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gen Wahl zur Stadtverordneten-Versammlung Stimmfähigen aufgefordert werden, vor Schluß dieses Jahres durch An­meldung bei dem Bürgermeisteramt zu erklären, daß sie ihr Stimmrecht in Anspruch nehmen wollen. Obgleich diese Be­kanntmachung regelmäßig alle Jahre erlassen worden, hat eine große Anzahl hiesiger Einwohner es unterlassen, der­selben Folge zu leisten. So zeigte cs sich bei ber Stadt­verordnetenwahl am 6. November, daß viele Stimmfähige sich an der Wahlurne einfanden, die zurückgewiesen werden mußten, weil sie nicht in der Wählerliste standen, d. h. in Folge unterlassener Anmeldung nicht stimmberechtigt waren. Gegen diese Zurückweisung von der Ausübung des Stimm­rechts schützt weder bie Eigenschaft als Bürger, Beamter, Steuerzahler rc., noch das Bewußtsein der getreulichsten Er­füllung aller Unterthanenpflichten, sondern nur die rechtzeitige Anmeldung zur Wählerliste. Also den Gang aus's Rathhaus nicht gescheut, wenn im Fall einer nothwendigen Stadtverordnetenwahl oder einer solchenWahl, fürwelche die Stimmberechtigung zur Stadtverordnetenwahl bedingt ist, der Gang an die Wahlurne kein vergeblicher wer­den soll.

T Als Schöffen für 1890 wurden heute Vormittag am Amtsgericht ausgeloost die Herren: Wilhelm Schmidt V., Großen-Buseck- Anton Schmidt, Großen - Buseck- Ludwig Fischer II., Großen-Linden- Jacob Römer III., Heuchelheim- Ludwig Krämer, Ruttershausen- Wilhelm Launspach III., Reiskirchen - Wilhelm Luh, Leihgestern - Jacob Reidel, Wieseck - Philipp Volzel VI., Wieseck- Jacob Jung III., Steinberg- Jacob Krämer VI., Steinbach - Balthasar Ludwig Müller, Steinbach- Christian Heinrich Petri, Bürgermeister, Oppen­rod- Heinrich Rohrbach IV., Schreiner, Lollar - Johannes Lenz, Hüttenbeamter, Lollar - Johannes Will III., Leihgestern- Heinrich Stephan IV., Bürgermeister, Staufenberg - Johannes Klingelhäfer, Daubringen - Wilhelm Schlapp, Gemeiuderechner, Mainzlar- Johannes Münch, Burkhardsfelden- Balthasar Lindenstruth II., Gemeindcrechner, Beuern- Siegmund Heichel­heim, Gießen- Jean Haustein, Fabrikant, Gießen- Professor Dr. Karl Fromme, Gießen - Philipp Zimmer, Beigeordneter, Bersrod - Konrad Wenzel II., Lang-Göns - Heinrich Euler III., Wirth, Albach - Karl Euler, Allendorf a. d. Lda. - Christoph Wallenfels II., Allendorf a. d. Lda. - Carl von Hinten, Lang- Göns- Kaspar Krämer, Bürgermeister, Alten-Buseck- Peter Stiehl, Alten-Buseck- Anton Henß, Großen-Buseck- Heinrich Degen, Weißbinder, Großen-Linden - Emil Fischbach, Gießen und Heinrich Otto IV., Bürgermeister, Beuern.

* In der Restauration Feidel wird kommenden Samstag Nachmittag eine Versammlung hessischer Turnlehrer abgchaltcn, um die bei dem Turnunterricht für Knaben und Mädchen vorgeschriebenen Bcfehlsweisen einer Besprechung, sowie ein­zelne Vereinsstatuten einer Abänderung zu unterziehen.

T Wir weisen daraus hin, daß der anläßlich der Kaiser- Festlichkeiten in Darmstadt morgen Vormittag 4 Uhr 44 Min. hier abgehende Sonderzug von Jedermann benutzt werden kann und daß die bewilligte Fahrpreisermäßigung allen Passa gieren zu gut kommt.

* In die Winter - Saison eingetreten ist nunmehr auch der Eisverein, besten Schlittschuhbahn in den Eichgärten am Mittwoch eröffnet wurde. Wie alljährlich übt auch jetzt wieder die Eisbahn des Eisvereins ihre Anziehungskraft auf die Freunde des Eislaufs aus, täglich tummeln sich Hunderte derselben, groß und klein, auf der glatten Fläche, wünschend, daß die Witterung der Erhaltung der Bahn günstig bleiben möge.

