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Ministers des Auswärtigen Mijatovic sämmtliche fremden Gesandten, sowie die von Wien hier angelangten fremdländischen Mtlttäragenten zur Entgegennahme ihrer Glück­wünsche gelegentlich der Wiederkehr des Jahrestages der Königskrönung. König Milan war in Generalsuniform erschienen. Er dankte herzlich und sagte alsdann:Meine Herren, ich habe viel zu thun; ich möchte Ihnen kurz mittheilen, daß ich abzudanken mich entschloß. Das Manifest, welches später erscheinen wird, dürfte Ihnen die Motive meines Rücktrittes klarlegen." Hierauf verabschiedete sich der König tiefbewegt von jedem einzelnen der zuerst ganz consternirten und dann gleichfalls sehr bewegten Ge,andten mittelst Händedrucks und verfügte sich in den anstoßenden Nebensaal, wo­selbst die Mitglieder des Cabtnets, die Staatsräthe, das gesammte hiesige Offiziercorps und die politischen Parteichefs, ausgenommen den Fortschrittsführer Garaschanin, ver­sammelt waren. Man erwartete dortselbst nichts Außergewöhnliches, da nicht einmal alle Minister in das Bevorstehende eingeweiht waren und die Absicht der Abdankung nur Wenigen bekannt war. Die Versammlung war daher auf's Höchste überrascht, als der König, an dessen linker Seite Kronprinz Alexander stand, den Ukas mit vibrtrender Stimme verlas, worin er seinen Entschluß, abzudanken, kundgab und seinen Sohn Alexander zum Nachfolger ernannte. König Milan brachte hierauf den ersten Ztoioruf auf den neuen Serbenherrscher aus, in welchen die Versammlung vielmals laut ein- ftimmte. Nunmehr verlas der König die Namen der drei Regenten, welche bis zur Volljährigkeit Alexanders das Staalsruder führen. Der neue junge König Alexander trat alsdann auf die rechte Sette seines Vaters über, worauf der letztere eine ergreifende Ansprache an Alexander richtete. Milan sagte ungefähr:Noch habe ich ein Recht, Dir Rathschläge zu geben. Ich hoffe, daß Du stets mit Deinem Volke zusammen­arbeiten wirft, daß Du Deine Regierung stets aus den Besten des Volkes wählst und heuchlerische und ambitiöse Charaktere von Dir fernhältst. Ich wünsche, daß Du stets von guten Menschen umgeben seist." Hierauf leistete König Milan als erster Unter; than dem neuen König den feierlichen Eid und gelobte diesem stete Treue. Vater und Sohn küßten sich bewegt. Exkönig Milan umarmte auch herzlich die Regenten und verabschiedete hierauf die tiefergriffene Versammlung. König Milan behält Generalsrang in der serbischen Armee, den er selbst angenommen hat. Sowohl er, als König Alexander werden im Laufe des Nachmittags ein Manifest an das serbische Volk erlaffen.

