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Heisall 3
— Aus das heutige Inserat des Gießener Concert Vereins machen wir unsere Leser besonders aufmerksam- es handelt sich um eine verschärfte Controlle beim Eintritt in den Concertsaal, zu der sich der Vorstand aus practischen Gründen hat entschließen müssen.
Friedberg, 4. November. Die Feier der Enthüllung des Peter Müller-Denkmals sand heute dem dafür festgesetzten Programm gemäß statt und nahm, auch vom Wetter begünstigt, den besten Verlaus. Die Zahl der Festtheilnehmer war eine außerordentlich große. Die hohe Regierung war vertreten durch Herrn Oberschulrath Greim, das Obercon- sistorium durch £crrn Prälat Habicht - vollzählig vertreten waren das hiesige Prediger- und das Schullehrer-Seminar u. s. w. Gegen 1 Uhr Mittags ordnete sich an der Stadtschule der Festzug, um sich von hier aus nach der „Burg" zu begeben. An dem Zuge beteiligten sich die oberen Klaffen der Stadtschule, dann folgte ein Musikcorps, hierauf kamen die Angehörigen der Familie Müller, Vertreter der Behörden, auswärtige Schüler und Verehrer Müllers, Stadtvorstand und Beamte der Stadt Friedberg, das Festcomite, Predigerund Schullehrer-Seminar, die Lehrer des Kreises Friedberg und zum Schluß vier hiesige Gesangvereine. Am Denkmal angekommen, wurde von allen Anwesenden das Lied: „Brüder, reicht die Hand zum Bunde" gesungen, unter Begleitung der Musik, worauf Herr Schulrarh Schmidt die Enthüllungsrede hielt. Redner entwarf in großen Zügen ein Lebensbild des Gefeierten, hob insbesondere seine segensreiche Thätigkeit am Schullehrerseminar hervor, seine spätere Wirksamkeit als Pfarrer, als echt deutscher Mann, seinen lauteren Charakter, seine Wirksamkeit als Componist, und schloß damit, daß er das Denkmal der Stadt Friedberg zu deren Schutz übergab. Nach einem Musikvortrage und einem von den Seminaristen vorgetragenen Chor, der, wie auch die folgenden Gesänge, Composition Müllers, ergriff Herr Bürgermeister Steinhäuser von hier das Wort, um im Namen der Stadt Friedberg das Denkmal zu übernehmen und den Schutz desselben für alle Zeiten zu geloben. Herr Oberförster Müller-Krofdorf sprach im Namen der Familie den Dank allen denen aus, die an dem Zustandekommen des Denkmals mitgewirkt. Nach einigen weiteren gesanglichen Vorträgen trug Herr Joh. v. Wildenradt (Pforzheim) ein von ihm selbst verfaßtes, tief empfundenes Gedicht vor, worauf Vertreter der Gemeinde Staden, in welcher Müller lange Jahre als Prediger gewirkt, das Denkmal mit Kränzen schmückten.
* Lauterbach, 5. November. Behufs Ausstellung für die demnächst hier stattsindende Gcmeinderathswahl findet Donnerstag Abend im Kreutzer'schen Locale eine allgemeine Bürgerversammlung statt.
vermischte».
London, 3. November. Wie schrecklich der Markt von gebildeten Frauenzimmern in England übersüllt ist, erhellt aus folgender Notiz. Voriges Jahr waren im Civil- dienst-Departement der postamtlichen Sparkaffen 15 Stellen für weibliche Bedienstete vacant, mit einem Jahresgehalt von 1200 M. Für diese 15 Aemter meldeten sich 2500 Candidatinnen. Heuer betrug die Zahl der vacanten Stellen 9. Die Candidatinnen, welche sich einem sehr rigorosen Examen unterzogen, um diese Stellen zu erhalten, waren mittlerweile auf 5000 angewachsen. Eine Assecuranz-Gesellschast, welche weibliche Commis beschäftigt, hat Anmeldungen auf 3 Jahre zum Voraus.
verkehr, Land- un& volkswirthschaft.
— Die Handelskammer von Osnabrück hat an den Reichstag ein Gesuch um Ermäßigung der Fernsprechgebühren in Städten von nicht mehr als 50 000 Einwohnern gerichtet. Es wird in der Petition auSgefübrt, daß der Werth eines FernsprechanschlusseS sich mit der Zahl der Anschlüsse steigere, auch Leistung und Gegenleistung auf diesem Gebiete in der Großstadt ander- geartet seien, als in kleineren Orten. ES sei empfehlenswerth, die Vergütung für die Ueberlaffung einer Fernsprechstelle in Städten unter 50 lXX) Einwohnern auf 100 Mk jährlich herabzusetzen. Diese Herabsetzung werde eine Vermehrung der Anschlüsse und eine höhere Einträglichkeit der Anlagen in den kleineren Städtm herbetführcn.
