Ausgabe 
9.11.1889
 
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demokratie gegenüber nachzuweiscn und betont den Präventiv- Charakter der Vorlage. Präventivmaßregeln gegen die Presse können auf Grund des gemeinen Rechtes gar nicht getroffen werden, man müsse denn die Prävention in das Preßgesetz aufnehmen. Eine Partei, die ihre Ziele mit allen Mitteln anstrebt, könne man nicht auf dem Boden des gemeinen Rechts behandeln. Die Anschauung, daß der politische Meineid, wenn nicht durchaus nothwendig und gerechtfertigt, so doch entschuldbar sei, ist in der socialdemokratischen Presse mehr­fach vertreten. Das Gesetz ist als Specialgesetz durchaus nothwendig und die Vorlage gegenüber den früheren Gesetzen eine wesentliche Verbesserung. Es wird auch in Zukunst zu unterscheiden sein zwischen den socialistischen Bestrebungen und denjenigen, die auf Verbesserung der Lage der Arbeiter ge­richtet sind. Dem Coalitions- und Associationsbedürfniß der Arbeiter sollte man nicht entgcgcntreten. Redner sucht dann noch die auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesell­schaftsordnung gerichteten Bestrebungen der Socialdemokratie näher darzulegen. Er ist dabei im Zusammenhang aus der Tribüne unverständlich und wird auch vom Präsidenten wieder­holt ersucht, lauter zu sprechen, da er auch beim Präsidium nicht verstanden werde. Redner betont, er wolle dem Gesetz den Charakter als Polizeigesetz nehmen.

Abg. Bebel (Soc.): Dem Abg. Kulemaun gegenüber vertritt der preußische Minister des Innern das Princip der Humanität; ich bin aus seiner Rede nicht klug geworden. Die Handhabung des Socialistengesetzes ist heute eine viel mildere als früher und das beweist, wie dehnbar das Gesetz ist und daß es wesentlich dem Ermessen des Beamten anheim- gcgeben ist, ob er das Gesetz anwenden will oder nicht. Auf Grund des Socialistengesetzes sind 1300 Druckschriften, darunter 120 Zeitungen verboten und 600 Personen sind ausgewiesen, viele Existenzen und viel Vermögen ist dadurch vernichtet. Dafür ist die Stimmenzahl der Socialdemokraten von 300000 im Jahre 1881 aus 700000 im Jahre 1887 gewachsen und die Opferfreudigkeit der Partei werde allgemein anerkannt- das rühre daher, daß die Socialdemokratie die einzige Partei sei, die noch Ideale habe. Die Carlsbader Beschlüsse enthielten gegen die heutigen Nationalliberalen ähnliche Bestimmungen wie das Socialistengesetz gegen uns,- später, im Jahre 1863, sind ähnliche Bestimmungen in den Verordnungen des Fürsten Bismarck, namentlich in der Preßordonnanz enthalten. Es wäre doch wichtig, vom Reichstage eine Declaration über den Begriff des Um­sturzes zu erhalten, da die Bundesregierungen darüber nicht einig sind. Es herrscht ein völliger Widerspruch in den Ausführungen der Redner. Der Minister sagt, unsere Lehre solle nicht angetastet werden, die übrigen Redner waren im Wesentlichen gleicher Meinung. Diese Freiheit der Lehre ist für uns die Hauptsache, die practische Verwirklichung hat für uns keine Eile und doch ist alles nur gegen unsere Lehre gerichtet. Nationalliberale, wie Herr Biedermann und auch Herr v. Treitschke, haben vor langen Jahren die Principien der Socialdemokratie vertreten. Herr v. Gneist und Herr v. Marschall, das jetzige Bundesrathsmitglied, ebenso Herr v. Kardorff haben von Anfang an betont, man dürfe das Gesetz nicht zu Stande kommen lassen, man müsse auf dessen baldige Wiederaufhebung bedacht sein. Am Entschiedensten hat sich s. Z. Herr v. Bennigsen gegen das Gesetz aus­gesprochen. Heute ist ein Princip für die Handhabung des Socialistengesetzes überhaupt nicht vorhanden. Das Volk habe die Empfindung völliger Rechtlosigkeit. In Deutschland sind vom Januar bis September 360 Versammlungen ver­boten worden. In Sachsen wäre man sehr zufrieden, wenn man dort die Verhältnisse hätte wie heute in Berlin; ich muß dem preußischen Herrn Minister des Innern bi:§ Com- pliment machen. Die Ausweisungsbefugniß will man nur behalten, um ein paar Dutzend Leute, darunter vor allen Dingen die Abgeordneten der Socialdemokratie, ausweisen zu können. Aus den kleinen Belagerungszustand verzichtet man gern, weil damit der alljährliche Rechenschaftsbericht und die

