „Bataille" veröffentlichten Artikels hat heute Nachmittag stattgefunden; beide Duellanten wurden leicht verwundet.
Paris, 14. Januar. Die Deputirtenkammer nahm heute die Berathung des Rekrutirungsgesetzes wieder aus.
Haag, 14. Januar. Heber das Befinden des Königs wird officiell gemeldet: Der König verbrachte den gestrigen Tag und den Anfang der Nacht ruhiger, den übrigen Theil der Nacht aufgeregter. Das Allgemeinbefinden ist unverändert; der König fährt fort, ein wenig Nahrung zu sich zu nehmen.
— Der Ministerralh hielt eine außerordentliche Sitzung ab. Es verlautet gerüchtweise, derselbe habe sich mit der Frage der Errichtung einer zeitweiligen Regentschaft beschäftigt.
Georg Rabenau (Oberstabsarzt), Friedrich Grethe (Stabsarzt), Ludwig Sior, sämmt- “nb Friedrich Kühlmey (Assistenzarzt) in Mamz, und ferner die ^tennarär4te: Heinrich Friedrich in Pfungstadt und Unterroßarzt Paul Nttzschke in Darmstadt. — Verzogen sind die praktischen Aerzte DDr. Carl Eigen- uP,n Darmstadt nach Bonn, Ferdinand Lahnstein von Trebur nach Berlin.
Otto Dreßler von Groß-Steinheim nach Hofbieber, Gottfried Jesse von Gießen nach Dornheim, Alfred Machenhauer von Darmstadt nach Grünberg, Simon Frenkel von A,^/Gerau nach Schloß-Morbach Julius Braun von Dornheim nach Herbstein, ^brecht Tannen von Dtlche stadt nach Breslau, Otto v. He, ff von Darmstadt nach Halle a. d. S. und der Assistenzarzt am Landeshospital Dr. Metzger, unbekannt wo-
"7 Verstorben sind: der praktische Arzt Dr. Anton Siepmann in Osthofen, der Kreisarzt Lorenz Bisch in Nierstein und der Oberstabsarzt i. P. Dr. Wilhelm Nebel in Darmstadt.
. . “ beim Eislauf.) Das auf dem Canal in Nürnberg ein-
getretene Unglück dem 5 Personen zum Opfer fielen, ermahnt, beim Betreten des Eises auf Fluffen, Bachen und Seen sehr vorsichtig zu fein. Die Ortspolizeibehörden sollten darüber Warnungstafeln an den gewöhnlichen "zum Eissport benutzten Plätzen aufstellen, um das große und kleine Publikum aufmerksam zu machen. Im Allgemeinen nimmt man folgende Regel über die Tragfähigkeit des Eises an: Wenn das Eis eine We von 4 Zentimetern hat, so trägt es das Gewicht eines einzelnen Mannes. Bei 8 Zentimeter kann Infanterie in Reih und Glied, aber in gebrochenem Schritte darüber passiren. Für Zaoallerie und leichte Artillerie genügt eine Dicke von 11—16 Zenti- metern, für chwere Geschütze eine solche von 20 Zentimetern wenigstens. Ist das
Cttitimeter ober darüber hinaus dick, so widersteht es dem Drucke der schwersten Lasten.
, . ^?s der Pfalz. Der verhaftete unfreiwillige Mörder Bohn von der Odriq-
beimer Gespenster-Affaire wurde wieder aus freien Fuß gesetzt y
Ein traulich Häuschen schmuck und fein, Darum em Gärtchen, wenn auch klein, Ein herzig' Weib und Kinder freud'.
3 t Ist das wohl nicht Zufriedenheit?