Die erste Festlichkeit der Rudergesellschaft in dieser Saison findet nächsten Sonntag im Saale des Hotel Einhorn (Familienabend) statt.

O Theater. Für morgen, Frettag Abend, ist der Graf Waldemar" von Gustav Freitag zur Auf­führung im Neuen Theater bestimmt. Während das Stück des berühmten Autors vielleicht noch in weiterem Umfange dem Darsteller der Titelrolle, Herrn Wilhelm v. Hoxar, Gelegenheit bietet, alle Seiten seines eminent schauspielerischen Könnens ins hellste Licht zu setzen, alle Register deS mensch­lichen Herzens zu ziehen und erklingen zu lassen, ist es zu­gleich ein au poetischem Gehalte sehr viel reicheres Drama. Die Liebe, mit der der Dichter die Titelrolle characterisirt hat und uns menschlich näher zu bringen bestrebt war, hat bewirkt, daß der Gras Waldemar zur Parade- und Reprä- sentations Characterrolle comme il faut aller reichtalentirten Heldendarsteller wurde, an deren Wiedergabe aber nicht sehr hervorragende Schauspieler wegen den außerordentlichen An­forderungen der Rolle an das Characterisirungsvermögen des Interpreten rettungslos scheitern. Zugleich besteht ein Vor­zug des Stückes darin, daß die Handlung bei der hingebenden Characterzeichnung des Helden nicht, wie das sonst zu gehen pflegt, zu kurz gekommen, sondern im Gegentheil höchst spannend und packend ist, reich an Momenten von hervor­ragender poetischer Wirkung. So kommt es, daß auch für Frau Anni Reiners eine umfangreiche Hauptrolle in dem Stücke existirt. Zum Schlüsse sei die Bemerkung wiederholt, daß es im eigensten Interesse der Gebildeten Gießens liegt, die künstlerischen Bestrebungen der Reiners'schen Dircction nachhaltig zu unterstützen.

Ein Dienstknecht aus Maar bei Lauterbach, welcher vorübergehend von einem hiesigen Einwohner mit Holzklein­machen beschäftigt war, entwendete gestern Morgen, während er allein in der Küche Kaffee trank, einen dem Dienstmädchen gehörenden goldenen Ring aus der Tasche eines an der Küchenthür hängenden Kleides. Der Thäter wurde verhaftet.

Ein aus Heuchelheim gebürtiger schlecht beleumundeter und oft bestrafter junger Mensch mit Namen Waldschmidt wußte es sich in einem Ladengeschäft der Bahnhofstraße zu

verschiedenen Malen so cinznrichten, daß. der Ladenbesitzcr die von ihm verlangte Waare erst im Magazin holen mußte, nm dann die Kasse zu bestehlen oder auch Bictualien wcgzu nehmen. Bei einem solchen wiederholten kühnen Griff in die Kasse wurde er nun gestern von dem Ladcnbcsitzer ertappt, indem dieser nicht in das Magazin, sondern nach der Laden thüre gegangen war und von dort den Dieb beobachtet hatte.

Dcrmifcbtes.

Frankfurt a. M., 4. December. Zum Kaiserbes u ch berichtet das Frankf. I.: Die Römcrhalle ist wegen ihrer Ausschmückung zum Kaiserbesnch seit gestern als Passage ge­sperrt. Die Rippen des Gewölbes sind roth, wie im Dome, ausgemalt, ebenso die Säulen zu einem Drittel. Der andere Theil derselben sowie die Wandflächen werden durch Blumen und Guirlanden verdeckt. AuS reichgeschmücktem Hintergründe wird sich die Büste Kaiser Wilhelms I. abheben. Bei den Vorstellungen im Opernhause werden nicht weniger als 240 Söhne des Mars als Statisten mitwirken. Die Chöre werden durch Chormitgliedcr der Theater in Wiesbaden und Darmstadt verstärkt. Auch sämmtliche Schauspieler werden zur Mitwirkung herangezogen. Die HauSeigenthümcr der Bockenheimerlandstraßc sind übereingckommen, während der Vorüberfahrt des Kaisers zum und vom Palmengartcn ihre Häuser bengalisch zu beleuchten. Beim Empfange am Montag wird sich auch die Frankfurter Turnerschaft in hervorragender Weise betheiligen. Es ist geplant, nicht nur Mittags beim Einzuge des Kaisers auf der Kaiserstraße, dem Roßmarkt rc. Spalier zu bilden, sondern auch im Palmen garten gelegentlich des Festbankets Ausstellung mit Fackeln zu nehmen und nach Beendigung desselben, wenn der Kaiser das Gesellschaftshaus verläßt, denselben durch Stellung einer effectvollen Gruppe zu überraschen. Der Sängcrchor des Lehrervereins und der L i e d e r k r a n z werden den Kaiser bei seinem Eintreffen auf deni Hauptbahuhof burd) einen Ge­sangsvortrag begrüßen.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

