— Die Mainzer Liedertafel, der angesehenste und älteste hiesige Gesangverein, wird sich binnen Kurzem durch Errichtung eines großen monumentalen Baues ein eigenes Heim schaffen, zu dem die Pläne eben ausgestellt sind. Der Bau kommt an die Stelle der ehemaligen Löwenhofkaserne auf der „großen Bleiche", in einer Lage, die gewissermaßen die Grenze zwischen der Alt- und Neustadt bildet. Neben einem Concert- saale von 17 Meter Breite und 35 Meter Tiefe enthält das Gebäude, welches eine Facade von 43 Meter Länge bekommt, eine Anzahl geräumiger Probesäle, Restaurationslokale, Bibliothekzimmer, Gesellschaftsräume und ausgedehnte Annexanlagen zu den verschiedensten Bedürfnissen. Um der Geselligkeit nach jeder Richtung hin Rechnung zu tragen, kommt an die Rückseite des Baues ein großer Garten mit Kegelbahn.
△ Aus Rheinhessen, 10. März. Bingen und Oppenheim rüsten sich zu großen Festfeiern. Ersteres zur Feier des 50jährtgen Jubiläums der Realschule und Letzteres zu dem Feste der Wiederherstellung der Katharinenktrche. In beiden Städten sind die Festcomttes in voller Thätigkeit und trifft man hauptsächlich in Oppenheim besondere Vorbereitungen zur Aufnahme der zahlreich zu erwartenden Festgäste.
Frankfurt, 10. März. Heute hatten wir den ersten unverfälschten Frühlingstag. Das Thermometer zeigte um 12 Uhr 13° Wärme, dabei regte sich kein Lüftchen, es war ein wahrer Mattag. Die Wirkung des schönen Wetters auf die Menschen, die endlich des Zimmers Gefängniß entfliehen konnten, war eine großartige. Unsere Promenaden waren förmlich mit Menschen besät und zwar mit frohen, lustigen Menschen, die sich über den prächtigen Märztag von Herzen freuten und die warme Frühlingsluft mit vollen Zügen einsogen. Hoffentlich bat der griesgrämige Winter nun wirklich sein Regiment niedergelegt und der holde Frühling tritt an seine Stelle.
— Gestern, am Jahrestage des Hinscheidens Kaiser Wilhelms I., fanden in den Schulen Gedächtnißfeiern, heute in den Kirchen Trauergottesdienst statt.
— Vorgestern wurde ein hiesiger junger Kaufmann plötzlich irrsinnig, von dem Fama behauptet, er habe am Hochzeitstage seine Braut, als Alles zur Hochzeit bereit war, im Stiche gelassen, betrunken zu Haus gelegen und der Verlobten sagen lassen, er verzichte auf die Heirath. Die Braut ist inzwischen vor Kummer gestorben. Man will nun wissen, daß dieses Vorkommniß dem Betreffenden unausgesetzt Gewissensbisse verursacht und schließlich seine geistige Umnachtung herbeigeführt habe.
— Einem unverbürgten Gerüchte zufolge hat der Magistrat unserer Stadt das Conceffionsgesuch zum Betrieb einer Dampfstraßenbahn von Frankfurt nach Höchst, über welches Projekt Ihnen schon berichtet, abschlägig beschieden, weil ein Bedürfniß nicht vorliege. Die Nachricht klingt unwahrscheinlich.