^I«^danke beschlich uns beim Durwfehen des uns soeben zugegangenen neuen prächtig illustrirten GeneralkatalogeS») des Herrn F. C. Heinemann, ^EENhandlnng, Kunst- und HandelSgärtnerei in Erfurt. Was ist da, so- wohl in der Gemufe- wie in der Blumen-, wwie in der Pflanzenbranche des Guten, Schonen und Interessanten dem Liebhaber nicht alles geboten, um seine Tafel re! mi^Cnmnb zu erfreuen. Auch der strebsame Landwirth findet in diesem
reichhaltigen Hefte vieles und namentlich manches Reue, was d.m Ertrage feines Bodens forderlich ist. Wenn man einiges Verständniß für Gartenkultur und per- 0)0^ ^atber hat, so findet man beim Durchfehen dieses Kataloges sofort heraus daß der Schwerpunkt fettens des Herrn Herausgebers auf die Bedürfnisse der Privat- kundschaft gelegt ist, denn bei aller Reichhaltigkeit findet sich da nichts Ueberflüss ges, sondern nur sorgsam gewählte und bewahrte Artikel. Als dankenswerthe Zugabe enthalt derselbe zahlreiche Kulturanleitungen, so daß wir den Katalog, welcher von Herrn F- H^?°nn gratis und franco zu beziehen ist, nach jeder Richtung hin aufs Angelegentlichste empfehlen können. 0 1 1
Zusammen: Erwachsme:
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Vermischtes.
2
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Summa: 7
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1
2
2 (1)
Es starben an:
Nierenentzündung Gehirntuberkulose Diphtherie
. c "7 Im letzten Quartale des Jahres 1888 haben sich im Großherzogtbum Hessen niedergelassen die praktischen Aerzte DDr. Max Alberts in Lebur, Zrnft Hart P?“ ^'°^binheim, Gerhard Schilling in Osthofm, Eduard Bötticher in Lauter-
Florenz Muller in Butzbach, Friedrich Wilhelm Kunze in Hirzenhain, Ferdinand ftünt in Langen August v. Herff in Ober-Ramstadt, Paul Schwerin und Willy v. Grolman in Gießen, 11.. «see-Zv?" “u~,.luy
Unbekannt blieb in Ermangelung des Todesscheins Alter und Todesursache bei
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
2 —
2 (1)
Lokales.
Gießen, 15. Januar. Tagesordnung für die Stadtverordnetm-Sitzung am Donnerstag den 17. Januar 1889, Nachmittags 4 Uhr.
1. Herflellungsaroetten auf dem Friedhof.
2. Die Anbringung von Abschlutzzungen an Schlammfängen.
3. Gesuch des Bautechnikers Louis Huhn um Erlaubntß zum Bauen in der Dammstraße.
4. Desgl. des Metzgermeisters Georg Möhl in der Neustadt.
5. Beschwerde des Kaufmannes A. Voigt, die Wasserabführung vom Brunnen am Seng'schen Haufe am Seltersweg.
6. Die Eröffnung einer Straße auf dem Seltersberg zwischen den Häusern Nr. 36 und 40.
7. Den Umbau des Bahnhofs Gießen.
8. Gesuch des Ingenieurs R. Weiß in Frankfurt a. M. um Erlaubniß zum Bau und Betrieb einer Pferbeeifenbahn.
Gießen, 15. Januar. Wie uns aus Marburg mitgetheilt wird, findet am nächsten M.ilwoch auf besonderen Wunsch ein Extra-Eoncert des Akademischen Concert-Vereins im dortigen Saalbau statt, das für Kammermusik und zu einem Lieder Abend bestimmt ist. Für den letzteren Theil des Eoncertes ist der unter unseren deutschen Liedersängern mit zu den Ersten zählende Tenorist, Herr von Zur-Mühlen aus Berlin, gewonnen, so daß die verehrten Kunstfreunde etwas ganz hervorragendes zu erwarten haben. - Auch der instrumentale Theil des Eoncertes wird in hohem befriedigen, kommt doch das große O-äar-Qugrtett op. 59 III von Beethoven Aur Auffahrung, eins von Beethovens Quartetten obersten Ranges mit seiner mterestanten Fuge im Finale, bann ein Scherzo von Eherubini und ein Quaitett von Haydn. In der Besetzung des Quartetts wird diesesmal eine Aendcrung eintreten gerrJBeder non Frankfurt (Sohn von Jean Becker [Florentiner Quartett)) wird d,e Cellopartie übernehmen. — Der Eintrittspreis für dieses Zoncert ist aur 2 jt ermäßigt.