— Erleichtern«- M RundreiseverkehrS. Eine gewiß allseitig mit Freuden begrüßte Neueinrichtung ist von den Eisenbahnverwaltungen der Deutschen Bundesstaaten, sowie der namhaftesten Prtvateisenbahnverwaltungen zum 1. December b. I. in Aussicht genommen worden. Die zusammenstellbaren Rundreise- btllets, welche bisher nur für wirkliche Rundreisen verabfolgt wurden, sollen von diesem Zeitpunkte ab auch für Hin- und Rückfahrt auf der nämlichen Strecke ausgegeben werden, vorausgesetzt, daß auch in diesem Falle der Reiseweg mindestens 600 Kilometer beträgt. Wir geben in Nachfolgendem die bezüglichen, bereits von dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten erlassenen Bestimmungen:
1. Für Reisen, aus welchen ausschließlich Strecken der an dem Rundretseoerkehr betheiligten Verwaltungen desutscher Staats- und Privateisenbahnen benutzt werden, können zusammenstellbare Fahrscheinhefte auch dann ausgegeben bezw. zur Benutzung zugelassen werden, wenn die Hin- und Rückfahrt ganz oder theilweise über die gleichen Bahnstrecken stattfü.det. Für solche Reisen kommen die unter Ziffer 9 Abs. 2 der AuSsührungS- vorschristcn zu den Bestimmungen über die Ausgabe zusammen- stellbarer Rundreisehefte, bezw. unter Ziffer 1 Abs. 3 der Erläuterungen zum Verzeichniß der Fahrscheine für zusammenstellbare Rundreisehefte getroffenen beschrLnkenden Vorschriften über die Benutzung von Doppelstrccken nicht in Anwendung.
2. Dagegen bleiben im Uebrtgen die Vorschriften des Vereins deutscher Etsenbahn-Verwaltungm über die Ausgabe zusammenstell* barer Rundretseheste unverändert in Geltung, insbesondere die unter Ziffer 9 Absatz 3 der „AussührungSvorschriften" bezw. unter Ziffer 1 Absatz 1 und 2 der „Erläuterungen" getroffenen Bestimmungen, nach welchen a) die AuSgangSstation der Reife in allen Fällen auch die Endstation derselben sein muß, b) die Strecken, auf welche die zusammengestellten Fahrscheine lauten, unmittelbar
aufeinander folgen und einen Mtndestumfang von 600 Kilometern ergeben müssen, e) die AuSgangSstation vor Vollendung der Reise nicht wieder berührt werden darf.
3. Bei Rundreisen, bet welchen daS in den Vereins-Rundretse- verkehr einbezogene Gebiet nach Maßgabe der Ziffer 10 der „Ausführungsvorschriften" bezw. 2 der „Erläuterungen' an einem Punkt verlassen und an einem andern Punkt wieder betreten werden darf, kommen die oben getroffenen Bestimmungen nur in den in der Uebersicht V deS Verzeichnisses der Fahrscheine zusammenstellbarer Rundreiseheste unter 10, 14, 18, 20, 22, 29 und 43 angegebenen Fällen zur Anwendung.
Die Bedeutung einer rationellen Ernährung wird täglich immer mehr anerkannt. Man weiß jetzt sehr wohl, daß eine große Anzahl Leiden durch schlechtes nicht geborig zusammengesetztes Blut berooraerufen wird, z B. Blutarmuth, Bleichsucht, Scropheln, Hautausschläge etc. Hätte man in allen diesen Fällen Gerichte aus Franks Avenacia, das durch seine Leichtoer- daulichkeit, durch seinen Nahrwerth, durch seine Haltbarkeit (auch bei größter Sommerhitze) als das erste und vornehmste "Nährmittel der Neuzeit anerkannt und ärztlich als solche- angelegenllichst empfohlen wird, als tägliche Speise erwählt, Tausenden würden ihre Leiden erspart geblieben sein. Franks Avenacia ist zu Mk. 1.20 die Büchse erhältlich in Gießen bei Emil Fischbach und Earl Krombach. 6657
Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.