etwa so verhält, wie Lebenslust und Daseinsfreudigkeit zur Todessehnsucht. Der Autor, Gottfried Schwab, auch noch ein junger Mann und erst vor einigen Jahren der Schriftsteller­zunft beigetreten, ist bis jetzt zwar nur mit zwei größeren Talentproben aus dem Literaturmarkt erschienen, hat aber mit diesen so unbedingten Erfolg und Anklang gefunden, daß seine weitere dichterische Laufbahn hierdurch vollständig gesichert sein dürfte.

Als uns das bei Bonz in Stuttgart erschienene Bänd­chenBergfahrten" vor ca. 2 Jahren zur Recension über­geben wurde, konnten wir mit gutem Gewissen und voller Ueberzeugungswärme die Lectüre dieser frischen, ungezwungen dahin fließenden Lieder empfehlen. Es ist eine fröhliche, vom Herzen zum Herzen gehende Wanderpoesie, die, obgleich sie unverkennbar ihr Vorbild an Scheffel genommen, doch eine eigene, selbständige Sprache redet. Das einen gesunden, kernigen Humor tragende Gedicht:Wie die Walserschanz' erbaut wurde" mit dem schönen Schluß:Und wo ein altes Wirths- haus steht an sagenreicher Stelle, da, Wand'rer, lehn' dein Schürsgeräth und schlürfe an der Stelle" hat denn auch bald genug Ausnahme in die Henle'sche Anthologie:Was soll ich declamiren" gefunden.

Ein Jahr darauf stellte Schwab sich in dem im Deku- matenlande spielenden RomanTisiphone" eine weit größere Ausgabe. Fast alle größeren Blätter haben eine Besprechung des ebenso interessanten als gediegenen Werkes gebracht. Für den hessischen Leser dürste das Buch doppelt interessant sein, weil der Schauplatz der Begebenheiten Mainz und der in der Nähe von Darmstadt gelegene Gehaborner Hof ist. In der Tisiphone" liefert Gottfried Schwab den Beweis, daß man eine Zeit des Verfalls und die in solcher zu Tage tretenden Symptome sittlicher Verwilderung darstellen kann, ohne daß die zu schildernden Objecte Stil und Auffassung in der Art beeinflußen, daß am Ende das Werk selbst als etwas diesem Zersetzungsprozeß Entstiegenes anmuthet. Nachdem der Inhalt derTisiphone" schon von verschiedenen Seiten

sich daran knüpfenden Debatten fortfallen. Redner kritisirt dann das Verhalten der Gerichte in Sachsen; man habe ihn, den Redner, aus unzureichenden Gründen verhaften lassen und die Verhaftung so eingerichtet, daß sie am Pfingstsonntag in dem Moment stattfand, wo Redner sich mit seiner Familie auf einem Spaziergange befand. Jeder anständige Mensch wird moralisch degradirt, wenn er dies Gesetz handhaben muß. lieber das Lockspitzelwesen hat sich Fürst Bismarck im Jahre 1843 sehr zutreffend in seinen politischen Briefen ge­äußert. Das Absägen der Friedenseiche im Rosenthal bei Leipzig ist von einem Manne veranlaßt worden, von dem ich nachweisen kann, daß er ein polizeilich bezahlter Spitzel war. Die politische Polizei steht gar nicht im Ressort des Ministers des Innern, sondern ressortlich vom Auswärtigen Amte. Viele Allarmgerüchte über Attentate sind sehr wohl so erklär­lich, daß gekrönte Häupter durch diese Gerüchte für bestimmte Zwecke gewonnen werden. Notorische Verbrecher werden von der Polizei in Dienst genommen, um als Zeugen gegen uns verwendet zu werden. Die Milderungen des Gesetzes sind nicht wesentlich, zum Theil nur scheinbar und Consequenzen der Verewigung des Gesetzes. Die meisten Milderungen wird man durch das gemeine Recht wieder illusorisch machen. Die Socialdemokratie ist eine Culturmacht und wenn Jemand diese Culturbewegung auf den Weg der Gewalt drängt, dann sind Sie es.

