Einzelbild herunterladen

Oberlandesgericht hterfelbst verhandelt. Die Beweisaufnahme ergab, ba&*Dr. V. mehr als seine Pflicht gethan, kein Zeuge konnte aber bekunden, daß Irgend eine der von der Anklage verlangten Urkunden sich jemals in Volger's Besitz befunden hat. Schließlich kam auf Vorschlag des Vorsitzenden ein Vergleich dahin zu Stande, daß Dr. V. erklärte, freiwillig einen Eid leisten zu wollen, dahingehend, daß er die fraglichen Urkunden nicht besitze, auch nicht wisse, wo sich dieselben befinden, sie auch nicht bei Sette geschafft habe, um sie dem Hochftift zu entziehen. Das freie deutsche Hochstift übernahm die Kosten beider Instanzen.

Berlin, 10. Juli. Das Preisgericht für Arbeiterbader hat numehr seine sehr eingehenden Arbeiten beendet. Unter dem Ehrenpräsidium des Herzogs von Rattbor sowie dem Vorsitz des Herrn Dr. Georg von Bunsen haben sich bekanntlich hervorragende Vertreter der Wissenschaft, des Baufachs, der Verwaltung und Industrie an der Lösung dieser anscheinend so einfachen Aufgabe bethetligt; aber es yat viele Sitzungen gekostet, an denen sich verdienstvoller Weile Gehetmrath Robert Koch, Bau­rath Böckmann, Reichstagsabgeordneter Goldfchmtdt, der Director des Kaiser!. Ge- sundhetlsamts Geheimrath Köhler, Dtrector Knoblauch, Gehetmrath Ptstor, Geheimrath Sptnola, Santtätsrath Spieß, Frankfurt a. M., u. a. Herren auf das Lebhafteste bethetligten, bis die Grundsätze für Ertheilung eines Preises festgesetzt werden konnten. Leitender Gesichtspunkt derselben ist geworden, daß lediglich Brausebäder nach Ansicht des Schiedsgerichts die Aussicht haben, in Betrieben aller Art namentlich in Brauereien, die hier deshalb heroorgehoben werden mußten, well der betr. Preis vom deutschen Brauerbund ausgesetzt worden ist endgtltig und zu allgemeinem Nutzen etngeführt zu werden. Diesen Grundsätzen gemäß wurde der ausgrsetzte Preis von 1000 Mark zu zwei gleichen Hälften an Herren Boerner & Co., Berlin S W., Bern­burgerstraße 14 (für ihr auf der Deutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfall­verhütung in Jöerltn befindliches Dr. Lassar'sches Arbeiterbrausebad) und an die Deutsche Jute-Spinnerei zu Meißen (für ihre in Zeichnung und Modell ausgestellte Arbetter-Brausebadeanstalt) zur Vertbeilung gebracht. Durch lobende Anerkennungen wurden ausgezeichnet die Firmen: David Grove, Berlin S.W, Friedrichstraße 24, Ernst Geppert, Weißenfels a. S., Consoltdirte Alkali-Werke, Westeregeln, Carl Hoerbcr, Nürnberg.

Berlin. Bet dem hiesigen Hilfscomitö für die Opfer der Wassersnoth in Pennsyloanien sind bis zum 1. Juli 91,665 JL. 76 eingegangen, darunter 15,650 Jt 5 H aus Frankfurt a. M.