DieBerl. Pol. Nachr." schreiben: Der Rücktritt des Königs Milan von der Obersten Leitung der serbischen Staatsgeschäfte ist gegenwärtig zu einer vollzogenen Thatsache geworden, mit welcher die Politik rechnen muß. Nicht ohne aufrichtiges Bedauern nehmen Serbiens Freunde in Europa von diesem Entschlüsse eines Fürsten Akt, dessen Liebe zu seinem Land und Volk stets über jeden Zweifel erhaben dastand und dessen ausgezeichnete Begabung nicht am wenigsten dazu beigetragen hat, dem noch jungen Königreiche seinen Weg in der zeitgeschichtlichen Entwickelung zu bahnen. Heber die durch den bedeutsamen Schritt König Milans geschaffene momentane Lage hinaus sich erstreckende spekulative Betrachtungen können einstweilen füglich unterbleiben. Heber diese und manche andere, mit der neuen Wendung zusammenhängende Fragen ist eine Klärung erst von dem weiteren Verlaufe der Dinge zu erwarten. Stur ein Punkt muß immer wieder heroorgehoben werden, daß nämlich König Milan, bevor er Seinen folgenschweren Entschluß faßte, Sorge trug, daß Serbiens Politik nach Innen wie nach Außen durch den Situattonswechsel an leitender Stelle nicht aus dem sicher und regelrecht fonftrutrten Geleise geordneter Aktion herausgedrängt werden wird, in welchem sie sich seither bewegt hat. Herr Ristic würde nicht das Vertrauen genießen, welches ihm unter den obwaltenden Umständen zur Seite steht, wenn es zweifelhaft lein könnte, daß er, was an ihm liegt, zur Erhaltung der Kontinuität des serbischen Negierungsprogrammes beitragen werde. Vornehmlich mit in der. Ueberzeugung, daß der Abschluß, den die serbische Staatskrise durch die Berufung des Herrn Riftic erfährt, nicht das Vorspiel neuer Krisen bilden werde, wurzelt die Ruhe und Objektivität, womit Europa den König Milan seine Hauptstadt und sein Land gegen einen Aufenthalt im Auslande vertauschen sieht.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 6. März. Wie die Poft meldet, wird Se. Majestät der Kaiser die Reise nach Danzig zur Jubelfeier des Grenadier-Regiments König Friedrich I. am 11. d. Mts., der Trauerwoche wegen, nicht unternehmen. Die Jubelfeier des Regiments werde möglicher Weise bis nach der Trauerwoche verschoben werden.

Berlin, 6. März. In der am 5. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung des Bun­desraths gab der Vorsitzende, Vicepräsident des Staatsministeriums, Staatssecretär des Innern von Bötticher, zunächst unter allseitiger Zustimmung dem Bedauern Aus­druck über den Verlust, welchen der Bundesrath durch das am 22. Februar d. I. er­folgte Ableben des Herzoglich braunschweig-lüneburgischen Wirklichen Geheimen Raths und Staatsministers Dr. jur. Grafen Görtz-Wrisberg erlitten hat Dem Entwurf eines Gesetzes wegen Aufhebung der §§ 4 und 25 des Branntweinsteuergesetzes vom 24. Ium 1887 ertheilte die Versammlung die Zustimmung, erklärte sich mit der be­reits erfolgten Heberweisung des Entwurfs eines Gesetzes, betr. die Feststellung eines Nachtrages zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsjahr 1889/90, des Gesetzentwurfes wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Reichsheeres und des Erftwurfs eines Gesetzes über die Besteuerung des Zuckers an die zuständigen Aus­schüsse einverstanden und übergab den Antrag Hamburgs, betreffend die Bewilligung eines fortlaufenden Contos an Inhaber von Exportmusterlagern, den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr zur Vorberathung. Die Resolu­tion des Reichstages, betreffend die Veranstaltung einer Hntersuchung wegen Abände­rung des Zolltarifs für mehrere landwirthschaftliche Producte, wurde dem Vorsitzenden des Bundesraths überwiesen. Auf den Antrag der Ausschüsse für Zoll- und Steuer­wesen und für Handel und Verkehr würbe beschlossen, daß die Schlußnoten zur Ent­richtung der Abgabe nach der Tarifnummer 4 des Reichsstempelgesetzes in deutscher Sprache und, sofern es sich nicht um Geschäfte über ausländische Werthe handelt, in Reichswahrung auszuftellen find. Endlich wurde über die Zollbehandlung verschie­dener Gegenstände, über die nachträgliche Annahme eines Anerkenntnisses über Brannt- weinsteuervergütung und über die Eingabe eines früheren Postgehülfen wegen Bewilligung LineS Ruhegehalts Beschluß gefaßt.

Arlin, 6. März Die nächste Sitzung des Reichstags ist auf Mittwoch den 13. d. Ui., Nachmittags 2 Hhr, anberaumt. Tagesordnung: Zwei kleinere Vorlagen und die Denkschrift über die Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes in Berlin, Stettin, Frankfurt a. M., Hamburg und Leipzig.

