Ausgabe 
5.12.1889 Erstes Blatt
 
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von künstlich geschürter Unzufriedenheit sei keine Rede und zur Bekämpfung der Gründe des Strikes habe man nichts als Phrasen. Herr Abg. Hammacher hat seiner Zeit sein Ehrenwort dafür eingesetzt, daß die Arbeiter wegen ihrer Theilnahme am Strike nicht entlassen werden sollten. Dieses Ehrenwort ist nicht überall von den Mandanten des Herrn Hammacher gehalten,- überall ist der Zug vorhanden, die­jenigen Arbeiter auszumerzen, die sich beim Strike bemerkbar gemacht haben. Fahren Sie nur so fort; den socialen Frieden werden Sie damit nicht erreichen.

Abg. Kleine (ntl.). Die Lage der Bergarbeiter wird maßlos übertrieben, die Arbeiter selbst glauben diese Dar­stellung nicht. Die Lage der Arbeiter im Bezirke Dortmund ist keine ungünstige. Was der Reichstag seit Jahren an Arbeiterschutz erstrebt, ist längst bei den rheinischen Berg­arbeitern eingeführt. Die Arbeitszeit beträgt nur 8 Stunden, ist also die kürzeste in allen europäischen Bergwerken; ebenso ist der Lohn und die wirthschaftliche Lage der rhein. Berg­arbeiter die günstigste von allen Bergarbeitern Europas, da­gegen sei der rheinische Bergbau sehr wenig gewinnbringend für die Unternehmer, von denen oft genug Manche mit Unter­bilanze arbeiten mußten; erst in neuerer Zeit trat eine Wen­dung zum Besseren ein. Die Unparteilichkeit der Unter­suchungscommission hätte nicht bezweifelt werden sollen; die Mitglieder dieser Commission sind durchaus unparteiisch, aber sie wissen, daß keine begründeten Beschwerden vorgebracht werden können. Was der Abg. Frohme über die Kennzeichen des Abkehrscheines sagt, ist durchaus unrichtig. Ich kenne diese Verhältnisse seit 28 Jahren, aber nie ist mir ein der­artig gekennzeichneter Schein vorgekommen. Genügt Ihnen das nicht? (Abg. Frohme ruft: Nein! Ich habe hier Beweise.) Die Arbeiter haben thatsächlich niemals Forderungen bei uns geltend gemacht und man kann wohl sagen, der Strike ist von Außen her unter die Arbeiter getragen, namentlich durch die ultramontane Presse. Auch von sozialdemokratischer Seite ist gehetzt worden und zu den Bergarbeiter-Versammlungen sind Agitatoren aus England zugegen gewesen. Es ist ja auch einleuchtend, daß man bei den Bergarbeitern anfangen muß, wenn man die soziale Revolution herbeiführen will. (Widerspruch links. Rus : Wer hat Ihnen denn das gesagt?) Ruht die Kohlenproduction, so ruht die ganze Industrie, die Arbeiter werden brotlos. Die Arbeiter haben nie Forder­ungen geltend gemacht; die Leute strikten alle mit, weil sie sagten, es könnten ja doch wohl noch höhere Löhne für sie herauskommen. Die Führer des Strikes waren von einem wilden Haß gegen das Kapital erfüllt und bereit, Maschinen, Kessel und anderes fremde Eigenthum zu zerstören. Auch die heutige Debatte werde leider nicht zum Frieden führen. Das Haus vertagt die weitere Debatte auf Mittwoch 12 Uhr. Schluß 5% Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 3. December. DasMarineverordnungsblatt" veröffentlicht eine kaiserliche Cabinetsordre, die bestimmt, daß die militärische Action vom 6. September 1888 bis 10. Juli 1889 an der Ostküste Afrikas als Feldzug zu be­trachten und daß demnach für die Besatzung der Schiffe Leipzig",Sophie",Carola",Möwe",Schwalbe", Pfeil" ein Kriegsjahr in Anrechnung zu bringen sei. Des­gleichen für die militärische Action bei Samoa der Schiffe Olga",Adler",Eber". Ferner veröffentlicht dasMarine­verordnungsblatt" einen kaiserlichen Befehl zur Ausgabe einer neuen Marineverordnung.