Eassel, 8. März. Etwa gegen 1 Uhr Mittags brach heute in dem an dec Fulda gelegenen Zuchthause Feuer aus. Der Herd desselben waren die in den oberen Räumen gelegenen Arbeitssäle, und das Feuer griff so rasch um sich, daß der Dachstuhl des massiven, festen Gebäudes alsbald in Flammen stand. Von der nahe gelegenen Artillerie-Kaserne requirirte der Gefängniß-Director rasch Mannschaften, welche das Zuchthaus und dessen Umgebung besetzten und einen Theil der Gefangenen (60 Mann) unter scharfer Bewachung nack dem Reithause der Artillerie-Kaserne zu vorläufiger Verwahrung abführten, während der andere Theil in dem von hoben Mauern umgebenen Gefängnishofe gelassen wurde. Heute Vormittag war Revision der Anstalt durch Assessor von Bonin und Kreisbauinspektor von Lukomsky, bei welcher auch eine Vorführung der Gefangenen stattfand. Einer der Sträflinge Namens Krieger aus Berlin wurde in dem Arbettssaale für die Strumpfwirker gerade barbiert, als der Lampen-Kalfaktor mit einer Kanne voll Petroleum in den Saal trat, um die Lampen in Ordnung zu bringen. Krieger, von dem vermuthet wird, daß ihm eine dem Revisor vorgetragene Bitte abgeschlagen sei, sprang unter dem Barbiermesserfort, ergriff die Kanne, goß deren Inhalt auf den Boden und warf aus dem Ofen, ehe Jemand es verhindern konnte, glühende Kohlen darauf, so daß sogleich eine Flamme emporschlug. Zwei der anwesenden Sträflinge bemächtigten sich sofort des Krieger und schleppten ihn fort. Die Gefangenen verließen hierauf auf Anordnung in vollständiger Ruhe den Saal, gleichwie die auf der Tischleret beschäftigten. Zwei schwer erkrankte Sträflinge wurden durch die anderen hinabgetragen. L)ie Gefangenen haben sich überhaupt mustervoll benommen. Daß einige von ihnen Fluchtversuche gemacht oder gar entkommen seien, ist Fabel, sie sind noch alle da. Abgebrannt ist der Boden und die beiden Arbeitssäle. 100 Mann der Sträflinge blieben in der Anstalt und die übrigen 60 sind nach Wehlheiden gebracht worden. Verletzt ist beim Brande Niemand.
München, 10. März. Der Königliche Hofcapellmeister Hermann Levi (ein Sohn des Herrn Rabbiner Dr. Levi in Gießen) ist vom Prtnzregenten zum Generaldirector der Königlichen Hofcapelle ernannt worden.
Telegraphischer Schiff»bericht
der „Red Star Line" Antwerpen.
Mttgetheilt durch Agent Ehr. Wallenfels in Gießen.
Der Postdampfer „Zeeland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 8. März wohlbehalten in Newyork angekommen.
UniverfitätS- Chronik.
— Der Kaiser hat im Namen des Reichs die Wahl des ordentlichen Professors Dr. Adolf Merkel zum Rector der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg für das Jahr vom 1. April 1889 bis zum 1. April 1890 bestätigt.
— Die Akademie in Lausanne wird bekanntlich durch Etablirung einer medicinischen Facultät zu einer Universität erweitert. Von der Waadtländer Regierung wurden deshalb berufen Dr. Rabow aus Berlin und Dr. Dufour in Lausanne als Professoren der Psychiatrie und Ophtalmologie.
_. A, A us Oberhessen, 9. März. Bei einem vor Kurzem in der Hofraithe des Wirthes Hoffmann in Nösberts ausgebrochenen Brande leistete eine Anzahl Grebenauer in einer Weise „Hilfe", die das Einschreiten der Gensdarmerie und Polizei nothwendig machte. Die „Retter", denen, wenn nicht gerade Brandstiftung, so doch Forderung des ausgebrochenen Brandes, unbefugte Einreißung von Gebäuden, Zer- flörung einer Pumpe, Verweigerung der Hilfe, Verhöhnung und Mißhandlung der Sicherheitsorgane, Entwendung von Lebensmitteln, Genuß entwendeter Getränke x. vorgehalten wird, sehen deshalb ihrer Bestrafung wegen Landfriedensbruches entgegen. Eine Anzahl Personen sind bereits mit geringeren Freiheitsstrafen bedacht worden, wahrend die Haupträdelsführer dem Landgericht überwiesen werden dürften; die Untersuchung ist schon im Gange, einige der Excedenten befinden sich bereits in Untersuchungshaft im Provinzialarresthause zu Gießen. Wie man berichtet, soll ein größeres Quan- tum Branntwein, welches den „Helfern in Feuersgefahr" in die Hände fiel, all' dies Unheil angertchtet haben, dessen Folgen für die Betroffenen schwer sein dürften. Möge dieses Vorkommniß eine Warnung vor jeder Gesetzwidrigkeit bei künftigen Brand- unfallen sein.