Abgeordnetenhaus. Die zweite Berathung des Cultusetats wurde heute beim KapitelHöhere Lehranstalten" fortgesetzt. Die Fra^e der Gleichberechtigung von Gymnasien und Realschulen hinsichtlich des Hnioersitätsstudiums wurde auf breitester Basis von den Abgeordneten Schmelzer, Seyffardt (Crefeld), von Schenckendorff, Arendt und Korsch behandelt. Cultusmintster von Goßler wies vor allen Dingen auf Die Verschiedenheit der Ansichten hin, wie dieselbe in den nach Hunderten zählenden durchaus von einander abweichenden Gutachten zum Ausdruck komme, und betonte die Schwierigkeit der Entscheidung in einer für die Nation so hochwichtigen Angelegen­heit, bei welcher die vorsichtigste Ab- und Erwägung geboten sei. Die Schaffung neuer Gymnasien, die früher eine überstürzte war, habe abgenommen und die Ertheilung neuer Concessionen für Gymnasien erfolge jetzt unter größter Vorsicht. Die Haupt­punkte seines Programms lägen in der Herstellung eines richtigen Verhältnisses zwischen der Zahl der Lehranstalten und der Zahl der Einwohner, in der Verhinderung der Neubildung höherer Lehranstalten zu Gunsten lateinloser Schulen mit kürzerer Unter­richtsdauer, in dem Ausbau der Lehrpläne, der Verbesserung der Lehrmethoden, in einer immer besseren Ausbildung der Lehrer und besseren Körperpflege. An der tüch­tigen, gesunden Bildung, welche einen Schatz des deutschen Volkes bilde, wolle er nicht rütteln lassen. Im weiteren Verlaufe der Debatte wurden die Zuschüsse für die Gymnasien bewilligt und damit der Etattheil der höheren Lehranstalten erledigt. Morgen, Donnerstag Vormittag 11 Uhr wird die Berathung fortgesetzt.

Premierlieutenant Grafenreuth, nunmehr definitiv zum Auswärtigen Amte fommanblrt, wurde gelegentlich der gestrigen Vorstellung von sechs Officieren der Expedition mit Geheimrath Krauel von dem Kaiser zum Frühstück befohlen, wobei der Kaiser mittheilte, Contreadmiral Deinhard habe ihm ielegraphirt, Bagamoyö sei zurück- erodert und zwei Geschütze seien erbeutet worden. Die Araber wurden geschlagen und hatten große Verluste.

i Bezüglich der Nachrichten aus Samoa, denen zufolge Mataasa die von dem deutschen Consul verlangte Niederlegung der Waffen abgelehnt, jedoch eine zeitweilig Einstellung der Feindseligkeiten zugestanden und Angriffe auf deutsche Ansiedler zu ver- hmdern versprochen habe, wird mitgetheilt, über Verhandlungen zwischen dem kaiser­lichen Consul und Mataafa sind amtliche Meldungen bisher nicht angegangen.

wir Btt?«, 6. Marz. DasFremdenblatt" bezeichnet es als zweifellos, daß König Zeit das Land verlasse und Ristic mit der Regentschaft betraue.

Die definitive Thronentsagung werde in Oesterreich-Ungarn und in anderen Staaten aufrichtig bedauert. Ristic als Regent werde die Beziehungen Serbiens zum Auslande von Erwägungen der Nützlichkeit und Nothwendigkeit geleitet sein lassen. Kein ser- bischer Staatsmann habe das gegenseitige Interesse und die guten Beziehungen Serbiens !n-^;^^eich-Ungarn verkannt DieNeue Freie Presse" ist skeptischer Ristic sei allerdings der einzige befähigte Mann zur Führung der Regentschaft, allein hinter ihm stehe eine schwache Partei; zu gefährlichen Schwenkungen sei Ristic zu klug, ob aber Oester^ch-Ungarn lm Falle einer russisch-österreichischen Collision ihm vertrauen dürfe, Ä öweisilhaft. DiePresse meint, Ristic wisse, daß die serbische Regierung die nöthige Stabilität für ft* und die Grundbedingungen der Wohlfahrt für das Land nur in dem ®c,r6?"en b d-r bisherigen P°Mit und dem Festhalten an dem durch den Berliner Vertrag geschaffenen Rechtsbestande finden könne.