DerPost" zufolge empfing der Kaiser gestern den Lieutenant Giese, welcher seiner Zeit von Buschiri überfallen wurde und zog denselben zur kaiserlichen Tafel.

Berlin, 3. December. Die Vorstände der conservativen, nationalliberalen und Reichsparteihaben beschlossen, das Car- tell auf folgender Grundlage zu erneuern: Wahrung des bisherigen Besitzstandes, Verständigung über die gemeinsamen Candidaten in anderen Wahlkreisen und, falls eine solche Verständigung ausbleibt, eine Intervention des Central­verbandes der Partei in Berlin zur Einigung mit den Vor­ständen anderer Cartellparteien, bei einer Stichwahl mit einem Candidaten einer anderen Partei einmüthiges Eintreten für den Candidaten der Cartellparteien und in Ansprachen, Auf­rufen der befreundeten Presse alles zu vermeiden, was das Zusammengehen der Parteien in der Wahlcampagne gefährden könnte.

Berlin, 3. December. Der Neu-Guinea-Compagnie ging ein Telegramm des Generaldirectors Arnold zu, welches meldet, daß der Regierungsrath Rose wohlbehalten in Finfch- hafen eingetroffen ist und daß der commissarische Landes­hauptmann Krätke das Schutzgebiet verlassen hat.

Hirschberg, 3. December. Die Bahnstrecke Ditters- b ach-Gl atz ist wegen Schneeverwehungen gesperrt.

Stuttgart, 3. December. DasMilitärverordnungsblatt" veröffentlicht eine Ordre, worin der König an dem ruhm­reichen Gedenktage der Schlacht von Champigny dem Kriegsministerium 20000 M. überweist und bestimmt, daß das Capital zur Unterstützung von Wittwen und Waisen der Unteroffiziere des Armeecorps der König-Karl-Stiftung zu­gewendet und der Zinsbetrag alljährlich vertheilt werde.

Wien, 3. December. In Folge des andauernden Schnee­sturmes ist gestern Abend der fällige Orientexpreßzug nicht abgegangen.

Wien, 3. December. DemWiener Tageblatt" zufolge richtete das Ministerium des Innern einen scharfen Erlaß gegen das Treiben der Auswanderungsagenten. Die Gefchäftsausübung der in Oesterreich zugelassenen ausländischen Personen-Transportgesellschasten hat die unerfreulichsten Wahr­nehmungen ergeben. Der Erlaß rügt die Passivität der Ge­sellschaften gegenüber dem gewissenlosen Treiben der Agenten, wodurch Gesellschaften mit verantwortlich würden für die dunkeln Seiten des Zutreiberwesens. Die schärfste Ueber- wachung sämmtlicher ausländischer Personentransportgesell­

schaften sei nothwendig, ebenso die unnachsichtliche Bestrafung unbefugter Agenten sowie die Entfernung dieserhalb bestrafter Individuen. Die Oberstadthauptmannschaft Pest habe Beweise des verderblichen Treibens der Auswanderungsagenten, be­sonders in den nördlichen Komitaten Ungarns erlangt. Dieser höchst verderblichen Thätigkeit, welche bereits die Aufmerk­samkeit auch der Militärbehörden erregte, weil insbesondere jungen Arbeitskräften nachgestellt würde, muß im Interesse der Wehrmacht und der öffentlichen Moral mit allen Mitteln nachdrücklichst und unnachsichtlich, event. durch Conzessions­entziehung entgegengewirkt werden.