Adoentsabendgottesdien st beute Donnerstag den 5. Decbr., Abends 8 Uhr, in der Kirche; Text Offenb. Johannis Kap. 3, Vers 1422, Sendschreiben an die Gemeinde zu Laodicea- Pfarrer Dr. Naumann-

Der Gemeinde sei noch besonders !mitgetheilt, daß zu diesem Gottesdienst heute Abend die Kirchenglocken geläutet werden.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgesrstschast.

Freitag Abend 3<5 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 3°« Uhr, Samstag Abend 445 Ubr_____________________

Briefkasten.

Herrn K. O. in A. Wegen Unregelmäßigkeiten in der Zu­stellung unseres Blattes wollen Sie sich nur an das betr. Postamt wenden.

Bekanntmachung.

Gemäß Art. 13 der Städteordnung wird die nachstehende Bestimmung bezüglich der Stimmfähigkeit bei der Wahl der Stadtverordneten hiermit bekannt gemacht:

Stimmfähig sind:

1. alle in der Gemeinde wohnenden Ortsbürger,

2. alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Reichsangehörig' keit besitzen unter Ausschluß der bayerischen Staatsangehörigen und derjenigen von Elsaß-Lothiingen, weil dorten das Reichsgesetz vom 6. Juni 1870 nicht ein geführt ist und welche seit troe: Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, jedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 25 Jahre alt und vom 1 Apnl des dem Rechnungsjahre, in welchen! die Wahl ftattfindet, vorhergehenden Jahres an in der Gemeinde conununaliteuerpfHchtig sind

Die Stimmberechtigung jedes der unter 2 bezeichneten Stimmfähigen ist davon abhängig, daß derselbe spätestens vor dem Schluß des Jahres, welches dem Jahre, in welchrm die Wahl ftattfindet, vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in dessen Amtslocal die mündliche Erklärung abgegeben hat, daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er auch gleichzeitig Jahr und Tag seiner Geburt, den Tag, seit welchem er in der Gemeinde wohnt und den Zeitpunkt, seit welchem er communalsteuerpflichtig ist, anzu­geben und auf Erfordern nachzuweisen hat.

Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche die Abgabe dieser Er­klärung bis zum 31. December d I. unterlassen, können bei einer im Lause deü Jahres 1890 nothwendig werdenden Wahl zur Stadtverordneten-Ver- fammlung oder bei einer solchen Wahl, sür welche die Stimmberechtigung durch die Stimmberechtigung zur Stadtverordnelenwahl bedingt ist, kein Stimmrecht in Anspruch nehmen.

Gießen, den 5. December 1889.

GcoßheizogUche Bürgermeisterei Gießen.

9793 Gnauth

Bekanntmachung.

Die Einträge in das Handelsregister des hiesigen Gerichts sollen im Jahre 1890 in derDarmstadter Zeitung", in demGießener Anzeiger" und in dem ,,Licher Anzeiger" veröffentlicht werden.

Lich, den 2. December 1889 Großherzogliches Amtsgericht Lich.

Langermann.

I». Schellfische, Zander, Steinbutten, ger. Lachs, Kiel. Bücklinge, ächte Franks. Würstel, Goth. Cervelatwurst, Sardellen-, Trüffel- und Leberwurst, pomm. Gänse - waaren, ächt westf. Pumpernickel, Telt. Rübchen frisch eingetroffen in

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Preis des Looses 1 M., 11 Loose IO Mk. Loose sind za haben in Giessen bei Fr. Stooss, Kaufmann, sowie dir. durch d. General-Debit

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Hoflleferant Import-Geschäft

Mainz. 9777

Holzversteigerung

im Gießener Stadlwalde.