Die Donau - Dampfschifffahrts - Gesellschaft beschloß im Interesse des öster- mit dem Orient versuchsweise einige Dampferfahrten arotteben unb Batum zu unternehmen, wodurch eine direkte Frachten- und Passagieroerbindung zwischen den genannten Schwarzemeerhäfen und den Stationen verschiedener, von der Gesellschaft befahrener Linien hergeftellt wäre.

w - ffern, 6/ MSrz. Laut Bericht des eidgenössischen Commissars im Tessin, Herrn Borel, sind Ruhestörungen daselbst nicht mehr zu befürchten. Dadurch wird das Ein- rucken eidgenössischer Truppen unwahrscheinlich. - Der Bundesrath wird den Oberst Borel in seiner Eigenschaft als Delegier zur Erörterung und Entscheidung der ein- gelangten Rekurse ersetzen, dagegen behält er die Funktion als Commissar.

Pari-, 6 März. Die über den Tod des General-Directors des Comtoir d Escompie, Denfert Rochereau, gestern geflissentlich verbreiteten Gerüchte werden durch folgende Mittheilung widerlegt: Das Comtoir d'Escompte benachrichtigt seine Freunde im Auslande, daß dasselbe den durch Herzschlag erfolgten Tod seines General-Directors Denfert Rochereau zu beklagen Hal.

6. März. Eine Zuschrift Boulanger's an Naquet betreffs des jüngsten Limes -Artikels sagt, seine unehrlichen Gegner würden das Publikum nicht täuschen. Jnoeur er alle Franzosen auffordere, innerhalb der Republik eine Regierung zu gründen, deren Grundpfeiler dieEhre und die Rechtschaffenheit sein würden, lade er sie zu einem Friedenswerke ein. Seine Mission sei dem durch den Parlamentarismus tief zer- ^'siuen Vaterlande Vertrauen, Wohlfahrt und Eintracht wiederzugeben. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe besitze er die Unterstützung aller guten Franzosen und werde er die Zustimmung aller ehrbaren Leute in allen Ländern finden. Die Anschuldig­ungen derTimes" ließen ihn ruhig. Er werde seine Pflicht erfüllen, ohne Jemand zu beunruhigen.

. .fx Pari-, 6. Marz. DemTemps" zufolge liefern die Berichte des Unterrichts- Ministers über die in den Bureaus der PatriotenUga beschlagnahmten Papiere zwar den Beweis, daß die Organisation der Liga einen Plan zur Mobilisirung ihrer Mit- glieder enthielt; dagegen ist nicht bewiesen, daß seitens der Liga Verleitungsversuche in den Reihen der Armee gemacht wären. Der Justizminister hat die weitere Verfügung Zunächst verschoben. Es gilt indessen für gewiß, daß gegen mehrere Mitglieder Unter­suchung eingeleitet und Anklage erhoben werden wird.

. Der Steuerertrag des Monats Februar stellt sich um 4«/, Millionen höher als das Budget veranschlagt hatte und beträgt erheblich mehr als die entsprechenden Februar-Einnahmen des Vorjahres.

Rom, 6. März. Die BlätterFanfulla" undTribuna" melden gerüchtweise, daß Crispi dem König mittheilte, er müsse wegen Schwierigkeiten der Cabinets-Neu- bildung auf die Ausführung seines bezüglichen Auftrages verzichten. Eine anderweitige Bestätigung dieser Meldungen fehlt noch. DieRiforma", Crispi's ergebenstes Organ, glaubt, ein entscheidender Schritt fei erst morgen zu erwarten.

Belgrad, 6. Marz. Soeben wird die Thronentsagung des Königs Milan zu Gunsten seines Sohnes Alexander feierlich verkündet. Zur Führung der Regentschaft sind ernannt: Ristic, Belimarkovic, sowie der Kriegsminister Protic. Die Regent­schaft betraut den Führer der Radicalen Tausanovic mit der Bildung des Cabtnets. Heute Abend findet ein Galadiner statt, welchem die Regenten, die Ulhiifter, die Ge­neralität und die obersten Würdenträger, sowie das Corps dlplomatique beiwohnen Die Stadt wird Abends illuminirt. Es herrscht musterhafte Ordnung und Ruhe.