Washington, 3. December. Die Botschaft des Prä­sidenten Harrison besagt, daß die meisten internationalen Fragen geregelt seien. Der Samoa-Vertrag werde perma­nentes Gesetz und führe Ordnung auf Samoa herbei auf Grund der Aufrechterhaltung der Rechte und Interessen der Eingeborenen und Vertragsmächte. Die in den letzten Jahren zwischen England und der Union entstandenen Fragen ruhten oder seien in gütlicher Beilegung begriffen. Die Botschaft kündigt eine Vorlage betreffs Erweiterung der zwischen Eng­land und der Union bestehenden Bestimmungen über die Aus­lieferung von Verbrechern an. Zwischen der Union und Deutschland beständen die herzlichsten Beziehungen; Fragen bezüglich der Naturalisation seien als zu beiderseitiger Be­friedigung geregelt anzusehen. Der freundschaftliche Verkehr mit Brasilien sei unterbrochen, jedoch fei der Gesandte ange­wiesen, die Republik sofort anzuerkennen, sobald die Mehrheit des Volkes sich für die Republik erklärt habe. Die Botschaft sagt ferner, die Regierung habe über die Beilegung aller die Vollendung des Nicaragua-Kanals hindernder Fragen be- rathen. Das letzte Finanzjahr weise einen Ueberschuß von 57 Millionen Dollars, das laufende einen solchen von 44 Millionen Dollars auf. Ein derartig großer Ueber- schuß erheische die Aufmerksamkeit des Congresses behufs Herabsetzung der Einnahmen auf den zur Bestreitung der Staats-Ausgaben nöthigen Bedarf. Die Botschaft empfiehlt nachdrücklich eine Tarif - Revision mit gleichem Schätzungsmodus in allen Häfen, jedoch unter Berück- sichtigung eines billigen Schutzes der einheimischen In­dustrien. Ungleichheiten seien zu beseitigen, das Schutzprincip jedoch beizubehalten. Die Botschaft mißbilligt jede beträcht­liche Zunahme in der Ausprägung von Silberdollars und hebt hervor, daß die günstigen Verhältnisse dazu beigetragen hätten, die thatsächliche Gleichheit der Gold- und Silber- Dollars aufrechtzuerhalten; es handelte sich dabei theilweise um Handelszustände, deren Fortdauer ungewiß sei. Der Präsident begünstigt eine Verbesserung des Küstenvertheidig- ungssystems, eine weniger leichte Naturalisation für socia- listifche Einwanderer, Vermehrung der Kriegsmarine und beklagt das Zurückstehen der amerikanischen Handelsmarine hinter anderen. Er begünstigt eine liberale Unterstützung amerikanischer Dampferlinien nach Centralamerika, Süd­amerika, China 2c., die Bildung einer natürlichen Reserve von Handelsschiffen und eine progressive Politik zur Förderung des auswärtigen Handels.

Washington, 3. December. Der Marinesecretär empfiehlt in seinem Jahresbericht den Bau zweier Flotten Kriegs­schiffe und von zwanzig Panzerschiffen für die Küstenver- theidigung; ferner dreier Kanonenboote von je tausend Tonnen Tragkraft und fünf Torpedobooten erster Klaffe. Von den Kriegsschiffen sollen acht für den Stillen Ocean und zwölf für den Atlantischen Ocean bestimmt werden. Der Congreß soll zum sofortigen Bau von acht Schiffen ermächtigen. Für die Bedürfnisse der Marine im Jahre 1890 sind 25599253 Dol­lars ausgeworfen.

Mainz, 4. December. (Privatdepesche.) Laut o.fficieller Mittheilung kommt der Kaiser nicht hierher.

Locales un6 provinzielles.

Gießen, 4. December.