Wiegen, 15. Januar. Die andauernde trockene und kalte Witterung hat nickt E unsere tiahn in eine wunderooll-Etsbabn verwandelt, auch die schon feit längerer Beit befteOenbC®iäbabn d-s Etsoereins hat sich in Folge der Witterung so gut erhalten, ^aß Hauptanziehungspunkt aller Schlittschuhläufer bildet. Der Eisverein
war deßhalb auch in der Lage, feinen Mitgliedern, sowie allen Freunden des Eissports am gestrigen Abend ein Eisfest zu bereiten, welches in schönster Weise verlief. Theil- weife erhellt durch Pechpfannen und Lampions, breitete sich die ihrer ganzen Ausdebnuna nach spi-g-lglatt- Eisfläche dar, Hunderte von Schlittschuhl°7s-rn und Läulerinü-n bewegten sich, durch unsere Regimentsmuslk obendrein noch vorzüglich musikalisch unter- balten, über die Eisbahn dahin. Ein abgebranntes Feuerwerk trug nicht minder zur Belebung des Festes bei und als schlietzlich auch der Mond Anstalten traf, sein Licht schlrch'sand “ e"' mUtbe e8 nft ^bendig, bis nach 8 Uhr das Fest seinen Ab-
») Ueber alle feineren Bindearbeiten in lebenden und getrockneten Blumen ist ein Speeialkatalog erfchienen; derselbe enthält ferner: EotillowTouren in aröftler Auswahl, Blumentische und Blumentopsständer neuester Fa°on Pa^mmständer Schmucktische mit und ohne Springbrunnen, Eonsols für $lumen, Zopfträgtt”©olbfif^ glafer, Rohr-Jardtnidren, Vasen rc. ö ' 1
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in der Ätadt Gießen
2. Woche. Vom 6. Januar bis 12. Januar 1889.
Handel und Verkehr.
„ Januar. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter, pr. Psd.
vÄ 0,80 0,85, Hühnereier, 1 St. 7—8 <5). 2 l^t- — — Enteneier 0_ 9.
der 00—00 Käse pr. St. 5-7 Käsematte pr. ©t. 3 Zrbfen pr Liter^0 ^ Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar Jt 0,80-1,CO, Hühner pr St.^ 1 00-1 2o' Hahnen pr. ^t. 1,30—1,50, Enten pr. St. JL 1,70—2,00, Ochsensleisch pr
RA—RÄ 45—54 Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch
54—64 X Kalbfleisch 50— 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 6,00—0 00 RmiebeS
@5nfeep1?$fbÄ44-to^00' £“er 12-18 * Weißkraut pr.'s’t.’l"
«ÄK »U oo,oof»Ä
-IA m n ^1 Januar. (Viehmarkt) Angetrieben waren 381 Ochsen
^dullen. 515 Kühe, Stiere und Rinder, 385 Kälber, 157 Hämmel, 417 Schwelle
Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. GuaL Jt 62—64* 2‘ ^b—58, Bullen 1. Qual. JL 40-42, 2. Qual 37—39, Kühe Stiere
und Rinder 1 Qual- JL 52—54, 2. Qual- JL 42—46 Kälber 1 Hnal nrn Schlachtgewicht 55—60 2. Qual. 50—54 Hammel 1/Qual. 54—56
2. Qual. 40-44 H, Schweine 1. Qual. 52-53 5(t-51 X
Schiff-Nachrichten.
Bremen, 14. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Elbe, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Januar von Bremen und am 3. Januar von Southampton abgegangen war ist vorgestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. '
Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 19,15
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