Die Debatte wird geschlossen und die Vorlage an eine 28er-Commission verwiesen.

Daraus vertagt sich das Haus.

Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Tagesordnung: Bankgesetz.

Schluß 5 Uhr.

Neneste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 7. November. Dem Reichskanzler ging heute Nachmittag vom Kaiser das nachstehende Telegramm zu: Nach einem Aufenthalt, der einem Traume gleicht und welcher durch die freigebigste Gastfreundschaft des Großherrn zu einem paradiesischen gemacht wurde, Passire ich soeben bei schönem Wetter die Dardanellen.

Berlin, 7. November. Dem Magistrat und der Stadt­verordnetenversammlung ist ein Dankschreiben der Kaiserin Friedrich für die Adresse anläßlich der Vermählung ihrer Tochter, der Prinzessin Sophie, zugegangen, an deren Schluß eS heißt:Nächst dem Segen des Himmels erflehe ich für die Neuvermählten den Segen des Heimgegangenen Kaisers, dem es nicht mehr vergönnt war, theilzunehmen an der Be­gründung des Glücks unserer Tochter."

Berlin, 7. November. DieBerl. Pol. Nachr." theilen in einer Besprechung der Entwickelung der Lohnverhält­nisse der Arbeiter mit, daß die preußische Bergverwaltung angesichts des Interesses, welches gerade die Lohnbewegung auf dem Gebiete des Bergbaues für das laufende Jahr bean­spruche, eine Lohnstatistik für jedes Vierteljahr besonders bearbeiten und veröffentlichen werde. Die Veröffentlichung bezüglich der ersten beiden Vierteljahre des lausenden Jahres sei nahe bevorstehend.

Berlin, 7. November. In der heute stattgehabten Sitzung der Budgetcommission wurde der Ankauf des deutsch-norwegischen Kabels genehmigt und somit der ganze Postetat erledigt. Bei dem Etat des Auswärtigen erklärte der Unterstaatsiecretär Berchem, gegen die Schweiz bestehe keine Mißstimmung und bezüglich der Nachforderungen für Reichseommisjar Hauptmann Wißmann sagte der Unterstaats- seeretär, dieselben würden gegen zwei Millionen betragen.

München, 7. November. Der Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten bewilligte den Bau eines fiskalischen Logirhotels für das Stahlbad Steben. Bei der Berathung des Militäretats pro 188990 erklärte der Kriegsminister, General der Infanterie v. Heinleth, es beständen, soweit er

gewürdigt, wollen wir in diesen Aufsätzen nur noch mit einigen Worten der formalen Vorzüge der Schwabschen Schreibweise gedenken.

Gottfried Schwab wird allem Anschein nach niemals zu den Vielschreibern gehören. Er läßt seine Ideen erst aus­reifen, bevor er sie der Druckerschwärze anvertraut. Gewissen­hafte, eingehende Studien sind ihm die Vorbedingungen seiner Arbeit. Der Kundige weiß sofort, daß dieTisiphone" aus dem Studium reichen historischen Materials beruht.