r. Theater.Kean" oderLeidenschaft und Genie", Characterlustspiel in 5 Acten von L. Schneider. Ueber das äußerst interessante Stück selber und seinen Inhalt ist bereits in demGießener Anzeiger" gesprochen worden. Es eignet sich auf Grund des scharf ausgeprägten, bis ins Einzelste individualisierten Characters des Titelhelden, der in den denkbar verschiedensten Situationen, von den komischen bis zu den ergreifendsten, die verschiedensten Töne zu treffen ver­stehen muß, in hohem Maße zum Prüfstein eines wahren, originalen Talents. Herr Wilhelm von Hoxar hat auch hier diese Probe, wenn man so sagen darf, auf die glänzendste Weife bestanden. Aus einem Guß war die Gestalt, die der Künstler mit virtuoser Meisterschaft verkörperte und bei allem Wechsel der Stimmungen und allem Ungestüm zeigte der Character diesesKean" nichts Unverständliches, keine Sprünge und Lücken. Mit ergreifender Lebenswahrheit brachte Herr von Hoxar dies geniale und leidenschaftliche Wesen Keans nach allen Seiten zum Ausdrucke. Mau vergaß, daß man einen Schauspieler vor sich habe, und wie der Künstler selber in seiner Rolle ganz aufging, so riß er feine Zuhörer wider­standslos mit sich fort. Alle Accente beherrschte er mit einer Meisterschaft sonder Gleichen, er ist ein Künstler, auf dessen Palette keine Farbe fehlt, die heiteren ©eenen kamen ebenso trefflich zur Geltung, wie diejenigen, in denen er sich bald als brillanter Bonvivant und Liebhaber, bald als unver­gleichlicher Helden- und Characterdarsteller erweist. Der leichte Plauderton, die Sprache der Liebe sind ihm ebenso geläufig, wie er erschütternd dem leidenschaftlichsten Schmerze, der wildesten Eifersucht Worte und Ausdruck zu verleihen vermag. Seinen höchsten Trumpf spielte der Künstler in der Hamletscene aus, in deren Darstellung er so leicht keinen Rivalen in ganz Deutschland finden wird. Ueber unsere einheimischen Darsteller wollen wir uns kurz faffen. Sie füllten, allen voran Frau Anni und Herr Director Reiners, ihren Platz in ihren ausnahmslos weit kleineren Partieen mit völligem Gelingen aus. Außerordentlich bedauernswerth

bleibt es, daß sich das Publikum dieser ersten Gastvorstellung gegenüber, bei der es sich doch um einen eminent künst­lerischen Genuß handelte, so gar reservirt gehalten und sich in so spärlicher Zahl eingefunden hatte. Es wird, wie dies neulich schon einmal von anderer Seite angedeutet wurde, bei solcher Interesselosigkeit schließlich wieder so weit kommen, daß sich kein ordentliches Theater mehr nach Gießen getraut und keine Direction mehr das Risiko übernehmen wird, das Gießener Publikum mit namhaften auswärtigen Künstlern bekannt zu machen.

O Theater. Am Donnerstag soll, wie wir hören, das in weiten Kreisen bekannte, aus dem Französischen bearbeitete LustspielEr muß aufs Land" zur Aufführung kommen. Das heitere Stück, in dem Herr von Hoxar als ausgemachter Bonvivant figuriren wird, schildert einen jungen Ehemann, den seine Schwiegermutter.und seine von einem alten heuch­lerischen Kirchenrath beeinflußte Frau übel behandeln. Will sich der unglückliche Eheherr ein Mal ein Vergnügen gönnen, so kann er das nicht anders, als unter dem Vorwand:er müsse aufs Land". Daher der Name.

* Im Juliheft derZeitschrift für Schulgesundheits­pflege" ist ein viel beachteter Aufsatz des Herrn Professor Dr. Dettw eiler hier erschienen, der, gestützt auf die Unter­suchungen Cornets, die Verhütung der Lungenschwindsucht in den Schulen zum Gegenstände hat und nach zwei Richtungen Maßnahmen in den Schulen verlangt. Einmal verlangt Dettweiler sofortige Beseitigung aller mit Sand oder Säge- spähnen gefüllten Spucknäpfe aus der Schule, da diese auch im günstigsten Falle manchmal wochenlang nicht ausgeleert werden und so einen wahren Herd der Ansteckung für Lehrer und Schüler durch Eintrocknen und Verstauben des Auswurfs von angehenden Lungenleidenden bilden. Dafür ist ein ge­eignetes, mit Wasser gefülltes Gefäß einzufetzen, das häufiger entleert werden muß. Wie wir hören, findet diese leicht er­füllbare Forderung vielfach Eingang in die Schulen. Zweitens verlangt Dettweiler private Belehrung der hustenden und auswerfenden Schüler über die maßlose Schädlichkeit des Taschentuchspuckens und Hinweis auf eine ungefährlichere Art des Auswurfes.