Mo« a« den 9 December 1889, von Vormittags präcis 9Va Uhr an, soll im Gießener Stadt­walde in dem Districte Fernewald nach- verzeichnetes Holz versteigert werden:

A Bau-, Werk- und Nutzholz.

66 Eichenstämme mit 22,13 Fest' meter (1837 Ctmtr. Durchm.), 685 Fichtenstämme mit 241,69 Fest­meter,

21 Fichten - Derbstangen mit 4,02 Festmeter.

B. Brennholz.

Lcheith Knüppelh Stockh. Neish.

Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen.

Eichen 14,2 9,3 9,2 520

Nadel 83,4 227,2 91,4 4170

Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese.

Gießen, am 3. December 1889.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 9729

Bekanntmachung.

Zur Empfangnahme oder Beischreibung der Zinsen pro 1889 für Einlagen zur hiesigen Spar- und Leihkasse sind folgende Zahltage festgesetzt worden:

Samstag den 7. December 1889,

Dienstag 10.

Mittwoch 11. n

Donnerstag 12.

Samstag 14.

Dienstag 17.

Mittwoch 18.

Donnerstag 19.

Samstag ,, 21.

Montag 23.

Dienstag 24.

Die Einleger werden deßhalb ersucht, ihre Zinsen an einem der oben genannten Tage unter Vorlage der Scheine in Em­pfang zu nehmen oder beiscbreiben zu taffen. Die Vorlage der Scheine ist dies­mal um so nothwendiger, als mit dem 1. Januar k. I. Einlagebüchelchen aus­gegeben und die alten Scheine eingezogen werden.

Die Gr. Bürgermeistereien des Spar­kaffebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung im Interesse ihrer Orts­angehörigen auf geeignete Weise zu deren Kenntniß zu bringen

Gießen, am 11. November 1889.

Der Rechner der Spar- u Leihkaffe Gießen- Doering.

Aufforderung.

Nachdem für die nachstehend verzeichneten eingetragenen Genossen­schaften mit unbeschränkter Haftpflicht, nämlich:

1) die Gemerbebank zu Gießen,

2) der Spar- und

Vorschußverein zu

Treis a/Lda.,

3) ii

ii

Beuern I,

4.) ii ii n

H ii

Staufenberg,

öj ii ii ii

II H

Wieseck,

6) ii H

t» II

Daubringen,

7) l! ii n

II II

Beuern II,

8) ii ii ii

II II

Allendorf a/Lda.,

9) u ii

il n

Alten-Buseck,

10) Creditoerein zu Heuchelheim,

11) die Spar- und Darlehenskasse zu Steinbach,

12) der landw. Consumverein zu Garbenteich,

13) Alten-Buseck,

die Listen der Genossen gemäß den Bestimmungen des Ges. vom 1. Mai 1889 neu aufgestellt sind, werden die in denselben emgelragenen Personen, welche behaupten, daß sie am 1. October 1889 nicht Mitglieder der betreffenden Genossenschaft gewesen sind, ober daß ihr Ausscheiden nicht richtig in den Listen eingetragen ist, sowie die in den Lrsten nicht eingetragenen Personen, welche behaupten, daß sie an dem bezeichneten Tage Mitglieder der Genossen­schaft gewesen sind, hiermit aufgefordert, ihren Widerspruch gegen die Listen, deren Einsicht während der Dienftftunden bei unserer Gerichtsschreiberei frei­steht, binnen 1 Monat, vom Erscheinen dieses Blattes an, schriftlich oder zu Protocoll der Gerichtsschreiberei zu erklären, widrigenfalls lediglich der Inhalt der Listen für die Mitgliedschaft vom 1. October 1889 und für das Aus­scheiden in Folge vorher geschehener Kündigung oder Ausschließung maßgebend ist. Im Falle unverschuldeter Versäumniß ist der Widerspruch nur noch binnen 1 Monat nach Beseitigung des Hindernisses zulässig.

Gießen, 21 November 1889.

Großherzogliches Amtsgericht.

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Fortsetzung der Mobiliar- Versteigerung

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