Der Reise an zug gehört zu den Dingen, die der Vergnügungsreisende noch nicht mit der gebührenden Gründlichkeit betrachtet. Da ist vor Allem eines der verbreitetsten Vorurtheile das, daß er vermeintlich aus den möglichst schlechtesten Sachen bestehen darf, die in dem Kleiderschrank zu Hause nur aufzutreiben sind.Es ist ja nur für die Reise, da werden die Sachen ja doch nur ruinirt", heißt es. Nur für die Reise! Jawohl! Nirgends aber sollte man gerade für eine dauerhaftere, weil den meisten Strapatzen ausgesetzte und deßbalb eben möglichst neue Kleidung bedacht sein, als gerade auf der Reise. Ganz abgeiehen aber von losen Nähten, losen Knöpfen und durchscheuertem Tuch, diesen drei heimtückischen Fällen, hat so Mancher durch einen vernachlässigten Anzug sich schon eine schlechte Bedienung des Gasthauspersonals zu- f gezogen oder bte gesellige Annäherung Anderer verhindert, oder sich eine solche, die ihm aber sehr unerwünscht ward, auf den Hals geladen. Denn Kleider machen nun einmal Leute. Deßhalb wählt der Tourist für die Reise am passendsten einen ganz neuen oder doch einen erst wenig benutzten Anzug und zwar von fester, reiner Wolle, die weder zu lustig noch zu schwer ist, und die man, wenn man ein Uebrtges thun will, auch wasserdicht machen kann. Die Farbe sei ein mittleres Grau, das, wie man sich von dem Schneider aber garanttren lassen soll, nicht dem Verschießen unterliegt. Die jetzt vtelbelieble Joppe, die sich für längeren Aufenthalt im Gebirge ganz vortrefflich eignet, empfiehlt sich dagegen für die Reise nicht, da das Lodenzug zu locker ist, um den Strapazen unterwegs zu widerstehen, und da sie auch für die Aufbewahrung der mannigfachen kleinen Hand-Reise-Utensilien mit ihren knappen und viel zu wenigen Taschen nicht Raum genug bietet. Von den Knöpfen an den Beinkleidern lasse man sich eine doppelte Garnitur annähen, damit, wenn einer reißt, der Reserveknopf gleich immer zur Stelle ist, die Taschen müssen geräumig und von kräftigem Stoffe sein. An der unteren Falte und den Ecken lasse man sie mit dickcr Seide ausstopfen. Eine sogenannteGeldtasche" sich in die Weste nähen zu lassen, ist zwecklos, da die Herren Gauner den Weg zu dieser Tasche schon häufig genug zu finden gewußt haben. Am besten bewahrt man das Geld in einem eigens zu diesem Zwecke gefertigten Leder­täschchen, das man an einem Lederriemen um den Hals hängt und unter dem Hemde auf dem bloßen Leibe trägt. Uebcr Kopfbedeckung, Schuhwerk und Wäsche auf Reisen, sowie über Damentoilette sprechen wir vielleicht ein andermal.

sFürCigarren" wird eingutes deutsches Wort" gesucht.) Gin Cigarrenfabrikant in Düsseldorf versendet die Aufforderung zu einer Wett­bewerbung um die Auffindung eines guten deutschen Wortes fürCigarre". Jeder Bewerber darf drei Vorschläge machen, ein Ausschuß stellt die besten Vorschläge sämmtlicher Bewerber wieder zur engeren Wahl. Die P7eise betragen 100, 80, 60, 40, 30 und 20 JL

Die Kosten der Pariser Weltausstellung sind sehr groß. Staat und J Stadt haben 50 Millionen hergegeben, die Bürgergesellschast hat 43 Millionen ein­geschossen, mittelst Gutscheine sind 25 Millionen ausgebracht worden. Was hiervon ! nicht für Einrichtung und Bauten ausgegeben wurde, dürfte durch die sehr Lohen ! Tageskosten aufgebraucht werden. Es sind über 2000 Personen als Lchalterbeamte, Aufseher, zum Reinmachen und ähnlichen Zwecken angeftellt. Beleuchtung, Feuer­brunnen und sonstige Veranstaltungen kosten Geld. Die Kosten, welche die Aus­steller ihrerseits aufzubringen haben, dürften sich auf 150 Andere berechnen 250 Millionen belaufen.

AiLerslrisches.

, Während von der afrikanischen OftkÜste erfreuliche Siegesnachrichten zu uns herüberklmgen und die Lage sich allmählich zu klären beginnt, lagert über den Huftän- den der ägyptischen Provinzen noch immer, wie seit Jahren, ein ttübes Dunkel der Ungewißheit, eine Unsicherheit, wie die Dinge sich weiter entwickeln und zu welchem Ende sie gelangen werden. Eine Menge schwieriger, für uns, die wir fern von dem Schauplatze der sich vollziehenden Umwälzungen leben, kaum verständlicher Umstände wirken zusammen, die Lage dieses afrikanischen Nordostens zu einer äußerst kritischen zu Hinten die verwickelten Verhältnisse erhält man nun einen äußerst interessan­ten Einblick durch einen der gründlichsten Kenner von Land und Leuten, durch Gerhard Rohlfs, den berühmten Afrikareisenden, der diese Gebiete wiederholt durchreist und mit den herrschenden Persönlichkeiten in unmittelbarer Verbindung gestanden hat. In der Nummer 25 der »Gartenlaube" giebt er in einem aus­führlichen Artikel genaue Kunde von dem arabischen Orden derSnussi", in welchem die an den Namen des Mahdi sich knüpfende Bewegung ihren Kern hat, von den Nebenbuhlern der Snussi, den Anhängern des Dongolaners Abdallah und seines Feld­herrn Osman Digma. Wir erinnern uns nicht, irgendwo eine gleich kenntnißreiche und lichtvolle Belehrung Über diesen Gegenstand gefunden zu haben.

