natcn verurtheilt. Dem er ft- und letztgenannten werden 2 Monate Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht.
— In Berichtigung der gestrigen 9?oti$ über die erste Festlichkeit der Nudergesellschaft theileu wir Herne mit, daß dieselbe am Samstag den 7. und nicht Sonntag ftattfinbet.
Dcrmifcbtcs.
Wurms, 5. Deccmber. An die Einwohner von Worms richtet sich folgender Ausruf der Großh. Bürgermeisterei Worms: „Sonntag den S. I. Mts., Nachmittags, wird Se. Majestät der Kaiser in Begleitung Sr Königlichen Hoheit des Groß Herzogs unsere Stadt und ihr neues Spiel und Festhans besuchen. Znm erstenmal seit Jahrhunderten wird unsere alte Kaiserstadt wieder einen dentschen Kaiser in ihren Manern beherbergen. Zur Tyeier dieses frohen Ereignisses bitten wir alle Einwohner, die Häuser reich zu schmücken und am Abend vor der Abfahrt Seiner Majestät festlich zu beleuchten. Mit bürget ’ Die jubelnde Freude, den ehrfurchtsvollen Dank, den wir alle im Herzen tragen, lagt ihn zum Ausdruck gelangen in dem festlichen Schmuck der Stadt, laßt ihn hinausstrahlen in unsere alten Strasten und Gassen, in hellstem Glanze. Die Beleuchtung der Stadt beginnt gegen Ende der Festvorstellung.
△ Ans Rheinhessen, 5. December. Der jüngst von Bingen flüchtig gegangene Gerichtsvollzieher Lang, der bis zu seiner Ernennnng zum Gerichtsvollzieher c'.ne geachtete Stellung in Mainz cinnahm, hat neben vielen Dienstwidrig feiten auch eine groste Schuldenmasse zurückgclassen. Außer vielen unterschlagenen Beträgen hat Lang in Bingen wie auch in der Umgegend sich von mehreren Seiten größere und kleinere Beträge entliehen und auch alle möglichen Maaren bei ihm bekannten Geschäftsleuten aus Credit entnommen. Aus Antrag mehrerer Geschädigten ist von dem Amtsgericht in Bingen Concurs gegen Lang erkannt worden.
— In Worms sind in Folge Ausbruchs der cgyp- tischen Augenkrankheit die Volksschulen geschlossen worden.
— In Niederol m ist man ans ein reiches Erzlager gestoßen, dessen Ausnutzung der Bergwerksbesitzer Höhn zu Aßmaunshausen übernommen hat.
Frankfurt a. M., 5. December. Der Arbeiter-Wahl- ü er ein ist vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden aus Grund des Socialistengesetzes vom Jahre 1878 verboten worden. Sobald die Verfügung, durch welche der Wahlverein verboten ist, von der Negierling zu Wiesbaden an die Betreffenden resp. einem derselben zugestellt ist, soll die Beschwerde an das Ministerium des Innern ergriffen werden und zwar unter Bezugnahme aus den Ministerialerlaß, welcher das Berbot des Breslauer Wahlvereins aushob.
— Ein Dienstmädchen aus Rüdesheim wurde gestern Morgen unter dem Verdacht des Kindesmordes festgenommen. Dasselbe hat eingestanden, ihr 11 Monate altes Kind, in der Absicht, es zu tobten, in ein Bettkissen gewickelt und erstickt zu haben. Die Leiche hat das Scheusal dann in siedendes Wasser geworfen, die abgckochten Flcischtheile in einen Kehrichtkasten gcthan und die Knochen verbrannt.
Universität» • Nachrichten.
Marburg, 2. December. Die Zahl der Studirenden der Universität beläuft ftd) in diesem Wintersemester auf 848 (gegen 884 im vorigen Sommer und 863 im Wintersemester 1888/b9). Von den 848 Studirenden sind 783 immatricultrt, 65 haben ohne Jmmatriculation die Erlaubntß zum Besuch von Vorlesungen erhalten.
— Die Universität Greifswald wird in diesem Wintersemester von 766 Studirenden besucht. Gegen das vorige Wintersemester zeigt sich in dem Besuch der Universität eine Abnahme von 87 Studirenden, im Vergleich zum vergangenen Sommersemester ist die Abnahme noch größer: 115.
— Die Universität Königsberg zählt 780 Studirende. Hier zeigt sich eine Zunahme in dem Besuch und zwar von 28 gegen das vergangene Sommer- und von 25 gegen des vorige Wintersemester.
_ — Frequenz der Unioersttät Göttingen. In diesem Semester beträgt die Gesammtzahl der immatriculi'ten Studirenden 854 (gegen 957 im Sommer). Von diesen studiren 211 Theologie, 168 Rechtswissenschaft, 211 Medlcin, 126 Philologie und Geschichte, 106 Mathematik und Naturwissenschaften, 18 Eameralien und Land- wirthschaft. 14 Phärmacte und Zahnarzneikunde.
— Der Direcior der königlichen Elisabethschule in Berlin, Profestor Dr. Stephan Waetzold, ist in den Lehrkörper der Universität eingetirten. Sein Lehrfach ist das Neufranzösische, welches ec neben Professor Adolf Tobler im romanischen Seminar unterrichten wird.
— Behufs Erwerbung der Doctorwürde Hot die phtlcsophische Focultät in Heidelberg beschlossen, künftig für alle Fächer eine schriftliche Arbeit zu oerlanaen, während bisher die Historiker und Philologen eine solche forderten, die Chemiker aber nicht. Dafür soll aber für diejenigen Bewerber, welche ein Reifezeugntß nicht besitzen, die bisherige lateinische Vorprüfung in Wegfall kommen; die Facultät behält sich nun vor, in jedem Falle zu prüfen, ob die Bildung des Bewerbers eine zureichende ist. Da die medicinische Facultät schon seit Jahren eine Abhandlung fordert, so kann man jetzt in Heidelberg nur noch an der juristischen Facultät den Doctorgrad ohne wissenschaftliche Arbeit erlangen. Für diesen ist nur die schriftliche Erklärung von Stellen aus den römischen Rechtsquellen erforderlich.