Das Glücksgoldstück. Der alte Bankier Coutts, der mehrere Millionen Pfund Sterling hinterließ, pflegte oft in eine Londoner Vorstadt zu gehen, in der eine seiner Töchter wohnte. Er sah in seinem Alter er starb im siebenund­achtzigsten Jahre recht ehrwürdig, aber etwas schäbig aus, da er nichts auf Kleidung gab, und machte mit seinem sorgen­vollen Gesicht den Eindruck eines Mannes, der früher einmal bessere Tage gesehen hatte und nun verarmt war. Ein wohl­habender Fleischer, der sich vom Geschäft zurückgezogen hatte und den alten Herrn öfters vorübergehen sah, knüpfte eines Tages ein Gespräch mit ihm an. Es war kurz vor Weih­nachten, und der Fleischer, der ein mildthätiges Herz hatte und den das gedrückte Aussehen des armen Greises rührte, beschloß, ihm eine'Festfreude zu machen und drückte ihm beim Schluß der Unterredung schweigend eine Guinee (20 Mark) in die Hand. Coutts nahm sie dankend an und lud den Wohlthäter später zu einem prächtigen Feste ein. Das Glücksgotdstück" blieb in seiner Familie und wird heute noch unter Glas und Rahmen ausbewahrt.

Wurst wider Wurst. An dem Gespräch einiger alten Bierphilister wagte es em junger Mann sich zu bethei­ligen.Sie schweigen!" fuhr ihn plötzlich grob einer der Alten an.Was wollen Sie wissen! In Ihrem Alter war ich selber auch noch ein Esel."Da haben Sie sich aber merkwürdig gut conservirt!"

unterrichtet sei, keine Klagen über die Unzulänglichkeit und- schlechte Nahrungsmittel für die Truppen. Fernerweit müßten die an die Mannschaften gestellten Anforderungen noch wesentlich erhöht werden- Unfälle seien selten, jedoch schwer zu vermeiden. Hieraus erläuterte der Kriegsminister an Beispielen aus Preußen und dem Deutschen Reiche die geforderte Gehaltsaufbesserung der Militäranwärter. Beim Gebührenausschuß warnt der Finanzminister v. Riedel, die Gebühren zu tief herabzumindern, da die Erhöhung der- Matrikularbeiträge und die Ausgaben für die Altersversiche­rung, der Malzabschlag und die Ausgaben für die Doppel- geleise die Vorsicht des Finanzressorts erfordern. Hierauf wird der Entwurf genehmigt.

Wien, 7. November. Die Generalfynode des hel­vetischen Bekenntnisses hielt heute ihre feierliche Schlußsitzung ab. Nach Wahl des Synodalausschusses gedachte der Super­intendent Szalatray des vom Kaiser der Generalsynode bewiesenen Wohlwollens und brachte ein dreifaches Hoch auf den Herrscher aus, in das die Versammlung lebhaft ein­stimmte.

Troppau, 7. November. An der heutigen Sitzung des- schlesischen Landtags nahm der Fürstbischof von Bres­lau, Dr. Kopp, theil und leistete feine Angelobung als Mit­glied des Landtags.

Paris, 7. November. DieEstafette" dementirt die Nachricht von einer schweren Erkrankung Ferrys- derselbe werde voraussichtlich am 20. November in Paris eintreffen.

Der festliche Schluß der Ausstellung wurde von 500000 Personen besucht und verlief ohne Zwischenfall. Carnot wurde bei seinem Erscheinen lebhaft begrüßt.

London, 7. November. Alle Morgenblätter widmen Dr. Peters sympathische Nachrufe und drücken ihr Be­dauern aus über das traurige Ende eines fähigen wackeren Pioniers in einem ausnahmsweise schwierigen und gefahr­vollen Unternehmen.

Rom, 7. November. Der Proceß wegssn des Atten­tates auf Crispi ist vor die Anklagekammer verwiesen. Die Anklage lautet auf versuchten Mord mit Vorbedacht, ohne meuchlerische Qualifikation.

Rom, 7. November. Es heißt, das zwischen Rußland und dem Vatikan im Princip getroffene, aber noch nicht unterzeichnete Abkommen beziehe sich nur auf die Wieder- befetzung der vacanten bischöflichen Sitze Rußlands- alle übrigen noch schwebenden Fragen hätten einen neuerlichen Aufschub erlitten.