Die nengegründete DeutschAustralische Dampfschiffs.Gesellschaft in Hamburg beabsichtigt nunmehr, ihre Linie am 24. Juli zu eröffnen, an welchem Tage der neuerbaute erstklassige Stahldamp'erElberfeld" von Hamburg abfahren soll. Sechs Dampfer sind im Bau begriffen und werden die Fahrten in regelmäßigen vier- wöchentlichen Zwischenräumen fortsetzen.

Alle erprobten Verbesserungen der Neuzeit kommen beim Bau dieser Dampfer zur Anwendung, von denen hier nur erwähnt werden soll, daß sämmtliche Räume des Schiffes durch elektrisches Licht erleuchtet werden. Die Ventilation ist nach einem neuen System eingerichtet, wodurch in den Passagier-Räumen stets frische, reine Luft herrscht. Die Passagiere sind nicht im Zwischendeck, sondern im Oberdeck unter­gebracht, genießen daher viel mehr Luft und Licht, als auf solchen Dampfschiffen, die auch Cajütspassagiere befördern, denen dann der beste Theil des Schiffes eingeräumt werden muß.

Wir wünschen der neuen Linie, daß sie die deutsche Flagge erfolgreich und glücklich aus fremden Meeren zeigen möge.______________________________

^anbei und Verkehr.

Limburg, 10 Juli. (Fruchtmarkt). Rother Weizen Jt 15.30, weißer Weizen JL 15.2u, Korn JL 1100, Gerste JL 8.40, Hafer JL 7.45, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

G o t t e s d i e n st.

4. Sonntag nach Trinitatis, 14. Juli:

Vormittags 9*/2 Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 81/? Uhr in der Friedhofskapelle: Pfarrer Schlosser. (Christenlehre für die confirmirten Gymnasiasten und Stadtschüler).

Nachmittags 2*/2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nach den Gottesdiensten Kollekte für die Filialgemeinde Helmhof bei Wimpfen zur Erbauung einer Kapelle.

Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.

Katechismuslehre für die Mädchen Vormittags 11 Uhr in der Kleinkinber­sch ule, Pfarrer Dr. Naumann.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 14. bis 20. Juli besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

5. Sonntag nach Pfingsten (14. Juli)

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens 6 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. */27 Uhr Austheilung der hl. Communion- V28 Uhr Frühmesse. 3/410 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags */r3 Uhr Christenlehre und Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 7» Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 4°° Uhr, Samstag Abend 9 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Vormittag 8°° Uhr, Samstag Nachmittag 40° Uhr, Samstag Abend 9*0 Uhr.

Wärwegrade der Lahn und der Stuft gemessen nach Reaumur am 12. Juli zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser l81/2 Grad, Luft 22*/, Grad.

L. Chr. Rübs am en, Turn- und Schwimmlehrer.

Altgemeiner Anzeiger.

Durchsichtiges Fruchtgelee.

Koche in V3 Liter Apfelwein oder Weißwein [5815 !

1 Pag. Liebig - Pflanzengelse

sage V2 Fl. Himbeersaft zu, fülle in eine Flasche und stürze nach dem Erkalten. !

Erfrischendste Delieateffe der warmen Jahreszeit.

ä Paq. 25 H. Receptbücher zur Herstellung von Gelse's, Eis rc., mit .

Lieblg's Pflanzengel^e gratis bei____________Carl Schwaab. \

Mittwoch den 17. d. Mts.,

Abends 8V2 Uhr:

jjeiurafiiitlanunrung

im Cafe Schnell.

Tagesordnung:

1) Bericht über Gau und Verein.

2) Fechtunterricht.

5672 Der Vorstand.

gegr:

W 1846

Nach Büdingen wird eine perfecte , Maschinenstrickerin föt dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn und freier Wohnung auf sofort gesucht.

Anfragen an die Exped. d. Bl (5817

5831) Braves Dienstmädchen gesucht. Plockstraße 2 II.

6-7000 Mark

auf erste Hypothek auszuleihen.

Wo? sagt die Exped. d. Bl.______5835

5833 Ein tüchtiges Dienstmädchen gesucht.__Bavaria.

5>80] Peitsche gefunden. Abzu­holen bei

Gebrüder Röhrte, Eisfuhrwerk.

Unsere heute vollzogene Vermählung zeigen an

[5823

W. Böger

341

Dr. med. F. Prager Emma Prager geb. Loeber.

Marburg, 11. Juli 1889.

aAmmtlicher noch vorrüthigen

Bijouterien Mm Gold-, Silber-, Graset-, Ceralleo- etc. Waaren sowie Alfealdo-Gegenstdnden xu den seitherigen bedeutend herab-

Samstag, 13. Juli, Abends 8 Ahr: Sommerfest auf derSchönen Aussicht.

Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten.

Der Vorstand.