Zanzibar, 6. März. ^Meldung des Bureau Reuters In Bagamoyo fand ein ernstes Gefecht statt. Buschiri griff die deutsche Station an, worauf Matrosen gelandet wurden, welche die Araber in der Flanke und im Rücken angriffen. Viele Arader wurden getöbtet. Buschtri wurde verwundet und von seinen Anhängern vom Schauplätze entfernt. Die Deutschen eroberten zwei von den Arabern früher in Pangani erbeutete Kanonen, welche Eigenthum der ostafrikanischen^Gesellschaft waren.

Lokales.

Gießen 7. März, f Sitzung Großh. Handelskammer vom 12. Februar 1889.] Anwesend die Herren Klingspor, Gail, Heichelheim, Katz, Kraatz, Scheel und Schirmer.

Die Kammer beschließt, die am 18. Februar d. I. stattfindende Plenarversamm­lung des deutschen Handelstages nicht zu beschicken, da die auf pos. I der Tagesordnung stehende Frage der Arbeiter-Jnvaliden-Versicherung bereits der Commission des Reichs­tages vorliege und weil ad pos. II der Errichtung deutscher Handelskammern im Ausland deren Werth zumal für den Exporthandel anerkannt wird, bis jetzt genügmdes Material nicht vorliegt.

Bezüglich der angestrebten Reform der Markenschutzgesetzgebung ward eine Com­mission erwählt, welche demnächst ein Referat erstatten wird.

sSitzung Großh. Handelskammer vom 25. Februar 1889.] Anwesend die Herren Koch, Heichelheim, Katz, Kraatz, Scheel und Schirmer.

Die Redaction der Zeitschrift für die landwirthschastlichen Vereine Hessens theilt mit, daß sie in ihrem Organ künftig regelmäßig die Preise der landwirthschaftlichen Producte, wie sie auf den hessischen Märkten sich bilden, veröffentlichen werde.

Seitens der Handelskammer Göttingen, sowie des Central-Vorstandes der kauf­männischen Verbände und Vereine Deutschlands und des Verbandes von Kaufleuten der Provinz Hannover ist bei dem deutschen Reichstage ein eingehend mottoirter Antrag betreffend:

a Besteuerung der Konsumvereine,

b. Einschränkung des sogen. Detailreisens, sowie des Hausirhandels eingereicht worden und wird die Handelskammer Gießen um ihre Unterstützung ersucht. Die umfangreiche Darlegung wird zur eiligen Circulation bestimmt und kommt dem­nächst zur Berathung.

Der Antrag Großh. Handelskammer, bei König!. Eisenbahn-Direction Cöln (rechtsrheinisch) den Anschluß ihres fahrplanmäßig um 7« Abends hier einlaufenden Zuges mit dem um 7« nach Fulda abgehenden Zug der Oberhessischen Bahn zu ver­mitteln, ward Seitens jener Direction unter Hinweis auf entgegensetzende Schwierig­keiten als vorerst unausführbar bezeichnet. Weitere Schritte zur Verfolgung dieser Angelegenheit wurden beschlossen.

Die Errichtung der Fernsprechleitung ist durch 58 gezeichnete Anschlüsse gesichert. Die Behörden unserer Stadt sollen zur Betheiligung eingeladen und ohne Verzug die nöthigen Schritte bei Kaiserlichem Postamt beantragt werden.

Vermischte 4.

Halle, 5. März. Der am 5. Juli v. I. wegen Ermordung deS Klempner­meisters Wernicke in Giebichenstein vorn hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilte Arbeiter Steinig, dessen Todesurtheil vom Kaiser bisher noch nicht bestätigt wurde, b< erst das Ergebniß einer Beobachtung des Geisteszustandes Steinig's abgewartet werdest sollte, ist in vergangener Nacht gemeinsam mit einem anderen Gefangenen aus dem