Venedig, 7. November. Der hiesige Gemeinderath be­schloß, zum Empfange des Kaiserpaares alle Vor­bereitungen zu treffen. Die Mitglieder desselben fahren den Ankommenden in geschmückten Gondeln und Barken bis zum Hafen Malamocco entgegen und geleiten ebenso den Kaiser zum Bahnhofe. Zu Ehren der Kaiserin, welche an Bord der Hohenzollern" wohnen wird, ist eine glänzende Beleuchtung des Beckens von San Marco geplant.

Locales «nd provinzielles.

Gießen, 8. November.

t Die Schwurgerichtsverhandlungen für das vierte Quar­tal 1889 beginnen Montag den 9. December, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des Herrn Langcrichtsraths Scriba. Wie verlautet, wird die Session nur wenige Fälle umfassen.

tt. Das hiesige CasinoGesellschaftsverein" ist von unse­rem Großherzog, wie wir vernehmen, durch einen hohen Gnadenbeweis erfreut worden. An Herrn Professor Dett- w eil er ist nämlich dieser Tage eine ganz vorzüglich ausge­führte Büste des verehrten Landesherrn, von Pros. König in München modellirt, aus dem Großh. Civilcabinet übersandt worden, welche der Großherzog, der von seinem Aufenthalt auf der Universität her Ehrenmitglied desClub" ist, aller- gnädigst dem Verein dedicirt hat. Das Geschenk ist neben der Büste unseres Kaisers eine Zierde des großen Ballsaales.

r. In der vorgestrigen Sitzung der Oberheff. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hielt Herr Geh. Rath Professor Dr. Streng einen ungemein interessanten Vortrag über seinen Herbstferien-Ausflug in die Eugancen, einen kleinen Gebirgsstaat, der nur wenige Stunden von Padua sich aus der weiten Poebene erhebt. Derselbe ist in Deutschland jedem wissenschaftlich Gebildeten wenigstens dem Namen nach bekannt, aber auffallend ist, daß der Vortragende in Padua in keiner Buchhandlung genaue Karten des Gebirges auftreiben konnte, auch gedruckte Reiseführer gibt es nicht, dagegen einen, aber auch nur einen lebenden, der den Vortragenden auch einige Tage begleitete. Die Euganeen sind vulcamsch und bestehen der Hauptsache nach aus Trachyt und Andesit, Perlstein und Tuffen der verschiedensten Art- zahlreiche Handstücke waren ausgelegt, darunter auch der seltene Tridymit in größeren Crystallen im Trachyt. Häufig ist der Tuff von oft wunder­bar gebogenen Gängen von Trachyt und Basalt durchzogen. Das merkwürdige Felsenriff Pendise mit der Ezzelins- burg und der Monte delle Forke, der Gabelberg sind solche Trachytgänge, die durch Auswaschung des leichter verwittern­den Tuffes ganz oder einseitig blos gelegt sind. Sonst hat das Gebirg Kuppennatur ähnlich dem Siebengebirg. Die Aussichten von den Gipfeln sind überraschend schön und nir­gends erheben sich auf der einen Seite die Alpen so majestä­tisch aus der Ebene und anderseits breitet sich so glänzend das Meer aus, als hier. Doch kommen auch geschichtete Gesteine vor, die dem oberen Jura, der Kreide und dem Ter­tiär angehören und zwischen denen wieder Trachyt austritt. Die neptunischen Schichten setzten sich aus dem Pomeere ab, es fanden untermeerische vulcanische Ausbrüche statt, die wie­der von geschichteten Gesteinen überdeckt wurden. Durch vul­canische Auswürfe erhob sich der Berg über das Meer, dann fand eine Hebung des gesummten Gebietes statt, so daß sich in einer früheren Zeit an dieser Stelle ein Vulcan etwa wie der Aetna aus der Ebene erhob. Dann aber kam die Thätig-