Aus Oberhessen, 10. März. Die Kosten für die Herstellung - von Nebenbahnen betragen für die projecttrte Strecke Grünberg—Londorf 518,000 JL für die- Ä «IP Ä •* und sar biejenige P0N „ach
Lokales.
10. März. Der „Kaufmännische Verein" veranstaltete am Sams- tag Abend tm Leib'schen Saale eine Abendunterhaltung, die von Damen und Herren zahlreich bewcht war und die insofern besondere Erwähnung verdient, als sie sich durch die Mitwirkung des Kgl. Hofschauspielers Max Oppmar aus Kassel auch zu einer wirklichen Unterhaltung gestaltete. Wer Gelegenheit hatte, diesen Abend im .Kreise des Kaufmännischen Vereins zu verbringen, wird zugestehen, daß die humoristischen Vorlesungen deutscher Dtalectdichtungen des genannten Herrn zu den besten auf dem Gebiete der Recitationen deutscher Dichterwerke zu rechnen sind. Denn nicht nur der Wortlaut der die Denk- und Handlungsweise der verschiedenen deutschen Volksstämme so treffend characterisirenden Dichtungen war es, welcher die Zuhörer so ergötzte, son- dern vor Allem die Vortragsweise und die Beherrschung der verschiedenen Dialecte, die dem Vortragenden wohlverdienten Beifall eintrugen. Wenn es deshalb dem Kaufmännischen Verein als besonderes Verdienst anzurechnen ist, daß er seine Mitglieder mit den deutschen Dichtungen bekannt zu machen sucht, so konnten es dieselben gewiß nur begrüßen, wenn der Abwechselung halber einmal in schlesischer, pfälzischer, plattdeutscher, oberbayerischer, ungarisch-deutscher, schwäbischer, Frankfurter und sächsischer Mundart zu ihnen gesprochen wurde. Gesangs- und Jnstrumentalvorträge bildeten die Abwechselung der Abendunterhaltung, die mit einem Tanzvergnügen schloß.
Mainz, 10. Marz. Die Wirkungen der großen Fröste treten auf dem ' Weinmarkt von Tag zu Tag merklicher hervor. Der Weinhandel, die Weinspeculation j und besonders der Weinproducent alle nehmen eine abwartende Stellung ein und i Käufer wie Verkäufer wollen sich nicht zu Abschlüssen verstehen, bis sich mit Gewißheit i übersehen läßt, ob und von welchem Belang der Weinstock für die diesjährige Ernte durch die Fröste berührt worden ist. Einzelne größere Weinproducenten — darunter die Erben Pabstmann in Hochheim — haben die bereits fixirten Versteigerungen ihrer Weine wieder abgesetzt, und andere, die die Absicht zu versteigern hatten, halten noch mit der Festsetzung der Versteigerungstermine zurück. Ohne den, um eine künstliche Preissteigerung heroorzurufen, von verschiedenen Seilen in die Welt posaunten übertriebenen Nachrichten über Frostschäden im Geringsten beizustimmen, läßt sich heute schon als unabweisbare Thatsache erkennen, daß in Rheinhessen wie auch im Rheingar: der Weinstock in verschiedenen Gegenden durch die Fröste mehrfach gelitten hat. Besonders unheilvoll für die Reben war die Nacht vom 12. auf 13. Februar, wo bei einer Kälte von über 18J R. auch die Weinpflanzungen in nicht exponirten Lagen von dem Frost in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wo Schnee in hinreichender Menge lag, blieben die auf Knoten geschnittenen Stöcke von dem Frost durchweg verschont.