44. Woche. Dom 27. October bis 2. November 1889. Einwohnerzahl: 19 001 (tncL 1600 Mann Militär).
SterblichkeitSziffer: 38,3"/«
Kinder
Anm. Die in Klammem gesetzten Ziffern gebm an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von AuSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen
Es starben an : Zusammm:
Erwachsene:
1.8
im
ebensjahr: 2.-
vom
-15. Jahr:
Gehirnentzündung
1
—
—
1
Gehirntuberkulose
1
—
1
—
Lungenentzündung
1
1
—
—
Stimmritzenödem
1
—
—
1
Lungentuberkulsse
1
1
—
—
Organ. Herzkrankheit
1
1
—
—
Leukämie
1
1
—
—
AbdominaltyphuS 1
(1)
1 (1)
—
—
Masern
2
—
2
KrebS
1
1
—
—
Brand
1
1
—
—
Altersschwäche
Unbekannt, weilTodes-
1
1
—
— ■
zeugniß nicht vorlag
1
1
—
—*
Summa: 14 (1)
9 (l)
1
4
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.
Missionsstunde am Donnerstag, den 7. November, Abends 8 Uhr, in der Kirche: wie wir Deutsche Christen wurden. Pfarrer Schlosser.
-hnhksßschk Gskudahues.
Am 1. ds- MtS- ist der Nachtrag II zum Oberhessisch-Hessischen Gütertarif zur Einführung gelangt, lieber den Inhalt desselben ertheilen die Güterspeditionen Auskunft.
Gießen, den 3. November 1889.
9011 Großherzogliche Direktion.
Bekanntmachung.
Heinrich Becker von Mu- s ch e n h e i m, Sohn der verlebten ÄaSpar Becker V. Eheleute von da, ist wegen Geistesschwäche entmündigt worden. Als Curator des« selben wurde Johannes Becker Zehnter von Da bestellt.
Lich, den 3. No"ember 1889.
Großh. Amtsgericht Lich.
Langermann. [9019
Donnerstag d 19. Drrdr. I I., Nachmittags 2Vi Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Store Dietrich Dörner Eheleute« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur l Nr. 33 — 106 Meter Hofraum in der Mühlgasse,
Flur l Nr. 33 d — 25 Meter Grabgarten daselbst,
Flur I Nr. 43 — 62 Meter Hofraithe in der Neustadt, öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 6. November 1889.
Großh OrtSgericht Gießen.
I- A.:
Vogt. 9007
Donnerstag d. 19. jBrcbr. I I., Nachmittags 21/» Uhr, sollen auf dem diesigen Ortsgericht die der Otto Hill Wittwe in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 1 Nr. 709 — 394 Meter Hofraithe in den Neuen Säuen,
Flur 1 Nr- 710 — 937 Meter Garten daselbst
öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen 6. November 1889.
Großh. Ortsgericht Gießen.
I- A.:
Bogt. 9008
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Nicolai-Markt.
Vieh- und Aram-Markl zu Allendors a. d. Lumda
(Kreis Gießen, Station Lollar brr Main-Wffer-Bahn).
Der nächste Bieh° und Kramwarkt wird in hiesiger Gemeinde Mittwoch den 13. November l. I. abgehalten.
Aus besondere- Auregeu wird damit auch wieder ein Schafmarkt
verbunden.
Bezüglich des Krammarktes wird noch bemerkt, daß die Stände der Gewerbtreibenden Morgens 9 Uhr verloost werden-
V°er Nicolai-Markt war bekanntlich seither immer ein sehr lebhafter und wir bitten, denselben auch in diesem Jahre wieder r-cht zahlreich zu besuchen.
Allendors a. d. Lumda, am 4. November 1889. Grobherzogliche Bürgermeisterei Allendors a. d. Lumda.
Bieber. 9009
Zu meinem Cigarrengeschäft und Flaschenbierverkaus habe mir Lager in deutsche« «nd ausländischen Weift und Rothweineu
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Erklärung.
Nach einem Berichte im gestrigen Anzeiger hat Herr Dr. Gutfleisch sich bemüßigt gesehen, in einer Versammlunng in der Restauration Fei del mein Verhalten bei der kaufweisen Ueberlaffung der Gassabrik einer Erörterung zu unterziehen.
Ich habe zunächst Schritte gethan, um sestzustellen, ob der Bericht des Anzeigers die Aeußerungen des Herrn Dr. Gutfleisch richtig wiedergegeben hat.
Sobald hierüber Gewißheit vorhanden, werde ich unter Veröffentlichung des Actenmaterials den Unbefangenen ein Urtheil darüber ermöglichen, ob Herrn Dr. Gutfleisch für seine Ausfälle gegen mich auch nur ein Schein von Berechtigung zukommt. 9025
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