— Wieder kommt daS schöne Weihnachtsfest heran und Alles bereitet sich froh auf dessen Empfang vor. — Die Schaufenster der Kaufläden schmücken sich mit auserlesenen Sachen, demjenigen die Wahl schwer machend, der mit dem Einkauf der mannigfaltigen Gegenstände beschäftigt ist, die er seinen Lieben unter den Weihnachts- bäum legen will.
Welch reiche Auswahl von Artikeln aber auch eingekauf^worden sei, ob für Luxus oder für die Wirthschaft, ob theuer oder billig, aus dem Weihnachtstisch fehlt gewiß auch diesmal nicht ein Gegenstand,,.^ nun schon seit Jahren bet seinem Erscheinen stets mit Freude begrüßt wird und dessen Beliebtheit von Jahr zu Jahr wächst. **
Es ist dies MeyS Abreißkalender, den die Firma Mey & Edlich, Leipzig Plagwitz auch für 1890 herausgegeben hat. Derselbe erscheint dreimal, wie wir hören, mit fünf verschiedenen reizenden Bildern, zu denen die Entwürfe von denselben Künstlern hergestellt sind, die für die 1889er Kalenderdilder zusammen 4000 Mk. Prämien erhielten. — Bei der hocheleganten und reichhaltigen Ausstattung des Kalenders bringt auch wieder jedes Tagesblättchen sorgfältig aus- gewahlte Dichtersprüche oder Sentenzen, welche Einrichtung Meys Abreißkalender mit Recht in allen Kreisen zu außergewöhnlicher Beliebtheit verholfen hat.
Wir können wohl sagen, daß uns auf diesem Gebiet etwas gleich Schönes, Praktisches und dabei Billiges noch nicht vorgekommen ist und freut e6 uns, unfern Lesern mittheilen zu können, daß Meys Abreißkalender für 1890 auch in unserer Stadt käuflich zu baden sind und zwar zu dem Jedermann erreichbaren Einzelpreis von 50 Pfg. das Stück.
— Durch Aranks Avenacia, d.eses binnen ganz kurzer Zeit so berühmt gewordene '.Häbt miitel, ist der Stein aus dem Wege geräumt, welcher sich seither einer rationellen ErnäbrunaSmethode entgegengestellt hatte. Die Vorzüge, welche Arants Avenaeta vor allen anderen Nährmitteln bei billigem Preise auezeichnen, sind große Nährkraft, außerordentliche Leichtverdaulichkeit, Wohlgeschmack, einfachste Anwenduna und unbegrenzte Haltbarkeit. Es wird daher mit vorzüglichem Erfolge bei Magen- und Darmerkrankungen (besonders anhaltendem Durchfall), Nervenleiden, sowie als tägliche Speise für Reconvalescenten und Greise angemenbet. Frank« Avenacia ist iu uM 1.20 die Büchse erhältlich in Gießen bei Emil Fischbach. 9428
öerfcbr, £ant< «nd volkrwirthschaft.
Nach den zusätzlichen Bestimmungen der preußischen StaatS- bahnen zum Betriebsreglement für die Eisenbahnen Deutschlands ist dem mit directer Fahrkarte versehenen Reisenden, der in Folge einer Zugverspalung den Anschluß versäumt, gestattet, die Reise auf einer anderen, nach demselben Bestimmungsort führenden StaatS- bahnstrccke auf Grund der zuerst gelösten directen Fahrkarte fortzu« setzen, wenn dadurch die Ankunft am Bestimmungsorte beschleunigt werden kann. Eine Zuzahlung ist von dem Reisenden auch in dem Falle nicht zu leisten, wenn die Weiterbeförderung auf der Hilfslinie in einem Zuge mit höheren Fahrpreisen ober in einer höheren Wagenklasse erfolgen muß. Diese Bestmrmungen gelten auch dann, wenn die Gelegenheit zur Weiterreise sich nicht auf einer Hilfsstrecke, sondern auf dem Wege der dauernden Fahrkarte mit einem Zuge bietet, für welchen höhere Preise gelten, aber welcher eine beschränktere Zahl von Wagenklassen führt. Drr Minister der öffentlichen Arbeiten bat an- geordnet, daß die Begünstigung auch solchen Reisenden zu Theil wird, die nicht mit einem directen Billet versehen, auf der Station, wo der Anschluß versäumt wird, eintreffen, sondern dort erst neue Btllets für die Weiterreise löten müssen.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst
2. Advent, Sonntag, 8. December
Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dinge ldey.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Bibelstunde am Mittwoch den 11.December, Abends8Uhr, in der Kleinkinderschule, Philipper-Brief Kap. 4, Aufforderung zur Eintracht, zur christlichen Freudigkeit, zur Bewährung. Pfarrer Dr. Naumann.
Adventsabendgottesdienst am Donnerstag den 12. Decbr. Abends 8 Uhr, in der Kirche; Text Ezech. 37, 1—14, Belebung des Todtenfeldes, Neuschaffung des Gottesvolks. Pfarrer Dr Naumann.
Am 3. Adventssonntag, den 15. December: Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 8. bis 14. December besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
Katholische Gemeinde.
2. Adventssonntag, 8. December.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vg8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um V«7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um '/,8 Uhr Früh- meffe; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V,o Uhr Christenlehre und Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
7. December.
Freitag Abend 400 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3« Uhr, SamStag Abend 4" Uhr.
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