— Die verflossenen Carnevalstage boten den Spitzbuben hier ein reiches Feld für ihr Handwerk. Besonders Einschleich- und Taschendiebe, sowie Paletotmarder waren sehr rührig. Nicht weniger wie 11 Personen wurden dieserhalb verhaftet, woran allein 6, die sich fremde Ueberzieher in dm Wirthshäusern angeeignet hatten.
— Der hiesige Gastwirtheverband hatte sich vor einiger Zeit bei der Bürgermeisterei um Erlaß eines Ortsstatuts bemüht, nach welchem bei Ertheilung von Wirthschaftsconcessionen die Bedürfnißfrage in Erwägung zu ziehen sei. Bet den betreffenden städtischen Commissionen hat das Gesuch jüngst einen ablehnenden Entscheid gefunden.
auf immer die Augen schloß. Sein Andenken aber wird nicht vergehen, so lange ein Deutscher lebt. Die ehrwürdige Gestalt des kaiserlichen Kriegshelden, welcher Deutschland mit dem Schwerte geeinigt und dann durch 17 Friedensjahre, reich an Segen und Gedeihen für Land und Volk, als hochverehrter allgeliebter Herrscher gewaltet, tritt heute wieder lebendig in unserer Erinnerung vor uns hin. „Ich habe keine Zeit, müde zu sein!" das war des Kaisers letztes Wort, der letzte Widerhall und Ausdruck, was seines Lebens Seele und Nerv gewesen. In dieser unermüdeten Pflicht- und
Berufstreue ist er gewandelt Gott zu Ehren, dem Volke zur Nacheiferung. Das letztere wird stets eingedenk fein alles dessen, was es seinem großen Kaiser verdankt, und sein edles herrliches Vorbild immer im Herzen tragen.
Berlin, 9. März. Der Bundesrath erteilte in der am 8. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung dem Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts Etat für das Etatsjahr 1889—90, dem Gesetzentwurf wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Neichsheeres und dem Entwurf eines Gesetzes über die Besteuerung des Zuckers die Zustimmung. Außerdem wurde über eine Eingabe wegen Aufnahme einer Bestimmung über die Familienvertrage des hohen Adels in dem Entwurf des Einführungsgesetzes zum bürgerlichen Gesetzbuch, sowie über eine Eingabe, betreffend die königlich sächsischen Ausführungs-Bestimmungen zur Gebühren-Ordnung für Zeugen und Sachverständige, Beschluß gefaßt. Ein Antrag Sachsens wegen Behandlung der Fundstücke aus den Ausgrabungen auf dem Boden des alten Olympia und die Vorlage, betreffend Veränderungen in dem Bestände der Berufsgenoffenschaften, wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Den Vorsitz führte der Königlich bayerische Bevollmächtigte zum Bundesrath, Gesandte rc. Graf v. Lerchen- feld-Köfering.
Dresden, 9. März. Der König hat den Anfang der Feier des 800jährigen Jubiläums des Wettiner Hauses auf den 16. Juni anberaumt.
Serbien.
Belgrad, 9. März. König Milan richtete unmittelbar nach der Abdankung ein in sehr warmen Worten abgefaßtes Telegramm an den Kaiser Franz Joseph, in welchem er seinen Gefühlen des Dankes für die ihm und Serbien stets bewiesene Freundschaft lebhaften Ausdruck gab und den Kaiser zugleich bat, dem Könige Alexander I. und Serbien auch fernerhin dieselben wohlwollenden Gesinnungen zu bewahren. Die Antwort des Kaisers ertheilte dem Könige die erbetene Zusicherung für den neuen König und das Land in den herzlichsten Ausdrücken.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 9. März. (Fruchtpreise). Weizen M 19,30, Korn M 16,00, Gerste M. 13,50, Hafer M. 13,50, Erbsen M 00,00, Samen M 00,00, Wicken M. 00,00, Kartoffeln M. 0,00, Linsen M 00.00.