* Beim Kaiser!. Postamt Gießen tarnen im Jahre 1888 an Porto- und Telegrammgebühren zur Einnahme M. 219 380. Es gingen ein 1 376000 Briefe, Postkarten, Drucksachen und Waarenproben, 136778 Packete ohne Werthangabe, 8308 Briefe mit Werthangabe, 3391 Packete mit Werthangabe. Es wurden aufgegeben 1655200 Briefe, Postkarten, Drucksachen und Waarenproben, 133129 Packete ohne Werthangabe, 8555 Briefe mit Werthangabe, 2765 Packete mit Werthangabe. Die Zahl der eingegangenen Postnachnahmefendungcn betrug 10025, der eingegangenen Postauftragsbriefe 7013, der Betrag der ein- gezahlten Postanweisungen bezifferte sich auf M. 4 882083, der ausgezahlten auf M. 7 060 714. Es wurden ferner aus- gegeben 3 363 373 Zeitungsnummern und 2O99O Telegramme, eingegangen sind 21388 Telegramme.

* Wie demLauterb. Anz." berichtet wird, haben die Herren Freiherr Dael von Köth, Freiherr Wamboldt, Jn- spector Brönnemann und Raiffeisen jun. in voriger Woche die Gemeinde Salz besucht, um daselbst einen Local-Bauern­verein zu gründen.

vermischtes.

* Darmstadt, 3. December. Nach dem nunmehr von der Bürgermeisterei veröffentlichten Festprogramm für die Kaisertage wird nach Eintreffen des Kaisers auf dem Main-Neckar-Dahnhofe am Freitag den 6. December großer Empfang der Behörden stattfinden, am Rheinthor wird der Kaiser von Oberbürgermeister Ohly Namens der Stadt be­grüßt. Der Einzug des Kaisers erfolgt unter Geläute aller Glocken. Auf dem Wege vom Bahnhofe bis zum Rheinthor bildet Militär, von da bis zum Residenzschlofse Studirende der Hochschule, Schüler des Gymnasiums, des Realgym­nasiums, der Real- und der städtischen Knabenschule, die Krieger-, Gesang-, Turn-, Schützen- und Radfahrvereine, so­wie die Innungen Spalier. Um 10 Uhr werden die Kriegervereine nochmals Aufstellung vor dem Kaiser auf dem Paradeplatz nehmen. Am Abend des Einzugstages findet um j/27 Uhr Illumination der Hauptstraßen und Plätze, ben­galische Beleuchtung der Ludwigssäule und des Krieger­denkmals statt. Am Abend .des zweiten Tages (7. December) wird dem Kaiser von den Atudirenden der Technischen Hoch­schule und allen borgenannten Vereinen und Innungen ein Fackelzug gebracht, womit eine Serenade der hiesigen Gesang­vereine, dargebracht im sogen. Glockenhof des Residenzschlosses, verbunden ist. Nachdem auf gegebenes Signal die Fackeln in Brand gesetzt, setzt sich der von mehreren Musikcapellen begleitete Zug punkt V29 Uhr in Bewegung, zieht durch die Mühlstraße, Capellstraße, Hügelstraße, Wilhelminenstraße, Elisabethenstraße, Ludwigsplatz, Ludwigstraße über den Markt­platz, durch die obere Rheinstraße, Wilhelminenstraße, Elisa­bethenstraße, Neckarstraße, Rheinstraße, Wilhelminenstraße über den Mathildenplatz durch die Zeughausstraße nach dem Paradeplatz und nimmt dort nach den Weisungen der Fest­ordner Aufstellung, welche bis ^lO Uhr vollendet sein wird. Vortrag eines Musikstücks durch die auf dem Platze zusammen­gezogenen Militärcapellen, währenddessen Aufstellung der Sänger im Glockenhof zur Serenade. Nach Beendigung der­selben reihen sich die Sänger wieder in den Fackelzug auf dem Paradeplatze ein. Nach Schluß der Ovation Abzug der Studirenden der Technischen Hochschule zum Festcommers im Rummelbräu und der übrigen Vereine zu festlichen Zusammen­künften in verschiedenen Localen.

Den auswärtig en Kriegervereinen wird es von Interesse fein, zu erfahren, daß das Präsidium des Landesverbandes mit der Saalbau - Restauration Abkommen getroffen hat auf Verabreichung eines einfachen Mittagessens zu 60 Pf. und Bier zu 12 Pf. per Glas.