nl , Frankfurt, 9. März. Erbsen ganze pr. Psb. 12-18 do.geschälte 14-18Hl Linsen 18—28 H, weiße Bohnen 16—18 H, Kartoffeln 100 Ko. Jt 0,00-0,00, do- per Gescheid 10-12 Butter per Pfd. M 1,00-1,20, Eier das Stück 5-6 4, Blumenkohl per Stück 30-60 4, Wirsing per Stück 10-15 4, Zwiebeln per Pfd- 7-8 A, Weißkraut per Stück 15-25 H, Gelberüben per Portion 15-20
Telegraphische Depeschen.
Wolff's lelcgr. Correspondenz-Brrreair*
Berlin, 10. März. Der Gedächtnißfeier in der Garnisonkirche für weiland Kaiser Wilhelm I. wohnten der Kaiser und die Kaiserin, der Großherzog von Baden, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, der Generalfeidmarschall Graf Moltke, die Generalität und Deputationen der hier garnisonirenden Truppen- theile, fämmtlich in Paradeuniform, bei. Die Predigt hielt Dioisionspsarrer Wend- lanbt über den Spruch aus dem Evangelium Johannis: „Vater, die Stunde ist hier, wo du deinen Sohn verklärest, auf daß dich dein Sohn auch verkläre."
Danzig, 10. März. Se. K. Hoheit Prinz Friedrich Leopold ist mit dem Kriegsminister und Gefolge kurz nach 6 Uhr hier eingetroffen, um dem 200jährigen Jubiläum des Grenadier-Regiments König Friedrich I. (Nr. 5) beizuwohnen. Se. K. Hoheit wurde von dem kommandirenden General o. Kleist und den Spitzen der Civil- und Militärbehörden empfangen. Bei der Ankunft wurden Ehrensalven von der Bastion Gertrud gelöst. Der Prinz fuhr durch die prächtig gefchmückten Straßen nach dem Oberpräsidium, wo Höchstderselbe das Absteigequartier nimmt. Später beabsichtigt der Prinz, sich nach dem Casino zu begeben, wo eine Vereinigung der früheren Offiziere des Jubilar-Regiments stattfindet.
Bremen, 10. März. Der Senator Dr. Hermann Heinrich Meier, wiederholt Vertreter Bremens im Bundesrathe, ist gestern Abend gestorben.
Bern, 10. März. Aus Bellinzona wird gemeldet: Da der Regierungsstattharter von Lugano sich geweigert hatte, die von dem Kommissär Oberst Borel verlangte Freigebung eines ungesetzlich verhafteten Radikalen zu vollziehen, zog auf Befehl des Kommissärs das gestern nach Lugano entsendete Züricher Halbbataillon vor die Präfektur und schickte sich an, dieselbe mit Gewalt zu besetzen. Hierauf erfolgte die verlangte Freilassung.
Paris, 10. März. Dem Journal „Paris" zufolge wäre die Zahl derjenigen Personen, gegen welche in Folge der Untersuchung gegen die Patriotenliga gerichtlich vorgegangen werden soll, sehr beträchtlich. Man glaube, daß die Untersuchung sich wahrscheinlich auf die Präsidenten und Hauptorganisatoren der Provinzialabthetlungm der Liga erstrecken werde.
Rom, 10. März. Die neuen Minister werden nach dem heute stattfindenden Cabinetsrathe die Geschäfte übernehmen. — Wie verlautet, würde die Deputirtenkammer zunächst das abgeänderte Budget berathen und sich alsdann vertagen.
Aquila, 10. März. Um 1 Uhr Nachmittags wurde hier ein sehr starkes Erdbeben verspürt, welches jedoch keinen Schaden anrichtete.


